Dietrichs Rache

ein (wahrer) Erlebnisbericht von Frank Klare


2. Kapitel

Bisher Erzähltes war weiterhin noch nicht das Ende der Phänomene, sondern die Geschichte setzt sich erneut fort, und zwar im Jahre 1993, in meiner damaligen Berliner Wohnung in Kreuzberg, in welcher ich damals bereits mit meiner Ehefrau lebte.

Schließlich beginnt die Episode irgendwann in diesem Jahr, als meine Frau vor der Wohnungstür stand und diese einfach nicht aufbekam. Das untere Schloss klemmte. Aber da ich gerade daheim war, konnte ich ihr glücklicherweise öffnen. Natürlich probierte ich gleich, was mit dem Schloss sei. Dennoch war alles in Ordnung, wer weiß, was das war. Doch bereits am nächsten Tag geschah wieder das Selbe, nur diesmal kam zufällig der Nachbar gerade hoch, ein kräftiger junger Mann, auch er bekam die Tür nicht auf. Schließlich musste ich meine Frau wieder reinlassen. Als ich noch am gleichen Tag mit einem Freund heimkam, ließ ich daher extra ihn aufschließen, weil ich sehen wollte, warum die Tür so schwer aufginge, wo ich doch damit überhaupt kein Problem hatte und mein Freund auch nicht (?). Weil ich die Sache langsam absurd fand und nicht unbedingt deshalb ein neues Schloss einbauen lassen wollte, machten wir am nächsten Tag regelrecht ein „kleines Spiel“ daraus. Als erstes „Versuchsobjekt“ stand ich mit meiner damals schon über achtzigjährigen Großmutter vor der Tür, welche den Schlüssel hineinsteckte, und schon war die Tür offen. Danach stand meine Frau draußen mit einer weiteren Nachbarin als „2. Versuchsobjekt“. Siehe da, die Nachbarin bekam heute einfach die Tür nicht auf, wo dies doch in der Vergangenheit nie ein Problem war, wenn sie in unserer Abwesenheit ausnahmsweise mal unsere  2 Katzen versorgen musste. So standen wir danach zu viert, bewaffnet mit drei Schlüsselsätzen, um das „Spiel“ gemeinsam fortzusetzen, meine Großmutter und ich gegen die Nachbarin und meine Frau, womit klar sein dürfte, wer nach unzähligen Versuchen die Tür aufbekam und wer nicht! Nachdem wir uns dennoch alle vier einig waren, dass das Schloss nicht defekt sein konnte, sonst würden ja meine Großmutter und ich nicht die Tür aufbekommen (selbst die Schlüssel tauschten wir mehrmals), hatte ich das untere Türschloss mit dickem Abklebeband zugeklebt, so daß es nicht mehr in die Türzarge einrasten konnte. Zugeschlossen wurde fortan nur noch mit dem oberen  zweiten Schloss. Zugegebenermaßen eine unkonventionelle Lösung eines wohl ebenso unkonventionellen Problems. Dennoch den Austausch eines Türschlosses, was gar nicht defekt ist, hätte ich für noch abwegiger gehalten. So vergingen also die nächsten Wochen, an das zugeklebte Schloss hat man sich gewöhnt. Alles verlief in gewohnten Bahnen, bis ich eines Nachts mit meiner Frau schon im Bett lag...

Ein Gewitter braute sich zusammen, eigentlich bis jetzt nichts Ungewöhnliches. Etwaige Angst vor Gewittern kennen wir beide nicht. Eher finden wir es interessant, so ein vor allem in den Sommermonaten auftretendes Naturschauspiel zu beobachten. Dennoch das Gewitter in dieser Nacht, so möchte ich mal sagen, brachte einen seltsamen Begleiter mit. Nach jedem Blitz (von denen es diesmal viele gab), so schien es, blieb eine Art elektrische Restenergie zurück, die sich regelrecht im Zimmer anzusammeln schien. Es baute sich langsam eine regelrechte Spannung im Raume auf, so dass man meinen könnte, gleich würde es im Zimmer krachen und donnern. Da dies von den Naturgesetzen her eigentlich nicht möglich ist, das Haus besaß einen Blitzableiter und die Fenster waren verschlossen, wurde die Konstellation immer suspekter und zugleich immer negativer, gar bedrohlich. Und dann sah ich es wieder in meinem Kopf: Der bärtige Mann mit dem hasserfüllten Gesicht!

Auch meine Frau, die folglich noch wach war, bemerkte (diesmal als zweite Zeugin), dass sich da was zusammenbraute. Nach ihren eigenen Aussagen verspürte sie die stetig ansteigende negative Energie, die zunehmende Bedrohung diffuser Art, die nicht sichtbar aber spürbar war. Das es der bärtige Mann sei, der sich erneut materialisieren will, das erfuhr sie von mir. Den bärtigen Mann als solchen konnte (und wollte) sie selbst nicht wahrnehmen oder erkennen. Auch nach meinem Bekunden wollte sie (was sie mehrmals betonte) das Gesicht nicht sehen. Jedoch das „Etwas“ im Raume war, vernahm sie ebenso deutlich. Da sie sich ebenfalls bedroht fühlte, versuchte sie ihrerseits die anstehende Materialisation mit positiven Kraftfeldern anzugehen bzw. zu vermeiden. Hierzu muss ich kurz anmerken, dass das Thema „Kraftfelder“ in den Grenzwissenschaften einen eigenen Platz einnimmt, ein Phänomen, von dessen Existenz ich persönlich noch nicht so sehr überzeugt bin wie meine Frau, welche sich zugegebenermaßen auch viel intensiver damit befasst hat; obgleich ich zumindest vom Gedankenansatz her ähnlich gehandelt habe wie sie, indem ich ständig im Befehlston gedacht habe, „Verschwinde wieder“ und dergleichen. In der Tat schien sich dann eine Art Kampf auf geistiger Ebene abgespielt zu haben, unsere Gedanken und Energien gegen das „Etwas“. Von der Art her könnte man es vergleichen mit dem Kraftspiel „Arme Drücken“. Im Versuch, das „Etwas“ wieder wegzuschicken, spürte man deutlich den Widerstand, zu versuchen, sich gegen unseren Willen doch noch zu materialisieren; ein Eindruck, den meine Frau nachhaltig bestätigen konnte. Da der Widerstand gegen uns nach und nach immer geringer wurde, schienen wir „im Kampf“ gesiegt zu haben, indem wir das „Etwas“ immer weiter weg schickten oder drückten. Wie schon 1985 bei meiner Mutter, so schien sich auch heute die Raumatmosphäre eher langsam als abrupt zu normalisieren.

Als dies dann soweit geschehen war, da fiel mir plötzlich die Tür ein! Die Sache mit dem Türschloss habe ich vorher nie damit im Zusammenhang gebracht. Erst in dieser Nacht fiel es mir wie Schuppen vor die Augen. Ich war felsenfest davon überzeugt, und sagte es auch meiner Frau, dass es unter Garantie nun keine Probleme mehr mit dem Türschloss geben werde! Und das ich recht behalten sollte, bewies sich am nächsten Tag, als wir das Klebeband entfernten. Meine Frau hatte bis zum Umzug Ende1993 nie mehr Probleme mit dem Türschloss.

Auffallend war in der besagten Nacht übrigens noch das Verhalten einer der zwei Katzen, welche nach dem Vorfall sehr aufgeregt, ständig miauend durch die Wohnung lief. Meine Frau musste die Katze lange im Arm halten, um sie zu beruhigen. Da so ein Verhalten für diese Katze sehr untypisch war, muss sie etwas mitbekommen haben, merkwürdigerweise im Gegensatz zur zweiten Katze, welche ruhig auf ihrem Stammplatz lag.

Kurzer Zwischenbericht, was ist dran am eben Erzählten? Da ich ein sehr (selbst) kritischer Mensch bin, versuche ich die Sache von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten. Wäre es nicht auch denkbar, dass diese „nächtliche Erscheinung“ nur ein Produkt meiner Fantasie war, angeregt durch die Gewitterblitze a la „Dracula“? Falls ich wirklich halluzinierte (ich habe wirklich geglaubt, was ich erlebte), ist es durchaus denkbar, dass ich meine Frau und die Katze mit meiner Angst angesteckt habe. Das würde auch erklären, warum sie zwar die negative Energie spürten, in diesem Falle also meine Angst, nicht aber den Mann gesehen haben, was zumindest meine Frau betrifft. Was genau die Katze wahrnahm, bleibt ungeklärt. Was ist dann aber mit dem Türschloss? Dieses war davor defekt und seit zitierter Nacht wieder funktionstüchtig. Hier könnte man argumentieren: „Reiner Zufall und hat damit gar nichts zu tun.“ Was hat es mit dem Türschloss in diesem Zusammenhang überhaupt auf sich? War es mir seitens „des Mannes“ vergönnt, mit meiner Frau zusammen zu leben? Wurde sie deshalb quasi immer wieder vor verschlossene Türen gestellt? Konnte sich gar das Gesicht des Mannes nur in meinem Kopf manifestieren, da meine Frau ihn nicht kennen kann, weil ich meine Frau im vorigen Leben im 16. Jahrhundert vermutlich nicht kannte? Hätte meine Frau ihn dann nach der Materialisierung sehen können, als einen ihr unbekannten bösen Menschen oder Geist? Trotz Bemühungen, andere mögliche Antworten aufzuzeigen, trotz Bereitschaft eingehendster Selbstkritik gelange ich doch immer wieder zu dem Schluss, dass da Irgendetwas ist. Die Geschichte ist im Ganzen zu komplex, als dass nichts davon zutrifft. Eins greift oft ins Andere, wie zuletzt das Türschloss und die Gewitternacht. Genau so gerne, das möchte ich hier versichern, wäre ich zu einem Ergebnis, vielleicht natürlicherer Art gekommen. Ich erzähle die Geschichte ja nicht, um mich wichtig zu machen, sondern weil ich sie wirklich so erlebt habe, was bestimmt nicht unbedingt positiv ist.

Wie bereits erzählt, hatte ich 1988 das Gedicht „Begreifen, was ist“ geschrieben. Das dieses Gedicht viele Jahre später nochmals an Bedeutung gewinnt, zeigt die nun folgende Episode, welche sich 1997/1998, also vor jüngster Zeit zugetragen hat. Um diese Episode zu verdeutlichen, muß ich kurz etwas ausholen. Seit den frühen Achtzigern produziere ich nebenberuflich elektronische Musik. Seit 1990 sind zahlreiche CDs veröffentlicht worden. Über mein damaliges Label (Plattenfirma) entstand der Kontakt zu dem Sänger John L., dessen Musik ich vorher schon von anderen Veröffentlichungen her kannte und gut fand. Nachdem ich ihn bei einem Konzert persönlich kennenlernte, trafen wir uns bald darauf in meinem Musikstudio wieder. So kamen wir uns bald auch menschlich näher, was dazu führte, dass ich ihm die Geschichte erzählte und das Gedicht zeigte. John meinte, „ich brauche nichts zu erklären, er wisse, was ich meine“, das hat mich schon irgendwie beeindruckt. Im Verlauf des Abends sollte „Begreifen, was ist“ unserer erster gemeinsamer Song werden. John sang den Text zu einer ebenso spontan komponierten Musik. Zwei Monate später hatten wir das Material für die ganze CD fertig. Danach trennten sich unsere musikalischen Wege wieder. Das Material für die CD hingegen sollte 1998 technisch aufgearbeitet werden, da mein Studio nicht für Gesangsaufnahmen ausgelegt war. Zu diesem Zweck ging John mit den Aufnahmen in ein größeres Tonstudio. Mit dem Ziel, unsere Titel qualitativ aufzupolieren, wurden alle Songs nochmals aufwendig nachgemischt, so auch „Begreifen, was ist“.

Beim Anhören der Endabmischung dann die Überraschung: Auf dem ganzen Titel hinweg befindet sich in Abständen eine Männerstimme, die vorher nicht da war, die niemand aufgenommen hat! Dem Studioinhaber war dies sehr unangenehm, konnte sich das nicht erklären, wollte aber sofort die Stimme mit dem Computer wegeditieren. John aber hörte sich den ganzen Titel an und kam zu dem Schluß, die Stimme draufzulassen, da sie zufällig gut in das musikalische Gefüge passt! Mit dementsprechenden Gefühlen kam er dann zu mir, um mir unter Anderem die „neue Version von Begreifen, was ist“ zu präsentieren. Auch ich fand sein Entschluss richtig, den „anonymen Sprecher“ draufzulassen. Es klingt wirklich so, als wenn es so sein soll. Ja soll es so sein? Woher kam die Stimme auf dem Band? Die Frage, die sich jetzt wohl viele stellen: Antwort, Nein! Ich habe nicht die Stimme des bärtigen Mannes aus dem 16. Jahrhundert wiedererkannt. Ich weiß leider noch nicht einmal, ob ich seine Stimme überhaupt wiedererkennen würde, so ich sie hören täte (?). Überhaupt möchte ich in Frage stellen, ob die Stimme auf dem Tonband im direkten Zusammenhang mit dem vorher Erlebten steht. Zwei Fragen bleiben dennoch, wiegesagt woher kam die Stimme? Und warum hört man sie nur ausgerechnet bei „Begreifen, was ist“ und keinem anderen Titel? Am Ende meiner Ausführungen angelangt, möchte ich nochmal alle wichtigen Vorkommnisse Revue passieren lassen.

1949, meine Mutter entdeckte ein bärtiges Männergesicht, das sie beobachtete.

Cirka 1979, der Flur unserer damaligen Wohnung löste in mir merkwürdige Emotionen aus, was mich später veranlasste, hier einen „Geheimraum“ zu installieren.

1985, der selbe Ort wurde Ausgangspunkt der Materialisierung, die ich mit meiner Mutter erlebte, sie erkannte das Gesicht von 1949 wieder.

1988, mit dem Thema beschäftigend schrieb ich „Begreifen, was ist“ nieder, führte dabei  ungewollt offenbar erneut eine Materialisierung herbei.

1993 traten an unserer Wohnungstür offensichtlich psychokinetische Phänomene auf, meine Frau kam nicht mehr ohne Hilfe in die Wohnung, bis sich eines Nachts eine erneute Materialisation anbahnte.

1997 schließlich wurde „Begreifen, was ist“ ungeplant zu einem Musiktitel verarbeitet, um ein Jahr später bei der Nachbearbeitung mit einer zusätzlichen uns unbekannten Stimme versehen zu sein.

Diese Fülle an Erlebnissen, die alle miteinander im Zusammenhang zu stehen scheinen, lässt keine andere Schlussfolgerung zu, als dass es sich hier um eine Manifestierung einer bis heute nie zur Ruhe gekommenen Seele handelt, einer „Geistererscheinung“. Denn für Einbildungen oder Fehlinterpretationen sind die Erlebnisse zu häufig und in sich zu logisch. Weiterhin stelle ich fest, die Erscheinung ist weder orts-, noch personengebunden. Sie materialisierte sich 1949 bis 1993 an verschiedenen Orten vor verschiedenen Personen. Auch kennen wir den Grund bzw. das Motiv der Erscheinung. Was also bleibt zu tun? Diese Zeilen schreibe ich Ende 1998, also fast exakt fünf Jahre nach der letzten Materialisation, wobei festzuhalten gilt, dass das letzte Phänomen gut 6 Monate zurückliegt, wobei ich dies nicht eindeutig den vorangegangenen Ereignissen hinzuordnen kann, obgleich der Inhalt der Episode (Stimme auf Tonband) eigentlich Gegenteiliges nahe liegen lässt.

Ein Freund, dem ich die Geschichte erst kürzlich erzählte, hatte mir dringend geraten, mit der Erscheinung nochmals in „Verbindung zu treten“, da die Seele des Mannes vermutlich erst dann Ruhe findet, wenn die Situation bereinigt ist. Ich jedoch stelle mir eine solche Seance als äußerst problematisch vor, denn bereinigen hieße, ich müsse dem Mann beweisen, daß meine Mutter und ich für sein damaliges Ableben nicht verantwortlich sind. Aber wie soll man dies beweisen? Hinzu kommt die Gefahr, die solch eine Seance mit sich bringt. Ich weiß noch, welche (Lebens) Angst ich in den vergangenen Episoden durchlebte. Schließlich, so schien es, wollte er uns aus Rache mit in den Tod reißen. Solch eine Seance sehe ich daher höchstens als allerletzte Notlösung, sollten die Erscheinungen weiterhin auftreten. Aber in diesem Fall, das rate ich dringend auch anderen Menschen, die sich damit beschäftigen, nur im Beisein von geschulten Parapsychologen. Anderenfalls kann man mehr Schaden anrichten, als man denkt. So manche „Hobbygeisterbeschwörer“ fanden sich in der Psychiatrie wieder. Ebenso rate ich in solchen Fällen dringend von sogenannten „Problemlösern“ ab, dessen vielversprechende Anzeigen sich in der Presse finden. Dieser „Berufszweig“ hat in der Regel nur ein Ziel: Das Geld seiner Klienten, ganz zu schweigen von den Gefahren durch Inkompetenz. Eine weitere mögliche Variante wäre die „Rückführung“, also das Erinnern an vorige Leben durch Hypnose. Doch was würden mir weitere Erkenntnisse aus jenem Leben nützen? Trotzdem könnte ich dem Mann heute nicht beweisen, was damals wirklich geschah. Theoretisch könnte ich erfahren, daß ich für sein Ableben doch verantwortlich bin, oder Ähnliches. Hinzu kommt meine Skepsis gegenüber Hypnoserückführungen selbst. Zwar gibt es Fälle, die tatsächlich als wahr bewiesen wurden (ich denke da speziell an den Bereich Reinkarnation), der Großteil jedoch bleibt fraglich. Denn Kindheitserlebnisse und Inhalte von Büchern oder Filmen fließen bekanntlich (wer sich näher damit befasst hat) allzugern mit in die Zeit der vorigen Leben hinein. Ich gebe zu, eine Patentlösung für das Problem habe ich bisher auch nicht gefunden. Genau genommen warte ich ab, in der Hoffnung, daß der Spuk allemal vorbei ist. Sollten die Phänomene jedoch weiterhin auftreten, sehe ich mich gezwungen, mit Fachleuten wie Parapsychologen dagegen anzugehen. In diesem Falle hätte die Geschichte (ungewollt) seine Fortsetzung.

Im Zusammenhang der Geschichte gibt es noch etwas, was ich zuvor noch nicht so recht richtig im zeitlichen Raster erzählen konnte, was ich aber dennoch der Vollständigkeit wegen erwähnen möchte. Cirka Anfang der Achtziger Jahre kaufte meine Mutter vom Flohmarkt eine etwa 100 Jahre alte Vitrine. Es ist ein gut erhaltenes Stück, vorne und seitlich aus Glas, der Rest ist aus rotbraun gemasertem Holz.

Abbildung: Die Vitrine

Gegen Mitte der Achtziger (es muss einige Zeit nach der ersten Konfrontation gewesen sein), entdeckten wir zufällig Folgendes:

Vor allem in den Abendstunden, wenn zudem seitlich Licht in die Vitrine fällt, zeichnet sich in der Holzmaserung der Rückwand ein Gesicht ab, das Gesicht des Mannes, ganz deutlich! Doch dies ist noch nicht alles: Je nachdem, von welchem Winkel man die Vitrinenrückwand betrachtet, sind die Augen entweder geschlossen oder offen! Mit geschlossenen Augen, da bin ich mir mit meiner Mutter einig, ist uns das Gesicht lieber...

Wenn es hier vielleicht auch zunächst den Anschein hat, ich würde nicht sagen, dass damals quasi der Spuk mit der Vitrine ins Haus kam, denn dagegen sprechen die Erlebnisse davor und danach. Sofern das Gesicht in der Vitrine kein Zufall ist (mit etwas Fantasie werden auch noch andere Gesichter, allerdings wesentlich undeutlicher, erkennbar), wäre eher die Vermutung naheliegender, dass die Materialisation 1985 hier sozusagen seine Spuren hinterließ. Da ich mir aber nur schwer vorstellen kann, dass das Gesicht vorher im Furnier nicht vorhanden war, ist es eine vage Theorie. Jedenfalls seitdem wir es entdeckten, ist es stets da. Die Vitrine befindet sich noch heute im Besitz meiner Mutter.

F. K., September 1998



  Dietrichs Rache

zurück zum
Gesamtverzeichnis