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Spuk Spukerscheinungen
- von Roland M. Horn Manchmal, wie in der nachfolgenden Geschichte, weiß man nicht, ob man es mit einer sogenannten Besucherfahrung mit Aliens, die in den Bereich der „UFO-Phänomen-Forschung“ einzuordnen sind oder mit einem Spukerlebnis zu tun hat. So verhält es sich auch mit dem nachfolgend geschilderten Fall. Er wurde vom UFO-Abductions-Forscher Wladislaw Raab vom Independent Alien Network mit Sitz in München untersucht, scheint aber möglicherweise eher in die Kategorie „Spukerlebnisse“ zu passen. Der Zeuge berichtet, er habe mit seinem jüngeren Bruder und seinen Eltern von 1936 bis 1939 in Berlin-Stieglitz gelebt,. Das Kinderzimmer des Zeugen habe sich damals als sogenannter gefangener Raum hinter dem elterlichen Schlafzimmer befunden und hatte ein Fenster zum Innenhof. Es war im März 1939, als der Zeuge, der damals fünf Jahre alt war, nach dem Zubettgebrachtwerden auf dem Rücken lag. Es war relativ dunkel. Plötzlich entdeckte der Junge drei Gestalten, die im Reitersitz vor ihm auf der Bettdecke saßen, wobei er jedoch keinerlei Belastung wahrnahm. Die Gestalten hatten menschenähnliche Proportionen. An den runden Köpfen waren Nase und Augen erkennbar, die sich schwarz abzeichneten. Sie erinnerten an einen Toten- oder Kürbiskopf, aber es fand sich kein Mund, und die Arme verloren sich ohne Hände im Dunkeln. Ein helles Leuchten ging von der Erscheinung aus. Es hatte eine weiße bis hellgraue Färbung, wodurch die Umrisse der Gestalten erkennbar waren. Sie saßen hintereinander, der vordere blickte den Zeugen beinahe regungslos an, und die hinteren beugten sich nach hinten, um den Zeugen sehen zu können. Dieser war weniger erschrocken, aber er fühlte sich nicht wohl, und so rief er nach seiner Mutter. Als jedoch vom Schlafzimmer her Licht ins Zimmer einzufallen begann, verblaßten die Figuren. Der Spuk verschwand, nachdem die Mutter das Licht einschaltete. Nachdem die Mutter gegangen war, saßen die Wesen jedoch wieder auf der Bettdecke. Der Junge rief mehrmals nach seiner Mutter, und irgendwann setzte sich die Mutter ans Bett des Jungen und erklärte, daß die Wesen Engel wären, die die nachschauen wollten, ob der Junge auch gut einschlafen würde. Danach schlief der Junge in den Armen der Mutter tatsächlich ein. Der Zeuge konnte sich über fünfzig Jahre später an diese Geschichte erinnern, als ob sie gestern passiert sei.[i] Der Autor Ernst Meckelburg zitiert aus der Zeitschrift „Blick“: „Sechs Kadetten konnten nicht mehr schlafen, weil sich Nacht für Nacht zur ,Geisterstunde’ etwas Seltsames ereignete: Aus einer Wand schritt ein halbdurchsichtiger, farbig schimmernder Soldat, der eine Uniform aus dem 18. Jahrhundert trug. Er verbreitete eisige Kälte, bevor er wieder in der Wand verschwand. Als sich die Kadetten über den unheimlichen Ruhestörer beklagten, legten sich einige Offiziere im Zimmer 4714 auf die Lauer. Um die Geisterstunde erbleichten auch sie: Aus der Wand kam tatsächlich der Phantomsoldat. Daraufhin befahl der Kompanieführer, das Zimmer zu räumen und zu versiegeln. Hierzu äußerte sich Oberst Patrick Donne: ,Der Soldat ist nicht das einzige Gespenst in West Point. In der Wohnung von General William A. Knowlton soll der Geist von Molly umherirren, die vor langer Zeit in der Nähe der Akademie gewohnt hatte. Molly schwebt milchig-weiß zu Fenstern herein und hinaus. Sie hat in den letzten hundert Jahren schon so manchen wackeren West-Point-Absolventen erschreckt.“[ii] Spuk an der Militärakademie West-Point? Berichte von Spukerscheinungen erreichen uns aus aller Welt - und aus allen Zeiten. In Allmannsweier, einem malerischen Dörfchen am Fuße des Schwarzwalds lebt eine Tante von mir. Direkt im Nachbarhaus spukt es. Jedes Jahr im Oktober. Die Spukattacken äußern sich durch ständiges Auf- und Zuklappen der Fensterläden und Türen. Der Spuk ist derart massiv, daß die Familie jedes Jahr im Oktober in Urlaub fährt, um dem Spuk zu entgehen. Verursacher des Spuks soll ein gottloser Mann gewesen sein, der in einem Oktober mit gotteslästerlichen Sprüchen auf den Lippen starb. Gottlose Tote. Eine Auffassung religiöser Prägung. Alle Religionen lehren ein Weiterleben nach dem Tod. Nach der gängigen christlichen Doktrin entscheidet sich im Leben eines Menschen, ob er nach seinem Tod zu Gott in den Himmel oder aber in die Hölle, den Ort des Schreckens, kommt. Atheisten glauben nicht an das Weiterleben Verstorbener, und so glauben sie auch nicht an Spukerscheinungen. Und doch werden diese Erlebnisse seit Jahrhunderten immer wieder geschildert. Eine Spukfigur, die schon seit langen immer wieder in Augenzeugenberichten auftaucht, ist die „Weiße Frau“. Sie soll hauptsächlich in Schlössern, Burgen und Herrenhäusern spuken. Eine dieser Erscheinungen fand schon vor vielen Jahrzehnten im Schloß Bernstein im österreichischen Burgenland statt. Sage und schreibe 26 Aufzeichnungen liegen bereits vor, die sich untereinander decken. In nahezu allen Räumen des Schlosses war ein merkwürdiges fluoreszierendes Licht zu sehen, und bei näherer Betrachtung nahm dieses die Konturen einer zarten Frauengestalt an. Die Erscheinung trug einen ungarischen Kopfschmuck und einen weißen Schleier, und sie bewegte sich ohne erkennbare Mühe treppauf und treppab. Wenn man sie jedoch ansprach, löste sie sich sofort in Luft auf. Insider vermuteten hinter dieser Erscheinung die Frau eines früheren Schloßbesitzers aus dem 16. Jahrhundert. Jener hätte seine Gemahlin bei der Untreue erwischt, und wie das damals so üblich war, ließ er sie ohne Speis und Trank ins Burgverlies werfen, und dort ging die Arme jämmerlich zugrunde.[iii] Manchmal verursachte die Erscheinung eines Schloßgespenstes körperliche Symptome wie eine lähmende Wirkung. (Dieses Symptom wird übrigens hin und wieder auch als Folge von UFO-Begegnungen angegeben.) Die Weiße Dame von Elfin Forrest in der Nähe von Escondio in Kalifornien war ein solcher Lähmungsauslöser. Auch wenn die weiße Dame ziemlich harmlos aussah, genügte bereits das Erkennen der Spukgestalt, um gelähmt zu werden. Meist werden diese Gespenster nachts gesehen, doch manchmal zeigen sie sich auch tagsüber. Einen solchen Tagesspuk musste James Herrelson erleben, der mit seiner Familie zum Picknick hinausgefahren und etwas gewandert war, denn er wollte die Bäume betrachten. Nachdem Herrelson etwa eine Meile gegangen war, setzte er sich, um auszuruhen. Plötzlich war ihm, als ob er an der Schulter berührt würde. Als er aufsah, sah er eine Frau vor sich stehen. Sie wirkte gelassen und hatte einen freundlichen Gesichtsausdruck. Herrelson begrüßte sie, doch die Erscheinung starrte ihn nur an. Einen solchen bohrenden Blick hatte er noch nie zuvor gesehen. Er hatte den Eindruck, die Dame schaute auf ihn hindruch bis auf den Grund seiner Seele. Es wurde ihm so richtig unheimlich zumute. Und plötzlich löste sich die Frau auf. Herreldson eilte schnurstracks zu seiner Familie zurück und fuhr sie nach Hause. Eine andere Zeugin - Roberta Boren - sah eine Frau, die vor ihr herging. Roberta beschloss, ein Gespräch mit der Frau zu führen und beschleunigte ihre Schritte, um näher an die Dame heranzukommen. Plötzlich - Roberta Boren war gerade dabei, sich der Frau zu nähern - schwebte die „Weiße Dame“ auf ihr Haus zu, und Miss Boren sah sie durch eine Wand gehen! Die Dame wurden von verschiedenen Menschen bei unterschiedlichen Gelegenheiten beobachtet. So wurde die Erscheinung auch von der in der Nähe wohnenden pensionierten Pfarrerin. Corinne Pleasant gesehen. Auch sie berichtet, daß die „Weiße Frau“ etwa dreißig Zentimeter über dem Boden schwebt und nur selten richtig geht.[iv] Das Gegenstück zu den „Weißen Frauen“ sind Spuk-Gestalten in Mönchskutten. Solche Begegnungen finden oft in England auf Landstraßen statt, wobei sich die Zeugen im Auto befinden. Eine solche unheimliche Begegnung trug sich zu Weihnachten an der St. Mary’s Lane nin der Nähe von Cranham (Essex) zu. Richard Sage war zusammen mit drei Freunden im Auto unterwegs, als plötzlich eine Gestalt, die wie ein Mönch gekleidet war, wie aus dem Nichts vor ihnen auftauchte. Die Gestalt kreuzte Sages Weg, um dann wieder zu verschwinden. Der Beifahrer sah die Erscheinung ebenfalls, während die beiden Männer, die auf dem Rücksitz saßen, nichts erkennen konnten. Im Dezember 1979 wiederholte sich die Geschichte. Sie spielte sich genauso wie beim ersten Mal ab. Dee Goss - Sages Beifahrer - bestätigte den Bericht. „Die Gestalt trug etwas wie eine Kapuze oder eine Kutte,“ sagte er. „Sie sah aus, als hätte sie keine Beine und schwebe vor uns über der Straße. Ich habe sie sehr genau gesehen.“ Die Polizei hielt die Erscheinung für einen Landstreicher, die Zeugen gaben sich mit dieser Erklärung jedoch keineswegs zufrieden. Außerdem wurde der Geist auch an Weihnachten 1976 und 1978 gesehen. In einer Septembernacht des Jahres 1987 fuhren zwei Polizisten auf einer neuen Umgehungsstraße in der Nähe des englischen Stocksbridge, South Yorkshire, Streife, als sie auf der Pearoyd-Brücke eine Gestalt mit einer Kapuze sahen. Neugierig geworden fuhren sie näher heran, wobei sie feststellen mußten, daß der Strahl ihrer Scheinwerfer direkt durch die Gestalt hindurchging. Einer der beiden Polizisten berichtete zudem, daß er zwei Nächte vor dem Ereignis drei Kinder um Mitternacht um einen Telegrafenmast habe tanzen gesehen.[v] Berichte von Spukgestalten, die schwarze Kutten tragen, finden wir auch im deutschen Kulturgut. So berichtet eine altdeutsche Sage von einem Schiffer aus Speier, der eines Nachts an den Rhein kam, um seinen Garn auszustellen, als ein Mann auf ihn zutrat, der eine schwarze Mönchskutte trug. Der Fremde sprach: „Ich komm ein Bote fernher und möchte gern über den Rhein.“ „Tritt in meinen Nachen ein zu mir“, antwortete der Schiffer. „Ich will Dich überfahren.“ Der Fischer brachte also den Mann ans andere Rheinufer. Als er zurückkehrte, standen noch fünf weitere Mönche am Ufer, und auch sie wollten auf die andere Seite des Rheins. Der Schiffer wurde nun neugierig und wollte wissen, warum so viele Mönche nachts unterwegs waren. „Die Not treibt uns“, antwortete einer der Mönche, „die Welt ist uns feind, so nimm du dich unserer an und Gottes Lohn dafür“. Der Schiffer wollte nun wissen, wir denn der Lohn aussehen soll und erhielt zur Antwort: „Jetzt sind wir arm, wenn es uns wieder besser geht, sollst Du unsere Dankbarkeit schon spüren.“ Der Schiffer legte nun ab, als aber sein Gefährt auf der Mitte des Rheins war, kam ein starker Sturm auf. Wasserwellen fluteten das Schiff, und der Schiffer bekam es mit der Angst zu tun. Der Schiffer wunderte sich, denn bei Sonnenuntergang herrschte noch klares Wetter, und er begann zu beten. „Was liegst Du Gott mit Beten in den Ohren, steuere Dein Schiff!“ wurde er von einem Mönch angeraunzt. Doch es blieb nicht bei der verbalen Attacke, sondern der Mönch riß dem Schiffer das Ruder aus der Hand und schlug auf diesen ein. Halbtot lag er im Nachen, und als die Morgendämmerung einsetzte, waren die schwarzen Männer verschwunden. Der Himmel war klar. Der Schiffer entspannte sich und fuhr zurück, um sich in seine Wohnung zu schleppen. Am nächsten Tag begegneten die gleichen Mönche einem früh aus Speier reisenden Boten in einem rasselnden schwarzen Wagen, der nur drei Räder und einen langnasigen Fuhrmann hatte. Erschrocken stand der Bote still, ließ den Wagen vorbeifahren und sah, dass dieser sich mit Prasseln und Flammen in die Luft erhob, wobei das Klingen von Schwertern zu hören war.[vi] Wladislaw Raab kann eine ganze Reihe von Spukerscheinungen vorweisen, in denen kapuzenbehangene Gestalten eine Rolle spielten. So hatte ihm ein Kollege eine derartige Begegnung geschildert. Jener hatte eines Nachts ein Geräusch in seinem Schlafzimmer gehört und war im Bett aufgeschreckt. Um sein in der Mitte des Schlafzimmers befindliches Bett standen im Kreis angeordnete kapuzenbehangene Gestalten, die nach einer Weile wieder verschwanden. Raab stieß im Laufe der Jahre noch auf etliche Berichte dieser Art. Eine Bekannte erzählte ihm beiläufig von einer kapuzenbehangenen Gestalt, die sie in ihrem Schlafzimmer wahrnahm, obwohl die Nachttischlampe eingeschaltet war. Zum Zeitpunkt des Spuks - es war um 1985 oder ’86 - war die Zeugin etwa fünfzehn oder sechzehn Jahre alt. Der Spuk begann damit, daß das Mädchen nachts aufwachte, weil sie das Gefühl hatte, nicht mehr alleine im Zimmer zu sein. Als sie die Augen öffnete, sah sie, wie sich eine Kapuzengestalt direkt über sie beugte. Das Gesicht der Erscheinung war jedoch nicht erkennbar. Nun richtete sich die Gestalt auf und bewegte sich vom Bett weg und verschwand ohne sich umzudrehen in einer Schattenzone zwischen einem Schrank und der Wand, in der sie auch verschwand. Fenster und Tür befanden sich nicht in der Nähe dieser Stelle. Die Zeugin war sich sicher, nicht geträumt zu haben, fand jedoch keinerlei Hinweise auf den Verbleib der Gestalt.[vii] Der nachfolgende Fall wurde Wladislaw Raab vor einigen Jahren gemeldet, und der Zeuge stand zunächst einer Veröffentlichung ausgesprochen skeptisch gegenüber. Ihm war wichtig, dass sein Erlebnis nicht ohne Umstände bzw. Rahmenbedingungen stehen gelassen werden dürfe. Zu diesen Rahmenbedingungen gehörten auch die Art und Weise der Sozialisation durch seine Familie oder des Freundeskreises oder auch durch Medien, die damaligen ökonomischen Verhältnisse und die Beschreibung der Medienbilung von ihm selbst als achtjährigem Jungen. Daher versuchte er, diese Aspekte in seinen Bericht mit einzubauen. Der Zeuge betont, dass dieses Erlebnis auch heute noch Ängste und unwohlige Gefühle in ihm auslöse, obwohl zur Zeit der Berichterstattung bereits fünfzehn Jahre vergangen sind. Über den Zeitraum des Geschehnisses war sich der Zeuge nicht ganz im Klarern. Er konnte lediglich sagen, dass die unheimliche Begegnung zwischen 1977 und 1980 stattgefunden haben müsse. Zu jener Zeit war sein Vater Frauenarzt, und die Mutter war Hausfrau. Der Zeuge hat zwei ältere Geschwister: einen Bruder und eine Schwester. Streit gab es selten. Bereits in der ersten Klasse wurde der Junge von dem Wunsch gepackt, Schriftsteller zu werden. Besonders gerne zeichnete er Science-Fiction-Comics. Er legt jedoch wert auf die Feststellung, daß er nie Aliens zeichnete. Dann, eines Nachts, zwischen zwei und vier Uhr, geschah es: Der Zeuge, dessen Zimmer ca. 25 Zentimeter groß war und das eine rechteckige Form hatte, litt an seiner allabendlichen Angst und an seinen Einschlafstörungen, als er etwas Fremdes im Raum spürte. Er lag mit dem Gesicht zur Wand und hatte die Augen fest verschlossen. Der Junge hörte ein Geräusch, das er als ein kurzes, sehr leises und in regelmäßigen Abständen wiederkehrendes Knistern beschreibt. Nun stützte er sich auf, hielt jedoch die Augen fest verschlossen und rief in Richtung Wand: „Hallo? Ist da jemand?“ Und dann öffnete er die Augen und sah am Ende des Zimmers ein grau-weißes Gesicht, das er in seinen Erzählungen immer „Oma-Gesicht“ nannte. Der Zeuge vermutete, dass der Körper in einen schwarzen Mantel oder eine Kutte gehüllt war, denn den Stuhl, der sich an jener Stelle im Raum befand, konnte nun nicht mehr wahrgenommen werden. Es war anzunehmen, dass sich das Gesicht etwa in Höhe des Schreibtisches oder etwas höher befand, das hieße, die Gestalt saß auf dem Stuhl. Der Zeuge beschreibt das Gesicht als grau, runzelig und faltig, und die Haut wirkte wie transparent. Der Mund war dünnlippig und schmal aneinandergedrückt - wie der seiner Großmutter, daher auch der Ausdruck „Oma-Gesicht“. Die Nase war klein, und zwei kleine Nasenlöcher waren erkennbar. Die Augen waren verschlossen, und das ganze Gesicht verkörperte einen Ausdruck von Ruhe und Schweigsamkeit. Der Junge fühlte sich bedroht. Er war sich - und ist sich bis heute - sicher, dass es sich um keinen Traum handelte. Er verspürte eine Art lähmende Angst. Als der Junge noch einmal „Hallo?“ rief, öffnete der Fremde die Augen, und er starrte den Jungen an. Das Weiße um die Pupillen war ziemlich flächendeckend und mit Blutäderchen gefüllt. Nun packte den Jungen vollends die Panik, und er schrie nach Leibeskräften. Nun begann das Wesen sich in einer gleichbleibenden flotten Geschwindigkeit auf den Jungen zuzubewegen. Typische Laufbewegungen machte die Gestalt jedoch nicht. Der Kopf blieb immer auf der gleichen Höhe. Schwebte die Gestalt etwa? Das Wesen bewegte sich auf die Tür zu, die sich rechts neben dem Jungen befand, und dort entschwand es aus seinem Blickfeld. Lurz vor dem Verschwinden konnte der Junge den Mantel und die Kapuze eindeutig erkennen. Der Junge machte nun das Licht an. Seine Hände zitterten, und sein Herz raste. Zudem hatte er weit aufgerissene Augen und seine Zähne klapperten. Eine solche Körperreaktion war ihm unbekannt. Für die Dauer der nächsten Wochen traute sich der Junge nicht mehr, ohne Licht zu schlafen. Der Zeuge beschrieb den Zustand während seines Erlebnisses als weder einen ausdrücklichen Wachzustand noch als einen Zustand während des Träumens.[viii] Man könnte hier sofort an eine sogenannte hypnagoge Vision denken. Der hypnagogen Zustand ist ein veränderter Bewußtseinszustand, der zwischen dem Wachen und dem Schlafen auftritt, und in dem Halluzinationen nicht ungewöhnlich sind. Vielleicht hat der Zeuge das Kratzen einer Katze gehört und verfiel danach in einen solchen Zustand. Wladislaw Raab prüfte mit negativem Erfolg die Möglichkeit eines Schwindels oder eines Scherzes, und für einen klassischen ortsgebundenen Spuk war die Erscheinung untypisch, da das Haus von der Familie erstmalig bezogen wurden, und der ortsgebundene Spuk tritt meist in älteren Gebäuden auf. War es also doch eine hypnagoge Vision? Dafür spricht auch, daß der Junge sich sicher ist, geschrien zu haben, seine Eltern dieses Schreien jedoch nicht gehört haben. Hat er nur geglaubt, zu schreien. Hat er nur geglaubt, diese Erscheinung zu sehen? Merkwürdig ist dabei nur, dass ein Freund des Zeugen eine ähnliche Erscheinung hatte. Auch dieser Zeuge kann sich nicht mehr an den genauen Zeitpunkt erinnern, er weiß jedoch, dass er bereits in der Schule war. Sein Bruder war zu jenem Zeitpunkt noch nicht auf der Welt, und so vermutete er Herbst oder Winter 1981 oder 1982 als Zeitpunkt der Unheimlichen Begegnung. Er wohnte mit seinen Eltern in einem Reihenhaus. Das Zimmer des Zeugen lag im ersten Stock, und der Zeuge schlief gewöhnlich bei Dunkelheit. Vor seiner Zimmertüre war ein lichtundurchlässiger Vorhang angebracht, der das vom Treppenhaus kommende Licht fernhielt. Auch dieser Zeuge hatte zu jener Zeit Einschlafprobleme. Der Zeuge - der ohnehin einen leichten Schlaf hatte, wurde aufgrund einer ungewohnten Helligkeit wach, die von der von seinem Bett entfernten Tür ausging. In der Tür, die aufgrund des großen Schrankes des Zeugen zu sehen war, sah der Junge - von hinten beleuchtet - eine dunkle relativ kleine Gestalt sehen. Auch sie trug einen dunklen Mantel. Im Kopfbereich wies die Gestalt einen ungewöhnlich großen Schattenumriss auf, wobei der Zeuge an einen Hut dachte. Der Junge dachte zunächst, es sei einer seiner Eltern (obwohl die Figur dafür eigentlich zu klein war), und schlaftrunken fragte er nach dem Grund des Erscheinens. Die Gestalt verschwand jedoch wortlos, und der Zeuge schlief weiter. Am nächsten Morgen fragte er seine Eltern, was sie mit Hut nachts in seinem Schlafzimmer getan hätten, worauf diese jedoch überrascht verneinten, in seinem Zimmer gewesen zu sein. Sein Vater besaß überhaupt gar keinen Hut. Der Zeuge dachte an einen Nachbarn, der sich geirrt haben und daas Haus versehentlich betreten haben dürfte. Auch an einen Einbrecher dachte der Junge.[ix] Auch bei diesem Fall könnte es sich durchaus um eine hypnagoge Vison gehandelt haben, wobei es schon ein erstaunlicher Zufall ist, daß zwei Freunde unabhängig voneinander sich an ein solches Erlebnis erinnern könnten. Und beide Ereignisse reihen sich lückenlos in die Sichtungen von „Kapuzenmännern“ ein. Wladislaw Raab, der in seinem Buch „Unheimliche Begegnungen“ noch mit einer ganzen Reihe derartiger Schilderungen aufwarten kann, schreibt zu dem Thema: „Fälle (...), in denen kapuzenbehangene Gestalten eine dominante Rolle spielen, sind Legion. Sie tauchen scheinbar seit Jahrhunderten auf, und selbst den Kelten waren sie bekannt. Im geister- und gespensterverwöhnten Victorianischen Zeitalter hielt man sie für Boten aus dem Jenseits, im Mittelalter galten sie als Symbol drohenden Unheils. Vor allem kündigten sie dort das Erscheinen der Pest an, woraus sich nach und nach das Bild des kapuzenbehangenen Sensenmannes herauskristallisierte. Doch im Laufe der Zeit tauchten diese Wesen, scheinbar ganz dem Trend folgend, auch immer öfters im Zusammenhang mit UFO-Erscheinungen und UFO-Entführungsberichten auf (...)“[x] Ein weiteres Phantom, von dem immer wieder berichtet wird, ist die Erscheinung eines Phantom-Anhalters. Die Berichte stammen vorwiegend aus den USA und England. An einem nebligen Freitagabend im Oktober 1979 fuhr der 26-jährigen Teppichleger Roy Fulton von einem Dart-Spiel nach Hause. Nahe dem kleinen Dorf Stanbridge, Bedfordshire nahm er einen Anhalter mit. Der Tramper trug ein weißes Hemd und eine dunkle Hose und wirkte sehr blass. Besonders gesprächig war er auch nicht: Auf die Frage, wohin er denn wolle, deutete er wortlos auf Dustable. Mehrere Minuten lang fuhr Fulton konstant mit 65 Stundenkilometern. Jetzt drehte Fulton sich um, um dem Mitfahrer eine Zigarette anzubieten. Doch der Mann war - verschwunden. Fulton bremste, schaute, ob er vielleicht hinten saß. Doch dort war er auch nicht. Nun ergriff Fulton das Lenkrad und fuhr davon. Fulton erzählte die ungewöhnliche Geschichte der örtlichen Polizei. Auf die Polizeibeamten wirkte Fulton vertrauenserweckend, und er war nicht betrunken. Lediglich ein paar Bier hatte er während der Pfeilwurf-Spiels getrunken. Die Polizisten waren allerdings machtlos gegen verschwundene Beifahrer, und so blieb der Fall unaufgeklärt. Ein paar Tage später interviewte eine Journalisin von der Dunstable Gazette Futon, und auch sie hielt ihn für glaubwürdig.[xi] Am 29. Juli 1980 nahm ein Autofahrer auf dem außerhalb von Little Rock, Arkansas, liegenden Highway 65 einen Anhalter mit. Bei jenem handelte es sich um einen ordentlich aussehenden jungen Mann, der völlig unauffällig wirkte. Die beiden Insassen des Fahrzeuges unterhielten sich nun eine Zeitlang über den miserablen Zustand der Welt, und plötzlich prophezeite der Mitgenommene die „Wiederkehr Christi“, woraufhin er plötzlich aus dem fahrenden Wagen verschwand. Der Wagen hatte nie angehalten, und der Fahrer ist sich sicher, dass keine Autotür geöffnet oder geschlossen wurde. Am gleichen Tag wurden der Polizei vier ähnliche Fälle gemeldet. Eine Woche später geschah das gleiche in einem anderen Teilbereich des Highway. Diesmal wurde das Phantom sogar von mehreren Mitfahrenden gesehen. Nur eine Woche später ereignete sich in einem andern Teilbereich des Highways ein ähnlicher Zwischenfall. Jetzt wurden die Phantom-Anhalter sogar von mehreren mitfahrenden Personen wahrgenommen. Im englischen Kent, am Blue Bell-Berg zwischen Maidstone und Chatham sollen ebenfalls Phantom-Anhalter aufgetaucht sein. Allerdings fehlen die Namen von Augenzeugen, Zeitangaben und andere Details. Aber eine Fülle von Anekdoten aus dieser Gegend handeln von dem Geist einer Braut, die an ihrem Hochzeitstag im November 1965 am Fuße des Blue Bell-Hügels bei einem Autounfall ums Leben kam. Dieser Unfall hatte sich nachweislich erreignet.[xii] Auf einem Streckenabschnitt einer Umgehungsstraße der englischen Industriestadt Sheffield sind derartige Spukerscheinungen ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Die betroffenen Autofahrer berichten von dem merkwürdigen Gefühl, nicht alleine im Auto zu sein. Sie verspüren einen modrigen Geruch im Auto und eine plötzlich einsetzende Kälte. Einige der Fahrer behaupten, in ihrem Wagen eine „verwaschene dunkle Gestalt“ gesehen zu haben.[xiii] Anfang 1951, Militärflughafen von Suffolk, England: Es ist nacht. Ein Angehöriger der amerikanischen Sicherheitspolizei umfährt den Flughafen. Er sieht einen Piloten der Royal Airforce in Uniform. Dieser winkt, will von ihm mitgenommen werden. Er hält an, und der Pilot steigt ein. Als er nach einer Weile um eine Zigarette bittet, erfüllt der Fahrer die Bitte seines Gastes und überreicht ihm auf dessen Bitte hin ein Feuerzeug. Als der Polizist anhalten muss, um nach dem Weg zu fragen, nimmt er in einem Augenwinkel ein Flackern wahr, und als er sich umdreht sieht er, dass der Rücksitz leer ist. Winter 1956, Oklamhoma (USA): Mae Doria befährt den Highway Nr. 20 östlich von Clamore und öffnet einem jungen Tramper von elf oder zwölf Jahren die Tür. Die beiden plaudern miteinander, bis sie in Pryor angekommen sind. Der Junge will dort herausgelassen werden - in der Nähe eines Bachdurchlasses. Mae Doria wundert sich: Da ist kein Haus, nur Bäume. „Wo wohnst Du denn?“ fragt Mrs. Doria. „Da drüben!“ war die Antwort, die nicht viel aussagte, zumal die beiden einen weiten Überblick hatten. Doe drehte den Kopf zu dem Jungen um nachzufragen, doch der ist - verschwunden! Der Sitz ist leer! Auch auf der Straße und in der Umgebung ist der Junge nicht auszumachen. Es ist wie vom Erdboden verschluckt. Zwei Jahre nach diesem Vorfall unterhielt sich Mae Dorie mit einem Gasmann über dieses Erlebnis. Dieser hatte nämlich ein Buch über Spukerscheinungen und derartige Dinge gelesen, und von ihm erhoffte sie sich Informationen. Sie erzählte von dem Phantom-Anhalter, und ihr Gesprächspartner kannte tatsächlich die Stelle, an der Mae den Jungen mitgenommen hatte. Er wußte auch von einem Jungen zu berichten, der dort bereits 1936 als Phantom-Anhalter aufgetaucht war. In Südafrika hatten einmal gleich drei Fahrer einen Phantom-Anhalter gesehen. Es war eine Aprilnacht im Jahr 1978. Dawie von Jaasveld war mit seinem Motorrad in der Gegend um De Rust unterwegs. Plötzlich sah er ein Mädchen, das am Straßenrand stand. Er bot ihr an, sie in die nächste Stadt mitzunehmen, doch als er sie fragte, wo sie denn aussteigen wolle, murmelte sie nur Unverständliches. Nun reichte er ihr einen Sturzhelm und wollte Richtung Unisondale losfahren. Sie waren zehn Meilen gefahren, als von Jaasfeld den Eindruck hatte, sein Hinterrad würde rutschen. Als er anhielt, um den Reifen zu untersuchen, war seine Begleiterin verschwunden. Der Helm war wieder am Sitz festgezurrt, und den Ohrstecker seines Radios, den er seiner Mitfahrerin als sie aufstieg überreicht hatte, fand er in seinem anderen Ohr wieder. Die Forscherin Cynthia Hint untersuchte die Gesichte und suchte auch das Cafe in Unisondale auf, von dem aus van Jaarsfeld nach dem Erlebnis sofort seine Freundin angerufen hatte, die er an jenem Abend besuchen wollte. Jeder, der ihn gesehen hatte, sagte, daß er tatsächlich ausgesehen hätte, als hätte er einen Geist gesehen, und nachdem er seine Geschichte erzählt hatte, berichteten ihm die anderen vom berühmten Geist von Unisondale. Einer der Gesprächspartner war Anton Le Grange, der am 12. Mai 1976 mit dem Geist zu tun gehabt haben will. Auch er ließ damals einen Phantom in sein Auto einsteigen. Mrs. Hint unterhielt sich sogar mit dem Polizeibeamten, der Le Granges Schilderung seinerzeit aufgenommen hatte, und der versicherte ihr, Le Grange sei die Sache damals toternst gewesen. Nachdem Le Granges Geschichte in einer Zeitung erschienen war, meldete sich ein Pilot, der berichtete, seine Verlobte Maria Roux sei am 12. April 1968 genau an jenem Punkt, an dem der Geist grundsätzlich auftaucht, mit ihrem Wagen tödlich verunglückt. Le Grange konnte sie mit Hilfe eines Fotos als das Mädchen, das er mitgenommen hatte, identifizieren. Sie trug die gleichen Kleider wie an ihrem Todestag, und sie scheint immer in zeitlicher Nähe zu ihrem Todestag und nur jungen Männern zu erscheinen. Am 4. April 1980 fuhr der zwanzigjährige Andre Coetzee auf seinem Motorrad an der Unfallstelle vorbei. An diesem Ort hatte er das Gefühl, als ob jemand von hinten die Arme um seine Taille legte. Er war sich sicher: „Irgendetwas hockte da auf meiner Maschine.“ Er trat aufs Gas, wollte so schnell wie möglich diesen unheimlichen Ort hinter sich lassen. Dabei hatte er dreimal den Einduck, dass der Geist ihm auf den Helm schlüge. Erst, als er eine Geschwindigkeit von 150 km/h erreichte, verschwand der Beifahrer von seinem Sitz.[xiv] Der Autor von Geheimnisvolle Erscheinungen verweist auf den Volkskundler Andrew Lang, der 1912 Präsident der Gesellschaft für Parapsychologie wurde. Er war der Meinung, die Leute würden unbewusst alte Legenden in neue Orte einbetten und alte Ereignisse oder Fabel neuen Personen zuordnen. Auf diese Weise würden die Geschichten belebt und weit verbreitet. In Geheimnisvolle Erscheinungen heißt es weiter, dass das Phänomen des Phantomanhalters auch in Korea, Malaysia, Schweden, Sizilien und Pakistan bekannt sei. Örtliche Versionen erschienen in beinahe allen englischsprachigen Ländern, wobei sich die Einzelheiten wie Alter, Geschlecht und Aussehen des Anhalters, sowie die Anzahl der Augenzeugen und der Typ des Fahrzeugs unterschieden. Es handele sich dabei nicht immer um Autos oder Motorräder, Phantom-Anhalter würden auch von Bussen, Pferdewagen und - in der malaysischen Version - von Rikschas mitgenommen. Der Autor von Geheimnisvolle Erscheinungen ist der Meinung, kulturelle Eigenarten könnten die Interpretation des Phantomanhalters beeinflussen. In England wird das Phantom immer als der Geist eines Toten angesehen, oft als das Opfer eines Verkehrsunfalls. In anderen Gegenden gilt der Phantomanhalter jedoch als Prophet, Dämon, Göttin, Hexe oder Fee. In Hawaii bringt man die Phantomanhalterin mit Pele in Verbindung, einer alten Frau mit einem Korb, der Schutzgöttin des Vulkans Mauna Loa. in Malaysia wird von Langsuyar berichtet, einem vampirähnlichen Wesen, das die Gestakt einer attraktiven Frau annehmen kann. Nach einer kurzen Zeit im Auto fliegt das Phantom unter dem Ausstoß grauenhafter Schreie davon. In den USA gibt es Erzählungen, in der der Phantomanhalter, der in diesen Fällen oft als eine Nonne oder eine alte Frau erscheint - eine Prophezeiung macht. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Katastrophe handeln. Manchmal findet auch die Begegnung mit einem Mädchen in einer Tanzhalle statt, die sich von dem Fahrer ein Kleindungsstück ausleiht, das er später auf einem Grab wiederfindet. Die prophetische Variante verstärkte sich in den 70er Jahren. Jetzt tauchten die Phantome oft als Wesen aus der Überlieferung der Mormonen oder als Prophet auf, der die Wiederkunft Christi verkündigt. Manchmal zeigt sich der Phantom-Anhalter auch als ein Mitglied der Moon-Sekte. Der Autor von Geheimnisvolle Erscheinungen stellt sich die Frage, ob es sich womöglich bei allen Phantomanhalter Stories nur um neue Versionen eines volkskundlichen Motivs handele, doch er weist mit Recht darauf hin, dass die Begegnungen von Unisondale diese These nicht unbedingt stützten. Er schreibt, das einige Anhaltspunkte dafür sprächen, dass einige Autofahrer tatsächlich dem Geist der toten Maria Roux begegnet seien.[xv] Eine weitere gut bezeugte Spukform ist der sogenannte „Poltergeist“. Von einem solchen Spuk wurde im Dezember 1913 die Familie Huguet-Proustean in Fougères-sur-Bière in Frankreich heimgesucht. Die Zeugen sagte aus, dass der Lärm so groß war, dass man ihn nicht nur in den angrenzenden Häusern, sondern auch noch auf der anderen Straßenseite - 50 Meter entfernt - hörte. Das Haus bebte, die Wände zitterten, und die Türen und die Fenster klapperten heftig. Der Lärm hörte sich wie der Nachhall eines Donnergrollens an. Die Bettvorlagen waren wie durch Luftzug in ständiger Bewegung - und das, obwohl alle Türen geschlossen waren. Im Hausinneren führten Leute, die in keiner Beziehung zur Familie standen, einige Experimente durch. Sie versetzten der Wand eine bestimmte Anzahl von Schlägen, und tatsächlich gab es eine Antwort: Aus der Wand kommend waren die gleiche Anzahl von Schlägen hörbar, wobei sie jedoch einen besonderen Klang hatten. Sie waren laut aber dennoch gedämpft und schienen von überall aus dem Haus zu kommen. Eines Abend stiegen einige Männer auf den Dachboden, und kaum waren sie angekommen, vibrierte das Haus erneut. Die Lichter gingen aus, und die Männer eilten wieder nach unten. Am Neujahrstag 1984 hörte die vierzehnjährige Wendy Ross in Pinetown (Südafrika) ein lautes Krachen. Sie dachte, das Haus stürze ein. Für sie hörte es sich so an, als sei ein riesiger Felsbrocken aufs Haus gefallen.[xvi] An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden im Juni/Juli 1993 setzte im Krankenhaus des Warschauer Staadtteils Cerniaków ein Spukphänomen ein. Chirurgische Instrumente, Glasgefäße und Pflasterrollen flogen aus dem Nichts kommend duch die Luft. Irgendwann prallten sie mit einem ungewöhnlich lauten Knall aufeindander. Eine große Anzahl von Gegenständen, die in verschlossenen Schubladen und Behältern untergebracht waren, tauchten plötzlich in anderen Räumen auf. Die Objekte schienen sich mühelos durch Hindernisse wie Wände hindurchbewegen zu können. Als Verursacher dieser Phänomene wird der schwerkranke dreißigjährige Karol Borek angenommen, der nur hin- und wieder zu Bewusstsein kam. Am 9. Juni war der Mann wegen Alkoholvergifgrung auf die Intersivstation eingeliefert wprden. Er litt an Hepatitis und Pankreatitis (Leber- und Bauchspeicheldrüsentzündung), und er hatte ein Lugenedöm und eine Meningitis (Hirnhautentzündung). Teile des Gehirns arbeiteten schon nicht mehr richtig. Borek soll seine Tätigkeit mit den Worten „Ich beginne nun mit meiner Tätigkeit“ eingeleitet haben.[xvii] Zwei der bekanntesten Poltergeist-Erscheinungen im deutschsprachigen Raum sind sicherlich eine Spukerscheinung, die sich 1967 in einer Rosenheimer Anwaltskanzlei abspielten und die sehr gut dokumentiert wurde; sowie der in einer bairischen Zahnarztpraxis spukende „Chopper“, der hierzulande viel Beachtung durch die Presse erfuhr. Im erstgenannten Fall drehten sich im November 1967 Neonleuchten aus ihren Halterungen, und Sicherungen flogen heraus. Es wurden knallende Geräusche gehört, und Telefone wählten sechs Mal pro Minute die Zeitansage, ohne daß jemand in der Nähe war. Der Fall wurde vom mittlerweile verstorbenen Professor Hans Bender, der am Freiburger Institut für Parapsychologie tätig war, im darauffolgenden Dezember zusammen mit zwei Physikern, Dr. Karcher und Herrn Zycham, untersucht. Offizielle Stellen konnten bis dato keinen Betrug nachweisen, ebenso schieden konventionelle Erklärungen aus. Keine Netzspannungsänderungen oder dergleichen konnten für das Phänomen verantwortlich gemacht werden. Mittlerweile verstärkte sich der Spuk sogar noch: Hängelampen schwangen hin und her, und Glühbirnen platzten. Bilder rotierten an der Wand und fielen sogar herunter, und ein zentnerschwerer Aktenkoffer bewegte sich ruckelnd durchs Zimmer. Einige der Phänomene sollen gar gefilmt worden sein. Nach Meinung der Parapsychologen stand ein Mensch im Mittelpunkt der Erscheinungen. Laut Bender registrierten die Messinstrumente den ersten Ausschlag mehrmals genau zu dem Zeitpunkt, an dem die 19jährige Annemarie Sch. das Büro zum Dienstantritt betrat. Sobald die junge Frau durch den Flur ging, schwangen die Lampen hinter ihr, und es explodierten sogar Beleuchtungskörper. Die Scherben flogen direkt auf die junge Frau zu. War sie der unbewusste Auslöser für den Spuk? Als Frau Sch. in Urlaub fuhr, hörte der Spuk jedenfalls schlagartig auf. Als sie später eine andere Arbeitsstelle antrat, begann der Spuk von neuem.[xviii] Im Frühjahr 1982 wurde bekannt, daß ein sprechender Poltergeist in einer Zahnarztpraxis in Obertraubing, Bayern, sein Unwesen treiben sollte. Tätig war der Geist jedoch bereits seit März 1981. Damals hatte das Wesen, das sich selbst „Chopper“ nennt, dadurch auf sich aufmerksam gemacht, daß er aus dem Wasserhahn, dem Abfluss eines Waschbeckens und aus der Telefonsleitung rülpste. Letzteres war auch dann der Fall, wenn niemand am anderen Ende der Leitung war. Der Geist verschreckte die Patienten mit obszönen Bemerkungen, und er schien ein platonisches Verhältnis mit der Zahnarzthelferin Claudia Judemann zu haben. Der Zahnarzt, Kurt Bachseits, schien der Verzweifelung nahe und erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Die im Sprechzimmer lauernde Polizei hörte den Geist ebenfalls, fand jedoch keine Erklärung für die Ereignisse. Experten der damals noch existierenden Bundespost gaben mehrere 10 000 DM aus, um dem Geist auf die Spur zu kommen, doch auch sie blieben erfolglos. Professor Bender besuchte den Ort des Geschehens und bemerkte, dass er auf der einen Seite keinen Hinweise auf einen Betrug feststellen konnte, dass der Geist sich jedoch „untypisch für seine Art“ verhielt, worauf er von Chopper mit einigen unfreundlichen Bemerkungen bedacht wurde. Der Fall wurde zur Presseattraktion. Journalisten des Nachrichtenmagazin Spiegel beobachteten, dass der Geist nur dann sprach, wenn Claudias Gesicht von den Beobachtern abgewandt war. So konzentrierten sie die Kameras auf das Mädchen und so konnte bewiesen werden, dass der „Geist“ niemand anderes als Claudia selbst war, die zusammen mit ihrem Chef die Öffentlichkeit getäuscht hatte. Schließlich gaben beide zu, daß der „Spaß“ begonnen hatte, als Freunde von Claudia mit verstellter Stimme anriefen. Claudia und ihr Chef hätten es anfangs nicht für möglich gehalten, dass sie mit dem „Geisterspaß“ ein so großes Aufsehen erregen würden.[xix] In diesem Fall handelte es sich also um einen Betrug, der zudem ziemlich teuer wurde. Für eine Poltergeisterscheinung, die zwischen Mai und September 1961 in Newark, New Yersey, USA, auftrat, wurde der 13jährige Ernest River verantwortlich gemacht. Er wurde ins Duke Parapsychology Laboratory gebracht und dort vom Poltergeist-Experten William G. Roll untersucht. Als Roll erklärte, der Geist schlüge keine Menschen, traf in unmittelbar eine Flasche, die zuvor auf dem Tisch gestanden hatte, am Kopf. Ernest hatte jedoch allen einen Bären aufgebunden. Roll beobachte durch einen Einwegspiegel, wie er zwei Messbänder vom Tisch nahm und sie unter einem seinem Hemd versteckte, um sie später seiner Großmutter hinterher zuwerfen, als sie den Raum verließ. Später gab er an, keine Ahnung davon gehabt zu haben, wie die Bänder in Bewegung geraten sein könnten. Roll inszenierte nun - obwohl er bereits wusste, dass die ganze Sache ein Schwindel war - einen Lügendetektortest. Im Verlauf dieses Tests fragte Roll in nach dem letzten und auch den vorherigen Ereignissen aus. Erstaunlicherweise konnte Ernest mit dieser Methode nicht als Schwindler entlarvt werden. Auch unter Hypnose bestand er darauf, nicht zu wissen, wie die Phänomene zustande gekommen seien. Man schloss daher, dass der Junge die Bänder unabsichtlich in einem Zustand von Bewusstseinsspaltung geworfen haben könnte. Ungewöhnliche Bewusstseinszustände als Auslöser von Poltergeistaktivitäten? Kinder, die offensichtlich kurz vor der Pubertät stehen oder sich in ihr befinden, scheinen oft der Auslöser solcher Phänomene zu sein. Die Pubertät ist schließlich eine Phase, in der sie innere Konflikte austragen und emotionale Umstellungen verkraften müssen. Poltergeist-Phänomene treten auch häufig bei Familien mit typischen Merkmalen auf: Erwachsene und Kinder leben unter einem Dach, und oft herrschen Spannungen zwischen ihnen. Solche Spannungen könnten auch durch religiöse Konflikte verursacht sein.[xx] Der Fall des Karol Borek fällt allerdings ziemlich aus der Rolle. Da ist ein Mann, dessen Gehirn nicht mehr intakt ist und der Auslöser für Poltergeist-Aktivitäten sein soll. Natürlich wissen wir zuwenig über Gehirnaktivitäten und im Zusammenhang mit psychokinetischen Phänomenen wissen wir praktisch nichts. Trotzdem lässt dieser Fall einige Fragen offen. Von wo aus wird ein Mann, der an akuten schweren Krankheiten leidet, wegen Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert? Wieso konnte er in diesem Zustand noch so viel trinken? Hatte er all die schweren Krankheiten, während er zuhause war, ohne dass irgendjemand etwas davon mitbekam? Wurde der Mann in einem solchen verwahrlosten und lebensgefährlichem Zustand zuhause aufgelesen? Leider fehlen diese wichtigen Angaben in der Fallbeschreibung. Gehen wir jedoch - unabhängig von der Bewertung dieses fragwürdigen Einzelfalles - davon aus, dass Poltergeist-Phänomene oft unbewusste psychokinetischen Reaktionen von Menschen sein könnten, wie wir dies oben auch beschrieben haben. Was ist dann aber von dem im Gegensatz zu diesem personengebundenen Spuk auftretendem ortsgebundenen Spuk, wie wir ihn ja auch beschrieben haben, zu halten? Der amerikanische Autor Harold Sherman nimmt an, dass hinter den Erscheinungen ein energetisches Kraftfeld stecke, das mit starken Emotionen geladene Ereignisse reproduzieren könne. Er schreibt: „Fast ist es so, als ob die Gedankenformen, die durch die Gewalttat weggeschleudert würden, in einer Art synthetischen Leben und als ihr eigenes Abbild noch existierten. Wenn dann Menschen in ihre Umgebung kommen, sich zur Ruhe begeben und somit ihr Bewusstsein ausschalten, dann werden ihre außersinnlichen Fähigkeiten durch sie umgebende Schwingungen aktiviert. Sind sie erst einmal darauf eingestimmt, könnten diese Schwingungen sie aufwecken. Bleiben sie darauf fixiert, rollt das außersinnliche Drama vor ihren Augen ab.“[xxi] Nun, bei dem geschilderten Fall aus dem 16. Jahrhundert handelte es sich tatsächlich um eine Gewalttat. Schließlich ließ der Schoßherr seine Gemahlin ins Burgverlies werfen, nachdem sie ihn betrogen und er sie dabei erwischt hatte. Allerdings gibt es - wie wir sie ja auch beschrieben haben - Spukerscheinungen, die in Neubauten stattfinden oder die sogar bei hellichtem Tage auftreten. Und was ist mit den merkwürdigen Kapuzenmännern? Handelt es sich hierbei um Visionen? Ist der Kapuzenmann ein archetypisches Bild, das im Unterbewusstsein des Menschen fest verankert ist und die Angst repräsentiert? Sind die Schlafzimmererlebnisse möglicherweise hypnagoge Visionen und Alptäume, und handelt es sich bei einer gewissen Anzahl der Spukerscheinungen um Schwindel oder krankhaften Halluzinationen? Es gibt jedoch auch noch eine ganz andere - uralte - Interpretation, nach der Spukerscheinungen Manifestationen aus dem Jenseits seien. Es war im Jahr 1966, Anfang Februar. Bischof James A. Pike von der Epistopalkirche in Kalifornien war in England, um in Camebridge Gastvorlesungen zu halten. Während dieser Zeit in England erhielt Pike eine schreckliche Nachricht: Sein in New York studierender Sohn Jim hatte sich in seinem Hotelzimmer erschossen! Ein Motiv für den Selbstmord gab es nicht. Pike und seine Frau überlegten fieberhaft, doch sie konnten keinerlei Anhaltspunkte dafür finden, worum ihr Sohn hätte aus dem Leben scheiden wollen. Jim war nicht schwerkrank, und er hatte auch keine beruflichen Schwierigkeiten. Privat ging es ihm auch gut. Er war nicht unglücklich verliebt, und er hatte ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern. Einige Tage nach der Beerdigung kehrte Pike nach England zurück. Ews waren genau sechtzehn Tage nach dem Selbstmord, als sich merkwürdige Vorkommnisse abspielten. In Pikes Camebridger Wohnung geschahen unerklärliche Dinge: Bücher wurden schoben aufgeschlagen, umgedreht oder zugeschlagen, und Fotografien wechselten ihre Plätze. Überall im Zimmer verstreut tauchen Sicherheitsnadeln auf. Alle waren in der Art geöffnet, daß die beiden Seiten einen bestimmten Winkel bildeten, sie lagen alle gleich ausgerichtet. Pike betrachtete sie genau, und mit einem Mal schienen sie ihn an einen Uhrzeiger zu erinnern - einen Uhrzeiger, der 8.19 Uhr anzeigte. Dies entsprach in Mitteleuropäischer Zeit genau dem Zeitpunkt, an dem Jim Pike sich in New York das Leben genommen hatte. In der Folge ereigneten sich 65 abnormale Ereignisse. Aber nur in einem Fall gab es mehrere Augenzeugen: Pike erlebte zusammen mit seinem Mitarbeiter, dem Pfarrer David Barr und seinem Sekretär, wie ein Spiegel, den Jim bei seinem letzten England-Besuch benutzt hatte, sich von selbst bewegte. Nun suchte Pike den Bischof von Southwark - Mervin Stockwood auf - und fragte ihn um Rat. Pike wusste, das Southwark sich mit Spiritismus beschäftigte. Southwark erklärte Pike, dass es sich hier vermutlich um eine Art Poltergeist-Phänom handelt. Möglicherweise versuchte Jim auf diese Weise in Kontakt mit seinem Vater zu kommen. Southwark riet Pike, zu einem Medium zu gehen, und so ging der Bischof zu Mrs. Ena Twigg, die ihren Besucher nicht kannte. Offensichtlich aber gelang es ihr ohne große Mühe, Kontakt mit Jim zu bekommen. Sie übermittelte Bischof Pike Botschaten, deren Inhalt dafür sprach, daß sie von dem Verstorbenen stammten. Der zweite Propst der Londoner Southwark-Katedrale - John Pearce-Higgins - war bei der Séance anwesend, und er bezeugte später, daß Jim erklärt habe, er würde die Tat bereuen und sie gern ungeschehen machen. Er schien von etwas wie „Drogen“ zu sprechen, sowie von einem völligen „Durchgedreht-Sein“. Zum Schluß der Séance sagte Jim, er würde am 1. August wieder zu erreichen sein. Die Séance fand im März statt, es waren lagen also noch fünf Monate zwischen ihr und dem angekündigten Ereignis. Nach der Beendigung seiner Vorlesungen kehrte Bischof Pike nach Kalifornien zurück, wo er sich in Santa Barbara niederließ. Am 1. August bekam Pike unerwartet Besuch von Mr John Mc Conoll aus New York, der ihn an die merkwürdige Botschaft erinnerte, die Pike offensichtlich vergessen hatte. McConoll berichtete, er habe vor seinem Besuch bei Pike von Reverent George Daisley - einem örtlichen Spiritisten - erfahren, dass Pikes John Jim sich bei jenem gemeldet hätte! Mit Daisleys Hilfe wollte er Verbindung mit seinem Vater aufnehmen. Nun rief Pike Reverent Disley - den er nicht kannte - an, und jener erzählte ihm, daß der Verstorbene ihm mit einer deutlich zu vernehmenden Stimme das folgende erklärt habe: „Ich bin Jim Pike, der Sohn des Bischofs.“ Nun kam es zu mehreren Séancen mit Pike. Der Geist des verstorbenen Jim - wenn denn tatsächlich er es war, der durch Daisley sprach - meldete sich nun auch sofort wieder. Offensichtlich aber wollte er zunächst Beweise für seine Identität liefern, und so erwähnte er (bzw. Dailey - je nach dem) gleich zu Anfang eine Banalität, die - abgesehen von einer nicht anwesenden Person - nur Bischof Pike wissen konnte. Es ging dabei um ein Buch, dass Jims Vater einmal ohne Erfolg in seiner Bibliothek gesucht und das er später zu seiner Überraschung im Schlafzimmer aufgefunden hatte. Jim schilderte diesen Vorgang vollkommen korrekt, und Bischof Pike konnte sich genau daran erinnern. Später - in weiteren Sitzungen - unterrichtete Jim die Menschen über das Leben nach dem Tod. Ein Jahr später, im Sptember 1967 geschah folgendes: Die „Canadian Brodcasting Corporation“ hatte in Toronto eine Sendung geplant, in der via Fernsehen über spiritistische Phänomene diskutiert werden sollte. Eingeladen waren das berühmteste Medium der Welt, Arthur Ford, der ein überzeugte Verfechter des Spiritismus war und der als fortschrittlich denkend bekannte Bischof James A. Pike. Kurz vor der Sendung bat Pike Ford um eine private Sitzung, und jener schlug direkt vor, diese vor laufender Kamera abzuhalten. Die TV-Leute waren einverstanden, und anstelle der Diskussion sendete man ein „Gespräch mit dem Jenseits“. Der 70jährige Arthur Ford versetzte sich nun vor laufenden Fernsehkameras in Trance. Neben ihm saßen Bishof Pike und der Moderator der Sendung. Nach knapp einer Minute meldete sich der „Kontrollgeist“ des Mediums, der ihm bereits seit 1924 zur Seite stehen soll: „Fletcher“, ein angeblich im ersten Weltbild gefallener Kanadier. Laut Ford bestand nun tatsächlich ein Kontakt zu Pikes Sohn. Der Bischof, der sichtlich bewegt wirkte, wollte nun Nnäheres wissen, und hörte - wie Millionen von Fernsehzuschauern, was „Fletcher“ übermittelte: „Ich will dir so viel sagen, Dad... Er nannte Sie Dad... Es begann mit jemandem, der Halvertson heißt.“ „Fletcher“ ergänzte: „Ich weiß nicht... ist der Name Halverston oder Halvertson...“ Pause. „Er ist jetzt hier, dieser Halverston. Ich sah ihn soeben. Er scheint um die selbe Zeit herübergekommen zu sein wie Jim. Ist Ihnen eine Person dieses Namens bekannt?“ „Ich glaube ja... Aber kennengelernt habe ich ihn nicht“, antwortete Pike. Die Nachricht ging noch weiter: „Einen Moment, überlegen Sie mal. Er hatte... Sein Vorname war Marvin... Und, ah... etwas mit moderner Musik oder modernem Tanz oder mit Kunst oder etwas in der Kirche zu tun, und... ah...“ Und nun konnte sich Bischof Pike tatsächlich erinnern: Marvin Halverston wäre ein junger Mann gewesen, der einst für den „National Council of Churches“ tätig gewesen war. Sein Haupttätigkeitsgebiet galt der Frage der Einstellung kirchlicher Kreise zur modernen Kunst. Pike war mit ihm sogar einmal zu einer Diskussion zusammengekommen. Was Pike allerdings nicht wusste, war, dass auch sein Sohn Marvin Halverston kannte. Dies erfuhr er jetzt erst im Studio von einem „Kontrollgeist“ namens Fletcher, der durch ein Medium sprach. Und er sollte noch mehr erfahren: Durch Halverston sei Jim an der Berkeley Universität in Kalifornien dazu verleitet worden, Drogen zu nehmen. Und genau aus diesem Grund habe er die Berkeley Universität verlassen, um in New York weiterzustudieren. Aber auch dort sei er wieder in die Drogenszene geraten, hatte süchtige Studenten kennengelernt. Nach einem schrecklichen Trip habe er sich erschossen. Noch während die Sendung lief, meldeten sich telefonisch erste Zeugen, die einige der von Ford gemachten Angaben bestätigten. Später stellte man auch tatsächlich fest, dass Halverston in Berkeley in der Tat in mehrere Rauschgiftaffären verstrickt war und ein Jahr nach Jim starb. Später kam es noch zu einer Privatsitzung, in der Pike noch mehr Einzelheiten erfuhr, so auch die Namen noch Lebender, die mit seinem Sohn bis kurz vor Jims Selbstmord dessen Gesellschaft genossen. Dies Hinweise waren ausreichend, um diese Leute ausfindig zu machen. Nun konnte die ganze Geschichte vom Tod Jim Pikes rekonstruiert werden. Bischof Pike schrieb nun ein Buch mit dem Titel „The Other Side“. Dort bekundete er seinen Glauben an die Echtheit der Kommunikation mit dem Jenseits. Das Buch wurde zu einem Bestseller.[xxii] Aus: Roland M. Horn Gelöste und ungelöste Mysterien dieser Welt Bachmaier Verlag München 2000 mit freundlicher Genehmigung des Bachmaier-Verlages Copyright ©: Dr. Peter Bachmaier-Verlag/München
Anmerkung der Redaktion: Dank an Herrn Horn und an den Bachmaier-Verlag für die Zurverfügungstellung dieses Beitrages in TRANSWELTEN [i] Raab, Wladislaw: Unheimliche Begegnungen, Suhl 1997, S. 51 u. 52 [ii] Meckelburg, Ernst: Ernst: Transwelt. München/Augsburg 1993, S. 26 [iii] Meckelburg, Ernst: Hyperwelt. München 1995, S. 219-222 [iv] Bord, Janet und Colin: Geheimnisse des 20. Jahrhunderts. Bayreuth 1989, S. 99 u. 100 [v] Bord 1989, S. 95f [vi] Raab 1997, S. 205f [vii] Raab 1997, S. 29f [viii] Raab 1997, S: 30ff [ix] Raab 1997, S. 38ff [x] Raab 1997, S. 40 [xi] Geheimnisvolle Erscheinungen, Rastatt ohne Jahresangabe, S. 242f [xii] Geheimnisvolle Erscheinungen, S. 247f [xiii] Meckelburg 1995, S. 221f [xiv] Bord 1989, S. 96ff [xv] Geheimnisvolle Erscheinungen, S. 243 ff [xvi] Bord 1989, S. 9f [xvii] Meckelburg 1995, S. 198f [xviii] Magin, , Ulrich: Trolle, Yetis, Tatzelwürmer. München 1993, S. 115f [xix] Magin 1993, S. 117f [xx] Bord 1989, S. 25 u. 26 [xxi] Meckelburg 1995, S. 220 [xxii] Keller Werner: Was gestern noch als Wunder galt. Zürich 1973, S. 254ff |
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