Dietrichs Rache

ein (wahrer) Erlebnisbericht von Frank Klare


7. Kapitel

An dieser Stelle endeten meine Aufzeichnungen aus dem Frühjahr 1999. Nunmehr ist bereits der 26. April 2000. Es ist inzwischen viel Wasser den Bach hinuntergelaufen. Was ist inzwischen geschehen? Meine vorigen Aufzeichnungen endeten mit der Möglichkeit und Hoffnung, daß Dietrichs Seele seinen Weg ins Jenseits fand. Dennoch sollte im Mai 1999 eine bis heute letzte Konfrontation mit Dietrich auftreten. Hierzu gilt es, folgenden Sachverhalt zu erzählen:

Im Rahmen unserer damaligen grenzwissenschaftlichen Interessengruppe AGW waren wir auch an eigenen Untersuchungen in den verschiedensten Bereichen interessiert. So wollten wir mit eigenen Erfahrungen den Bereich Transkommunikation (Jenseitskontakt) durchleuchten. Wir bedienten uns dabei der Videorückkopplungstechnik, also der Methode, mit Fernseher, Kamera und Videorecorder „paranormale Bilder“ zu erzeugen, von dem der Spiritismus sagt, es handle sich hierbei unter bestimmten Bedingungen um die Erscheinung Verstorbener auf dem Bildschirm. Ohne hier jetzt tiefgehender auf diese Transkommunikationstechnik einzugehen (Anm. der Redaktion: siehe unter „PRAXIS-Page: „Videorückkopplungen“), wollten wir (Daniel George, Andreas Marechal und ich) wissen, was an dieser Hypothese dran ist und somit mit eigenen Augen sehen, was behauptet wird.

Nach einigen Versuchen staunten wir tatsächlich nicht schlecht, was sich auf dem Bildschirm zeigte! Vorwiegend bei rotfarbenen „Krizzeln“ wurden Gesichter mehr oder minder deutlich sichtbar, so man sich die Standeinzelbilder der Videoaufnahme anschaute. Besonders „scharfe“ Bilder fotografierten wir zugleich, um die Resultate festzuhalten. Stellt sich im Allgemeinen die Frage, wieweit die „Parabilder“ paranormal sind, denn mit etwas Fantasie erkennt man z. B. in Wolken Tiere und Gesichter, welche manchmal entfernt an die Videomethode erinnern. Nur konnten wir einen entscheidenden Unterschied zu den Wolken erkennen: Je deutlicher die Erscheinung auf dem Bildschirm war, desto schwieriger wurde es, diese abzufotografieren! Wie schon bei der Vitrine meiner Mutter, streikte einfach der Fotoapparat. Bei weiteren späteren Versuchen versagten sogar die technischen Geräte, u.A. ein DAT- Recorder (Digital Audio Tapedeck). Dennoch haben wir im Laufe der Zeit an die hundert Fotoabzüge entwickeln können. Zwei davon möchte ich hier gerne vorstellen. Das erste davon entstand unter besonders schwierigen Bedingungen, wie eben erzählt. Auf dem Foto erkennt man etwas, was eigentlich nicht da war, dazu von drei Seiten drei Meinungen: Ein mit uns befreundeter Skeptiker von Paraphänomenen deutet die „Extras“ als Folge von einer verwackelten Fotografie oder einem Filmfehler. Ein uns bekanntes „Medium“ meint, es handle sich eindeutig um die Manifestation von Schutzgeistern, da die Videobilder niedere negative Geistwesen zeigen. Im zweiten Punkt würde ich der Frau eindeutig recht geben. Wir haben erstaunlicherweise noch nie ein Gesicht lächeln gesehen, was begründen würde, daß wir mit einer niederen Geistesebene kommunizieren. Die höher entwickelten Seelen befinden sich möglicherweise in einer Ebene, welche sich unseren Transkommunikationsmitteln entzieht. Die dritte Meinung schließlich vertreten wir selbst neben einigen Angehörigen des AGW, uns erinnern die „Extras“ an die Bildung von Ektoplasma, wie es auch bei Seancen gelegentlich auftritt. Dies meinen wir nicht zuletzt aufgrund der dreidimensionalen Erscheinungsform auf dem Fotoabzug. Mir bekannte Filmfehler etwa waren immer nur zweidimensional.

Abbildung: Erwähntes Bild mit den Extras

Das zweite Foto schließlich entstand am selben Tag innerhalb der Versuchsreihe. Und dieses Foto hat es in sich: Dreht man es um 180° Grad auf dem Kopf, so schaue ich in ein mir bekanntes Gesicht: Dietrich! Was hat dies zu bedeuten? Ist Dietrich also nun tatsächlich im Jenseits? War er es vor der letzten Materialisation Anfang 1999 noch nicht? Und kann er von dieser Dimensionsebene noch einmal zurückkehren oder nicht? Oder hat das Chaos-Prinzip einen verblüffenden Zufall beschert, das zufällige Abbild einer mir bekannten Person? Um ehrlich zu sein, ich kenne die Antwort nicht. Ich weiß nur, dieses Foto war bis heute die letzte Konfrontation mit Dietrich. Weiterhin sagt mir mein Gefühl, es ist vorbei. Das andauernde Gefühl einer Präsenz ist mit der tösenden Auflösung der letzten Materialisation bis heute mit in die Ferne gerückt. Diese Annahme kann ich durch zwei Begebenheiten untermauern.

Abbildung: Manifestation von Dietrich via Videorückkopplung

Einerseits habe ich berichtet, daß ich mich in dieser Angelegenheit nunmehr mit der „Parapsychologischen Beratungsstelle“ (Freiburg) in Verbindung gesetzt habe. Hierzu nahm ich direkt Kontakt mit dem Leiter und Begründer Dr. Walter von Lucadou auf, welcher seit 1979 solchen Phänomenen wissenschaftlich nachgeht. Hier sei noch angemerkt, wer sich näher mit Dr. von Lucadous Arbeit beschäftigen möchte, dem empfehle ich sein Buch mit Manfred Poser „Geister sind auch nur Menschen“ (erschienen 1997 bei Herder / Spektrum). Nun, nach telefonischer Kontaktaufnahme verblieben wir, daß ich ihm meine Manuskripte der Geschichte zusammen mit Belegmaterial zusende. Nachdem sich Dr. von Lucadou dann mein eingesandtes Material ausführlich angesehen hatte, vereinbarten wir einen Termin, um uns über seine Hypothesen zu unterhalten, was dann auch alsbald geschah. Zunächst meinte Dr. von Lucadou (ebenso wie ich schon zuvor), jedes Phänomen hätte eine Ursache, welche es gilt herauszufinden. In meinem Falle erkannte er die Ursache eindeutig in meinem Kindergartenvorfall 1969. Der Sinn des Phänomens war es also, ich sollte auf diesem Wege erfahren, was damals wirklich geschah. Nachdem dies eingetroffen ist, dürfte ich erwarten, daß die paranormalen Vorgänge vorbei sind. Zwar bedanke ich mich herzlich für sein Bemühen, sich meiner Sache angenommen zu haben, in vielen Punkten stimmen wir auch überein. Dennoch sehe ich nicht den Kindergartenvorfall als eigentliche Ursache des Ganzen an. Dagegen spricht allein schon meine Mutters Konfrontation im Jahre 1949, bevor ich also geboren war, und die gesamte Geschichte an sich. Vielmehr war für mich der Kindergartenvorfall ebenso wie das Zitat „Glaubt, was der Manni dir vorstellt“ ein Zeichen, daß hier paranormale Komponenten im Spiel sind, deren Ursachen bekanntlich auf ein Leben im 16. Jahrhundert zurückzuführen sind. Trotzdem sollte Dr. von Lucadou recht behalten, als er sagte, daß die Phänomene nun vorbei seien. Warum er hier wiederum recht hatte, auch dafür gibt es einen Grund, die zweite Begebenheit:

Wie schon berichtet, hat sich auch der Tonbandstimmenforscher Michael Pettke (AfJ) meiner Sache angenommen. Im weiteren Verlauf seiner Recherchen stellte er u. A. eine Diskette mit „Wave- Dateien“ für mich zusammen, um am Computer einzelne Passagen des Liedes „Begreifen, was ist“ in Schleifenform abhören zu können, womit die Zitate der Parastimmen deutlicher zu verstehen sind. Ferner nahm Michael bei seinem monatlichen AfJ- Treffen in dieser Sache Kontakt mit dem Jenseits auf. Eine von Michaels Forderungen lautete, die Jenseitigen mögen bitte darauf achten, das mich der Mann (Dietrich) in Ruhe lasse. Wurden Michaels Worte also im Jenseits erhört? Wurde dieser Bitte entsprochen? Oder war Dietrich zur genannten Zeit schon „drüben“, eben seitdem er durch meine Frau seine Todesursache kennt? Wie dem auch sei, beides wäre nicht ohne Michaels Hilfe geschehen. Selbst wenn die ganze Geschichte letztlich auf Einbildung und Zufall beruht, war es trotzdem Michael, welcher diese Kette beendete, weshalb ich ihm auch ewig dankbar bleibe.

Dennoch bin ich persönlich daran interessiert, ob ich „normale“ oder paranormale Erlebnisse hatte. Zwar halte ich noch immer Zweites für wahrscheinlicher, trotzdem bemühe ich mich weiterhin um Indizien pro oder contra meiner Hypothese. Hierbei wird es mir allerdings nicht immer gerade leicht gemacht. So wollte ich z. B. die Parafotos fotolabortechnisch untersuchen lassen, nachdem die Abzüge der Nachserien identisch waren. Hier dachte ich an eine Bekannte, welche zuvor cirka 30 Jahre lang in einem Fotolabor tätig war. Doch sollte ich bei meiner Anfrage erfahren, daß ihr Betrieb rationalisiert habe und sie somit seit einigen Wochen entlassen ist. Auch eine Reise nach Bad Hönningen war bisher aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Vielmehr habe ich seit Frühjahr 1999 eine unglückliche Phase, was mein Gesundheitszustand anbelangt. Schließlich stellte ich mir die Frage, lebe ich einfach nur zu ungesund, oder gibt es wie auch immer geartete Verbindungen zur Geschichte? Um dieser Frage mal nachzugehen, ließ ich meine Kontakte spielen. Letztlich möchte ein „Medium“ festgestellt haben, meine Aura sei stark angegriffen und zwar von niederen bösartigen Geistern! Der Spiritismus lehrt ja, negative Geistwesen ernähren sich durch die Lebensenergie ihrer Opfer, so wie es bei Vampiren das Blut ist. Interessant ist jedoch, dem Medium war meine Geschichte nicht bekannt! Wie kam die Frau (dieselbe, welche im späteren Verlauf die Schutzgeister erkannte) also auf Geister? Dennoch blieb ich skeptisch, ehrlich gesagt ich nahm die bestimmt gut gemeinten „Erkenntnisse“ gar nicht ernst.

Irgendjemand oder irgendetwas muß dies jedoch erkannt haben, anders kann ich mir folgen- des Erlebnis nicht erklären: Während ich also daheim die Aussagen des Mediums in Frage stellte, wurde es in der Wohnung windig. Alle Fenster waren verschlossen, trotzdem bewegten sich stark die Vorhänge und sogar die schwere Eisenkette an unserer Wohnungstür! Ein Windspiel begann zu klingeln, da ich allein daheim war, rief ich sofort Andreas an. Aber anstelle eines Freitones vernahm ich nur lautes Rauschen wie am Meer bei Sturm! Wenn ich mir nicht nur alles eingebildet habe (davon gehe ich mal nicht aus) bleiben nur zwei Erklärungen, erstens: Das Medium betrieb schwarze Magie, damit ich ihr glaube. Oder zweitens, wie schon einmal (die Stimme, welche plötzlich eine Botschaft sprach), kam auf meine Gedanken direkt die Antwort von „drüben“. Nun, ich glaube nicht an die erste Möglichkeit, warum sollte die Frau so etwas tun? Hat sie dann also doch recht? Wie fanden aber dann die niederen Geister zu mir? Waren diese wie bei dem Wetterphänomen sozusagen Ausläufer von Dietrich? Oder fand Dietrich erst 1969 den Weg zu mir, nachdem ich einige Zeit klinisch tot war, hat hier Dr. von Lucadou indirekt doch recht? Ist der vorübergehende klinische Tod gar eine Grundvoraussetzung, um Geister von drüben sozusagen „mitzubringen“? Erstaunlich ist die Tatsache, sowohl meine Mutter als auch Andreas waren in ihrem Leben bereits klinisch tot! Das kann mal wieder ein weiterer Zufall sein. Es könnte aber ebenso sein, daß eine vorangegangene Nahtodeserfahrung die sensitiv mediale Begabung bekräftigt. Bleibt also die Frage, wer sind die noch verbliebenen niederen Geister? Wenn ich noch einmal den Wettervergleich heranziehe, so könnte Dietrich das Zentrum gewesen sein. Nachdem er „abzog“, verblieben noch einige Restausläufer (die niederen „Begleitgeister“), welche erst nach und nach abziehen, wie bei einem Regenschauer. So gewagt diese These erst einmal klingen mag, es spricht dennoch einiges dafür.

Wie bereits erwähnt griffen vor allem seit Anfang 1999 die Phänomene auf mein Umfeld über, angefangen bei meinen Schwiegereltern, wo u. A. desöfteren Dinge „verschwanden“, so waren dies eines von Schwiegervaters Hemden, ein Käse oder ein Putzlappen. Während das Hemd an einem anderen Ort wieder auftauchte, blieben der über Nacht verschwundene Käse wie auch der Putzlappen bis heute fort. Auch bei Andreas setzten sich die Vorgänge fort, so erblickte er in seinem PC plötzlich die gleichen Gesichter und „Fratzen“, welche wir zuvor bei Videorückkopplungen sahen. Der letzte Vorfall bei Andreas fand übrigens erst vor kürzester Zeit statt, am 8. April dieses Jahres: Kurz nach Mitternacht (so Andreas) vernahm er bei sich daheim eine Präsenz vor seinem Fenster, welche in einer flüsternd zischelnden Stimme drei Worte sprach: „Er ist da!“ Wer ist er? Dietrich? Immerhin war dies die Zeit, in der ich anfing, die Manuskripte meiner Geschichte zwecks Veröffentlichung abzutippen. Zufall? Doch auch bei mir daheim ging der „Unfug“ in jüngster Zeit weiter. Nicht nur, daß an drei aufeinanderfolgenden Tagen unser Abendessen verdorben war (das kann ja wirklich Zufall sein), in der selben Zeit ereignete sich u. A. Folgendes: Nachdem meine Frau auf einem Familienfoto die alte Dame im Krankenhaus aus ihrem Traum wiedererkannte (ich erzählte), nachdem ich dieses Foto jetzt erst selbst von meiner Großmutter erhielt, ging es die folgenden Tage Schlag auf Schlag weiter. Am 11. April erwartete ich wichtige Anrufe. Um zwischendurch mal duschen zu können (einen Anrufbeantworter besitzen wir nicht), legte ich die zehn Minuten den Hörer daneben. Doch als ich gerade das Haarshampoo auswaschen wollte, hörte ich vier bis fünf mal das Telefon klingeln. Wenn ich auch ein wenig an meinem Verstand zweifelte, am nächsten Morgen kam ich ins Wohnzimmer, wo in einer Ecke hinter dem Fernseher eine Alienfigur steht. Ich fragte meine Frau, warum sie denn den rechten Arm der Figur auf den Fernseher getan hat? Dennoch war es meine Frau nicht, ja und ich auch nicht! Hat also die Figur den Arm selbst hochgehoben? Oder sind wir jetzt alle ein wenig meschugge geworden? Oder, deshalb erzählte ich das, ist dies die Handschrift niederer Geister? Immerhin, nachdem am 18. April abends die Olivenpastete verdorben war (trotz noch ein Jahr Haltbarkeit), war wieder schlagartig Ruhe. Vielleicht (und hoffentlich) erlebten wir hiermit ein kleines Abschiedsspektakel der „Dietrichsausläufer“.

Nun, bevor ich mich in weiteren Spekulationen verliere, hier vor Ende meiner Geschichte noch einige Ergänzungen und Fakten zu allem bisher Erzählten: Angefangen bei der „Geheimraumepisode“ in meiner Mutters Flur, ich erzählte eingangs von einem umgebauten Kleiderschrank am hinteren Flurende. Durch die Schrankrückseite hindurchschreitend gelang man in einen von vorne nicht sichtbaren „Geheimraum“. Neu ist nun, erst vor kurzem fiel mir wieder ein, bereits Anfang der Siebziger stand der selbe Schrank in meinem damaligen Kinderzimmer. Bereits damals hatte ich oft die Fantasie, daß man durch den Schrank hindurchschreiten kann! Warum? Hatte ich schon als etwa 6 / 7- jähriger Steppke eine Vorahnung? Oder wollte ich im jugendlichen Leichtsinn nur eine verborgene Kindheitsfantasie ausleben?

Die nächste Neuigkeit hängt wiederum mit dem Kindergartenvorfall zusammen. Seit meiner frühen Kindheit bis vor kurzem hatte ich fast allnächtlich unerklärliche Träume, in denen ich mich (grundlos) in WC-und Waschräumen aufhielt. Oft saß ich in den Träumen auch hilflos auf dem WC, welches dann entweder überlief oder ich darauf sitzend ohnmächtig wurde. Seit mir bewusst ist, was im WC- Raum des Kindergartens 1969 geschah, haben diese Träume merklich nachgelassen.

Nun gibt es noch zwei Begebenheiten, welche voran Erzähltes in einem neuen Licht erscheinen lassen. Zum einen erinnere ich an die Doppelgängerepisode. Ich erzählte, beim AGW-Treffen zwischen zwei Frauen gesessen zu haben, welche beide große Ähnlichkeit mit mir bekannten Personen haben. Da es mir wie erzählt auch an diesem Tag nicht sonderlich gut ging, gelangte ich schließlich zur „Schutzengelhypothese“. Ich führte aus, da die „Originale“ zu der Zeit gerade nicht zur Verfügung standen, „passten solange eben die Doppelgänger auf mich auf“. Nun, der weitere Verlauf der Dinge schaute dann doch etwas anders aus. Nachhaltig gewann ich von der älteren Doppelgängerin, nachfolgend Frau M. genannt, einen doch nicht so positiven Eindruck, nachdem sie zunächst das AGW-Treffen verließ, ohne ihren Kaffee zu bezahlen. Nachdem wir Frau M. beim nächsten AGW- Treffen deshalb zur Rede stellten, gab sie an, nur Sozialhilfe zu beziehen. Als sie uns das Geld erstatten wollte, winkten wir ab. Wir waren ja bereit, sie einzuladen, nur muß eben alles seine Ordnung haben. Die nächsten Monate vergingen dann ohne Besonderheiten, bis mich Frau M. eines Abends anrief. Sie gab vor, unter Betreuung zu stehen und daß sie Angst habe, ihre Betreuer könnten ihre vielen Esoterikbücher sehen und sie dann als Verrückte einweisen. Ihrer Bitte, daher die Bücher eine zeitlang bei mir unterzustellen, gab ich dann bereitwillig nach. Wo ich kann, helfe ich gerne. Nachdem dann die Bücherkisten hier standen und ich mir ihre ganze Lebenstragödie angehört hatte, eröffnete sie mir, sie wolle einfach über Nacht die Stadt verlassen, weil sie nicht mehr weiterwisse. Nachdem ich ihr von diesem Vorhaben abgeraten hatte, erschien sie noch einmal bei mir, um noch einige persönliche Sachen zu den Büchern zu tun. Diese „persönlichen Sachen“ stellten sich dann als über 12.000 DM Bargeld heraus, womit ich die Angelegenheit nur noch der Polizei übergeben konnte! Also, darum erzählte ich dies überhaupt, mit der „Schutzengelhypothese“ lag ich doch zumindest bei Frau M. etwas daneben.

Die zweite Begebenheit schließlich unterstreicht meine kritische Betrachtungsweise der Phänomene. So kann ich zumindest eine meiner Ausführungen dahingehend korrigieren, daß bei dem Fernsehphänomen mit den tanzenden Rechtecken eine ganz natürliche Ursache dahintersteckte! Am 22. April dieses Jahres traten abermals ähnliche Phänomene auf, im Rahmen des Berliner „B1- Gernsehabends mit Brigitte Mira“. Zwar waren es diesmal keine Rechtecke, sondern eher diffuse bunte Muster, welche über den Fernseher huschten, zunächst schaltete ich den 2. Fernseher im Nebenzimmer ein: das Selbe. Dann rief ich sofort Andreas an, er solle sofort „B1“ einschalten: das Selbe. Dennoch war damit dann endgültig bewiesen, was wir zunächst als paranormale Bilder interpretierten, war letztlich eine ganz normale wenn auch seltene Sendestörung! Leider waren dahingehende Ergebnisse ansonsten eher die Ausnahme. Bleibt also nur die Hoffnung, daß diese Geschichte nicht irgendwann ihre Fortsetzung findet. Ein „zufälliger“ Anruf meines Bruders, während ich gerade diese letzten Zeilen eintippe, stellt hoffentlich nicht den Auftakt dar: Denn als wir kurz auf dieses Thema kamen, erzählte er von einer „Erscheinung“, die er vor etwa zehn Jahren hatte, eine negative männliche Präsenz, welche ihn an das Mittelalter erinnerte...

Bleibt abschließend zu hoffen, daß auch dies mittlerweile für immer Vergangenheit ist. Trotzdem habe ich eine neue Marotte: Immer wenn es blitzt und kracht, lautet mein Spruch „Dietrich kommt!“



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