Transkommunikation


Bericht über eine Materialisationssitzung 
mit Stewart Alexander

von Werner Schultz

In der Zeit vom 31. Oktober bis einschl. 2. November 2008 fand  in Cloughton/Scarboroug das Herbstseminar des Stewart Alexander Circles statt. Durch die freundliche Vermittlung eines Ehepaares aus Hessen war es mir und meiner Lebensgefährtin vergönnt, an diesem Treffen teilzunehmen und das wunderbare und sehr seltene Erlebnis einer Materialisationssitzung einmal mit eigenen Augen und Ohren zu erleben.

Stewart Alexander & friends hatten für das Wochenende ein sehr anspruchsvolles Programm vorbereitet. Neben sehr interessanten Vorträgen waren auch einige Workshops im Programm enthalten. Ich selbst entschied mich für ein Meditationsseminar. Meine Lebensgefährtin, die es versteht, mit Farben, Pinsel und Kreide herrliche Gebilde auf Papier und Leinwand zu zaubern, entschied sich für ein Seminar von Rosemary Lipscombe  „Try Psychic Art“ Den Teilnehmern dieses Seminars wurde, nach einer kurzen Meditation, die Aufgabe gestellt, die Augen zu schließen und das Portrait einer Person zu Papier zu bringen, die sich momentan vor ihrem geistigen Auge zeige. Sie selbst, Rosemary Lipscombe, zeichnete eine ältere Dame, ausgesprochen kunstvoll und sehr filigran. Das Portrait wurde von Hand zu Hand gereicht mit dem Ersuchen, ob jemand diese Person erkennen würde. Meine Partnerin, die so etwas zum ersten Mal in ihrem Leben erlebte, war einigermaßen schockiert, hierin ganz eindeutig ihre langjährige mütterliche Freundin, Elisabeth, zu erkennen, die im Alter von 91 Jahren 4 Tage vorher verstorben war. Auf dem beiliegenden Foto sehen sie neben der Bleistiftzeichnung von Frau Lipscombe ein Foto meiner Lebensgefährtin mit ihrer „Ersatzmama Elisabeth“ , die sich auf diese Weise von ihrer langjährigen Freundin verabschiedet.  

 

 

Bevor die Seance begann, wurden alle Teilnehmer sehr gründlich und gewissenhaft darauf vorbereitet, was während einer Materialisationssitzung passieren könne und wie sich die Teilnehmer zu verhalten hätten. In vielen Fällen produziert das in Volltrance befindliche Medium eine Substanz oder Energie, die gemeinhin als Ektoplasma bezeichnet wird. Dieses Ektoplasma, welches dem Körper des Mediums entströmt, aber auch den Sitzungsteilnehmer entzogen werden kann, tritt in verschiedenen Formen in Erscheinung. Es kann sich in einer Form von Nebel zu einem Gesicht, einem Körperteil oder gar zu einem vollständigen menschlichen Körper verdichten oder aber in Form von Schnüren dem Medium aus der Nase, dem Mund oder seinem Solar Plexus entströmen. Ektoplasmaschnüre können eine ziemlich feste Konsistenz annehmen und damit Sitzungsteilnehmer berühren oder leichte Gegenstände bewegen. Diese Substanz, ist gegen jede Art von Lichteinfall äußerst empfindlich. Bei Lichteinfall (Tageslicht oder künstliches Licht), so wurde uns erklärt, würde sich die Substanz sehr schnell in den Körper des Mediums zurückziehen und dabei für das Medium zu schweren Schäden und Blutungen führen. Es sei deshalb unerlässlich, den Sitzungsraum vollständig abzudunkeln. Ein schwaches Rotlicht dürfe, wenn überhaupt, nur dann eingeschaltet werden, wenn eines der durchkommenden Geistwesen hierfür die Erlaubnis erteile. Unter gar keinen Umständen dürfe von den Sitzungsteilnehmern versucht werden,  materialisierte Ektoplasmaschnüre zu ergreifen oder festzuhalten. Es wurde darauf hingewiesen, dass das sehr bekannte Medium, Helan Duncan (1897 – 1956) durch die Ignoranz dieser Anweisungen unter tragischen Umständen am 6. Dezember 1956 verstorben sei. 

Der Raum, in dem die Seance stattfand, wurde also sehr sorgfältig abgedunkelt. Fenster und Türen wurden mit einer schwarzen Plastikfolie verklebt. Alle Teilnehmer mussten alles ablegen, was eventuell zu einem Lichteinfall und auch zu Lärm hätte führen können. Zimmerschlüssel, Uhren und elektronische Geräte durften nicht mitgeführt werden. Wir wurden alle einzeln aufgerufen und zu unserem Platz geführt. Unsere freundlichen Gastgeber, June und Alf Winchester, hatten dankenswerter Weise für uns Plätze in der ersten Reihe reserviert, so dass wir alles sehr gut beobachten konnten. Der Sitzungsraum durfte während der etwas mehr als zweistündigen Seance von niemandem verlassen werden.

In der Mitte des Raumes war ein so genanntes Kabinett aufgestellt, eine Art quadratisches Zelt von etwa 2 mtr. Höhe, dessen Seitenwände aus Vorhangstoff bestanden. Der vordere Teil war geöffnet. Halb davor, halb darinnen, stand ein Stuhl mit Arm- und Rückenlehne, auf dem später Stewart Alexander Platz nahm. Etwas seitlich davor ein kleiner runder Tisch, dessen Tischplatte offensichtlich aus Glas bestand und mit einer roten Folie abgedeckt war. Die Tischplatte konnte später von unten mit einer Glühlampe durchleuchtet werden. Auf dem Tisch befanden sich einige Gegenstände, nämlich eine an einem Stab befindliche Glocke, zwei weitere Metallstäbe, deren Verwendung ich nicht beschreiben kann, 2 Trommelschläger, 2 trichterförmige Gebilde, die aus dünnem Aluminiumblech gefertigt waren und wie zu klein ausgefallene Schultüten aussahen, sowie 4 Plastikbinder, wie man sie in jedem Baumarkt kaufen kann. Sie können zwar zugezogen aber niemals wieder auf die gleiche Weise geöffnet werden.

Nachdem Stewart Alexander auf dem Sessel Platz genommen hatte, befestigte er zunächst selbst seine beiden Handgelenke mit Hilfe der Plastikbinder an den Armlehnen. Später zog ein Helfer die Plastikbinder richtig stramm, so dass seine Arme wirklich fest mit den Lehnen verbunden waren. Um sie später zu lösen, braucht man eine Zange, mit der diese sehr stabilen Bänder durchschnitten werden.

Stewart war lediglich mit einer Hose und einem lockeren Hemd bekleidet. Er hatte die Augen geschlossen und sein Oberkörper beschrieb einige ungewöhnliche Bewegungen, während er versuchte, schnell in den Trancezustand zu kommen. Dann wurde auch schon das Licht gelöscht und Raymondo, ein Mitglied seines Zirkels, sprach ein kurzes Gebet, mit welchem er um Schutz für das Medium und alle Sitzungsteilnehmer bat. Ich war erstaunt, wie schnell Stewart in den Trancezustand gelangte, hatte ich doch erlebt, dass andere Medien dafür zum Teil mehr als 20 Minuten benötigten.

Als erstes meldete sich eine Wesenheit, die sich „ White Feather“ nannte. Ein Nordamerikanischer Indianer, der den Teilnehmern als Stewarts  Haupt-Geistführer oder Kontrollgeist bekannt war. White Feather begrüßte die Teilnehmer und stellte die Veranstaltung unter seinen Schutz. Danach meldete sich ein kleiner Junge, namens Christopher, der nach seinen eigenen Angaben mit 6,5 Jahren in die Geistige Welt gegangen sei. Das Medium spricht in einer hohen Tonlage und man hat absolut den Eindruck, einem kleinen Jungen zuzuhören. Christopher hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Sitzungsteilnehmer durch lustige Bemerkungen zu entspannen und ihnen die Nervosität zu nehmen. Danach kommt dann eine nette Dame, namens Freda Johnson durch, die allgemeine Hinweise zur Geistigen Welt macht und sich mit einigen Botschaften an einige Sitzungsteilnehmer wendet. Dann meldete sich Walter Stinson, der eine sehr schöne sonore Stimme hat und für die physikalischen Phänomene verantwortlich ist. Er führte auch gleich ein erstes Experiment durch. Eine Dame aus dem Publikum wurde aufgefordert zu ihm an den Tisch zu kommen und dort auf einem Stuhl Platz zu nehmen. Zu diesem Zweck gestattete Walter Stinson, dass von Raymondo eine rote Lampe eingeschaltet wurde. Auch eine zweite Dame wurde gebeten, an dem Experiment teilzunehmen. Beide Damen umfassten jetzt mit einer Hand jeweils das linke und rechte Handgelenk des Mediums von oben, und mit der anderen Hand dessen Handgelenk von unten. Walter Stinson forderte die Damen auf, genau zu prüfen, dass das Medium fest an die Armlehnen gefesselt sei, was von ihnen bestätigt wurde. Beide Damen wurden ersucht, die Handgelenke des Mediums unter gar keinen Umständen los zu lassen. Dann forderte Walter die Damen auf, auf sein Kommando die Arme des Mediums hoch zu heben. Man hörte ein knackendes Geräusch und sah im Rotlicht die nach oben gestreckten Arme des Mediums. Die Plastikbinder waren nach wie vor verschlossen und hatten ganz offensichtlich die Armlehnen durchdrungen. Sie wurden dem Medium abgenommen und einzeln auf den Tisch gelegt. Dann wurde das Rotlicht gelöscht. Walter Stinson gab vor, das Medium mit den beiden Ersatzplastikbindern erneut an die Armlehnen fesseln zu wollen. Demonstrativ hörte man das ratschende Zuziehen der Binder, und nach dem Einschalten des Rotlichtes sah man deutlich, dass das Medium wieder am Stuhle gefesselt war. Walter Stinson bat dann eine der beiden Damen, die dem Medium abgenommenen Plastikbinder an mich, dem weitgereisten Ausländer, zum Andenken zu übergeben. Als die Dame die Binder vom Tisch nahm, um sie mir zu übergeben, waren sie zum Erstaunen aller unlösbar ineinander verschlungen. 

Das zweite Experiment war noch erheblich unerklärlicher. Auf dem mit schwachem Rotlicht durchleuchteten Tisch wurde eine zunächst undefinierbare dunkle Masse sichtbar, die sich nach und nach formte, bis sie sich zu einer vollständig ausgebildeten Männerhand entwickelt hatte. Walter Stinson sprach dazu und forderte eine am Tisch sitzende Dame auf, ihre rechte Hand auf den Tisch zu legen und ansonsten aber still zu halten. Langsam bewegte sich die materialisierte Hand von Walter Stinson auf die Hand der Dame zu und berührte diese. Die Dame beschrieb genau, wie es sich anfühlte und konnte dann ihrerseits die Hand betasten und befühlen. Sie beschrieb es als ein angenehmes Gefühl, als eine gut durchblutete, warme Männerhand. Danach zog sich die Hand langsam wieder in den Zustand zurück, wie sie zu Beginn des Experiments erschienen war.

Nach diesem Experiment folgte wieder eine sehr lange Zeit in absoluter Dunkelheit. Plötzlich erschienen fluoreszierende Ringe im Raum, die wilde Flugmanöver ausführten und die offensichtlich am Boden der beiden trichterförmigen Leichmetallgebilde (Trompeten) angebracht waren. Sehen konnte man allerdings nur diese schwachen Leuchtfarben. Einige Sitzungsteilnehmer wurden von den Trompeten sanft berührt. Es passierte zweimal, dass die Trompeten hart auf den Boden aufschlugen, dann aber sofort wieder in die Höhe stiegen und wie wild im Raum von einer auf die andere Seite flogen. Dann meldete sich plötzlich ein neues Geistwesen, welches ganz offensichtlich Schwierigkeiten hatte, sich zu artikulieren. Es stellte sich als Dr. Barnett vor. Mir wurde später erklärt, dass Dr. Barnett durch eine der Trompeten gesprochen habe, in die er einen künstlichen Kehlkopf aus Ektoplasma geformt hatte. Dr. Barnett bewegte sich im Raum hin und her. Man konnte deutlich seine kräftigen Schritte vernehmen, und er berührte auch verschiedene Sitzungsteilnehmer. So auch meine Lebensgefährtin, der er durch die Haare strich und ihr sagte: “I bless you, my dear“.

Die gesamte Sitzung endete nach etwas mehr als 2 Stunden. Raymondo dankte der Geistigen Welt für diese wunderbare Demonstration und wir wurden langsam wieder in die volle Beleuchtung überführt. Stewart Alexander wurde von seiner Sesselanbindung befreit und verließ erschöpft in Begleitung eines Helfers den Raum.

Ich bin sicher, dass ich  die Geschehnisse dieser Seance nur andeutungsweise beschrieben habe. Es ist leider nur ein Gedächtnisprotokoll, denn es war mir nicht gestattet, die Sitzung aufzuzeichnen. Allerdings hat ein Mitglied der Gruppe um Stewart Alexander einen Mitschnitt gemacht, der mir – so ist es versprochen worden – noch nachgereicht werden soll.

Hinzu kommt, dass ich bei weitem nicht alles verstanden habe, was sich Engländer unter sich in ihrer Muttersprache erzählen. Das gilt im besonderen für die vielen Vorträge, die ich zwar angehört aber bedauerlicherweise nur zu einem Bruchteil verstanden habe. Andererseits haben sich unsere englischen Freunde als ganz hervorragende Gastgeber erwiesen. Man hat sich große Mühe mit uns gemacht und war immer darum bemüht, uns an allem teilhaben zu lassen.

Ganz besonders danke ich den Organisatoren dieses wunderbaren Wochenendes, June und Alf Winchester.

 




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