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Dietrichs Rache ein (wahrer) Erlebnisbericht von Frank Klare Schlussbetrachtungen Nunmehr schreiben wir Januar 2001, womit ich die vorangegangenen Kapitel resumieren möchte. Einige der wiedergegebenen Erlebnisse sehe ich inzwischen in einem etwas anderen Licht, was auch darauf zurückzuführen ist, daß ich mit „Dietrichs Rache“ in die Öffentlichkeit getreten bin. So bekam ich infolge natürlich die Möglichkeit, mich mit den verschiedensten Hypothesen auseinander zu setzen, die an mich herangetragen wurden. Zunächst wäre da Rudolf Henke zu erwähnen, der sich sehr kritisch und skeptisch der Paraforschung widmet. Da ich nachwievor interessiert bin, meine vorangegangenen Erlebnisse von allen Seiten aus zu durchleuchten, scheute ich mich auch nicht, im Dialog mit Skeptikern alternative Erklärungsansätze zu prüfen. So fand ich hier und da tatsächlich neue Hypothesen, auf die ich möglicherweise ohne den Dialog mit R. Henke nicht gekommen wäre. Ein Beispiel, was mich besonders beeindruckte, betreffen meine Telefonate mit Andreas. Ich führte an, daß sehr oft, wenn ich Andreas anrufen wollte, mein Telefon klingelt und Andreas dran war – und umgekehrt. So resumierte ich seinerzeit, daß es sich wahrscheinlich um Telepathie handelte. Aber nicht minder glaubwürdig wäre dazu R. Henkes Hypothese: Er ermutigte mich, folgenden Test zu machen, ich solle doch eine Strichliste anlegen, auf der ich jeden „telepathischen Anruf“ vermerke. Und ich solle aber auch gleichzeitig eine zweite Strichliste anlegen, in der ich vermerke, wie oft es passiert, daß Andreas und ich uns nicht zur selben Zeit anrufen wollen und dann beide Listen auszählen. Tatsächlich ergeben sich so völlig neue Relationen, die nicht von der Hand zu weisen sind. Zwar lässt sich damit nicht hundertprozentig ausschließen, daß hier und da trotzdem Telepathie im Spiel war, aber es lässt sich auch nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob Telepathie beteiligt war oder ob es sich bei der Häufigkeit der Telefonate nicht doch einfach auf wahrscheinlichkeitsberuhende Zufälle handelte. Desweiteren ließ R. Henke die Parafotos analysieren, indem er den Satz Fotos, den ich ihm dazu zur Verfügung stellte, einem halben Dutzend Personen vorlegte, die meine Geschichte und somit meine Deutung der Bilder nicht kannten. Zu meiner Überraschung sah dann quasi jeder der Versuchspersonen etwas anderes in den Bildern, die wenigsten jedoch meine Interpretationen dazu. Doch ist die Erklärung recht einfach, die Qualität der Fotos ist nun leider nicht besonders gut, was ich nachwievor darauf zurückführe, daß der Fotoapparat in gewissen Situationen „streikte“. Zudem entdeckte ich die vermeintlichen „Extras“ dann erst auf den entwickelten Abzügen und nicht bereits während der Aufnahme. Und eigenartigerweise haben entgegen R. Henkes Versuchspersonen in meinem Umfeld mehrere Personen die gleichen Dinge gesehen wie ich. Wenn ich mal auch hier die Möglichkeit von Telepathie ausschließe (ich habe meinen „Versuchspersonen“ nicht vorher gesagt, was ich erkenne, sondern sie sollten einen unabhängigen Eindruck schildern), geben die beiden gegensätzlichen Ergebnisse zu denken. Schließlich führte ich die gleichen Testreihen dann wiederholt durch, diesmal innerhalb der monatlichen Treffen (nachdem Andreas und ich den AGW verließen, nunmehr bei einem IGP-Treffen, unserer neuen Interessengruppe für Geister & Paraphänomene). Auch hier wurde tendenziell ein Ergebnis erzielt, das sich mit den Henke-Analysen deckt. Trotz dieser m.E. eindeutigen Untersuchungsergebnisse tue ich mich bis heute schwer, in den Bildern etwas Anderes zu erkennen als ich bisher erkannte, und fühle mich so, als wenn ich in einem Apfel eine Banane interpretieren soll. Dabei würde ich aber keinesfalls behaupten, daß ich nur versuche, meine „widerlegten“ Erklärungen am Leben zu erhalten, nein, mir fällt es eben nur schwer, etwas, was ich (für mich) deutlich wahrnehme, als Fehlinterpretation oder Sinnestäuschung abzutun. Wohl gerade in diesem Punkt bin ich infolge leider auch ziemlich mit R. Henke aneinander geraten, indem ich fortan in seinen Augen aufgrund meiner Erlebnisdarstellung eine „schizotypisch gestörte Persönlichkeit“ bin, die unter „Wahrnehmungsstörungen leidet“. Nun, das bedaure ich, ist doch m.E. unter diesen Voraussetzungen eine weitere konstrukive Kontroverse nicht durchführbar, wobei es selbstredend jedem Menschen selbst obliegt, was für ein Bild er sich vom Gegenüber schafft. Trotzdem meine ich, daß hier weniger meine Person, als vielmehr meine ehrlich nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegebenen Erlebnisse bei einem „Skeptiker“ (- also jemand, der die Existenz von Paraphänomenen in Vornherein in Frage stellt) zu keinem anderen Prädikat führen konnte. Meines Erachtens machen hier Skeptiker wie „Pro-Forscher“ den Fehler, zu voreingenommen an die Fälle heranzutreten, wenn nicht genügend beiderseitige Neutralität mitgebracht wird, wird es immer wieder zu Reibereien zwischen „den Lagern" kommen, was ich sehr bedaure. Dennoch war es abermals R. Henke, der mich veranlasste, ein von mir zuvor selbst vorgeschlagenes Experiment durchzuführen. Unsere Arbeit mit der IGP brachte uns der Thematik wegen unzählige neue Kontakte, darunter auch zu den meisten ITK-Forschern, also Leute oder Organisationen, die sich wie Michael Pettke mit dem Phänomen Tonbandstimmen oder Jenseitskontakten via Bildschirm befassen. Nicht nur, daß uns diese Kontakte dazu brachten, seit geraumer Zeit selbst in der ITK-Forschung intensiv tätig zu werden, womit wir nunmehr entgegen früherer Aussage auf einige Praxis auf dem Gebiet zurückblicken können. Diese neuen Kontakte brachten mich schließlich dazu, zwecks Analyse den Song „Begreifen, was ist“ dem Hamburger ITK-Forscher Dipl.-Ing. Gerhard Helzel zuzusenden, um zu schauen, wieweit sich seine Auswertungen der Parastimmen mit denen von Michael Pettke decken. Offenbar scheint es sich hier ähnlich wie mit den zitierten Analysen von Parafotos zu verhalten: Interessanterweise bekam ich von G. Helzel völlig anderslautende Analyseergebnisse präsentiert, zum Teil in nichtdeutscher Sprache. Zudem vertritt G. Helzel die Auffassung, daß es sich auf dem Song um nicht „echte Parastimmen“ handeln könne, da sie (im Gegensatz zu echten Parastimmen) zu laut und natürlich klingen, womit er eine bewusste Manipulation oder ungewollte Radioeinstreuung gleichberechtigt als Erklärung zulässt. Dazu sei zu sagen, wie erwähnt haben Andreas und ich uns mittlerweile selbst einiges Knowhow angeeignet, womit wir heute neben Videokontakten selber Tonbandeinspielungen durchführen und abhören. Daher sind wir nun in der Lage, besser zu beurteilen, was es mit besagter Aufnahme auf sich hat. So meinen wir aus eigener Praxis heraus sa-gen zu können, solch laute und deutliche Durchsagen treten zwar relativ selten, aber hin und wieder durchaus auf. Sehr ungewöhnlich oder untypisch ist dabei die Fülle der Durchsagen, aber auch hier würden wir nicht sagen, daß dies unmöglich ist. Was die herausgehörten Wortfetzen anbelangt, so fanden wir heraus, daß sowohl M. Pettke als auch G. Helzel zumindest teilweise richtig interpretierten, so konnten etwa derweilen mehrere Hörer (einschließlich wir selbst) M. Pettkes Zitate „Manderama“ und „Komm mit nach Bad Holling(d)en – das mach zweimal“ sehr deutlich und gut heraushören. Nicht anders erging es uns zudem aber auch bei G. Helzels Zitaten, von denen ich einige sogar mit eigenen Ohren am Telefon verstanden habe, als er sie mir in computereditierter Form („Cool Edit“) vorspielte. Nun, ähnlich wie bei den Parafotos wäre ich geneigt, zu sagen, die Ursache der verschiedenen Analyseergebnisse ist in der Qualität der Aufnahme zu suchen. Einige Zitate sind, wie erwähnt, deutlich, andere aber nicht deutlich genug, um genau zu verstehen (ein eigentlich typisches Merkmal „echter" Parastimmen), so sind infolge teils erheblich unterschiedliche Analyseergebnisse gar nicht besonders verwundernswert. Aus diesem Grunde sollte man deutliche und weniger deutliche Stimmen im Protokoll gesondert kennzeichnen, indem die undeutlichen Ergebnisse etwa in Klammern aufgeführt werden, wobei es natürlich in der Natur der Sache, der ITK-Forschung, liegt, bei ungeübten „ITK-Ohren“ würde der Anteil eingeklammerter Zitate wesentlich höher liegen, deshalb ist die ITK-Forschung auch jahrelang intensiv bemüht, methodisch bessere Einspielergebnisse zu erzielen. Doch die Frage, auf die ebige Ausführungen hinauslaufen, ist ja die, ob meine „Parastimmen-Analysen“ nach diesen Erkenntnissen weiterhin aufrecht zu erhalten sind. Hier möchte ich doch ein deutliches Ja aussprechen. Schließlich waren es die von Michael Pettke herausgehörten Zitate, die mich auf die Spur brachten, was 1969 im Kindergarten geschah. Und es waren auch seine Analysen, die mich auf die Todesursache Dietrichs brachten. Soviel Zufall gibt es einfach nicht, als daß man diese Begebenheiten einfach von der Hand weisen könnte. Natürlich stellt sich nun gleichsam die Frage, was wäre, hätte ich G. Helzels Analysen zuerst in den Händen gehalten? Vielleicht aber auch eine müßige Frage im Nachhinein. „Was wäre wenn?“ Durchaus sehe ich im Nachhinein im weiteren Verlauf aber einen nicht zu unterschätzenden Anteil an psychologischen Erklärungsmöglichkeiten. Doch lässt sich darauf wohl nicht alles, was ich erzählte, reduzieren. Wenn Sie mich heute fragen, was an dem Erlebten paranormal war und was sich psychologisch deuten lässt, würde ich Ihnen antworten, können die vorangegangenen Kapitel rein psychologisch begründet werden oder gab es hier und da nicht doch gelinde ausgedrückt gewisse Grenzbereiche? Wie auch immer, Dietrich scheint in die Ferne entrückt. Weitere Erlebnisse, die ich mit ihm in Zusammenhang bringen könnte, wüßte ich nicht. Trotzdem gibt es noch eine neuerliche Begebenheit, über die ich abschliessend berichten möchte. So erwähnte ich auch von meiner damaligen beruflichen Tätigkeit beim Wachdienst, viele Jahre war ich in der Berliner „Neuen Nationalgalerie“ tätig. Selbstredend – habe ich doch einen Großteil meines Lebens dort verbracht, dürfte es nicht verwundern, daß ich hier und da auch viele Jahre danach noch innerlich damit beschäftigt bin und in Folge auch gelegentlich in meinen Träumen wieder dort bin. Dennoch verhält es sich bei mir etwas seltsam, wenn ich nach nunmehr fast 7 Jahren noch immer fast nächtlich von meiner damaligen Tätigkeit träume. Nun, vielleicht ist meine emotionale Bindung an diesen Ort und deren Menschen (damalige Kollegen) doch größer, als ich annehme, worauf dies das Unterbewußtsein allnächtlich neu deutlich macht? Ich bin privat seit über 20 Jahren ein großer Anhänger der Musik von der Elektronikgruppe „Tangerine Dream“ (die übrigens 1974 im Rahmen des „Metamusik-Festivals“ in der Neuen Nationalgalerie ein Konzert gab). Und cirka 6 Jahre später war ich im Rahmen eines Jazz-Konzertes (damals nebenbei als Konzertordner beschäftigt) in der Neuen Nationalgalerie eingeteilt, bevor ich etwa 8 Jahre später erneut in diesem Gebäude beruflich tätig war. Doch zurück zu „Tangerine Dream“. Am 20. Dezember 2000 verfolgte ich ein zweistündiges Radiointerview mit der Gruppe. Als der Moderator der Sendung Herrn Edgar Froese (den Kopf der Gruppe Tangerine Dream) sinngemäß danach fragte, welches Erlebnis jenseits der Musik das bewegendste im Jahre 2000 gewesen sei, erzählte E. Froese von der Picasso-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, die ihn sehr beeindruckte. Nun bin ich persönlich im Gegensatz zu Herrn Froese nicht so sehr für Picassos Werke zu begeistern, dennoch habe ich einige Tage zuvor geträumt, daß derzeit in der Nationalgalerie Picasso ausgestellt wird. Zufall? Schließlich – das weiß ich durch meine jahrelange Beschäftigung in diesem Hause – gehören einige Werke von Picasso zum hauseigenen Inventar. Und daß hier und dann eine größere Ausstellung des beliebten Malers gezeigt wird, ist für dieses Museum nicht ungewöhnlich. Trotzdem fiel mir bei E. Froeses Worten sofort stutzend mein vorangegangener Traum ein. Einige Tage später träumte ich (abermals von diesem Ort), daß für eine Ausstellung die Stellwände der oberen Halle blau gestrichen wurden und dort nun Fotos von leicht bis gar nicht bekleideten weiblichen Schönheiten hängen. Aufgrund meiner hier vieljährigen Beschäftigung muß ich klar anmerken, die Stellwände wurden stets weiß und nicht blau gestrichen. Desweiteren würde m. E. keinerlei Akt-Kunst in diesem Hause ausgestellt, die allein stilistisch nicht zum sonstigen Programm passen täte. Wiederum einige Tage später sah ich die Nachrichtensendung „Berliner Abendschau“, in der u.A. von der aktuellen Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie berichtet wurde: Während im Untergeschoß zu der Zeit noch Picasso gezeigt wurde, gab es im Obergeschoß eine Fotoausstellung von Helmut Newton. Auf blaugestrichenen Wänden hingen Bilder nackter Schönheiten, die das weibliche Publikum teilweise abstoßend bis obszön empfand, wie der Berichterstatter vor Ort herausfand. Abermal wenige Tage danach war ich im Traum wieder dort und erfuhr, daß die Ausstellung in diesen Tagen statt bis 17.00 Uhr nun bis 24.00 Uhr geöffnet hatte. Auch dies ist untypisch, zu meiner Zeit, als ich dort tätig war, gab es solche Öffnungszeiten nur bei (seltenen) Sonderveranstaltungen, spätestens um 22.00 Uhr wurde bei großem Besucheransturm dicht gemacht. Aufgrund der seltsamen Träume in den vergangenen Tagen ließ ich meine Frau am nächsten Morgen dort anrufen, um zu fragen, wie lange denn heute geöffnet sei. „Heute der letzte Tag der Newton- und Picasso-Austellung, letztmals noch mal bis 24.00 Uhr geöffnet...“ Nun, die Interpretation des Erzählten überlasse ich Ihnen, außer, daß ich Sie nochmals erinnere, hier schrieb ich seinerzeit das Gedicht „Begreifen, was ist“ nieder, und auch hier schien sich infolge eine Materialisation anzubahnen. Mir (als Atheist im christlichen Sinne) fällt nur noch ein: „Gottes Wege sind unergründlich“.
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