Transkommunikation


Verfahren zur Verbindung mit der jenseitigen Welt

Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren

von Prof. Dr. Werner Schiebeler


Die Wissenschaft der Parapsychologie befaßt sich mit seltenen Naturerscheinungen, die eng mit dem menschlichen Leben verknüpft sind und in den herkömmlichen Wissenschaften nicht untersucht werden. Die Parapsychologie untersucht auch die Frage nach der Herkunft und dem Ziel des menschlichen Lebens und versucht eine Antwort darauf zu geben, ob denn der Tod wirklich das Ende des "Lebens" überhaupt ist. Diese Wissenschaft hat zahlreiche Fälle aufgedeckt, in denen das "Ich" Verstorbener sich trotz des Zerfalls des irdichen Körpers wieder mit Menschen dieser Welt in Verbindung setzen und handfeste Zeichen seines Fortbestandes geben konnte. Die Mehrheit der Parapsychologen sah und sieht darin einen Erfahrungsbeweis für das Überleben des Todes.

Der katholische Theologe Prof. Gebhard Frei (1905-1967), Mitbegründer und erster Präsident von IMAGO MUNDI, stellt dazu fest (3, S. 104):

"Das Resultat der bisherigen Überlegungen ist, daß sicher der weitaus größere Teil derer, die sich überhaupt ernstlich und eingehend mit parapsychologischen Fragen beschäftigt haben, oft nach langem Ringen, zum Schluß kamen, eine gewisse Summe von Phänomenen könne nur durch das Hereinwirken Jenseitiger erklärt werden. Also könne die Parapsychologie empirisch das Überleben des Todes, was begrifflich mit 'Unsterblichkeit' im strengeren Sinne noch nicht identisch ist, beweisen".

In ähnlicher Weise äußert sich der britische Physiker George Tyrrell (1879-1952), von 1944-46 Präsident der Society for Psychical Research. Er schreibt (22, S. 228):

"Alles läuft darauf hinaus, daß die parapsychischen Phänomene sehr dafür sprechen, daß es Kommunikationen mit Verstorbenen wirklich gibt. Natürlich ist es möglich, diese Schlußfolgerung zu umgehen, aber nur, wenn man eine noch ungewöhnlichere Hypothese einführt. Die Tatsachen sind ganz klar. Man kann sich ihrer nicht entledigen, indem man sich schweigend darüber hinwegsetzt, seinen Blick abwendet oder verfälschend darüber berichtet. Früher oder später wird man sich mit ihnen auseinandersetzen müssen."

Der isländische Professor der Theologie Haraldur Nielsson (1868-1928) schreibt in Bezug auf seine Erfahrungen und seine innere Einstellung zu den paranormalen Vorgängen (12, S. 11): "Die meisten psychischen Forscher haben als Zweifler, wenn nicht als eifrige Gegener des Spiritismus, angefangen. Aber alle diejenigen, die wirklich die Sache untersucht haben, nicht in Wochen oder ein paar Monaten, sondern durch eine Reihe von Jahren, sie sind alle überzeugt worden von der Wirklichkeit der Phänomene, und viele von ihnen davon, daß wir in Verbindung kommen können mit intelligenten Wesen in einer uns unsichtbaren Welt."

Man mag darüber denken, wie man will, fest steht, daß man an dem Tatsachenmaterial der Parapsychologie und ihrer Jenseitsforschung nicht vorbeikommt, wenn man über die Möglichkeiten eines Weiterlebens nach dem Tode in einer jenseitigen Welt nachdenkt.

Seitdem es Menschen als denkende Wesen auf dieser Erde gibt, war ein großer Teil von ihnen überzeugt, daß es eine jenseitige Welt gibt, in der ein Fortleben nach dem irdischen Tod stattfindet, in der auch die jeweiligen Götter oder ein universaler Gott als Weltenschöpfer ihren Sitz haben, und aus der Mitteilungen auf unsere Erde übertragen werden können. Diese jenseitige Welt wurde mit Namen wie Ewige Jagdgründe, Hades, Scheol oder Himmel und Hölle belegt. Die Menschen waren auch davon überzeugt, daß ein Nachrichtenaustausch zwischen den beiden Lebensbereichen möglich ist und daß man Rat und sogar materielle Hilfe von verstorbenen Vorfahren oder höheren Geistern aus der anderen Welt erhalten kann. Besonders Naturvölker machten davon reichlich bei der Jagd, der Kriegführung und der Aufklärung von Verbrechen Gebrauch. Damit war es ihnen möglich, den täglichen Überlebenskampf besser zu meistern. Bei den europäischen Kulturvölkern geriet das Wissen um diese Dinge weitgehend in Vergessenheit. Erst der im vorigen Jahrhundert aufkommende moderne Spiritismus als praktische Ausübung der Verbindung zur jenseitigen Welt zeigte interessierten und wißbegierigen Menschen, daß man nicht nur gute Ratschläge aus einem anderen Daseinsbereich erhalten konnte, sondern sogar umfassende Schilderungen über die dortigen Lebensbedingungen.

Auch verdanken die vier großen monotheistischen Religionen (Judaismus, Mazdaismus, Christentum und Islam), die denselben Gott verehren, ihre Entstehung Botschaften aus der jenseitigen Welt an medial veranlagte Menschen, sogenannte Propheten. Auch der Gottessohn Jesus Christus sagt von sich (Joh. 12,49): "Denn ich habe nicht von mir selbst aus geredet, sondern der Vater (also Gott), der mich gesandt hat, der hat mir Auftrag gegeben, was ich sagen und was ich reden soll, und ich weiß, daß sein Auftrag ewiges Leben bedeutet. Was ich also rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat." Damit hat Christus klar zum Ausdruck gebracht, daß seine Lehre einen jenseiigen Ursprung hat und nicht die eines irdischen Wanderpredigers ist.

Die Verbindung mit der jenseitigen Welt ist aber nicht mit dem Tod der letzten Apostel abgebrochen, sondern ist selbst heute noch möglich. Über die verschiedenen Verfahren dazu berichtet die nachfolgende Abhandlung und weist auch auf die Grenzen und die möglichen Gefahren hin, die bei einer leichtfertigen Verbindungsaufnahme entstehen können.

Das Verbindungsglied oder der Vermittler bei der Nachrichtenübertragung aus der jenseitigen Welt ist in den meisten Fällen jeweils ein auf dieser Erde lebender Mensch. Durch einen physikalisch und physiologisch noch unerforschten Wirkungsablauf wird paranormal von jenseitigen Wesenheiten in sein Nervensystem eingegriffen, werden Nervenzellen erregt, was dann zu einer Bewegung von Muskeln oder zu einer visionären quasi-optischen oder quasi-akustischen Sinneswahrnehmung führt. Eine besondere Veranlagung, die wir als medial bezeichnen, ist Voraussetzung dafür, daß solch ein Vorgang ablaufen kann. Das "Medium" ist dann gezwungen, etwas zu tun, z.B. zu schreiben, oder es "sieht" oder "hört" etwas. Medizinmänner, Schamanen, Propheten oder Priester waren in früheren Zeiten (oder sind es zum Teil heute noch) meist die Personen, denen die Verbindung mit der jenseitigen Welt oblag.

Man unterscheidet folgende Verfahren zur Verbindung mit der jenseitigen Welt:

1. Die Verwendung des Oui-Ja-Brettes

2. Die Verwendung des Pendels

3. Die Verwendung des klopfenden Tisches

4. Die Verwendung des Psychographen (oder Planchette genannt)

5. Das mediale Schreiben

6. Das mediale Sprechen

7. Die visionäre Schau

8. Die direkte Stimme

9. Die direkte Schrift

10. Einwirkungen durch sogenannte "Materialisationen", d.h. materialisierte Gliedmaßen oder materialisierte Körper von Geistwesen, also Angehörigen einer jenseitigen Welt

11. Die Verwendung technischer Geräte wie Rundfunkgeräte, Kassettenrecorder,
Fernsehgeräte u.ä., d.h. die sogenannte Instrumentelle Transkommunikation (20)

1. Das Oui-Ja-Brett

Es handelt sich dabei um ein einfaches mechanisches Gerät (Bild 1) zum Nachrichtenempfang von jenseitigen Wesenheiten, um eine Art Zeigertelegraph. Bei ihm sind auf einer Papptafel oder einem Holzbrett die Buchstaben des Alphabetes und die Zahlen aufgezeichnet. Darauf wird ein leicht verschieblicher Gegenstand, ein Holz- oder Pappzeiger oder ein Likörglas (daher der Name "Glasrücken") gelegt bzw. gestellt. Eine oder mehrere Versuchspersonen berühren leicht mit einem oder mehreren Fingern diesen Anzeigegegenstand. Wenn unter ihnen eine oder mehrere medial veranlagte Personen sind, kann sich nach einer gewissen Zeit der Gegenstand, unter dem Einfluß der aufliegenden Finger bei Ansteuerung durch eine jenseitige Wesenheit, in Bewegung setzen und nacheinander einzelne Buchstaben anzeigen. Diese müssen dann abgelesen und aufgeschrieben werden.

Wenn der Vorgang ordnungsgemäß abläuft, können sinnvolle Nachrichten empfangen werden. Dabei liegen die eigentlichen Aufnahme- und Empfangsorgane bei oder in der oder den medialen Versuchspersonen. Für sie unbewußt und unsichtbar werden die entsprechenden Nervenzellen von außen angeregt und bewegen die Finger der medialen Menschen und damit das Anzeigegerät. Sehr selten bewegt sich der Gegenstand auch ohne aufgelegten Finger.

Dieses Verfahren läßt zunächst nur einen relativ langsamen Nachrichtenfluß zu, weil ja mechanisch etwas bewegt, mit dem Auge abgelesen und dann von Helfern aufgeschrieben werden muß. Wenn die Arbeitsgruppe aber gut eingespielt ist, kann die Angelegenheit doch hinreichend schnell ablaufen. Ein Beispiel dafür ist das nordamerikanische Medium Pearl Leonore Curran, geb. Pollard, geb. 15.2.1883, durch das sich eine jenseitige Wesenheit "Patience Worth" durch die Planchette mitteilte (16, S. 216 f). Ab 1913 gab dieses Wesen im Verlauf einiger Jahre eine große literarischen Produktion durch, meist in romanhafter Form, deren Umfang auf etwa drei Millionen Wörter geschätzt wird. Das entspricht etwa 5000 Seiten dieser Abhandlung.

Die Texte waren in mehreren altenglischen Dialekten des siebzehnten Jahrhunderts abgefaßt, welche das amerikanische Medium und seine Angehörigen und Freunde nicht beherrschten. So wurde das Kapitel in dem Roman "The Sorry Tale", das die Kreuzigung Christi beschreibt und eine Dichtung von erstaunlicher Kraft und Lebendigkeit ist, in seinem Umfang von 5000 Wörtern an einem Abend diktiert. Das entspricht etwa acht Seiten dieser Abhandlung. Nie zögerte Patience Worth bei der Wahl eines Wortes. Es war, als flösse ein Wortstrom aus ihr heraus. Nur sehr selten erfolgten nachträgliche Änderungen. Selbst nach längeren Unterbrechungen fuhr sie ohne Zögern bei demselben Wort weiter fort, bei dem sie aufgehört hatte.

Eine alte Form des heutigen Oui-Ja-Brettes ist das in der Bibel erwähnte Orakelbrustschild. Für die Israeliten zur Zeit des alten Bundes waren die Priester und insbesondere der Hohe Priester die Verbindungsglieder zur jenseitigen Welt. Wie die Medizinmänner der Naturvölker mußten sie über die besondere Veranlagung verfügen, die wir als medial bezeichnen. Dem ersten Propheten der Israeliten, Mose (um 1350 v. Chr.), war genauestens aufgetragen worden, wie und woraus die Amtstracht der Priester (der erste war sein Bruder Aaron) anzufertigen war (2. Mose 28,6 f). Die wichtigsten Teile waren das Schulterkleid oder der Leibrock (hebr. "ephod"), das Orakel-Brustschild (oder wörtl. Brustschild der Rechtsprechung, 2. Mose 28,15) und das goldene Stirnblatt mit der Inschrift "Dem Herrn geweiht" (2. Mose 28,36).

Das Orakelschild, normalerweise über dem Schulterkleid auf der Brust getragen, besaß in vier Reihen 12 Edelsteine. Auf jedem von ihnen war ein Schriftzeichen eingraviert, entsprechend den Anfangsbuchstaben der Namen der zwölf Stämme Israels. Dadurch bildeten sie eine Art Alphabet.

Bild 1: Oui-Ja-Brett (von franz. oui = ja und deutsch ja), oft auch Planchette genannt, ein Gerät zum Nachrichtenaustausch mit jenseitigen Wesenheiten. Von der Form her ist die Anordnung mit den technischen Zeigertelegraphen des vorigen Jahrhunderts verwandt.

 

Bild 2: Ein Psychograph, oft auch Planchette genannt (von franz. planchette = Brettchen), zum Empfang paranormaler Botschaften. Bei einem kleinen Tischchen haben zwei Beine Rollen, und das dritte Bein besteht aus einem Bleistift. Eine auf den Tisch gelegte Hand eines Mediums kann auf einem darunter gelegten Papier mehr oder weniger gut lesbare Schrift erzeugen. Die Augenbinde soll das Mitlesen und Mitdenken bei der Schrifterzeugung verhindern.

Zu dem Orakelschild gehörten außerdem zwei kleine Gegenstände, sogenannte Lossteine oder Lose, die Urim und Thummim hießen. Sie wurden am oder im Orakelschild aufbewahrt, wahrscheinlich in einer besonderen Tasche. Es heißt in der Anweisung Gottes für Mose (2. Mose 28,30): "In das Orakel-Brustschild sollst du Urim und Thummim1) tun, damit sie auf dem Herzen Aarons liegen, sooft er vor den Herrn tritt, und Aaron soll so das Orakel für die Israeliten beständig vor dem Herrn auf seinem Herzen tragen."2) Bei der Beschreibung der Einkleidung durch Mose heißt es (3. Mose 8,8): "Dann befestigte er auf demselben (gemeint ist das Schulterkleid) das Brustschild und tat die heiligen Lose Urim und Thummim in das Brustschild hinein."

Beim Befragen Gottes band nun der Priester das Brustschild von seinem Priesterkleid los und brachte es in eine waagerechte Stellung. Dann nahm er die Lossteine Urim und Thummim aus dem Brustschild und legte sie in die Zwischenräume zwischen den Edelsteinen. Anschließend berührte er mit seinen Fingerspitzen ganz leicht die Lossteine. Unter dem Einfluß jenseitiger Wesen, nach Auffassung der Israeliten also unter dem Einfluß Gottes, setzten sich die Lossteine, medial geschoben von den Fingern des Hohenpriesters, in Bewegung, glitten über das Orakelschild und berührten nacheinander jeweils einen der gravierten Edelsteine. Ihre Buchstaben mußte man sich merken oder aufschreiben und in der Reihenfolge, in der sie von den Lossteinen angezeigt wurden, zu Worten zusammensetzen. Auf diese Weise konnten kürzere und längere Nachrichten übertragen und empfangen werden. Mancher wird vielleicht einwenden, daß die zwölf Edelsteine ja kein vollständiges hebräisches Alphabet bildeten, das insgesamt 22 Buchstaben umfaßt. Aber mit Hilfe des zweiten Lossteines war eine Doppelbelegung der Edelsteine möglich, ein Verfahren, wie es heute noch in der Fernschreibtechnik bei der Buchstaben-Ziffern-Umschaltung angewendet wird.

Vor 3300 Jahren war die Erfindung des Orakelschildes eine sehr wichtige Angelegenheit. Weil mit ihm die Antworten und Anweisungen Gottes unter weitgehender Ausschaltung von Mißverständnissen durch ein regelrechtes Telegramm gegeben werden konnten, gab man den dazu erforderlichen Lossteinen die Namen "Wahrheit und Klarheit".

Die Befragung Gottes wurde im allgemeinen im sogenannten Offenbarungszelt (2. Mose 33,7) oder der Stiftshütte (2 Mose 25,8 und 26,1) und später im Tempel in Jerusalem vorgenommen. Dieses Verfahren wurde von den Israeliten rund 750 Jahre hindurch angewendet, bis sie in den Jahren 597, 587 und 582 v. Chr. durch König Nebukadnezar II (605-562 v. Chr.) von Neubabylonien in drei Schüben in die babylonische Gefangenschaft abgeführt wurden. Damals wurde der Tempel in Jerusalem geplündert, und die Gerätschaften zur Befragung Gottes gingen verloren. Es wird nirgendwo berichtet, daß sie später aufs neue angefertigt wurden.

Die Anfragen bei Gott und seine Antworten und Belehrungen erfolgten nicht nur über religiöse Dinge, sondern auch über Fragen der Rechtsprechung, der Politik und der Kriegführung. Ein Beispiel möge das erläutern: König Saul, der erste israelitische König (um 1010 v. Chr.), war durch seinen Ungehorsam bei Gott in Ungnade gefallen. Außerdem hatte er dem vom Propheten Samuel auf Gottes Geheiß zum späteren König bestimmten und bereits gesalbten David nach dem Leben getrachtet und ihn verfolgen lassen. David suchte darauf Zuflucht bei den Philistern (1. Sam. 27,3), gegen die er bislang als Truppenkommandeur Sauls Krieg geführt hatte. Er hielt sich unter den Philistern eine Privattruppe, mit der er Raubzüge ausführte (1. Sam. 27,8), um dadurch seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Inzwischen kam es zum Endkampf zwischen Saul und den Philistern. In schwierigster militärischer Lage erhielt

1) Urim und Thummim = Wahrheit und Klarheit oder wie Luther es übersetzt = Licht und Recht.

2) Alle Bibelzitate nach der Übersetzung von Dr. Hermann Menge.

Saul jedoch durch das Orakelschild des Priesters keine Antwort mehr von Gott (1. Sam. 28,6). In seiner Verzweiflung begab er sich verkleidet zu einer Totenbeschwörerin1) in Endor. Bei ihr verlangte er, den verstorbenen Propheten Samuel zu sprechen, der ihn ja zum König gesalbt hatte. Von ihm wollte er Rat haben. Samuel erschien auch tatsächlich, doch war er nur der Totenbeschwörerin hellsichtig wahrnehmbar. Auf seine hilfeflehenden Fragen verkündete er Saul, daß ihn Gott wegen seines Ungehorsams ins Verderben stürzen werde und daß er am kommenden Tag zusammen mit seinen Söhnen in der Schlacht den Tod finden solle.

Als nun die Philister am anderen Morgen in diese Schlacht zogen, wurde David mit seiner Privatarmee wegen möglicher Unzuverlässigkeit als Bundesgenosse abgelehnt. Er kehrte daher mit seinen Leuten in seinen Wohnort Ziklag im Philisterland zurück. Dabei stellte er fest, daß Ziklag inzwischen von den Amalekitern geplündert und verwüstet worden war (1. Sam. 30,1). Alle Frauen und Kinder waren verschleppt worden. Davids Leute waren darüber sehr aufgebracht und machten Miene, ihren Anführer zu steinigen. Da befahl David dem Priester Abjathar (1. Sam. 30,7): "Bringe mir das Priesterkleid her! (also Leibrock und Orakelbrustschild)" Als nun Abjathar das Verlangte zu David gebracht hatte, richtete dieser die Frage an den Herrn: "Soll ich der Räuberschar nachsetzen? Werde ich sie einholen?" Da erhielt er die Antwort: "Ja, verfolge sie! Du wirst sie sicher einholen und die Gefangenen befreien." David befolgte den Rat und fand auf dem Weitermarsch einen zurückgelassenen ägyptischen Sklaven der Amalekiter. Dieser führte dann ihn und seine Leute zu den Verfolgten. Während sie gerade ihren Sieg feierten, fiel David über sie her, vernichtete sie und konnte Frauen und Kinder befreien.

2. Die Verwendung des Pendels

Bei diesem Verfahren wird ein Alphabet nicht zeilenweise auf einer Unterlage aufgeschrieben, sondern in einem geschlossenen Kreis. Als Anzeigerät dient jetzt nicht ein Zeiger oder Glas, sondern ein an einem dünnen Faden befindliches Pendel. Der Faden wird von der medialen Person mit Daumen und Zeigefinger einer Hand festgehalten, wobei der Ellenbogen auf dem Tisch mit dem kreisförmigen Alphabet aufgestützt wird. In der Ruhestellung soll sich die Pendelspitze knapp über dem Mittelpunkt des Alphabetes befinden.

Zunächst wird das Pendel durch die Unruhe des Armes kleine unregelmäßige Schwingungen ausführen. Wenn das Verfahren jedoch funktioniert, treten nach einer gewissen Zeit geordnete Schwingungen mit großer Amplitude auf, die auf einen bestimmten Buchstaben zielen. Dieser muß aufgeschrieben werden. Eine gewisse Unsicherheit entsteht dadurch, daß die Anzeige zweideutig ist, denn in der jeweiligen Schwingungsebene befinden sich ja zwei einander gegenüberstehende Buchstaben. Für einen muß man sich daher entscheiden.

Nachdem ein Buchstabe erkannt und aufgeschrieben ist, klingt die Schwingung langsam ab, und das Pendel beginnt in einer neuen Schwingungsebene zu schwingen. Dadurch wird ein neuer Buchstabe angezeigt, den man aufschreiben oder sich merken muß. Auf diese Weise lassen sich wie mit dem Oui-Ja-Brett Botschaften empfangen. Zu prüfen ist aber, woher sie kommen.

1) Heute würde man sie als Medium bezeichnen, durch das sich verstorbene Menschen und andere jenseitige Wesenheiten kundgeben konnten. Zu damaliger Zeit wurde aber über die Totenbeschwörer vor allem Verbindung zu den gottfeindlichen Geistwesen aufgenommen, zu den Wesenheiten der heidnischen Religionen, zu den sogenannten "geistig Toten". Daher war Saul von Gott aufgetragen worden (3. Mose 20,27), diese Totenbeschwörer zu beseitigen (1. Sam. 28,3), um der ständigen Verführung der Israeliten durch sie und ihre jenseitigen Auftraggeber Einhalt zu gebieten. Die Totenbeschwörerin von Endor war bei dieser Maßnahme jedoch durch die Maschen geschlüpft und daher noch am Leben.

Bringt nur das eigenen Unterbewußtsein seine Meinung oder verborgene Wünsche zum Ausdruck oder kommen die Mitteilungen wirklich aus einer anderen Daseinsebene und damit von sogenannten Geistwesen? Diese Frage ist bei allen medial empfangenen Mitteilungen von Wichtigkeit. Hier ist eine strenge, kritische Unterscheidungsfähigkeit erforderlich, die sorgfältig untersuchen muß, ob die Durchgaben tatsächlich Dinge berichten, die nicht aus dem Medium stammen können und auch nicht danebenstehenden Personen lediglich telepathisch abgezapft wurden. Das mögliche Auftreten von sogenannten Foppgeistern ist dann ein weiteres ernstes Problem.

Das mediale oder mentale (wie man es auch oft nennt) Pendeln wird aber nicht nur zur Verbindung mit der jenseitigen Welt angewendet, sondern von Heilpraktikern oft zum Finden einer Krankheitsdiagnose oder von Sensitiven zum Auffinden von Erzadern, Wasserquellen (manchmal über einer Landkarte) oder sogenannten Reizstreifen. Woher hierbei die Informationen, wenn das Verfahren erfolgreich abläuft, eigentlich kommen, ist in den meisten Fällen unklar. Ich kenne Leute, die jede wichtige Frage in ihrem Leben vorher mit dem Pendel abzuklären versuchen und darauf schwören, daß sie dabei auch zutreffende Antworten bekommen. Sprechen sie dabei mit ihrem hellseherischen Unterbewußtsein?

Die Bewegung des Pendels kommt durch jeweils kleine, unbewußte Bewegungen der haltenden Hand zustande. Pendler behaupten oft steif und fest das Gegenteil. Sie werden aber sehen, daß, wenn sie ihre Hand und die haltenden Finger durch ein Gestell oder Auflegen der Hand auf eine Tischkante völlig ruhig stellen, das Pendel sofort stehen bleibt und sich nicht mehr bewegt. Wenn es einen Pendler geben sollte, bei dem das Pendel trotz der absoluten Ruhigstellung der Hand trotzdem weiterschwingt, so wäre ich sehr begierig, ihn zu sehen. Ich kannte einen inzwischen verstorbenen älteren Parapsychologen, der mir sein Pendeln vorführte und ebenfalls behauptete, daß nicht die Bewegung seiner Hand die Ursache sei, obwohl das für mich mit dem Auge deutlich sichtbar war. Als ich ihn veranlaßte, seine Hand auf eine Stuhllehne zu legen, hörten die Pendelbewegungen sofort auf.

Die Feststellung, daß die Pendelbewegungen durch geringfügige, unbewußte Muskelbewegungen erfolgen, ist in keiner Weise abwertend oder das Phänomen verneinend. Sie sagt lediglich, daß die eigentliche Empfangsstelle im lebenden, medialen Menschen liegt.

3. Die Verwendung des klopfenden Tisches

Dieses Verfahren liefert wie die vorhergehenden jeweils einzelne Buchstaben. Es ist auch unter dem Namen "Tischrücken" bekannt geworden, obwohl von einem Rücken oder Verrücken eines Tisches nicht die Rede ist. Ein oder mehrere Personen setzen sich dabei an einen nicht zu schweren Tisch und legen ihre Hände flach auf die Tischplatte. Wenn das Verfahren funktioniert, also genügend mediale Fähigkeiten bei den Teilnehmern vorhanden sind, welche die nötige Energieabgabe ermöglichen, hebt sich der Tisch nach einiger Zeit, entweder mit zwei oder (seltener) allen vier Beinen auf eine geringe Höhe und fällt sofort wieder zurück. Dadurch wird ein Klopfton erzeugt. Wenn dieser Vorgang für eine Nachrichtenübermittlung benutzt werden soll, muß er mehrfach hintereinander erfolgen, und die Teilnehmer müssen dazu das Alphabet aufsagen. Hört das Klopfen auf, so muß der letzte genannte Buchstabe notiert werden. Alsdann kann das Klopfen erneut beginnen. Die notierten Buchstaben müssen dann später nach Worten und Sätzen abgeteilt werden und ergeben dadurch die übermittelte Botschaft.

Wenn bei dem Tischklopfen die Hände nur lose aufgelegt werden und auf der Tischplatte möglichst noch eine leicht verschiebbare Tischdecke liegt (also keine Plastikdecke), so daß der Tisch nicht durch Schieben der Hände gekippt werden kann, liegt eine sogenannte telekinetische Erscheinung vor, bei der es schon etwas unwahrscheinlicher ist, daß nur das Unterbewußtsein der Teilnehmer die Botschaft erzeugt. Anders sieht es bei nur einem einzigen Versuchsteilnehmer aus. Ich kannte vor mehr als 40 Jahren einen pensionierten Pfarrer, der sich ausgiebig mit dem Tischklopfen befaßte. Er meinte, zu beliebiger Zeit fast jeden Verstorbenen herbeiholen zu können und von ihm durch den klopfenden Tisch Botschaften übermittelt zu bekommen. Er saß dabei vor einem sehr leichten kleinen Tisch, der sich jeweils unter seinen aufgelegten Händen zu ihm neigte und dann zurückkippte. Ich gewann sehr schnell den Eindruck, daß er mit seinen Händen (wahrscheinlich unbewußt) den Tisch zu sich zog. Als ich ihm zwei Blatt Papier unter seine Hände legte, hörte das Tischklopfen auf. Die Hände glitten jetzt auf der Tischplatte, und ein Ziehen war nicht mehr möglich. Bei den vorher für mich empfangenen Botschaften hatte ich nicht den Eindruck, daß sie aus einer anderen Daseinsebenen stammten. Vermutlich offenbarte sich bei dem Pfarrer (zumindest als ich bei ihm war) nur das eigenen Unterbewußtsein.

Klopftöne zur Nachrichtenübermittlung aus dem Jenseits können aber nicht nur durch die mechanische Bewegung eines Tisches erzeugt werden, sondern sie können auch durch für uns unsichtbare Ursachen paranormal in Möbelstücken, Zimmerwänden oder Heizungsrohren entstehen. Auch zu diesen Klopftönen muß dann jeweils das Alphabet aufgesagt werden. Hierbei ist es schon äußerst unwahrscheinlich, daß das Unterbewußtsein der irdischen Versuchsteilnehmer die Botschaften erzeugt. Bei den meisten der bekannten Medien für physikalische Phänomene traten derartige Klopfbotschaften in Erscheinung.

Ein Beispiel soll das Vorgetragene erläutern. Der Schuldirektor Berthold Romeißen (1876-1961) ist der Berichterstatter. Er schreibt (16, S. 309):

"In meinem letzten Seminarjahr in Gotha 1897/98 wohnte ich mit meinen eng befreundeten Klassenbrüdern Otto W. und Albert T. bei der Familie Kapphahn, Gradlerstraße 3. Wir drei lebten in einem harmonischen wirklich brüderlichen Verhältnis, freuten uns nach dem so eingeengten Internatsleben unserer goldenen Freiheit, arbeiteten auch ohne angesetzte Stunden für unsere Unterrichtsfächer, für unsere Lehrtätigkeit in der Übungsschule und bereiteten uns auf die Reifeprüfung vor. Daß wir drei frei von Phantastereien waren und in straffer, geistiger Arbeitsdisziplin standen, wird wohl der Umstand beweisen, daß Otto W. später Rektor in einer Großstadt des Ruhrgebietes (Elberfeld-Barmen), Albert T. Schulleiter in Zella-Mehlis und ich Schuldirektor in Sachsen wurde. Das war das Milieu, in dem wir das folgende außergewöhnliche Erlebnis hatten.

Nach den Herbstferien 1897 kam unser Klassenbruder Adam W. aus seiner Heimat Großburschla bei Treffurt zurück und erzählte uns, daß dort viele spiritistische Sitzungen abgehalten wurden und er auch verschiedenen beigewohnt habe. Wohl würde da und dort Unfug damit getrieben, aber er habe auch Sitzungen mit ernsten, gläubigen Menschen beigewohnt, die jeden Betrug ausgeschlossen hätten und wunderbare Offenbarungen erhielten. Es gelänge aber nur, wenn eine der teilnehmenden Personen ein Medium sei. Er habe auch als Medium gedient, und da wir drei hier so abgeschlossen und ungestört wohnten, könnten wir es doch auch einmal versuchen. Wir sträubten uns alle drei dagegen und lehnten sein Ersuchen lange Zeit mit aller Entschiedenheit ab, denn wir kannten unseren Adam W. Er war ein ordentlicher, hilfreicher und sehr fleißiger Mensch, aber ein Phantast und Wirrkopf, der immer rasch auf eine neue Idee hüpfte. Doch seinem langen, immer erneuten Drängen gaben wir endlich nach.

Eines Abends hatten wir im dunklen Zimmer aus einem dreibeinigen Waschständer und einem Reißbrett einen kleinen Tisch hergestellt, um den wir saßen. Albert T. ging hinunter in Kapphahns Wohnung und spielte auf dem Klavier den 'Eriksgang' aus dem 'Prophet' (von Giacomo Meyerbeer), der gut bis zu unserem Zimmer heraufdrang, um uns in eine gemeinsame ernste Stimmung zu versetzen. Als Albert wieder erschien, schlossen wir mit unseren ausgespreizten Händen auf dem Tisch eine Kette, und Adam W. fragte: 'Ist vielleicht ein guter Geist zur Stelle, der uns einige Fragen beantworten will?' Ich weiß nicht mehr, ob gleich nach der ersten Frage oder erst nach einigen Wiederholungen der Tisch reagierte. Er neigte sich zuerst Adam zu. Wenn wir ihn zurückschoben und kaum mit den Fingerspitzen berührten, neigte er sich immer wieder, aber bald meiner Seite zu. Auf einmal lag er ganz auf meinen Knien, und plötzlich ertönte in dem Gasrohr (das damals für Beleuchtungszwecke in jedem Wohnzimmer lag) ein lautes, helles Klopfen wie mit einem Hämmerchen. Es überlief uns alle eiskalt, und ich spürte an den Berührungen meiner Nachbarn, daß sie zitterten. Nach einiger Zeit war das Klopfen weg, und wir atmeten auf. Als Adam fragte, kam keine Antwort. Als ich fragte, erfolgte sofort unterbrochenes stürmisches Klopfen, und ich sagte: 'Wenn du ein guter Geist bist, der sich uns offenbaren will und das nur durch solches Klopfen kann, so müssen wir doch vereinbaren, wie du zunächst unsere Fragen mit Ja oder Nein beantworten kannst. Willst du auf Fragen mit Ja antworten, so klopfe zweimal, mit Nein einmal.' Sofort hielt das Klopfen inne. Dann kamen zwei scharf geschlagene Klopfzeichen, und so waren die Zeichen für Ja und Nein ausgemacht, und sie stimmten immer.

Ich weiß nicht mehr, was wir zuerst alles fragten. Wir waren von den ersten Eindrücken noch so erregt und erschüttert. Wenn wir eine Frage in bezug auf die Zukunft stellten oder wenn wir etwas nicht wissen sollten, blieb jede Antwort aus, wir mochten die Fragen noch so oft wiederholen. Wenn wir dagegen etwas wissen wollten, dessen Kenntnis das klopfende Etwas uns zugestand, kam die Antwort prompt. Es wurden sodann Vereinbarungen über das Klopfen von Zahlen getroffen. Danach wurden bei Fragen nach Geburtstagen diese nach Jahren, Monat und Tag genau angegeben, und zwar auch dann, wenn wir die Antwort nicht wußten, sie also nicht von uns übertragen werden konnte. Als wir nach dieser ersten Sitzung das Gas wieder aufflammen ließen, waren wir alle vier noch kreidebleich wie die Decke. Die Sitzungen wurden an den folgenden Tagen wiederholt. Wir bewahrten aber anderen gegenüber Stillschweigen. Unserem Pensionswirt konnten sie jedoch auf die Dauer nicht verborgen bleiben, denn das regelmäßige Spielen desselben Stückes unten auf dem Klavier machten Kapphahns stutzig. So unterrichteten wir Herrn Kapphahn über unsere Tätigkeit. Er war natürlich als aufgeklärter und geistreicher Mann ungläubig und beunruhigt, daß es in seinem Hause 'spuke'. Als er aber einer Sitzung beiwohnte und sich überzeugen lassen mußte, zitterte er vor Erregung. Dann sagte er: 'Ich will Ihnen glauben, daß es nicht nur eine Sinnestäuschung ist, wenn Ihr sogenannter Geist die richtige Antwort gibt. Ich gehe jetzt hinunter und schreibe eine vier- oder fünfstellige Zahl auf ein Blatt Papier und verschließe es im Vertikow. Ich gebe unten ein Zeichen, daß es geschehen ist. Lassen Sie sich von Ihrem sogenannten Geist die Zahl diktieren und bringen Sie diese mir herunter.' Mit ausdrücklich festen Hammerschlägen wurde eine vierstellige Zahl diktiert. Ich ging hinunter, und sie stimmte. Und dieses Experiment stimmte bei Wiederholungen immer.

Bald saßen wir nur zu dritt, bald nur Albert T. und ich zusammen. Sobald wir uns hingesetzt hatten, noch bevor wir eine Frage stellten, ertönte schon das Klopfen. Allein konnte ich mit dem Geist nicht in Verbindung treten. Für den ersten Augenblick brauchte ich immer Albert, dann aber konnte er weggehen, und ich blieb allein in der Sofaecke sitzen. Über mir in dem Winkel zwischen Wand und Deckenecke ertönte dann das Klopfen. Wie schade, daß ich mir damals über manche so verblüffende Antwort keine Notizen gemacht habe!

In der Befragung wurde ich auch findiger. Ich trug die Buchstaben des Alphabetes auf einer Karte auf und numerierte sie, so daß ich Worte und Sätze als Antwort erhielt. 'Er' klopfte die Zahl, und ich hatte den dazugehörigen Buchstaben. Ich brauchte dann die Buchstaben nur zu Worten zusammenzufügen und hatte eine wirkliche schriftliche Antwort. So erfuhr ich, daß der Geist das erste Mal mit einem Menschen Verbindung hatte, daß er noch an das Haus gebunden sei, daß er Besitzer des Hauses gewesen sei und Ramdohr geheißen habe. Herr Kapphahn erkundigte sich in der Stadt bei älteren Leuten, wer etwas über das Haus Gradlerstraße 3 wisse. Da wurde ihm als Antwort gegeben: 'Das ist doch die Ramdohrsche Villa, die dem verstorbenen alten Professor Ramdohr gehörte. Der ist aber schon lange tot.'

Die Hammerschläge waren immer wahre Temperamentsausbrüche, bald kräftig schlagend, bald gleichgültig, bald schleppend, bald Mißmut ausdrückend. Mir sind einige ganz wichtige und bestimmte Antworten im Gedächtnis haften geblieben. Auf die Frage, ob es einen Gott gebe, kamen zwei Hammerschläge von nie zuvor gehörter Stärke. Auf die Frage, ob sein jetziger Zustand ein tieferes Erkennen und Erschauen Gottes ermögliche, kam 'Ja', und auf die Frage, ob sein jetziges Dasein ein weiteres Entwicklungsstadium unseres Lebens sei, kam ebenfalls 'Ja'. Auf die Frage, ob er noch mit anderen Mitteln als Klopfen irdische Verbindung aufnehmen könne, antwortete er mit 'Nein', ob mit vielen Menschen: 'Nein, nur mit ganz seltenen Klopfmedien', ob er Sinnesorgane gebrauche wie Auge und Ohr, da er doch gemäß seinen richtigen und bestimmten Antworten nach unseren Begriffen hören und sehen könne, antwortete er 'Nein', ob er Verbindung mit anderen Geistern habe: 'Ja'.

Rührend und mich tief bewegend war immer der Abschied von mir, wenn wir uns lange allein unterhalten hatten, und ich sagte: 'Nun danke ich dir, lieber Geist, und Gute Nacht!' Dann klopfte er von der Ecke über mir alle ein bis zwei Meter mit kräftigen Schlägen bis an die Tür, dann die Tür hinaus den ganzen Korridor entlang, bis die Schläge am Ende des Korridors verklangen.

Ich habe mich immer und immer wieder gefragt: Ist das eine im Unterbewußtsein schlummernde Kraft in mir oder eine Kraft außerhalb von mir, ein wirklicher Geist, der aus dem irdischen Körper in ein fortgeschrittenes Stadium ausgeschieden ist? Aber die vielen Anworten und die geradezu individuellen Äußerungen wie der eben berichtete Abschied, das freudige Klopfen, wenn wir uns zur Zwiesprache hinsetzten, ließen mich zur letzteren Auffassung hinneigen. Dieses Erleben beschäftigte mich selbstverständlich auch außerhalb der Unterhaltungen. Aber das Examen rückte näher heran, und unsere Zeit war zu kostbar, als daß wir sie jetzt der so dringend nötigen Arbeit hätten entziehen können. Und so wurden die Unterhaltungen immer seltener.

Als ich mich nach einigen Jahren im Hause meiner zukünftigen Schwiegereltern mit meiner Braut und mit meiner Schwägerin intensiv bemühte, wieder Verbindung zu bekommen, blieb es ohne Erfolg. Ob es mir heute, nach 55 Jahren im Ramdohrschen Haus in Gotha wiedergelingen würde? Und ohne Albert T., der allein schon meine mediale Kraft so verstärkte, daß ich augenblicklich Verbindung erhielt?"

4. Die Verwendung des Psychographen (oder Planchette)

Während bei den bisher beschriebenen Verfahren die empfangenen Buchstaben zunächst mit dem Auge oder dem Ohr erfaßt und dann erst aufgeschrieben wurden, entstehen sie bei Benutzung eines Psychographen (Bild 2) sofort unmittelbar in mehr oder weniger gut lesbarer Schrift. Auf ein kleines Tischchen mit zwei Rädern und einem durchgesteckten Bleistift, unter dem sich ein Blatt Papier befindet, legt eine medial veranlagte Person eine Hand. Wenn das Verfahren richtig abläuft, setzt wieder, wie bei dem Oui-Ja-Brett und dem Pendel, die Hand der Versuchsperson das Tischchen in Bewegung. Die paranormal angesteuerten Nerven und Muskeln erzeugen auf diese Weise unmittelbar lesbare Schrift. Das Verfahren erfolgt aber meist nur als Vorstufe zur Anwendung des medialen Schreibens oder des medialen Sprechens.

5. Das mediale Schreiben

Bei diesem Verfahren nimmt die medial veranlagte Versuchsperson einen Bleistift unmittelbar in die Hand und wartet darauf, daß ihr Arm zu Schreibbewegungen angeregt wird. Bei erfolgreichen Ablauf spürt sie nach einiger Zeit (die Minuten, Tage oder Wochen dauern kann) in Arm und Hand ein Ziehen und den Drang zu einer Schreibbewegung. Hand und Bleistift bewegen sich meist zunächst nur zögernd und unregelmäßig und gehen allmählich zu spiralförmigen Schreibbewegungen über. Langsam bilden sich noch schlecht lesbare Schriftzüge aus, die nach einiger Zeit immer besser werden. Vielfach werden, zumindest in Anfangsstadien, die Worte übergangslos ohne Absetzen des Bleistiftes geschrieben, und auch beim Zeilenende wird der Bleistift nicht vom Papier abgehoben. Weiter erfolgt oftmals die mediale Niederschrift in einer Schriftart, welche der medialen Versuchsperson nicht geläufig ist. Bei uns bedeutet dies, daß in deutscher und nicht in lateinischer Schrift geschrieben wird. Der Sinn liegt darin, der Versuchsperson die Möglichkeit des sofortigen Mitlesens zu nehmen. Wenn nämlich mitgelesen wird, erfolgt auch ein Mitdenken und damit oft ein Vorausergänzen eines angefangenen Wortes. Das kann dazu führen, daß die Gedanken der empfangenden Person stärker sind, als die paranormale Ansteuerung und damit Falschwiedergaben verursachen.

Wenn die durchgebende jenseitige Wesenheit (also meist ein verstorbener Mensch) die deutsche Schrift nicht beherrscht, wenn es sich z.B. um einen Engländer handelt, für den es keine zweite Schrift neben der lateinischen gibt, kommt manchmal ein anderes Verfahren zur Anwendung. Es wird dann nämlich in Spiegelschrift geschrieben. Solch eine medial entstandene Schrift ist dann erst mit Hilfe eines Spiegels lesbar, so daß das Medium nicht unmittelbar mitlesen und damit auch nicht mitdenken kann.

Bild 3: Mediale Schrift aus dem Anfangsstadium einer medialen Entwicklung.

Bild 3 zeigt eine medial entstandene Schrift in zusammenhängender deutscher Schreibweise, aus dem Anfangsstadium der schreibmedialen Entwicklung einer damals 46 Jahre alten Frau K. Die Schrift ist noch schwer lesbar. Es handelt sich um einem Ausschnitt aus einem längeren Übungstext, in dem der verstorbene Vater des Mediums seiner Tochter Verhaltensrichtlinien gibt.

Bild 4 zeigt eine mediale Durchgabe in Spiegelschrift bei dem dänischen Medium Anna Melloni, geb. Rasmussen, geb. 1898. Die an mich gerichtete Durchgabe entstand in meinem Beisein am 14.8.1962 in Würzburg. Das Medium berichtete mir, daß seine Medialität erstmals in einem Alter von 12 Jahren in Erscheinung getreten sei, und zwar durch sogenannte Poltergeistphänomene, also häusliche, ungewollte physikalische Phänomene wie Tischbewegungen, Klopflaute, Lichterscheinungen und andere spukartige Geschehnisse. Diese Phänomene konnten dann auch experimentell in Anwesenheit von Anna hervorgerufen werden und wurden u.a. von dem Kopenhagener Physiker Prof. Christian Winther und dem dänischen Photographen Sven Türck (21) untersucht. Als jenseitiger Führer des Mediums trat eine Wesenheit in Erscheinung, die sich Dr. Lazarus nannte, übrigens ein Name, der in Dänemark tatsächlich vorkommt. Es blieb aber unbekannt, welche Persönlichkeit sich hinter diesem Namen oder Pseudonym verbarg.

Bild 4: Schreibmediale Durchgabe bei dem Kopenhagener Medium Anna Melloni in Spiegelschrift (linker Teil, darunter des Mediums handschriftliche Datums- und Namensangabe). Rechts dieselbe Schrift im Spiegel betrachtet. Der Text in etwas altmodischem Dänisch lautet in deutscher Übersetzung: "Mein lieber Freund, Dank für deine Sympathie und Dank für das, was du gabst für die Sache, und ich will hoffen, daß du [ein Wort (wank oder want) ist nicht deutbar] zufrieden warst mit dem Abend. Nun will ich dir danken für den Abend. Gruß. Dr. Lazarus."

In den meisten Fällen von medialem Schreiben ist die verwendete Schrift nicht mit der normalen Handschrift des Mediums identisch. Es können dann auch Mitteilungen in Sprachen und Schriften durchgeben werden, die dem Medium unbekannt sind. Ein sehr bekanntes und bedeutendes Medium dieser Art war Carlos Mirabelli. Er wurde 1889 im Staate Sao Paulo in Brasilien als Sohn italienischer Eltern geboren und starb am 1.5.1951. Vor seinem Haus wurde er von einem Auto tödlich überfahren. Er war kein Berufsmedium, sondern verdiente seinen Lebensunterhalt als leitender kaufmännischer Angestellter. Mirabelli wurde durch seine zahlreichen Vollmaterialisationen und anderen physikalischen Phänomene weltberühmt. Dr. Hans Gerloff hat ihn durch ein Buch (5) der deutschen Leserschaft bekannt gemacht. Zu den Erscheinungen bei Mirabelli gehörte auch sein mediales Schreiben und mediales Sprechen, und das in 26 verschiedenen Sprachen und Dialekten, darunter solche aus Afrika und dem fernen Osten. Das geschah bei ihm aber nicht wie bei Frau K. und Anna Melloni bei eigenem Bewußtsein, sondern in Volltrance und außerdem mit großer Geschwindigkeit.

In dem Buch von R. Mikulasch (11) sind mediale Schriften von Mirabelli u.a. in Japanisch, Arabisch und Hebräisch wiedergeben, leider für uns nicht lesbar und beurteilbar. Aber drei Schriften sind in für uns verständlichen Sprachen abgedruckt, in Englisch, Französisch und Deutsch, und zwar von einer Wesenheit verfaßt, die sich als R. Scaciotto ausgab. Sie behandeln alle drei dasselbe Thema. Zwei dieser Abhandlungen in Französisch und Deutsch werden nachstehend in Bild 5 wiedergegeben.

Bild 5: Mediale Schriften von Carlos Mirabelli, die er Volltrance mit großer Geschwindigkeit zu Papier brachte. Entnommen (11, No. 12 u. 17).

Bei den Texten fällt folgendes auf: Der französische Text ist relativ gut lesbar, scheint flüssig geschrieben zu sein und enthält wenige Fehler, z.B. daß in der zweiten Zeile "pour" zweimal geschrieben wurde (wenn ich es richtig lese) und es in der zehnten Zeile statt "evebation" (vorausgesetzt, daß ich es richtig entziffere) wohl élévation" heißen müßte. Ähnlich ist der hier nicht abgebildete englische Text zu beurteilen. Der deutsche Text dagegen, obwohl in hinreichend gut lesbarer deutscher Schrift geschrieben, enthält viele Fehler. Statt: "Die Friede von Gott soit mit dir das du die viele unangenemlichkeiten auf die Erde", müßte es richtig heißen: "Der Friede Gottes sei mit Dir, damit Du die vielen Unannehmlichkeiten auf der Erde ertragen kannst." Die letzten zwei Worte hat er vergessen. Sie ergeben sich aber aus dem französischen "pour supporter". Bei Mirabelli ist auch ein weiterer deutscher Text wiedergegeben, der von einem gewissen Richard Wagner unterzeichnet ist. Auch dieser Text ist in einem verdrehten Deutsch mit allerlei Fehlern geschrieben. Die jenseitigen durchgebenden Wesenheiten beherrschten die deutsche Sprache also nicht sehr gut. Aber daß überhaupt Deutsch geschrieben wurde, ist erstaunlich, denn Mirabelli konnte, soweit bekannt, kein Deutsch.

Von der Fähigkeit, medial zu schreiben, kann ein Mensch auch ohne innere Bereitschaft regelrecht überfallen werden. Das geschah bei dem aus Böhmen stammenden und später in Deutschland lebenden Medium Robert Rollans (1914 - 1993), der von Beruf Komponist war und über den ich in dem Buch "Leben nach dem irdischen Tod" (18) und in der Zeitschrift "Wegbegleiter", Nr. 1/2001, ausführlich berichtet habe. Rollans hatte im Alter von 33 Jahren aus Neugier zusammen mit seinem Bruder an drei spiritistischen Sitzungen eines medial veranlagten Mathematik-Professors teilgenommen. Über das Folgende berichtet er (18, S. 20):

"Etwa ein halbes Jahr später wollte ich spät in der Nacht noch einen Brief schreiben. Mit einem Bleistift in der Hand saß ich vor dem Blatt Papier und wollte mit dem Schreiben beginnen. Da spürte ich, wie eine fremde Kraft sich meiner Hand bemächtigte und zu schreiben begann. Ich brachte folgende Worte zu Papier: 'Hab keine Angst, ich bin es, Dein Bruder Robi.' Dieser war acht Jahre zuvor als ganz junger Arzt verstorben. Durch seine, von meiner Hand hervorgebrachte Mitteilung war ich tief beeindruckt, wurde aber auch außerordentlich mit Angst erfüllt, weil ich bis dahin nicht wußte, daß man auch medial schreiben kann. Der mediale Mathematik-Professor übte ja nur das Glasrücken aus. Ich von mir aus hätte es aus lauter Angst nie gewagt, etwa medial schreiben zu wollen. Mein Bruder beruhigte mich aber und schrieb: 'Denk an nichts, und laß Deine Hand frei.' Dann übernahm er das Kommando über meine Hand und schrieb weiter: 'Ich bin Dein verstorbener Bruder und werde Dir viele Dinge von uns und der jenseitigen Welt mitteilen. Du mußt oft zum Schreiben vorbereitet sein, und wir werden Dir dann vieles von oben berichten.'

Das war der Anfang meiner medialen Tätigkeit, die für mich mit einem großen Schock und großer Angst begann, da ich von Natur aus ein ängstlicher Mensch bin. Später aber verchwand das Angstgefühl völlig, als in der Folgezeit drei verstorbene Ärzte, ein sehr bedeutender Historiker und Linguist namens Hasdeu und seine in jungen Jahren verstorbene Tochter, die in Paris gelebt hat und dichterisch sehr begabt war, mit mir in Verbindung traten. Später, nach seinem Tod, kam dann auch mein Vater hinzu, der ebenfalls Arzt war. Viele und bedeutsame mediale Mitteilungen habe ich in der Zwischenzeit erhalten."

Bei den bisher beschriebenen Fällen handelte es sich darum, daß ein medial veranlagter Mensch ohne seinen bewußten eigenen Willen, angesteuert von außen, Mitteilungen schriftlich aufzeichnete. Es kann aber auch anders ablaufen, nämlich in der Weise, daß das Medium die Mitteilungen innerlich paranormal "hört", und sie dann ganz normal mit der eigenen Handschrift zu Papier bringt oder daß sie ihm paranormal direkt in das Gehirn eingeben werden, ohne daß ein akustischer Eindruck entsteht. Man spricht in diesem Fall von "Inspiration". Auch in diesem Fall werden anschließend die aufgenommenen Informationen ganz normal niedergeschrieben, event. auch nur ausgesprochen.

Mit solch einem Medium kam im Spätsommer 1923 der damals katholische Priester Johannes Greber (1874-1944) in Verbindung. Er war seinerzeit Pfarrer in der kleinen Landgemeinde Kell bei Andernach. Zu ihm kam eines Tages ein Mann aus seiner Gemeinde und fragte ihn nach seiner Ansicht über den Spiritismus. Zugleich forderte er ihn auf, sich sein Urteil nach eigener Anschauung zu bilden. Greber nahm darauf an Sitzungen in Form spiritistischer Gottesdienste einer kleinen Gruppe in Kell teil. Unter seinen Augen wurde dabei im Verlauf einiger Wochen ein junges Brüderpaar namens Gasber zu Medien ausgebildet, Heinrich Gasber zu einem Volltrance- und Sprechmedium und Carl Gasber zu einem Inspirations- und Schreibmedium. Über ein drittes, bereits ausgebildetes Medium namens Erich Zimmermann wurde Greber zu Beginn der Sitzungen von einer jenseitigen Wesenheit belehrt (6, S. 33): "Du hast dort augenblicklich zwei Arten von "Medien", die in der Ausbildung begriffen sind und an denen von seiten der Geisterwelt gearbeitet wird. Das eine ist ein sogenanntes "Inspirations-Medium". Ihm werden von einem Geist bestimmte Gedanken mit einer solchen Kraft eingegeben, daß die eigenen Gedanken des Mediums verdrängt werden, und es ganz unter der Gewalt jenes Geistes steht. Von ihm empfängt es nicht bloß die Gedanken, sondern wird von ihm auch gezwungen, sie entweder auszusprechen oder niederzuschreiben. Dabei behält das Medium sein volles Bewußtsein. - Dein Inspirationsmedium muß noch weiter ausgebildet werden, damit seine Aufnahmefähigkeit für die Eingebungen der Geisterwelt vervollkommnet wird. Es muß noch manches, was als Hemmnis im Wege steht, aus ihm hinausgeschafft werden. Was das ist, verstehst du jetzt noch nicht. Aber später wird es dir klar werden."

Über die weitere Entwicklung berichtet Greber mit eigenen Worten (7, S. 6): "Der Junge hatte weder die Absicht zu schreiben, noch hatte er die erforderliche Schulung oder die angeborene Begabung dazu. Ganz unerwartet fühlte er sich gedrängt, am frühen Morgen aufzustehen, um zu schreiben. Was er schrieb, wußte er vorher nicht. Die Worte und Sätze wurden ihm plötzlich eingegeben, und er fühlte sich gedrängt, diese niederzuschreiben. Was er schrieb, waren nicht seine Kenntnisse. Auch hatte er das Geschriebene nie vorher gehört oder gelesen. Es war Eingebung - Inspiration." Unter anderem entstanden in der Folgezeit 17 Abhandlungen in Prosa oder Gedichtform über Themen wie "Gottes Hirt und seine Herde" oder "Die Vergeistigung der Seele" oder "Was hat dein Erlöser für dich getan". Alles erfolgte in gestochener deutscher Handschrift, wie sie damals von deutschen Schülern noch beherrscht und ausgeübt wurde. Veröffentlicht wurde es 1975 in (7).

6. Das mediale Sprechen

Es kann erstens im Zustand der Volltrance eines Mediums erfolgen. Dabei ist dessen eigener Geist ausgeschaltet, sozusagen aus dem eigenen Körper hinausgedrängt. Statt dessen hat ein jenseitiges Geistwesen von dem Körper des medialen Menschen Besitz ergriffen und steuert dessen Nervensystem an. Das Medium kann sich in der Regel später nicht daran erinnern, was in seinem Körper während der Volltrance vorgegangen ist. Das Geistwesen aber kann diesen Körper weitgehend wie einen eigenen benutzen und auch mit Hilfe dessen Stimmbändern sprechen. Das gelingt auch in Sprachen, die dem Medium nicht geläufig sind und in einer Sprechweise, die man bei ihm normalerweise nicht gewöhnt ist. Viele Botschaften aus der jenseitigen Welt sind auf diese Weise auf unsere Erde gekommen. Insbesondere hat auch der bereits erwähnte Pfarrer Johannes Greber die meisten seiner Durchgaben auf diese Weise erhalten.

Es gibt aber noch eine zweite Art des medialen Sprechens, bei der das Medium das eigene Körperbewußtsein behält, so, wie es auch bei der Planchette-Benutzung und dem medialen Schreiben der Fall ist. Man spricht dann vom Zustand der Halbtrance. Das eigene Bewußtsein ist dabei zwar ein wenig zurückgenommen, doch kann der medial Sprechende den wesentlichen Inhalt des durch seinen Mund Gesagten hinterher noch erinnern. Die Nervenzellen seines Sprach- und Wortbildungszentrums im Gehirn werden jedoch paranormal von einer jenseitigen Wesenheit angesteuert. Ein solches Medium spricht in der Regel in der eigenen Ausdrucksweise und im eigenen Dialekt. Schwierige, fachliche Texte mit vielen Fremdwörtern, die dem Medium unbekannt sind, lassen sich auf diese Weise kaum übertragen. Ich habe zu diesem Thema 1986 das Sprechmedium Frau A. (geb. 1948) befragt, mit der ich viele Jahre zusammenarbeitete. Sie sagte mir (18, S. 85):

"Wenn es um Themen geht, die mir fremd oder die abstrakt sind und die ich nicht kenne, habe ich das Gefühl, daß ein Geistwesen meinen Wortschatz nicht gebrauchen kann, und erst einmal suchen muß, was davon verwendbar ist. Daraus muß es sich dann etwas zusammenbauen. Dabei werden oft ganze Gedankenverbindungen benutzt und nicht immer Sätze Wort für Wort zusammengesetzt. Wenn es um Dinge geht, die mir völlig fremd sind, treten Schwierigkeiten auf. Das habe ich schon oft gemerkt, weil ich ja in einem solchen Fall keine Worte dafür habe. Dann bin ich selbst ganz unzufrieden. Ich spüre richtig, daß das Gesagte nicht den Kern der Sache trifft. Oft schon habe ich gefühlt, daß noch mehr dahintersteckt. Ich empfinde es mehr, kann es aber nicht ausdrücken. Das birgt natürlich immer die Gefahr einer ungewollten Fehldurchgabe in sich, besonders bei Eigennamen und Jahreszahlen. Wenn mir das Thema dagegen nicht fremd ist, habe ich das Empfinden, daß die Worte relativ flüssig aus mir herauskommen, weil ja die Gedanken und mein Wortschatz für das Geistwesen brauchbar sind."

Manche Medien ziehen den Zustand der Halbtrance der Volltrance vor, weil sie dabei nicht völlig ausgeschaltet sind und doch auch selbst noch etwas miterleben können und nicht nur willenloses Werkzeug sind. Der Nachteil ist aber, daß die Gefahr der Fehldurchgaben wesentlich größer ist als bei Volltrance.

7. Die visionäre Schau

Eine Informationsübertragung aus der jenseitigen Welt kann auch durch eine visionäre Schau erfolgen. Dabei werden dem medialen, empfangenden Menschen paranormal quasi-optische Empfindungen eingegeben. Der Mensch hat den Eindruck, etwas zu sehen und eventuell auch zu hören, als wenn es über seine eigenen Sinnesorgane in ihn einflösse. Das bereits in Abschnitt 1 erwähnte nordamerikanische Medium Pearl Leonore Curran, welches mit Hilfe des Oui-Ja-Brettes eine große dichterische Produktion in altenglischen Dialekten durchgab, erlebte auch das Auftreten solcher Visionen. Sie berichtet darüber (16, S. 222): "Als sich das Schreiben weiter entwickelte, wurde die Schrift von anschaulichen, bildhaften Visionen begleitet. Wenn die Geschichten kommen, dann werden die Szenen lebendig, anschaulich, die Gestalten bewegen sich, spielen ihre Rollen und unterhalten sich auch. Das Bild bezieht sich nicht nur auf die gerade erzählte Geschichte, vielmehr ist auch alles im Umkreis dieser Vision inbegriffen. Wenn z.B. zwei Leute erscheinen, die an einer Straßenecke miteinander sprechen, so sehe ich nicht nur sie, sondern auch die ganze Umgebung der Straße mit den Häusern, Steinen, Hunden, Leuten und allem, gerade so, wie es in einer wirklichen Szene gewesen wäre. Wenn die Leute wie in der 'Sorry Tale' eine fremde Sprache sprechen, höre ich das Gespräch, aber darüber liegt die Stimme von Patience (der jenseitigen Wesenheit), die sie entweder übersetzt oder mir die Stelle angibt, die sie in der Erzählung zu verwenden wünscht. - Wenn ich zum Beispiel genau wissen wollte, welche Frucht eine Marktfrau verkauft, oder wenn ich den Geruch einer Blume riechen oder die Qualität eines mir unbekannten Stoffes fühlen wollte, dann nahm meine eigene unscheinbare Gestalt kühn an dem Schauspiel teil, und ganz natürlich ging ich vielleicht zu dem Stand der Marktfrau, nahm die Frucht auf und kostete sie oder roch an der Blume in einem Garten oder fühlte den Stoff an. Und dieses Erlebnis war sofort mein Eigenbesitz, so, als ob ich es tatsächlich erlebt hätte; denn es war für mich genauso wirklich wie jede andere normale persönliche Erfahrung."

Sehr bekannt wurden die Visionen der Schneiderstochter Therese Neumann (1898-1962) aus Konnersreuth in der Oberpfalz. Nach einem Unfall bei Löscharbeiten an einem Brand 1918, nach vorübergehender Erblindung 1919 und mehrjährigem nachfolgendem Krankenlager traten bei ihr ab 1925 paranormale, innerlich gehörte Stimmen in Erscheinung, die sie aufmunterten und ihre allmähliche Genesung einleiteten. Ab Weihnachten 1926 verweigerte Therese jede Nahrungsaufnahme und lebte fortan 35 Jahre ohne jegliche Speise und Trank. In der Nacht vom 4. zum 5. März 1926 entstanden bei ihr erstmals die Wundmale Christi mit entsprechenden Blutungen, also etwas, was man eine Stigmatisation nennt. Dieser eindrucksvolle Vorgang wiederholte sich in der Folgezeit bis zu ihrem Tod jeden Freitag mit Ausnahme der Festzeiten und Festtage, dafür aber besonders eindringlich am Karfreitag.

Beginnend mit der Fastenzeit 1926 erlebte Therese in sich steigerndem Maße religiöse Visionen über das Leiden Christi und andere Begebenheiten der Evangelienberichte. In diesem ekstatisch-visionären Zustand war Therese für äußere Eindrücke unempfindlich und nicht ansprechbar. Sie erlebte die Visionen mit allen Sinnen. Sie "sah" dabei nicht nur, sondern "hörte" auch, und konnte hinterher das Gehörte, soweit sie es dem Klang nach noch in Erinnerung hatte, in den gesprochenen Sprachen, z.B. Aramäisch oder Griechisch, wiedergeben. Derartige Visionen hatte Therese in jedem Jahr gegen hundert. Ihre Schilderungen darüber und das äußerliche Geschehen der Stigmatisation beeindruckten viele der Besucher, die ständig zu Hunderten nach Konnersreuth kamen, sowohl Theologen, Gläubige und Neugierige. Viele von ihnen wurden dabei in ihrem christlichen Glauben gestärkt oder zu ihm zurückgeführt. Man kann dieses seltsame Geschehen nur als ein Zeichen der jenseitigen Welt ansehen, um einen Teil der Menschen dieser Erde aufzurütteln und auf eine göttliche Welt hinzuweisen.

Die Fähigkeit zur visionären Schau war u.a. auch bei den Propheten des alten Bundes ausgebildet, die in alten Zeiten Seher genannt wurden. Die Propheten wurden in regelrechten Prophetenschulen ausgebildet. Bekannt geworden sind die Phrophetenschulen des Samuel um 1050 v. Chr. in Rama (1. Samuel 19,19) und des Elisa um 850 v. Chr. (2. Kön. 6,1). Ebenso berichtet der Apostel Johannes in seiner Offenbarung (Offb. 1,9): "Ich war auf die Insel Patmos gekommen. Da geriet ich durch den Geist in Verzückung und hörte hinter mir eine Stimme, gewaltig wie ein Posaunenschall, die rief mir zu: 'Was du zu sehen bekommst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden nach Ephesus und Smyrna ... usw.'"

8. Die direkte Stimme

Mitteilungen durch das gesprochene Wort können aus der jenseitigen Welt nicht nur durch den Mund eines Mediums erfolgen, sondern können auch losgelöst von einem irdischen Organismus entstehen. Man nennt dies das Phänomen der "direkten Stimme". Darunter ist eine frei im Raum entstehende mehr oder weniger laute und unterschiedlich gut verständliche "menschliche" Stimme paranormalen Ursprungs zu verstehen. Zu ihrer Erzeugung wird von jenseitigen Wesenheiten durch materialisiertes Ektoplasma (eine paranormal gebildete Substanz, die im wesentlichen dem anwesenden Medium entnommen wird), losgelöst von dem Medium, eine Art Kehlkopf hergestellt. Diesen steuern dann die jenseitigen Wesenheiten an, die sich mit Menschen auf dieser Erde in Verbindung setzen wollen.

Ein sehr bekanntes Medium für dieses Phänomen ist der Engländer Leslie Flint (geb. 1911). Er besuchte mit 17 Jahren eine spriritistische Veranstaltung und wurde bei dieser Gelegenheit auf seine mediale Veranlagung aufmerksam gemacht. Nach anfänglichem Zögern ließ er sie zur Entfaltung kommen. Zuerst traten anders geartete Phänomene bei ihm in Erscheinung, darunter auch Materialisationen. Nach mehreren Jahren jedoch entstanden die "direkten Stimmen", die alle anderen paranormalen Vorgänge verdrängten.

Im Mai 1948 wurde er vom damaligen Research Officer der Society for Psychical Research in London, einem Dr. D. J. West und drei weiteren Kollegen, mit technischen Hilfsmitteln genau untersucht (2, S. 159). Dazu wurde Flint der Mund mit Pflaster verklebt und seine beiden Unterarme auf den Stuhllehnen festgebunden. Weiter wurde ihm ein Kehlkopfmikrophon, das an eine Verstärkeranlage angeschlossen war, an den Hals gebunden. Damit wollte man prüfen, ob nicht die zu erwartenden Stimmen nur aus seinem eigenen Körper kämen. Da der Versuch bei Dunkelheit stattfand, wurde Flint mit einem Infrarot-Nachtsichtgerät beobachtet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung waren, daß Flint die Stimmen nicht selbst erzeugte, sondern daß sie einer Position neben seinem Körper entsprangen. Sie waren laut und klar und begannen mit den Begrüßungsworten "Good evening", welchen ein längeres Wechselgespräch zwischen Stimmen und Untersuchern folgte.

Ein weiterer Untersucher auf dem Gebiet der direkten Stimme war Arthur J. Findlay (1883-1964). Er war in der Sozialarbeit tätig und englischer Friedensrichter, Begründer der Glasgower Society for Psychical Research und Verfasser mehrerer parapsychologischer Bücher. Er arbeitete ab 1919 mit dem englischen Medium John C. Sloan (1870-1951) in Glasgow zusammen. Dieser war besonders ein Medium für die "direkte Stimme". Daneben war er hellsichtig und hellhörend und sprach in Trance. Findlay schreibt über seine Untersuchungen (1, S. 40):

"Es gibt keinen stärkeren und überzeugenderen Beweis für das Fortleben des Menschen nach dem Tode, als den, der durch die direkte oder unabhängige Stimme erbracht wird. Beide Bezeichnungen sind für dieses Phänomen üblich und beziehen sich auf die Erscheinung der Stimmbildung und Sprache von seiten der Wesenheiten, die vollkommen unabhängig sind von jedem Menschen aus Fleisch und Blut.

Die direkte Stimme ist das höchste psychische Phänomen, das bis jetzt entdeckt ist, und zugleich das überzeugendste, ganz abgesehen davon, daß es auch des höchsten Staunens würdig ist. Alle anderen menschlichen Entdeckungen versinken in Bedeutungslosigkeit im Vergleich zu dieser großen Entdeckung, der Entdeckung einer direkten Methode der Verbindung zwischen uns und den Abgeschiedenen, nicht mittels Klopfzeichen aller Art, sondern durch die intimste aller Formen der Verbindungsaufnahme, der menschlichen Stimme.

Andere Formen psychischer Phänomene können durch ein betrügerisches Medium gefälscht werden, aber die direkte Stimme in ihrer richtigen Form kann dies eben nicht. Oft haben ich und andere mit mir zwei und manchmal drei getrennte Stimmen von verschiedenem Klang und verschiedener persönlicher Struktur zu den Anwesenden gleichzeitig sprechen hören über verschiedene Themen, die nur dem Angeredeten bekannt waren, während das Medium entweder mit der ihm zunächst befindlichen Person über einen anderen Gegenstand sprach oder während ich mein Ohr nahe seinem Mund hatte, ohne daß auch nur ein Laut seinen Lippen entwich."

Über die Vorbedingungen zur Erzeugung der "direkten Stimme" sagt Findlay (1, S. 13): "Im Fall der 'direkten Stimme', auf die ich jetzt Bezug nehme, erhält man die besten Ergebnisse in der Dunkelheit, da Lichtschwingungen die genügend feste Bildung des Ektoplasmas schwieriger machen, die notwendig ist, um die Luft in Schwingungen zu versetzen. Obwohl ich auch bei Tageslicht schon Stimmen gehört habe, sind sie jedenfalls stärker und besser entwickelt bei Dunkelheit oder rotem Licht, welches nicht dieselbe zerstörende Wirkung wie weißes Licht hat. Ruhige und harmonische Voraussetzungen sind ebenfalls wesentlich, auch die Verfassung der Atmosphäre wirkt sich zeitweilig auf die Ergebnisse aus. Wenn z.B. die Luft schwer mit Elektrizität geladen ist, sind die Ergebnisse schwach; wogegen die besten Kundgaben bei klarem, scharfem Mondschein stattfinden, wenn die Atmosphäre nicht zu stark mit Feuchtigkeit beladen ist.

Jedenfalls sind die Voraussetzungen, die das Reden ermöglichen, sehr heikel, und nur auf Grund von Erfahrungen lassen sich die besten Ergebnisse erreichen. Wenn diese jedoch vorliegen, sind die Kundgaben wirklich wunderbar. Stimmen von jeder Bildungsstufe und Sprechweise wenden sich an die Sitzungsteilnehmer, und ihre persönliche Sprechweise kann wiederum als dem Individuum zugehörig erkannt werden, als das es auf Erden lebte.

9. Die direkte Schrift

Schriftliche Mitteilungen aus der jenseitigen Welt können nicht nur durch die physische Hand eines Schreib-Mediums entstehen, sondern treten manchmal auch "direkt" unter Umgehung einer irdischen Hand in Erscheinung. Das kann einmal in der Weise geschehen, daß die Versuchsteilnehmer überhaupt nicht sehen, wie die Schrift zustande kommt. Sie ist auf einmal da. Hierfür ein Beispiel: Es ist von einer Untersuchungsgruppe beobachtet worden, die sich "SORRAT" nennt (15) (SORRAT = Society für Research on Rapport and Telekinesis = Gesellschaft zur Erforschung von Rapport und Telekinese). Sie wurde von einem Dr. John G. Neihardt (1881-1973) begründet. Er war Literaturkritiker, Dichter und Professor an der Universität von Missouri (U.S.A.). Als er 1908 seine Frau Mona, geb. Martensen, heiratete, die stark medial veranlagt war, erwachte bei ihm das Interesse für paranormale Geschehnisse. In den folgenden Jahrzehnten kam er mit einer Reihe von Medien, darunter auch die bereits erwähnte Pearl Eleonore Curran, in Verbindung und studierte ihre Fähigkeiten. Während seines beruflichen Ruhestandes lebte Neihardt auf der Skyrim-Farm, 11 km nördlich von Columbia (Missouri). Dort sammelte er 1961 zusammen mit einem Dr. John T. Richards einen Kreis von einem Dutzend junger Damen und Herren um sich, die an parapsychologischen Untersuchungen interessiert waren (15, S. 11). Die Teilnehmer saßen bei ihren Versuchen um einen 25 kg schweren hölzernen Tisch herum und berührten ihn leicht mit ihren Händen. Allmählich stellten sich paranormale Erscheinungen ein wie Klopflaute im Fußboden und in den Zimmerwänden und Bewegungen von Gegenständen, die bis zum freien Schweben eines kleinen Tisches führten. Außerdem erhielt man sinnvolle Mitteilungen von jenseitigen Wesenheiten, die sich durch Klopflaute oder durch die Planchette mitteilten. Manchmal erzeugten diese auf einer Aluminiumfolie auch "direkte Schrift". Die Folie, etwa im Format DIN A5, wurde jeweils in einen flachen Kasten aus durchsichtigem Plexiglas gelegt. Er wurde nach dem Verschließen an den Kanten versiegelt. Ein irdischer Mensch konnte auf dieser Folie ohne Öffnen des Kastens und ohne Verletzung der Siegel keine Schriftzeichen erzeugen.

Zwei solcher Kästen mit je einer Aluminiumfolie wurden bei einer Sitzung am 8.4.1978 (also schon nach Dr. Neihardts Tod) ab 20.30 Uhr in eine Glasvitrine gelegt und eine Sitzungsteilnehmerin zur Bewachung davorgesetzt. Außer Dr. Richards nahmen neun weitere Personen an dem Versuch teil. Zuerst wurde durch Klopfzeichen "P" und "W" buchstabiert, danach "China Closed" (= Glasvitrine). Kurz darauf stieß die Bewacherin der Glasvitrine einen begeisterten Ruf aus. Sie hatte entdeckt, daß auf die eine Aluminiumfolie ein Gedicht eingeritzt war, das folgendermaßen lautete (15, S. 152):

"Love is not Love
That hath not Charity
Nor is the trove
Of world's goods, Sanctity.
Now at this Eastertide
Remember Him
Who died for thee,
Yea, on the Tree,
With song, glad Hymn,
And Holy minstrelry.

"Liebe ist keine Liebe, wenn
sie der Nächstenliebe entbehrt,
noch ist das Streben nach
den Gütern der Welt Heiligkeit.
Jetzt zur Osterzeit
gedenke dessen
mit einem Lied, mit froher Hymne
und heiligem Gesang,
der für dich
am Stamm des Kreuzes starb.

-- Patience Worth."

Hier taucht die geheimnisvolle "Patience Worth" wieder auf, die sich erstmals am 8. Juli 1913 durch die Amerikanerin Pearl Leonore Curran kundgegeben hatte, und das über viele Jahre fortsetzte. Das Erscheinen der Patience Worth bei der SORRAT-Gruppe ist dadurch erklärlich, daß ihr verstorbener Gründer Dr. Neihardt in den Jahren nach 1926 den Fall Curran-Patience Worth als Literaturkritiker eingehend untersucht hatte (15, S. 9). Er war damals wie der Publizist Caspar Yost zu dem Ergebnis gekommen, daß Pearl Curran nicht aus ihrer eigenen menschlichen Persönlichkeit heraus und nicht nach eigenem Wissen die Werke der "Patience Worth" geschaffen haben konnte. Auf der Skyrim-Farm trat nun noch einmal ein Gedicht dieser unbekannten Wesenheit in altertümlichem Englisch in Erscheinung, und das auf eine Art und Weise, die auf keinen Fall auf das Unterbewußtsein lebender Menschen zurückgeführt werden kann.

Bei einer zweiten Art der direkten Schrift wird das Schreibgerät physisch-materiell von den Versuchsteilnehmern zwar bereitgestellt, man sieht aber nicht direkt, wie die Schrift erzeugt wird, weil der Vorgang im Verborgenen abläuft. Ein bedeutender Untersucher paranormaler Vorgänge war im vorletzten Jahrhundert der Leipziger Astrophysiker Prof. Friedrich Zöllner (1834-1882). Er führte in den Jahren 1877 und 1878 in Leipzig mit dem amerikanischen Medium Henry Slade (1836-1905, von Beruf Zahnarzt) außerordentlich bedeutsame Versuche durch. Dabei wirkten als Mituntersucher und Zeugen die Professoren Gustav Theodor Fechner (1801-1887, Physiker), Wilhelm Weber (1804-1891, Physiker), Wilhelm Scheibner (1826-1908, Mathematiker) und einige nichtakademische Freunde mit. Aus der Fülle der unternommenen Versuche und der erzielten Ergebnisse soll hier nur über ein eindrucksvolles Experiment berichtet werden. Zu seinem Verständnis ist folgendes vorauszuschicken: Slade vertrat die Auffassung, daß nicht er der eigentliche Verursacher der bei seiner Anwesenheit entstehenden Phänomene sei, also nicht etwa sein Unterbewußtsein alle Vorgänge erzeugte, sondern daß jenseitige Wesenheiten, d.h. für uns unsichtbare Bewohner einer anderen Daseinsebene, diese Erscheinungen hervorriefen. Prof. Zöllner und seine Kollegen schlossen sich nach Beendigung ihrer Untersuchungen dieser Auffassung an. Die Annahme jenseitiger Wesenheiten gründete darauf, daß man mit ihnen Nachrichten austauschen konnte, sie dabei Fragen beantworteten und Verhaltensrichtlinien gaben und außerdem über ungewöhnliche Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügten.

Die Mitteilungen der Menschen in Form von Fragen und Wünschen wurden durch normale Sprache gegeben. Die Antworten der jenseitigen Wesenheiten - Slade nannte sie "spirits" - erfolgten schriftlich auf einer normalen Schiefertafel, wie sie bis vor 30 Jahren auch noch in unseren Grundschulen in Gebrauch war. Die Schrift wurde bei Slade aber nicht dadurch erzeugt, daß er selbst mit seiner Hand den Griffel führte, sondern sie entstand dadurch, daß er mit einer Hand eine oder zwei Schiefertafeln über und bzw. oder unter eine Tischplatte hielt und in den schmalen Zwischenraum zwischen Schiefer- und Tischplatte ein ganz kleines Griffelstückchen legte, oder daß zwei Schiefertafeln übereinander gelegt wurden und ein kleines Griffelstückchen sich zwischen ihnen befand. Dieses wurde dann von den jenseitigen Wesenheiten benutzt, um die jeweiligen Schriften zu erzeugen. Die Entstehung sahen die anwesenden Menschen zwar nicht, doch konnten sie das Kratzen des Schieferstiftes hören. Alle Erscheinungen bei Slade erfolgten in vollem Tages- oder Kunstlicht. Auch brachte Zöllner seine eigenen Schiefertafeln zu den Versuchen mit, so daß nicht etwa Slade vorher präparierte Tafeln verwenden konnte.

Zöllner beschreibt einen derartigen Versuch, der am 7.5.1878 um 20.30 Uhr in der Wohnung seines Freundes O. v. Hoffmann stattfand. Ersterer hatte eine größere Anzahl von Schiefertafeln mitgebracht und vorher selbst gereinigt. Nachdem Slade zunächst in Trance ein eindrucksvolles Gebet gesprochen hatte, berichtet Zöllner (24, Bd. III, S. 263): "Slade ersuchte mich nun, zwei von den neuen Tafeln zu nehmen, ein Splitterchen Schieferstift dazwischen zu legen und dann diese beiden Tafeln fest zusammen zu siegeln. Ich tat dies, nachdem ich mich noch einmal von der vollkommenen Reinheit der Tafeln überzeugt hatte. Die Versiegelung fand an vier Stellen auf den Längsseiten statt, und nun legte ich diese Tafeln mit dem dazwischen liegenden Stückchen Schiefer an diejenige Ecke des Spieltisches (an dem sie saßen), welche am weitesten entfernt von unseren Händen war. Letztere legten wir gemeinsam auf der Tischplatte übereinander, so, daß Slades Hände von den meinigen bedeckt und hierdurch gleichzeitig an jeder Bewegung gehindert waren. Kaum war dies geschehen, als sich die unberührten Tafeln mehrere Male auf der einen Kante erhoben, was bei dem hellen Lichte, welches eine mitten auf dem Spieltisch stehende Kerze verbreitete, von uns beiden deutlich wahrgenommen wurde. Hierauf legten sich die beiden Tafeln wieder in etwas veränderter Lage auf die Tischplatte nieder, und nun begann es sofort hörbar, wie mit einem von fester Hand geführten Griffel, zwischen den Tafeln zu schreiben. Nachdem die bekannten drei Ticks die Beendigung des Schreibens angekündigt hatten, trennten wir unsere bis dahin stets fest miteinander verbundenen Hände, hoben die Sitzung auf und begaben uns mit der von mir sofort ergriffenen Doppeltafel in das benachbarte Zimmer, wo Herr v. Hoffmann nebst seiner Frau uns erwarteten. In Gegenwart dieser Personen wurde nun von mir die kurz zuvor versiegelten Tafeln geöffnet. Beide Seiten waren vollständig in englischer Sprache beschrieben. Bild 6 stellt eine photographische Reproduktion der beiden Tafeln in verkleinertem Maßstab dar (hier ist aber nur eine der beiden Tafeln wiedergegeben). Klappt man die Tafel zusammen, so versinnlichen die beiden übereinanderliegenden beschriebenen Tafelseiten diejenige Lage, in welcher diese Flächen in Wirklichkeit beschrieben worden sind. Ich lasse hier den englischen Originaltext mit deutscher Übersetzung folgen:

"This is a truth - not for select - but for all mankind - without respect of rank or race - no matter how much one may be insulted and persecuted by his investigation - it will not take from them the truth - no more than a blind man's words by saying, there is no sunshine, it does not prevent the sun from shining or bring darkness at .." (damit endet die erste Tafel. Der Text der zweiten Tafel wird nur in der deutschen Übersetzung wiedergegeben)

"Dies ist eine Wahrheit - nicht für Auserwählte - sondern für die gesamte Menschheit ohne Rücksicht auf Rang und Rasse. Kein Gegenstand, wie sehr er auch wegen seiner Untersuchung geschmäht und verfolgt werden mag, wird hierdurch seiner Wahrheit beraubt werden, - ebensowenig wie die Sonne durch die Worte eines blinden Menschen, welcher sagt, es gibt keinen Sonnenschein, verhindert wird zu scheinen oder veranlaßt wird, am Mittag Finsternis zu verbreiten; der blinde Mensch kann sagen, es existiert kein Sonnenschein, denn er kann das Licht der Sonne nicht sehen; der Mensch, welcher sagt, dies ist nicht wahr, spricht deshalb so, weil er keinen Beweis von der Wahrheit dieser Dinge hat. Scheltet nicht das Volk, welches nicht sehen kann, sondern helft ihm, indem ihr ihm den Weg zu dieser göttlichen Wahrheit zeigt; wir sind nicht imstande, jetzt mehr zu sagen, da der Raum (der Tafeln) jetzt voll ist; fahrt fort in eurer Untersuchung, und ihr werdet euren Lohn empfangen.

Eine dritte Art der direkten Schrift ist die, bei der die Beobachter unmittelbar mitverfolgen können, wie die Schrift entsteht. Hierbei ist in der Regel das Schreibgerät (ein Bleistift oder Kugelschreiber) auch so groß, daß es nicht verdeckt arbeiten kann. Die Beobachter sehen dabei aber keine Hand, die das Schreibgerät führt. Statt dessen kann eine wolkige Ektoplasma-Struktur den Bleistift umgeben. Einen solchen Fall sehen wir in Bild 7. Es zeigt die Entstehung direkter Schrift bei dem dänischen Medium Einer Nielsen (1894 - 1965) am 14.2.1953 in Kopenhagen. Das Medium befindet sich in Volltrance auf einem Stuhl im sogenannten Kabinett, hier nicht sichtbar. Die Zuschauer haben sich um einen kleinen Tisch gesetzt und dabei ihre Hände lose übereinandergelegt. Auf dem Tisch hat ein Bleistift zum Schreiben angesetzt, umgeben von einem Ektoplasmaschleier.

Bild 6: Schiefertafelschrift, die am 7.5.1878 durch Vermittlung des Mediums Henry Slade entstand. Entnommen (24, Bd. III, Tafel VI).


Bild 7: Die Entstehung von direkter Schrift bei Einer Nielsen am 14.2.1953. Entnommen (4, S. 73).

Die bereits erwähnte SORRAT-Gruppe in den U.S.A., jetzt in Rolla/Missouri ansässig, hat die Entstehung direkter Schrift ebenfalls photographieren und sogar mehrfach filmen können. Man sieht auf den Aufnahmen, wie ein Kugelschreiber sich über einem Papierblatt aufrichtet und Schreibbewegungen ausführt. Er ist dabei nicht von einem Ektoplasmaschleier umgeben. Es entstanden sinnvolle und gut lesbare Texte ähnlichen Inhalts wie bei Henry Slade. Bild 8 rechts zeigt einen Teil solcher Schrift, wie sie im November 1988 in Rolla entstand. Entnommen ist sie (23, S.12).

Bild 8: Direkte Schrift, erhalten Nov. 1988 in Rolla

 

10. Einwirkungen durch sogenannte "Materialisationen"

Bei der Aufnahme der Verbindung mit der jenseitigen Welt kommt es stets, wenn das Verfahren funktioniert, zu Einwirkungen auf dieser Erde, beispielsweise durch Sprache oder Schrift. Diese kann aber auch durch den vorübergehend wieder gebildeten materiellen Körper von jenseitigen Wesenheiten (meist verstorbenen Menschen) erfolgen, der dann zu den unterschiedlichsten Handlungen fähig ist, z.B. zu sprechen oder zu schreiben oder Gegenstände zu bewegen. Man bezeichnet das dann als "Materialisation". Wenn sich dabei ein "menschlicher" Körper vollständig oder fast vollständig bildet, spricht man von einer "Vollmaterialisation" oder einem "Voll-Phantom". Entsteht nur der Teil eines menschlichen Körpers, so nennt man das eine "Teilmaterialisation" oder ein "Teilphantom".

Die Phantome bauen sich aus organischer irdischer Materie auf, die teils sichtbar als sogenanntes "Ektoplasma" dem Medium entströmt, teils aber auch unsichtbar dem Medium (das sich dabei meist in Trance befindet) und teilweise auch den anwesenden Zuschauern, entnommen wird. Das Ektoplasma ist manchmal imstande, sich vom Medium zu lösen und zur Vorform eines Phantoms aufzubauen. Schließlich kann daraus eine vollständige, menschengleiche Gestalt entstehen. Ihr Herzschlag, Pulsschlag und Atmung sind schon geprüft worden. Es sind also Wesen mit einem Körper auf Zeit, etwa für die Dauer von einigen Minuten bis maximal etwa einer Stunden. Danach lösen sich die Phantome wieder auf, wobei die irdische Materie, aus welcher der Phantomkörper aufgebaut war, wieder in das Medium zurückkehrt.

Bekannte und bedeutende Medien für Materialisationen waren Carlos Mirabelli (1889-1951), Margery Crandon (geb. um 1895-1941), Einer Nielsen (1894-1965), Elisabeth d'Espérance (1855-1919) und Franek Kluski (1874- ?). Es handelt sich bei letzterem um einen damaligen leitenden Bankbeamten und Schriftsteller in Warschau. Bei ihm konnten in reichem Maße isoliert auftretende und sich bewegende materialisierte "menschliche" Hände, manchmal auch Füße, neben anderen Erscheinungen beobachtet werden. Um die Jahreswende 1917/18 entdeckte er bei Besuchen von Sitzungen mit dem polnischen Materialisationsmedium Jan Guzyk seine eigenen medialen Fähigkeiten. In den folgenden Jahren entwickelte sich diese Gabe in erstaunlichem Maße und wurde nicht nur in Warschau untersucht, sondern auch in Paris im Laboratorium des Institut Métapsychique International. Die Pariser Untersucher waren der Direktor dieses Institutes der Arzt Dr. Gustave Geley (1868-1924), der französische Physiologe Prof. Charles Richet (1850-1935), der französische Astronom Prof. Flammarion (1842-1925) und einige weitere wechselnde Beobachter. Bei Kluski konnten im Laufe der Jahre neben den anschließend genauer besprochenen Erscheinungen noch folgende Vorgänge beobachtet werden: Paranormale Bewegung und Erhebung (Levitation) von Tischen, anderen Gegenständen und von Personen (Medium und Sitzungsteilnehmer); paranormale Licht- und Leuchterscheinungen der verschiedensten Art; paranormale Klopftöne und automatisches Schreiben des Mediums in Halbtrance oder Volltrance unter Einfluß jenseitiger Wesenheiten; paranormale magnetische Vorgänge und die Bildung (Materialisation) vollständiger "Lebewesen" (Menschen und Tiere).

Hier soll zunächst die paranormale Bildung losgelöster menschlicher Gliedmaßen besprochen werden. Die Versuche fanden Ende 1920 im Institut Métapsychique International in Paris statt. Als Versuchsraum diente ein Zimmer der Größe 5 m mal 9 m, ohne Fenster, aber mit zwei Türen, die während der Versuche abgeschlossen wurden. Außer Kluski, der auf einem einfachen Stuhl saß, waren nur die Untersucher anwesend. Zwei von ihnen, je einer zu seiner Rechten und Linken, hielten ihm während der ganzen Versuchsdauer die Hände. Auch die übrigen Teilnehmer gaben einander der Hände und bildeten auf diese Weise eine geschlossene "Kette". Die Beleuchtung bestand wegen der Lichtempfindlichkeit der ektoplastischen Gebilde aus dunkelrotem Licht einer 50-Watt-Glühbirne.

Kluski verhielt sich während der ganzen Dauer der Sitzungen fast völlig ruhig. Die einzige Bewegung, die er manchmal während des Trancezustandes machte, bestand darin, daß er seine Stirn auf den vor ihm stehenden Tisch legte oder seinen Kopf an die Schulter eines der Kontrollierenden anlehnte. Seine Hände bewegten sich niemals. Nach Beginn der Sitzung fiel Kluski sehr schnell in einen halbtranceartigen Zustand, blieb dabei aber bei Bewußtsein und konnte daher die Erscheinungen selbst mit beobachten. Jedoch ließ jeder Willensakt oder jeder Versuch einer sonstigen aktiven Beteiligung Kluskis die Vorgänge sofort aufhören. Völlige Passivität des Mediums war also unbedingt erforderlich. Um sie in genügendem Maße zu erreichen, fiel Kluski auch manchmal in Volltrance. Nach Sitzungsbeginn entwickelten sich die Vorgänge meist ziemlich schnell. Puls und Atmung beschleunigten sich dabei etwas. Dr. Geley berichtet vom 14. November 1920 (17, S. 74):

"Prof. Richet kontrollierte die linke Hand des Mediums. Plötzlich sah ich aus der linken Seite des Mediums eine weiße Masse hervorgehen, die fast augenblicklich die Form einer Hand annahm und sehr lebhaft vorrückte, bis sie den Arm des Professors berührte. In demselben Augenblick rief letzterer, der diese Hand noch nicht gesehen hatte: 'Ich bin berührt worden.' Wahrscheinlich ereignete sich dieselbe Tatsache mehrmals, blieb aber unbemerkt."

Über die Sitzung vom 20. November 1920 berichtet Geley (17, S. 75): "Ich hielt die linke und Graf Julius Potocki die rechte Hand des Mediums. Die Kontrolle war vollkommen. Unter anderen bedeutenden Phänomenen sah ich plötzlich eine lange und feine Hand am Ende eines Armes, die sich unter meinen Augen bildete und sich an dem Medium vorbei quer durch den Zirkel bewegte in der Richtung auf Madame Geley zu, die mir gegenüber saß. Die ganze Hand und auch Unter- und Oberarm waren sichtbar. Es handelte sich um eine männliche Hand von schöner Form. Das Handgelenk war fein entwickelt, Unter- und Oberarm waren mit einem Gewebe aus weißem Leinen mit regulären Längsfalten bekleidet (Das Medium trug einen schwarzen Paletot). Nach der Berührung der Madame Geley verschwand das Gebilde."

Diese Hände berührten oftmals die anwesenden Beobachter. Dabei fühlten sie sich warm an, wie "lebende" Hände bei normaler Temperatur. Sie streiften oder streichelten besonders Hände, Arme oder Kopf der Experimentatoren. Die Berührungen waren stets weich und sanft, niemals heftig oder grob. Oft bewegten sie vorhandene Gegenstände, und manchmal waren sie auch selbstleuchtend.

Um das Auftreten dieser Gliedmaßen nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv nachweisen zu können, wurden von ihnen Paraffinformen hergestellt, die später mit Gips ausgegossen wurden.

Im Jahre 1924 nahm der Prof. für Anatomie an der Universität Michigan (U.S.A.) F.W. Pawlowski, ein gebürtiger Pole, an Untersuchungen mit Kluski in Warschau teil. Hierbei traten auch menschliche Vollphantome auf, über die Pawlowski folgendes berichtet (13, S. 19): "Im Falle Kluski erschienen die Phantome meist unerwartet hinter oder neben dem Medium. Ich sah dann etwas wie einen leuchtenden Rauch oder Nebel, der über dem Kopf des Mediums wie eine kleine Wolke lag. Die Wolke ging seitwärts, und in wenigen Sekunden wurde daraus ein menschlicher Kopf; oder sie breitete sich senkrecht aus, und es wurde aus ihr eine ganze menschliche Erscheinung, die sofort anfing herumzugehen usf. Sehr oft jedoch erschienen die Phantome in Entfernung vom Medium hinter den Rücken der weit weg sitzenden Teilnehmer und oft auch in einem entfernten Teil des Sitzungsraumes.

Bei verschiedenen Gelegenheiten erschienen die Phantome hinter meinem Rücken. Ich wurde sie durch das Geräusch ihres Atems gewahr, das ich deutlich hören konnte, noch bevor die mir gegenüber Sitzenden sie sahen. Wenn ich mich umdrehte, sah ich ihre Gesichter einen Fuß breit von mir entfernt, sie lächelten und sahen mich aufmerksam an. Manche von ihnen atmeten so heftig, als kämen sie von einem anstrengenden Lauf, und bei dieser
Gelegenheit fühlte ich ihren Atem auf meinem Gesicht. Einmal horchte ich auf die Herzschläge eines Phantoms.

Die Erscheinungen bewegten sich rund um den Tisch und um die Teilnehmer. Sie machten so seltsame Bewegungen und Sprünge, daß, wenn sie wirklich mit dem Medium durch eine ektoplasmische Schnur oder ein ebensolches Band verbunden gewesen wären, die Teilnehmer davon hätten umwickelt werden müssen. Ich habe in diesem Zirkel von den Teilnehmern nie eine derartige ektoplasmische Verbindung nennen hören.

Das Gewicht der Phantome war, nach dem Klang ihrer Schritte auf dem Fußboden, normal. Auch hatte man beim Befühlen der Körper den Eindruck der Dichtigkeit. Trotzdem flogen manche Erscheinungen durch die Luft, über den Tisch und die Teilnehmer hinweg, wenn man es wünschte. Bei einer solchen Gelegenheit sah ich zwei Phantome über unseren Köpfen im hohen Zimmer fliegen und seltsame Volten machen, während eines das andere mit Leuchtplatten beleuchtete. Es war wirklich ein schöner Anblick, eine Art Luftballett.

Sehr oft legten die Phantome, nachdem sie die Runde um den Tisch gemacht hatten und bevor sie verschwanden, gerade vor mich die Leuchtplatten hin. Ich versuchte zweimal, die nächste Erscheinung vom Ergreifen der Leuchtplatten dadurch abzuhalten, daß ich sie selbst in die Hand nahm. Sie wurden mir aber jedesmal mit einem festen und starken Griff weggenommen.

Das Überraschendste und Interessanteste an den Erscheinungen, sozusagen das Wichtigste für mich daran, war das vollkommen menschliche Betragen derselben. Sie benahmen sich wie Teilnehmer an einer Gesellschaft. Bei ihrem Rundgang um den Tisch begrüßten sie die mehr familiären Teilnehmer mit einem Lächeln des Erkennens, während sie im Zirkel neue Personen aufmerksam betrachteten. Der neugierige Ausdruck in ihren Augen ist schwer zu beschreiben und gleicht dem von Kindern im Alter des Erwachens ihrer Intelligenz. Man denkt unwillkürlich daran, wer von beiden, Mensch oder Phantom, interessierter ist, den anderen zu sehen.

Einige Phantome sind sehr abgeklärt, andere zeigen eine heitere Veranlagung. Ich konnte aus ihren Bemühungen, unsere Blicke, unser Lächeln, unsere Fragen und Antworten zu verstehen, und aus ihren Handlungen entnehmen, daß es ihnen sehr darum zu tun war, uns davon zu überzeugen, daß sie wirkliche Wesenheiten und keine Illusionen oder Halluzinationen sind.

Da die Erscheinungen so vollkommen menschliche und zugleich realistische sind, wird der kritiklose Skeptiker sagen: 'Ja, das ist einfach, es sind eben wirkliche Menschen.' Doch dies würde die teilweisen Materialisationen von lebenden Händen, Armen und Köpfen nicht erklären. Auch sind die Erscheinungen nicht immer von normaler Größe. Gegen Ende der Sitzung, wenn das Medium bis zu einem gewissen Grade erschöpft ist, oder wenn es schon vor der Sitzung weniger gut disponiert war, haben die Phantome nicht die volle Größe, sondern nur zwei Drittel oder ein halb davon. Als ich ein solches Phantom zum ersten Mal erblickte, glaubte ich, es sei ein Kind, aber bei näherer Betrachtung sah ich an dem faltenreichen Gesicht, daß es eine alte Frau oder ein alter Mann war, nur unter Normalgröße.

Der Zirkelleiter pflegt in einem solchen Fall zu sagen: 'Wir wollen dem Medium helfen' (ein technischer Ausdruck im Zirkel). Er fängt dann an, im Takt zu klopfen, wobei alle Teilnehmer tief und gleichmäßig atmen. Der Effekt dieser Prozedur ist wunderbar: die verkleinerte Phantomgestalt wächst und erreicht in wenigen Sekunden ihre volle Größe.

Die bei Kluski sich zeigenden Phantome gehören verschiedenen Nationen an und sprechen gewöhnlich ihre Muttersprache. Dessen ungeachtet verstehen sie die in jeder Sprache an sie gerichteten Worte sehr gut (Gewöhnlich wird im Zirkel polnisch gesprochen).

Sie scheinen die Gabe zu haben, in den Seelen anderer zu lesen, denn es ist nicht nötig, einen Wunsch oder eine bestimmte Frage auszusprechen. Der Gedanke allein genügt schon, um ausgeführt zu werden. Man braucht nur zu denken, daß das Phantom dies oder jenes tun soll, so wird es ausgeführt oder die Ausführung verweigert. In der Tat, einige von ihnen weigern sich manchmal, gewisse Dinge zu tun, oder sie erklären, daß sie es gar nicht machen können oder nicht zu dieser Stunde, oder sie versprechen, es bei anderer Gelegenheit zu tun oder es zu versuchen.

Nicht alle Erscheinungen können sprechen. Viele ziehen es vor, sich durch Klopfen zu verständigen, was sehr langweilig und zeitraubend ist, weil man immer mit dem Alphabet von vorne buchstabieren muß. Die Stimmen sind vollkommen deutlich und von normaler Tonstärke. Sie hören sich an wie ein lautes Flüstern.

Der beim Sprechen die Gesichter belebende Ausdruck ist sehr überzeugend. Bei einer Gelegenheit konnte ich deutlich den Ausdruck der Erwartung im Gesicht der Erscheinung eines Türken (von den anderen Teilnehmern oft gesehen) wahrnehmen, der sich vor mir verneigte und sagte: 'Chokyash Lehistan.' Als er bemerkte, daß ich ihn nicht verstand, wiederholte er freundlich lächelnd dieselben Worte. Nicht wissend, was er wollte, aber aus dem Sympathiegefühl des Polen für seine ritterliche Nation heraus, sagte ich zu ihm: 'Vive la Turquie.' Man konnte deutlich sehen, wie erfreut er darüber war. Er lächelte, seine Augen strahlten, er kreuzte die Arme, verbeugte sich und verschwand. Ich notierte mir seine Worte in polnisch-phonetischen Lauten auf meinem Notizblock. Am nächsten Tag ließ ich sie mir von einem Kenner der Sprache übersetzen und fand, daß es heißt: 'Vive la Pologne'.

Ich könnte noch viele interessante Erfahrungen mitteilen, muß aber die Grenzen meines Berichtes einhalten. Einige Beobachtungen habe ich aus diesem Bericht ausgeschlossen. Ich bin daran, diese hier nicht erwähnten Phänomene zu bearbeiten und baldigst nach Warschau zu senden.

In jedem Fall bin ich überzeugt, daß wir an der Schwelle einer neuen Wissenschaft und vielleicht auch einer neuen Ära angelangt sind. Es ist für jedermann unmöglich, diese Phänomene zu verneinen oder zu verwerfen, und es ist unmöglich, sie mit Taschenspielertricks zu erklären. Ich erkenne an, daß dies alles außerhalb unseres Fassungsvermögens liegt. Wir sind durch die Wunder der modernen Wissenschaft verdorben. Wir können an das Natürliche, das in so großer Schönheit zu uns kommt, wir können an das Geheimnis nicht mehr glauben. Dies anzunehmen würde unseren ganzen Standpunkt sowohl dem Leben und dem Tod gegenüber von Grund auf verändern, als auch den der Philosophie und Wissenschaften."

In großem Maße traten Vollphantome bei Einer Nielsen in Kopenhagen auf und wurden dort auch mehrfach photographiert. Man schätzt, daß bei Nielsen von 1914-1961 in ungefähr 1700 Materialisationssitzungen etwa 17000 vollmaterialisierte Gestalten (Phantome) erschienen sind. Manche Gestalten kamen hunderte von Malen, doch stets auch neue, je nach den gerade anwesenden und zuschauenden Teilnehmern dieser Erde. Die wechselnden Phantome, die auftraten, gaben sich ja meist als verstorbene Verwandte oder Freunde der anwesenden Personen aus und wurden von diesen als solche auch erkannt und anerkannt.

Bild 9: Vollphantom 1950 bei Einer Nielsen. Entnommen (4, S.70).

Bild 9 zeigt das Photo eines männlichen Vollphantoms oder Fast-Vollphantoms, das sich 1950 bei Einer Nielsen zeigte. Es ist noch nicht oder nicht mehr vollmaterialisiert, denn es ist in der linken Körperhälfte durchsichtig. Der rechte Arm des in Volltrance hinter ihm stehenden Mediums ist durch das Phantom hindurch zu sehen. Um zu zeigen, daß das Phantom nicht das verkleidete Medium ist, haben die Kontrollgeister das Medium aus seinem durch einen Vorhang abgetrennten Kabinett heraustreten lassen. Die geschlossenen Augen des Mediums zeigen den Trance-Zustand an. Das Phantom steht auch nicht, sondern schwebt zwischen der ersten und zweiten Reihe der Zuschauer, in diesem Fall Damen, die an ihren weißen Kragen kenntlich sind. Die starke Vermummung des Phantoms hat darin ihren Grund, daß das damals in Kopenhagen angewandte sichtbare Blitzlicht für die Phantome und ihre ektoplastischen Körper sehr unangenehm war. Sie lösten sich durch den starken Lichteinfall sofort auf. Die weiße Gewandung sollte aber möglichst viel Licht reflektieren.

11. Die Verwendung technischer Geräte

Am 12. Juni 1959 machte Friedrich Jürgenson, ein in Schweden lebender, Anfang dieses Jahrhunderts in Odessa geborener Sohn eines baltischen Arztes, eine seltsame Entdeckung. Er befaßte sich mit Tonbandaufzeichnungen von Vogelstimmen und nahm an diesem Tag aus der Dachstube einer abseits gelegenen Waldhütte heraus für etwa fünf Minuten den Gesang eines Buchfinken auf. Als er wenig später (9, S. 18) die Bandaufnahme abhörte, nahm er einen sturmähnlichen vibrierenden Brauseton wahr, durch den man, wie aus weiter Ferne, ein leises Finkengezwitscher erkennen konnte. Dann aber erklang plötzlich ein Trompetensolo, das eine Art einleitenden Tusch ausführte. Er lauschte erstaunt weiter, als plötzlich eine Männerstimme auf Norwegisch zu sprechen begann. Obwohl die Stimme leise klang, konnte er doch recht deutlich die Worte verstehen. Der Mann sprach von "nächtlichen Vogelstimmen". Jürgenson vernahm dann eine Reihe schnatternder, pfeifender und plätschernder Laute, unter denen er die Stimme einer Rohrdommel zu erkennen glaubte. Plötzlich verstummte der Vogelchor und mit ihm das vibrierende Brausen. Im nächsten Augenblick erklang das laute Zwitschern des Buchfinks, und man hörte in der Ferne die Meisen singen - das Tonbandgerät arbeitete wieder normal.

Jürgenson erwog zuerst, ob er nicht ungewollt einen Teil einer norwegischen Rundfunksendung empfangen habe, stellte sich zugleich aber auch die Frage, ob nicht unsichtbare Intelligenzen auf diese merkwürdige Weise seine Aufmerksamkeit erregen wollten. Er machte daher abends mit seinem Tonbandgerät weitere Aufnahmeversuche, in der Hoffnung, irgendwelche weiteren Sendungen aus jener mysteriösen Quelle aufzunehmen, von der die norwegischen Nachtvogelstimmen stammten. Seine Ausdauer wurde belohnt. Nach vier Wochen vergeblicher Bemühungen hatte er am 12. Juli Erfolg. Er hörte wiederum einen vibrierenden Brauseton und weitere Nebengeräusche, aus denen er eine englische Stimme heraushören konnte, die kurze Anmerkungen zu seiner geschichtlichen Arbeit über die russische Zarenfamilie machte und schließlich sagte (9, S. 22): "Friedrich, du wirst beobachtet. - Friedrich, wenn du auch des Tages ins Deutsche übersetzt und deutest - jeden Abend versuche die Wahrheit zu lösen mit dem Schiff ... mit dem Schiff im Dunkeln!"

Von diesem Tage an bis zu seinem Tode am 15. Oktober 1987 hat Friedrich Jürgenson einen großen Teil seiner Arbeitszeit der Aufnahme dieser mysteriösen paranormalen Tonbandstimmen gewidmet. Er erhielt eine Vielzahl von Einspielungen in den unterschiedlichsten Sprachen, die ihm meist bruchstückweise Mitteilungen, Hinweise und Anweisungen gaben. Als Urheber wurden die Namen von verstorbenen Bekannten, Freunden, Verwandten, aber auch unbekannten Persönlichkeiten angegeben.

Die daraufhin erfolgten Veröffentlichungen erregten weltweites Interesse und riefen zahlreiche Nachfolgeuntersucher auf den Plan. Es bildeten sich sehr bald, auch in Deutschland, sogenannte "Tonbandstimmenforscher-Vereine" mit einer großen Mitgliederzahl. Das Jürgensonsche Verfahren und seine Weiterentwicklung wurde zur Kontaktbrücke zum Jenseits für fast Jedermann. Die Einspielungen auf ein Tonbandgerät erfolgen dabei entweder über ein Mikrophon oder ein Radiogerät. Das Prinzip besteht darin, daß normal vorhandene oder künstlich erzeugte Geräusche (Tropfen eines Wasserhahnes, Schwingungen eines Feldgenerators, fremdsprachliche Rundfunksendung, deren Sprache der Aufnehmende nicht beherrscht o.a.) während der Aufnahme paranormal in Teilen so umgeformt werden, daß daraus eine mehr oder weniger gut verständliche Mitteilung wird. Oft sind es nur einzelne Worte, Bruchstücke von Sätzen mit gelegentlich verdrehter Satzstellung oder stark verrauschte Sprachfetzen. Um alles richtig zu deuten, bedarf es längerer Schulung, um nicht mit viel Phantasie allzuviel in die Aufnahmen hineinzuhören, was gar nicht darin enthalten ist.

Neben diesen einfachen Versuchsanordnungen, die auch für Nichttechniker anwendbar sind, wurden beispielsweise von dem Elektroakustiker Hans-Otto König auch ausgereiftere Geräte entwickelt, die darauf beruhen, daß eine Energiestrahlung elektromagnetischer oder optischer Natur (Infrarot) für das menschliche Ohr unhörbar ausgesendet und in kurzer Entfernung wieder aufgefangen wird. Innerhalb des Strahlungsbereiches findet dann bei erfolgreichem Ablauf eine paranormale Beeinflussung (eine Art Modulation) des ausgesendeten Energiestrahls statt, derart, daß in dem nachgeschalteten Empfänger und Lautsprecher oder Tonbandgerät mehr oder weniger gut verständliche Sprache wahrnehmbar wird. Bei einer öffentlichen Demonstration habe ich 1988 Sätze von hervorragender Güte gehört, die nicht etwa erst gedeutet werden mußten. Die Bilder 10 und 11 zeigen Bockschaltbilder derartiger Versuchsanordnungen.

Bild 10: Blockschaltbild nach Hans-Otto König zum Empfang paranormaler Stimmen. Ein elektrisches Frequenzgemisch oberhalb der menschlichen Hörschwelle wird über eine kleine Sendeantenne drahtlos ausgesendet und in kurzer Entfernung über eine Empfangsantenne aufgenommen. Bei erfolgreichem Ablauf wird in dem drahtlosen Strahlungsbereich ein Teil der unhörbaren Schwingungen in hörbare Sprache umgewandelt. Entnommen (10, S. 7).

Bild 11: Blockschaltbild nach Hans-Otto König zum Empfang paranormaler Stimmen. Ein elektrisches für das menschliche Ohr unhörbares Frequenzgemisch (sechs Frequenzen) wird in einem Sender in infrarote optische Strahlung umgewandelt und in kurzer Entfernung durch einen Infrarot-Empfänger (Photodiode) wieder aufgenommen. Zugleich wird auch elektrische Hochfrequenz im Rückkopplungsverfahren ausgesendet und durch eine Antenne wieder aufgenommen. Beide Strahlungsfelder können paranormal beeinflußt werden. Entnommen (10, S. 9).

Die Benutzer des Tonbandstimmenphänomens gehen davon aus, daß die Verursacher der Einspielungen verstorbene Freunde und Verwandte aus einem jenseitigen Daseinsbereich sind. Wie diese jedoch physikalisch die paranormale Beeinflussung der Geräte bewirken, ist bislang völlig ungeklärt. Gegner dieser Auffassung behaupten entweder, daß alles technisch gewollte Manipulation oder technische Artefakte oder phantasievolles Hineinhören sei, oder aber, wenn es denn schon ein paranormales Phänomen sei, dann offenbare sich dort nur das Steigrohr des eigenen Unterbewußtseins. Alles das mag in Einzelfällen tatsächlich vorkommen. In den meisten Fällen neige ich aber der spiritistischen Auffassung zu.

Die Mitgliederschaft der Tonbandstimmenforscher-Vereine besteht in der Mehrzahl aus Menschen, die Verwandte durch den Tod verloren haben, und die überwiegend Frauen sind. Wenn man Tischgesprächen bei Vereinstreffen zuhört, so laufen sie oft so ab: "Mein Mann ist nun schon zwei Jahre tot. Und wann haben Sie Ihren Sohn verloren?" Die Trauer und Verzweiflung führt die Menschen dazu, mit den für sie erreichbaren Mitteln die Verbindung zum Jenseits zu suchen. Sie machen sich aber mangels einschlägiger Kenntnisse nicht klar, daß sie oftmals den Verstorbenen durch ihr ständiges Rufen zu Tonbandmitteilungen an die Erde binden und von einer jenseitigen Fortentwicklung abhalten. Ein sehr tragisches Beispiel habe ich in allen Einzelheiten miterlebt, wo ein mit 13 Jahren durch Unfall verstorbener Junge durch die ständigen Kontaktversuche seiner Mutter durch Tonbandgerät und Medien für neun Jahre an diese Erde gebunden wurde. Er blieb während jener Zeit auf dem geistigen Stand eines Dreizehnjährigen stehen. Ausführlich habe ich diesen Fall in dem Buch "Leben nach dem irdischen Tod" (18) S. 153 ff. dargestellt.

Vom menschlichen Standpunkt aus gesehen ist es jedoch für mich verständlich, daß die Hinterbliebenen Trost suchen durch die Verbindung mit den Hinübergegangenen. Leider werden sie von ihren Kirchen und Theologen in ihrem Schmerz meist völlig im Stich gelassen. Schon oft haben mir Trauernde berichtet, daß sie in ihrem Leid von ihren Pfarrern keinen Trost und Hilfe erfahren haben. Vor kurzen sagte mir ein evangelischer Geistlicher in einem langen Gespräch über dieses Thema, daß das Problem Sterben, Tod und Leben danach in seinem Theologiestudium überhaupt nicht vorgekommen sei. Er empfinde das aber immer stärker als großen Nachteil.

Nachzutragen ist, daß Todbandversuche nicht bei jedem gelingen. Auch hier ist in gewissem Grade eine Eigenschaft erforderlich, die wir als medial bezeichnen. Je stärker diese vorhanden ist, desto besser gelingen die Versuche. Eine kostspielige Ausrüstung ist nicht ausschlaggebend.

Ein Mann, der nach dem Tod naher Angehöriger ebenfalls Tonbandeinspielungen vornahm, war ein in Aachen lebender Rentner Klaus Schreiber (gest. 1988). Er erhielt über seine Einspielungen ab 1985 Hinweise, es bei seinen Jenseitskontakten auch mit Fernsehaufnahmen zu versuchen. Dazu betrieb er nach einigem Probieren eine Fernsehanlage im optischen Rückkopplungsverfahren. Darunter ist folgendes zu verstehen: Eine Fernsehkamera ist über Kabel unmittelbar mit einem Fernsehempfänger und einem Videorecorder verbunden. Die Fernsehkamera ist unmittelbar (von unten schräg seitlich) auf den Fernsehempfänger gerichtet. Eine Außenantenne ist nicht vorhanden. Die Anordnung wird außerdem auf einem Kanal betrieben, der nicht von einem öffentlichen Fernsehsender belegt ist.

Wenn in dem "Blickfeld" der Fernsehkamera eine Lichterscheinung auftritt (z.B. ein Reflex auf der Frontscheibe des Fernsehempfängers), wird diese sofort an den Empfänger weitergeleitet, von seinem Bildschirm von der Kamera erneut aufgenommen, wieder an den Empfänger weitergeleitet usw. Als Ergebnis sind auf dem Bildschirm mehr oder weniger schnell wechselnde, teilweise periodisch schwingende Muster unterschiedlicher Helligkeit zu sehen. Alles wird von dem angeschlossenen Videorecorder aufgezeichnet. Nach Abschluß eines etwa ein bis drei Minuten dauernden Versuches beobachtete Klaus Schreiber die Bildaufzeichnung in Zeitlupe, teilweise in Einzelbildschaltung, auf dem Fernsehschirm. In erfolgreichen Fällen traten aus verwaschenen Konturen für ganz kurze Augenblicke mehr oder weniger deutliche Abbilder von verstorbenen Personen in Erscheinung.

Schreiber führte seine Versuche auch öffentlich vor, z.B. in der Fernsehsendung "Unglaubliche Geschichten" des Senders RTL-Luxemburg am 14.3.1987 (20, S. 294). Dabei erschien zunächst das Bild einer weiblichen Gestalt, danach das relativ deutliche Bild eines unbekannten Mönches (Bild 12 unten). Zur Erklärung und Einordnung dieser Erscheinung wurde zehn Tage später am 24.3.1987 Klaus Schreiber auf seine Frage: "Ich frage hier: Wer bist du? Bitte antworte mir!" schreibmedial mitgeteilt (20, S. 294): "Klaus, ich komme zu dir in deine Gedankenwelt, und auch ich werde dir eine Antwort hierauf geben. Ich war ein wenig vor deiner Zeit da. Ich war ein ABT. Mein Name war Aluis. Ich habe in einem Kloster schon vor deiner Zeit in deinem Sinne gearbeitet. So etwas wiederholt sich immer wieder in unseren Ebenen. So bin ich, genau wie du jetzt in deiner Zeit, von meinen Mitmenschen nicht verstanden worden und mußte viel von meinem Wissen für mich behalten bis auf einige Punkte, die ich, ohne die Menschen zu verwirren, lehren konnte. Man wird mich bei euch sehen und erkennen."

Als am 4.4.1987 das Videoband mit dem Bild der Mönches in Mainz vorgeführt wurde, vermutete ein Zuschauer, es könne sich bei dem Unbekannten um den verstorbenen Abt. Dr. Alois Wiesinger handeln. Als man dessen Bild in der Festschrift vom IMAGO MUNDI (Geschichte, Grenzgebiete, Satzungen, Tätigkeit, Resch Verlag, Innsbruck 1985), S. 13 ausfindig machte, stellte sich eine bemerkenswerte Ähnlichkeit heraus (Bild 12). Wiesinger (1885-1955) war ab 1917 Abt des Zisterzienserstiftes Schlierbach in OÖ. 1951 gründete er zusammen mit dem Verleger Josef Kral die Zeitschrift Glaube und Erkenntnis, die sich paranormalen Themen widmete. 1952 veröffentlichte er das Buch "Okkulte Phänomene im Lichte der Theologie", das ein mutiges Eintreten für die Fragen der Parapsychologie und ein geistiges Prinzip im Menschen war. Daß Klaus Schreiber in seiner medialen Mitteilung den Vornamen des Abtes mir Aluis statt Alois angab, beruht vermutlich auf einem Übermittlungs- bzw. Hörfehler von Schreiber. - Die Versuche von Schreiber werden von anderen Untersuchern fortgesetzt und haben inzwischen nicht nur Einzelbilder, sondern auch kurze bewegte Szenen von "Menschen" und Tieren hervorgebracht, die teilweise sehr deutlich sind.

Wer sich für technische Einzelheiten dieses Gebietes, das man als Instrumentelle Transkommunikation bezeichnet und das auch die paranormale Beeinflussung von Computern umfaßt, interessiert, möge das Standardwerk (20) des Physikers Prof. Senkowski lesen

Bild 12: Abt Dr. Alois Wiesinger (1885-1955) zu Lebzeiten (oben) und paranormales Videobild vom 14.3.1987 (unt.). Entnommen (20, S. 295)

12. Schlußbetrachtung

Der Leser dieser Abhandlung wird möglicherweise, abhängig von der inneren Einstellung, den Wunsch verspüren, ebenfalls die Verbindung mit der jenseitigen Welt aufzunehmen. Ihm muß gesagt werden, daß ein solcher Schritt nicht gefahrlos ist. Wenn keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden ist es so, als wenn man nachts seine Haustür aufmacht und ruft: "Kommt nur alle herein!" Wer da dann kommt, kann sich als sehr unangenehm erweisen und will unter Umständen freiwillig gar nicht wieder fortgehen. Schon mancher ist beraubt oder ermordet worden, wenn er wahllos unbekannte Leute in seine Wohnung gelassen hat. Nicht viel anders kann es einem bei der leichtfertigen Verbindungsaufnahme mit der jenseitigen Welt ergehen. Welch schreckliche Dinge dabei passieren können, habe ich in den Abhandlungen (18, Kap.6; 19, S. 193 ff) dargestellt. Ein Beispiel führe ich hier von dem amerikanischen parapsychologischen Forscher Prof. Hans Holzer (geb. 1920) an. Nach Schilderung zweier vorangehender Fälle schreibt er (8, S. 154):

"Wenig später erfuhr ich von einem wesentlich ernsteren Fall, bei dem sich kein guter Ausgang abzeichnet. Es handelt sich um die Frau eines bekannten Verlagsdirektors. Sie schrieb, malte, war eine Schönheit, sehr geistreich und in der Gesellschaft sehr beliebt. Körperlich krank war sie nicht, als die Ereignisse begannen. Ab und zu nahm sie einen Drink oder auch zwei, aber sie war keine Alkoholikerin und litt nicht unter Depressionen. Sie hatte keine Probleme, aber auch kein Interesse am Okkulten, das sie für Aberglauben hielt.

Eines Tages befand sich diese Mrs. K. im Landhaus einer Verwandten, deren Hobby das Tischrücken war. Sie war gut gelaunt und ließ sich herbei, daran teilzunehmen, aber nicht aus Neugier, sondern um ihrer Gastgeberin einen Gefallen zu tun. Anwesend war noch eine Freundin der Gastgeberin, welche die Funktion einer Gesellschafterin ausübte.

Kaum hatte Mrs. K. die Hände auf den Tisch gelegt, da fand sie die Sache auch schon langweilig und stand auf. Dann brachte man das Ouija-Brett, und Mrs. K. stieß zur Gruppe. Das Brett schien sich ganz auf Mrs. K. zu konzentrieren, so daß sie schließlich Angst bekam und aufhören wollte, aber ihre Gastgeberin überredete sie, Papier und Bleistift zu nehmen und mitzuschreiben, wenn der Geist das wünschte.

Mrs. K. hielt das für unwahrscheinlich, und sie war dann sehr verblüfft, als der Bleistift wie von selbst etwas auf das Papier kritzelte, das ein verzerrtes Gesicht zu sein schien, vielleicht das eines wahnsinnigen jungen Mannes. Und um die Zeichnung lief eine Schrift: 'Ich habe die getötet, die ich liebe.' Das Wort 'getötet' war mit solchem Nachdruck geschrieben, daß an dieser Stelle das Papier eingerissen war. Nun sprang Mrs. K. auf, tat einen wilden Schrei, der die anderen mit Angst erfüllte, und war jetzt in so tiefer Trance, daß sie lange Zeit nicht mehr normal schien. Danach war sie zutiefst von ihrem ersten Erlebnis des Beherrschtseins erschüttert.

Nun war sie nicht mehr so skeptisch und schwor, niemals mehr das Unheimliche herauszufordern. Doch die Tür, die sie geöffnet hatte, wollte sich nicht mehr schließen. Sie wurde das Instrument einer ganzen Reihe entkörperlichter Persönlichkeiten, die sie als Medium benützten, um sich nach langen Jahren enttäuschenden Vergessenseins wieder mitzuteilen.

Es waren Soldaten, der Architekt des Hauses, ein Gentleman aus dem achtzehnten Jahrhundert und der gewalttätige Mörder, der die psychische Tür aufgemacht hatte. Er war Maler gewesen und begann Mrs. K. so zu beherrschen, daß ihr eigener, liebenswürdiger Stil ganz im gewalttätigen, heftigen des jungen Mannes unterging. Sie konnte keinen Pinsel in die Hand nehmen, ohne unter seinem Einfluß zu stehen.

Dann folgte eine brutale alte Vettel, die Mrs. K. viele Verletzungen beibrachte. Ihr verängstigter Mann ließ sie in jeder Beziehung gründlich untersuchen, doch man bescheinigte ihr eine vorzügliche geistige und seelische Gesundheit. Eine Erklärung für das, was mit ihr geschah, ließ sich nicht finden. Eine Reihe von Psychiatern, die der Parapsychologie freundlich gesinnt waren, versuchten ihr zu helfen - ohne Erfolg.

Als ich sie kennenlernte, versuchte ich die eingedrungene Persönlichkeit zum Verlassen ihres Geistes zu bewegen. Aber mit einem Verrückten läßt sich nicht rechten, und der Kampf war sehr heftig. Es dauerte Monate und bedurfte intensiver und tiefer Hypnose, um sie wieder einigermaßen unter Kontrolle zu bringen.

Persönlich erlebte sie einige Enttäuschungen; sie schrieb und malte sehr gut, aber noch war nichts veröffentlicht oder verkauft. Die Enttäuschung wurde selbstzerstörerisch und trieb sie zum Alkohol. Nun wurde es immer schwieriger, fremde Persönlichkeiten aus ihrem Geist fernzuhalten. Allmählich faszinierte sie die neue Möglichkeit, und sie verwandte viel Zeit auf die Entwicklung ihres medialen Talents. Statt ihre geistige Tür zu schließen, machte sie diese ganz weit auf für alle Persönlichkeiten, die mit ihrer Hand zu schreiben wünschten.

Sie begann zu kränkeln, und trotz aller Kuren besserte sich ihr Gesundheitszustand nicht. Ihr Körper war schon geschädigt. Viele Leute versuchten, ihr zu helfen und die fremden Geister auszutreiben, die sie beherrschten. Heute ist Mrs. K. eine invalide Person, die nicht mehr auf eine merkliche Besserung ihrer Gesundheit hoffen kann. Eine Weile hatte ich bei ihr Erfolg gehabt, als sie aber selbst keinen Wunsch mehr hatte, sich zu wehren, war alle Mühe umsonst.

Diese fremden Persönlichkeiten waren von Mrs. K. als Medium angezogen worden. Sie war ein Naturtalent, wußte jedoch nicht und lernte auch nie, wie sie diese Invasionen kontrollieren konnte, so daß sie ihr nicht hätten schaden können.

Es gibt registrierte Fälle von anscheinend gesunden Leuten, die plötzlich Amok laufen oder nahe Verwandte töten. Sie können meistens keine Gründe für ihre Tat angeben. Viele wissen von einem bestimmten Punkt an nichts mehr, sie haben 'Mattscheibe', wie man so bildhaft sagt. Hatte eine andere Persönlichkeit sich ihres Körpers bedient und die schrecklichen Verbrechen begangen? Hatte ein böser Entkörperlichter seine aufgestaute Bosheit und Feindseligkeit durch einen Mann abgeladen, der müde von einer harten Tagesarbeit nach Hause kam? Kein Gericht wird eine solche Erklärung akzeptieren, und doch kann sie wahr sein.

Solche Fälle ereignen sich auch oft unter Alkoholeinfluß. Im alkoholisierten Zustand lockern sich die Bande zwischen bewußtem und unbewußten Geist, und da hat es eine Geistpersönlichkeit leicht, sich eines fremden Geistes zu bemächtigen. Dasselbe trifft auf das geschwächte Bewußtsein nach Drogengenuß zu, und zwar nach medizinischen und psychedelischen, nach Opiaten und Barbituraten.

Jedoch - ohne ASW-Begabung (gemeint ist Medialität) der 'Opfer' wären diese schrecklichen Dinge nicht vorgefallen. In solchen Fällen ist ASW eher ein Fluch als eine Gnade, da ja die Betreffenden nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Die beste Verteidigung ist eben doch die Kenntnis der menschlichen Fähigkeiten und ein besseres Verstehen der Dualität unserer Welt - Geist und Materie."

So weit die Ausführungen von Prof. Holzer. Ich möchte noch hinzufügen, daß zur besseren Verteidigung auch die Kenntnis der religiösen Hintergründe und die Bindung an Gott erforderlich ist. Vom Gebet um göttlichen Schutz ist bei Holzer überhaupt nicht die Rede, dafür von Hypnose und gutem Zureden. Und das hat offensichtlich nicht ausgereicht.

Der Verkehr mit der jenseitigen Welt darf nie zum Gesellschaftsvergnügen, zur Sensationsbefriedigung oder zum Kinderspiel ausarten. Als solches wurde aber z. B. das "Tischrücken" von vielen Menschen um die vorletzte Jahrhundertwende betrieben und wird das Planchette-Schreiben und Glasrücken heutzutage von Schülern in manchen Klassen durchgeführt. Jugendmagazine geben dazu die notwendigen Anleitungen und erklären, wie man durch "Pendeln", Tischklopfen und mediales Schreiben die Verbindung zur jenseitigen Welt herstellen kann. Das mag in manchen Fällen harmlos bleiben und ohne schädliche Folgen abgehen, weil es entweder mangels Medialität nicht funktioniert oder bald langweilig und dann eingestellt wird. Es kann aber auch durch einsetzendes und nicht abstellbares Stimmenhören in Form einer Umsessenheit oder Besessenheit schreckliche Folgen haben. Betroffene können schneller beim Psychiater landen, als es ihnen lieb ist.

Dazu ein Beispiel: Ende Oktober 1987 wurde ich von vier Damen und einem Herrn aufgesucht, die Mitte 1986 in einer alten Nummer (vom September 1984) der Jugendzeitschrift "Bravo" genaue Anleitungen zur Aufnahme des Jenseitsverkehrs gelesen hatten. Sie sagten sich: Was so Kinder zuwegebringen, das müssen wir doch auch schaffen. Tatsächlich brachten sie sehr schnell ein kleines Tischchen durch ihre aufgelegten Hände zum Schweben. Bei drei der vier Damen stellten sich mediale Fähigkeiten heraus, besonders bei einer Frau D. Sie hörte Stimmen und begann alsbald, medial zu schreiben. Sie mußte die verschiedenartigsten Botschaften durchgeben, insbesondere auch von einem Geistwesen, das behauptete, die verstorbene Mutter einer der anderen Damen zu sein. Die Wesenheit gab an, vergiftet worden zu sein, und die Kanne mit dem Gift, das ihr beigebracht worden sei, befinde sich noch in ihrem Sarg. Man müsse das Grab öffnen und die Giftkanne entfernen und außerdem Seelenmessen lesen lassen. Tatsächlich war die Mutter eines natürlichen Todes gestorben.

Die Zustände und das auffällige Wesen der Frau D. wurden in kurzer Zeit so schlimm, daß ihr Mann und ihre Mutter die Einweisung in eine psychiatrische Anstalt erwirkten. Dort wurde Frau D. mit Psychopharmaka behandelt, die ihr aber wegen ihrer Nebenwirkungen sehr unangenehm waren. Um aus der Anstalt entlassen zu werden, behauptete sie, keine Stimmen mehr zu hören. Tatsächlich hörte sie diese aber weiterhin und blieb auch nach der Entlassung aus der psychiatrischen Anstalt mit den jenseitigen Wesen in Verbindung. Um sich mit ihnen 'unterhalten' zu können, sollte sie bei den Antworten normal reden oder flüstern. Damit ihre Angehörigen das aber nicht bemerkten, mußte sie auf Anweisung der Geistwesen lernen, ohne Lippenbewegung zu sprechen. Frau D. gab an, zur Zeit ihres Besuches bei mir täglich etwa zwei Stunden mit ihren Geistwesen zu sprechen. Sie meinte, daß es jetzt keine Foppgeister mehr seien, sondern solche, die anderen Geistern helfen wollten. Sie hatte aber die Anweisung bekommen, nicht mehr in der Bibel zu lesen. Die Geister wollten ihr später sagen, was in der Bibel richtig sei und was nicht. Frau D. hat diesen Auftrag nicht als beunruhigend angesehen und verhielt sich ihren Geistern gegenüber sehr vertrauensselig. Die ersten unsinnigen Aufträge hatten sie keineswegs argwöhnisch gemacht. Meinen Rat, den Verkehr mit ihren Geistwesen unter allen Umständen abzubrechen und sich gegen weitere Durchsagen und Aufträge zu sträuben, befolgte sie nicht. Sie handelte sich aber das Verbot ihrer Geistwesen ein, mich nochmals aufzusuchen. Ich befürchte für Frau D. auf lange Sicht eine ungünstige Weiterentwicklung.

Einem Buch über "Geister-Glaube" entnehme ich folgende Anfrage eines 15-jährigen Jungen (14, S. 126): "Seit unserer Geisterbeschwörung habe ich Angst. Ich habe ein großes Problem, mit dem ich alleine nicht mehr fertigwerde. Zusammen mit meiner Clique mache ich des öfteren Geisterbeschwörungen (Gläserrücken, Tischerücken u.ä.). Am Anfang habe ich es genauso wie meine Freunde nur als Zeitvertreib und Spaß angesehen, aber schon langsam bekomme ich echt Angst. Ich fühle mich richtig verfolgt, zumal in meinem Zimmer neuerdings so mysteriöse Dinge geschehen. Musik wird von selbst immer lauter oder leiser, Kerzenlicht flackert plötzlich, und wenn ich alleine z.B. Gläserrücken mache, fährt das Glas immer zielstrebig in meine Richtung anstatt zu den Buchstabentäfelchen. Mir wird das nun langsam echt unheimlich. Bitte sagt mir, wie Ihr Euch das alles erklären könnt? - Günter, 15, Flensburg."

In gleicher Weise kann sogar die Beschäftigung mit paranormalen Tonbandstimmen (wie jeder beliebige Jenseitsverkehr) zu Erscheinungen der Umsessenheit oder Besessenheit führen. Mir sind auch hier tragische Fälle persönlich bekannt, von denen einer bei stark medialer Vorbelastung der Dame zu einem völligen Realitätsverlust und starken Wahnvorstellungen führte.

Ganz schlimm wird es, wenn regelrechte Bünde mit dem Widersacher Gottes, mit Satan dem Fürsten der geistig Toten, den von Gott abgefallenen Geistwesen, geschlossen werden. So etwas gab es zu allen Zeiten. Bereits der Prophet Jesaja warnte die Juden um das Jahr 730 v.Chr. im Auftrage Gottes vor diesem Tun, indem er ihnen mitteilte (Jes. 28,14): "Darum vernehmet das Wort des Herrn, ihr Spötter, ihr Herrscher über dieses Volk in Jerusalem! Weil ihr gesagt habt: 'Wir haben einen Bund mit dem Tode geschlossen und mit dem Totenreich ein Abkommen getroffen: Wenn die Geißel mit ihrer Sturmflut hereinbricht, wird sie uns nicht erreichen, wir haben ja die Lüge zu unserem Schirmdach gemacht und uns in Trug geborgen.' Darum spricht Gott der Herr: 'Wisset wohl, ich bin es, der in Zion einen Grundstein legt, einen erprobten Stein, einen kostbaren Eckstein, der felsenfest gegründet ist. Wer da glaubt, wird nicht zuschanden werden. Ich mache das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Waage. Der Hagel wird das Schirmdach der Lüge wegreißen und die Wasserfluten das Versteck fortschwemmen! Dann wird euer Bund mit dem Tode und euer Vertrag mit dem Totenreich hinfällig werden.'"

Bereits Mose wurde von Gott aufgetragen (3. Mos. 19,31): "Wendet euch nicht an die Totengeister und an die Wahrsagegeister, sucht sie nicht auf, damit ihr durch sie nicht verunreinigt werdet. Ich bin der Herr euer Gott." Denn (3. Mos. 20,6): "Wenn sich jemand an die Totengeister und Wahrsagegeister wendet und sich ihnen hingibt, so werde ich mein Angesicht gegen einen solchen Menschen kehren und ihn aus der Mitte seines Volkes ausrotten.

Diese Mahnungen haben auch heute nach über 3000 Jahren nichts an Bedeutung verloren und gelten weiterhin für den Verkehr mit der gottfernen und gottfeindlichen Geisterwelt. Aber trotzdem schließen auch heute noch zahlreiche Menschen feierliche Pakte mit dem Teufel und beten ihn als ihren Gott an. Sie werden Satanisten genannt.

Zusammenfassend ist zu sagen, daß es unmöglich ist, jeden beliebigen Verstorbenen zu beliebiger Zeit durch irgendein Verfahren zur Verbindung mit der jenseitigen Welt herbeizurufen. Und wenn es Medien gibt, die behaupten dies doch bewirken zu können, so schwindeln sie entweder oder arbeiten im Verein mit Fopp- oder Truggeistern.

Wer sich aber trotz der möglichen Gefahren aus Forscherdrang oder religiöser Wahrheitssuche an die Verbindung mit der jenseitigen Welt heranwagt, sollte das nur tun, wenn er ernsthafte und keine materiellen Ziele hat, wenn er ein festes religiöses Fundament besitzt und ständig Gott im Gebet um seinen Schutz anruft. Der bereits erwähnte Pastor Johannes Greber erhielt zu diesem Punkt aus der jenseitigen Welt folgende Belehrung (6, S. 35): "Die Ausbildung der Medien ist eine wichtige und heilige Sache. Ihr sollt daher in euren Sitzungen viel für die Medien beten und Gott um Kraft und Beistand bitten, damit alles nach Gottes Willen geschieht und die Medien brauchbare Werkzeuge des Guten werden und Gott treu bleiben."

Außerdem sollte jeder, der an einem medialen Verkehr teilnimmt, große Vorsicht walten und sich nie zum kritiklosen Diener jenseitiger Wesenheiten machen lassen, die sich womöglich als Gott, Christus oder irgendeine berühmte Persönlichkeit ausgeben. Solche Wesenheiten sind strengen Prüfungen zu unterziehen und bei dem geringsten Verdacht zurückzuweisen. Außerdem sollte man allen Voraussagen über den nahe bevorstehenden Weltuntergang sehr skeptisch gegenüberstehen. Nur dann kann der Suchende hoffen, reichen geistigen Gewinn aus dem Jenseitsverkehr zu ziehen und eine noch festere Beziehung und größeres Vertrauen zu Gott und Christus zu bekommen. Dann wird sein Leben in ruhigen Bahnen verlaufen, und nicht jeder Schicksalsschlag wird ihn umwerfen und verzweifeln lassen. Es wird ihm möglich sein, auch anderen Menschen in ihrer Not und Trübsal beizustehen und ihnen Trost und Hoffnung zu vermitteln. Ein solcher Suchender wird sich auch schon jetzt auf Erden bemühen, sein Leben so zu gestalten, daß es ihm nicht nach seinem Tod zum Nachteil gereicht.

Wie sollte man sich aber verhalten? Zunächst einmal keine leichtfertigen spiritistischen Versuche unternehmen, und schon gar nicht allein, keine magischen Experimente machen und sich nicht zu einer der neuzeitlichen Hexen begeben. Dagegen sollte man versuchen, einen göttlichen Schutz zu erlangen. In regelmäßigem Gebet zu Gott und Jesus Christus möge man darum bitten, daß Engel Gottes einen behüten und bewahren und einen Schutzring um einen bilden, durch den bösartige oder uneingereihte Geistwesen abgehalten werden, von einem Besitz zu nehmen. Man sollte weiter bitten, den eigenen Schutzgeist mit Kraft auszurüsten, damit auch er seine Schutzfunktion ausführen kann. Bei allen Meditationspraktiken aber ist es ratsam, Gott um Schutz anzurufen und nicht irgendwelche heidnischen Mantras zu summen.

Alle diese guten Ratschläge kommen aber für viele zu spät. Sie sind bereits in den Brunnen gefallen. Wie kommen sie nun wieder heraus?

Wenn Sie persönlich meinen, umsessen oder besessen zu sein, dabei aber zumindest zeitweise noch klare Gedanken fassen können und keine Hilfe bei einem Arzt oder Geistlichen finden, dann unterlassen Sie sofort alle magischen oder parapsychologischen oder Tonbandversuche. Begeben Sie sich auch nicht zu irgendwelchen obskuren Hexenbannern oder anderen fragwürdigen Personen, die sich als magische Helfer anbieten. Sollten Sie Raucher, Alkoholiker, Rauschgiftsüchtiger oder Spieler sein, so versuchen Sie, sich schnellstens von diesen Lastern zu lösen. Sollte Ihnen das nicht gelingen, so wundern Sie sich bitte nicht, wenn alle anderen Bemühungen vergeblich sind. Süchte jeder Art sind Angriffspunkte für die niedere Geisterwelt. Alle Hilfe muß von Ihnen selbst eingeleitet werden durch die klare und entschiedene Hinwendung zu Gott und Jesus Christus. Diese beiden rufen Sie immer wieder flehentlich um Hilfe an und begeben Sie sich unter ihren Schutz. Lesen Sie abends vor dem Einschlafen regelmäßig einen Abschnitt in der Bibel. Bitten Sie in Ihrem Gebet auch für die Geistwesen, die Sie bedrängen, damit ihnen Erkenntnis zuteil werde, daß ihr Tun Unrecht ist und sie dadurch sich selbst von der Gnade Gottes ausschließen. Bitten Sie darum, daß Engel Gottes Sie selbst beschützen und die bedrängenden Geistwesen zur Erkenntnis der Frevelhaftigkeit ihres Handelns bringen mögen. Zusammen mit Ihrer Familie, oder wenn Sie keine haben allein, beten Sie jeden Morgen laut den

Morgensegen

Ich danke Dir himmlischer Vater, daß Du mich diese Nacht

vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich,

Du wollest mich diesen Tag behüten vor Sünden und allem Übel,

damit Dir mein Tun und Leben gefalle.

Ich befehle meinen Leib und meine Seele und alles

in Deine Hände. Deine heiligen Engel seien mit mir,

damit der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen.

Glauben Sie nicht, daß Sie ohne eigenes ernsthaftes Zutun Schutz und Hilfe bekommen werden, sondern zeigen Sie durch Ihren Lebenswandel, daß Sie des Beistandes würdig sind. Wenn nicht Sie selbst der Besessene oder Umsessene sind, sondern ein Verwandter oder Freund, der seine Lage nicht mehr erkennen kann, so beten Sie für ihn und legen Sie ihm dabei die Hände auf.

Als Vorschlag für ein Gebet, das dann mehrfach hintereinander unter Handauflegung auf den Kopf des Patienten gesprochen werden sollte (oder das man für sich selbst spricht, indem man immer dich in mich umwandelt), kann folgendes dienen:

Gottes Kraft fließe in dich ein,

als Liebe, die deine Seele erwärmt,

als Freude, die dein Herz erfüllt,

als Gesundheit, die deinen Körper heilt.

Gottes Licht fließe in dich ein,

erhelle deine Seele, erfülle dein Gemüt,

schenke dir Zuversicht und Vertrauen.

Gottes Schutz möge dich umgeben

und dich bewahren vor allen Einflüssen des Bösen.

Gott gebe dir die Kraft, dein Leben zu ändern

und schenke dir Geduld, dein Schicksal zu tragen.

Gott stehe dir bei in aller Not und Traurigkeit

und helfe dir, alles Schwere zu erdulden.

Gott helfe allen Geistwesen, die dich bedrängen

und lasse sie erkennen, daß sie ihn um Gnade bitten müssen.

Doch möge alles so geschehen, wie es Gott für richtig hält.

Amen.

Zum Abschluß folge das Vaterunser.

Wenn dieses Gebet der Betroffene laut für sich selbst betet, sollte er am Schluß immer die Worte einfügen:

Ich widersage allen Feinden Gottes und allen ihren Werken

und gelobe mich Jesus Christus, dem Sohn Gottes an

und stelle mich unter seinen Schutz.

Wer nun meint, daß er an Gott und Christus sowieso nicht glauben kann und der Wirkung des Gebetes auch nicht traut, der muß dann bei seinen Psychopharmaka bleiben und die bedrohlichen Angriffe Jenseitiger weiterhin ertragen. Eindrucksvolle Beispiele für dieses Thema finden Sie in den Büchern (18; 19).

Es gibt in Deutschland und in der ganzen Welt große und kleine Gruppierungen, bei denen sich angeblich Gott oder Christus oder die Muttergottes oder ein hoher Erzengel persönlich kundgeben und die ehrfurchtsvolle Zuhörerschaft mit salbungsvollen Vorträgen zu beeindrucken versuchen. Meist wird daneben noch eine baldige verheerende und weltumspannende Katastrophe vorhergesagt, vor der nur die Gläubigen bewahrt werden, dadurch, daß sie mit außerirdischen Raumschiffen auf ferne Planeten evakuiert werden. Das wird alles mit so haarsträubendem pseudophysikalischem Unsinn verbrämt, daß die Unlauterkeit der Durchgaben jedem aufmerksamen Zuhörer sofort klar werden müßte. Aber durch die angeblich hohe Herkunft und die jenseitigen Versprechungen und Drohungen lassen sich viele Menschen an der Nase herumführen und glauben alles.

Wenn man sich jedoch durch derartige Täuschungsgeistwesen nicht einfangen läßt und sich von allen schädlichen Jenseitseinflüssen freimachen und freihalten kann und es gelingt, eine wirklich feste Beziehung zu Gott und Christus zu bekommen, dann wird das Leben eines Menschen in Harmonie und Ruhe und Zuversicht verlaufen.

13. Literaturhinweise:

(1) A. Findlay: "Gespräche mit Toten", Verlag Hermann Bauer, Freiburg 1960

(2) L. Flint: "Voices in the Dark", Verlag Macmillan, London 1971

(3) G. Frei: "Probleme der Parapsychologie", IMAGO MUNDI Bd. II, 2. Aufl., Resch Verlag, Innsbruck 1971

(4) H. Gerloff: "Die Phantome von Kopenhagen, ein Bilderbuch", Verlag Welt und Wissen, Büdingen-Gettenbach 1958

(5) H. Gerloff: "Das Medium Carlos Mirabelli", Verlag Walter Pustet, Tittmonning/Obb. 1960

(6) J. Greber: "Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes, seine Gesetze und sein Zweck", Johannes Greber Memorial Foundation, Teaneck, N.J., U.S.A., 10. Aufl. 1987. Lieferbar über Oskar Bareuther, Blumenstr. 67, D 73033 Göppingen

(7) J. Greber: "Von Gottes Boten inspiriert. Die Schriften eines Bauernjungen", Johannes Greber Memorial Foundation, 139 Hillside Avenue, Teaneck, N.J. 07666, U.S.A.

(8) H. Holzer: "Das Übersinnliche ist greifbar", Prisma Verlag, Gütersloh 1978

(9) F. Jürgenson: "Sprechfunk mit Verstorbenen", Verl. Herm. Bauer KG., Freiburg 1967

(10) H. O. König: "Bericht und Schaltbilder - Ultraschallgenerator und Infrarot-Anlage", Die Parastimme, Informationsschrift der Forschungsgemeinschaft für Tonbandstimmen, 6. Jahrg., Nr. 1, März 1989, S. 6-10

(11) R. Mikulasch (Herausg.): "O Medium Mirabelli", Santos (Brasilien) 1926

(12) H. Nielsson: "Eigene Erlebnisse auf dem okkulten Gebiet", Verl. Oswald Mutze, Leipzig 1922

(13) F. W. Pawlowski: "Die Mediumschaft des Franek Kluski", Z. f. Parapsychologie 1926, S. 5-22

(14) U. Rausch u. E. Türk: "Geister-Glaube, Arbeitshilfe zu Fragen des Okkultismus", Patmos Verlag, Düsseldorf 1991

(15) J. T. Richards: "SORRAT, A History of the Neihardt Psychokinesis Experiments 1961-1981", The Scarecrow Press, Metuchen, N.J. & London 1982

(16) W. Schiebeler: "Der Tod, die Brücke zu neuem Leben", WerSch Verlag, 3. Auflage, Ravensburg 1999

(17) W. Schiebeler: "Zeugnis für die jenseitige Welt, eine Darstellung der Erfahrungsbeweise", Verlag "Die Silberschnur", Melsbach/Neuwied 1989

(18) W. Schiebeler: "Leben nach dem irdischen Tod", Verlag "Die Silberschnur", 3. Aufl. Güllesheim 2000 und "Schachspiel mit einem Verstorbenen", Wegbegleiter I/2000, S. 11-16, Verlag Martin Weber, Schutterwald

(19) W. Schiebeler: "Der Mensch und seine Bindung an Gott", Wersch Verlag, Ravensburg 1991

(20) E. Senkowski: "Instrumentelle Transkommunikation", Verlag R. G. Fischer, Frankfurt/M. 1989

(21) S. Türck: "Jeg war dus med Aanderne", Steen Hesselbachs Forlag, Kopenhagen 1940

(22) G. N. M. Tyrrell: "Mensch und Welt in der Parapsychologie", Broschek Verlag, Hamburg o.J. (etwa 1960)

(23) W. Uphoff: "New Paranormal Scripts from Rolla, Missouri", New Frontiers, No. 30 & 31/1989, S. 12

(24) F. Zöllner: "Wissenschaftliche Abhandlungen", 4 Bde., Verlag L. Staackmann, Leipzig 1878-1881

(25) "Transkommunikation, Zeitschrift für Psychobiophysik und Interdimensionale Kommunikations-Systeme", erscheint halbjählich, beginnend mit Herbst 1990

Über den Autor

Werner Schiebeler, Diplomphysiker, Prof. Dr. rer. nat., geboren 1923 in Bremen. Er war von 1940 bis 1945 Soldat und studierte dann in Göttingen Physik und promovierte 1955 mit einer Arbeit am Max-Planck-Institut für Strömungsforschung in Göttingen. Von 1955-1965 war er in der Elektroindustrie bei der Fa. Standard-Elektrik-Lorenz AG in Pforzheim tätig und leitete dort sieben Jahre eine Entwicklungsabteilung für elektronische Fernschreibtechnik. 1965 wurde er Dozent für Physik und Elektronik an der damaligen Staatlichen Ingenieurschule in Ravensburg, der heutigen Fachhochschule Ravensburg-Weingarten. 1971 erfolgte die Ernennung zum Professor und 1983 der Eintritt in den Ruhestand. Neben seinen naturwissenschaftlich-technischen Lehrfächern vertrat er seit 1969 in regelmäßigen Sondervorlesungen an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten auch das Lehrgebiet der Parapsychologie und Parapsychophysik und setzte dies in den kommenden Jahren fort.

Der Autor veröffentlichte zahlreiche Zeitschriftenartikel, sowie Broschüren und sechs Bücher über die verschiedensten parapsychologischen Themen. Daneben erschienen über das Institut für den wissenschaftlichen Film in Göttingen von ihm zwei Filme über "Paranormale Heilmethoden auf den Philippinen". Hierfür erhielt er 1974 von der Associazone Italiana Scientifica di Metapsichica den "Ernesto Bozzano-Preis" und 1988 den "1. Schweizer Preis" von der Schweizerischen Stiftung für Parapsychologie.

Am 12. Januar 2006 verstarb 82-jährig Prof. Dr. Werner Schiebeler.

Er zählt auch nach seinem Tode zu den bedeutendsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Parapsychologie. Nicht nur in Kreisen der IGP-Leserschaft zählte er zu den beliebtesten Autoren, welcher es verstand, in seinen Arbeiten die schulwissenschaftliche Seite mit den spirituellen Seiten der Parathematiken wunderbar in Einklang zu bringen.




  Transkommunikation

zurück zum
Gesamtverzeichnis