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Spuk Spuk
als Sonderfall von Prof. Dr. Ernst Senkowski Einleitung Im Jahre 1829 schrieb Justinus KERNER in der „Seherin von Prevorst“: „Es ist die dringende Aufgabe der Naturforscher, die Existenz dieser Phänomene als wirkliche, objektive Realitäten in der Natur zu behaupten – nicht durch bloßen Glauben – und gegen Unerfahrene zu verteidigen. Denn diese Phänomene existieren, nach der Beobachtung aller Völker und Zeiten, als objektive Realitäten und sind aus der Natur so wenig weg zu rationalisieren als der Ring des Saturns, der auch für erlogen gehalten worden wäre, hätte man ihn nicht ad oculus zu demonstrieren gelernt. Zur Schande der Naturwissenschaften wurden diese Phänomene bisher geleugnet und mißkannt.“ Dem wäre nichts grundsätzlich Neues hinzuzufügen, aber vielleicht sieht es heute doch nicht ganz so hoffnungslos aus, nachdem sich die Psychologen und Parapsychologen intensiver der psychologischen Problematik zugewandt haben und die Physiker sich gezwungen sahen, die klassischen mechanistischen Vorstellungen der Welt durch die Quantentheorie und die jüngste „Physik des Bewußtseins“ zu erweitern. Die meisten kompetenten Erforscher des Außergewöhnlichen kamen trotz aller Verwirrungen und Täuschungen letztlich zur Anerkennung der prinzipiellen Echtheit und Tatsächlichkeit der Spukphänomene, obwohl diese damals wie heute dem „gesunden Menschenverstand“ Hohn sprechen. Die umfangreiche moderne Spezialliteratur vermittelt – auch ohne Berücksichtigung vieler älterer, durchaus empfehlenswerter Arbeiten – einen Einblick in die Komplexität des Themas, wobei sich vier wesentliche Komponenten erkennen lassen: 1. Den weitaus größten Raum nehmen die persönlichen Berichte von Betroffenen und Zeugen ein. Im Abstand folgen: 2. kritische Betrachtungen zur Verlässlichkeit der Berichte und der Echtheit der Phänomene, 3. umfassende Darstellungen der Vielfalt der Erscheinungsformen; und schließlich 4. die Suche nach Ursachen und Erklärungen bzw. der Einordnung in umfassendere Zusammenhänge. 1. Berichte Weltweit und aus allen historischen Zeiten liegen zahllose gut dokumentierte Berichte über Spuk vor. Fanny MOSER und andere haben im Verlauf ihrer Nachforschungen immer wieder festgestellt, daß in der Bevölkerung eine überraschend große Tendenz besteht, die Phänomene zu verschweigen. Danach sind vermutlich die bekanntgewordenen und näher untersuchten Fälle nur die Spitze des Eisberges. Spuk unterliegt in unserer Gesellschaft, ähnlich manchen anderen Ereignisgruppen, einem unausgesprochenen Tabu, das auch mit der negativen Bewertung zusammenhängen mag, die MOSER 1950 in dem Urteil ausdrückte: „Der Spuk sei der größte Verstoß gegen den gesunden Menschenverstand und den guten Geschmack.“ Erst wenn die Erscheinungen so massiv sind, daß die Betroffenen sie nicht mehr als unbedeutend abtun können, wenn sie durch bedrohliche Formen ganze Familien nach ungezählten schlaflosen Nächten aus Wohnungen oder Häusern vertreiben, oder auch wenn sie mit unerträglichen Gesundheitsstörungen von Personen einhergehen, oder wenn Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen werden, wagt man es, sich Außenstehenden hilfesuchend anzuvertrauen. 2. Echtheitsfrage Die objektive Realität von Spukereignissen läßt sich vernünftigerweise nicht leugnen. Natürlich sind Irrtümer der Beobachter nie ausgeschlossen, auch ist die bewußte Täuschung häufig genug nachgewiesen worden. Aber die Behauptung: „einmal getrickst sei immer getrickst“ ist falsch und hilft nicht weiter. Es ist vielmehr so, daß uns die hinreichend abgesicherte Existenz einer einzigen weißen Krähe zur Korrektur unserer Überzeugungen berechtigt und auffordert, weil diese eine weiße Krähe als Anomalie beweist, daß nicht, wie zuvor geglaubt und behauptet, alle Krähen schwarz sind. 3. Spektrum der Phänomene Die Vielfalt der Spukphänomene ist in der Literatur ausführlich dargestellt worden, zuletzt in sehr komprimierter Form von Monika HUESMANN und Walter VON LUCADOU. In einfachster Weise läßt sich Spuk zusammenfassend als unverständlicher Einbruch in das dynamische Gefüge des alltäglichen Lebens beschreiben oder als Störung und Zerstörung der gewohnten Ordnung der näheren Umwelt, in der die Dinge normalerweise ihren festen Platz innehaben. Stattdessen bricht der Wirkungszusammenhang für kürzere oder längere Zeit zusammen, und an seiner Stelle entwickelt sich ein unheilvolles, chaotisches Durcheinander: Klopfzeichen, sanfte oder heftige Bewegungen beliebiger Gegenstände, Kälte und Wärme, Licht, Feuer, Wasser und andere Flüssigkeiten, Durchdringungen, Apporte, Materialisationen, elektrische Phänomene, Auftauchen von Schriften, Bildern und Schmierereien, Erscheinungen von Phantomen, widerliche Gerüche, Angriffe auf Personen bis hin zu Verletzungen, insgesamt nahezu alles, was sich eine surrealistische Phantasie ausdenken kann. Als charakteristische Kennzeichen können ohne Anspruch auf Vollständigkeit genannt werden: unerklärlich-rätselhaft, unheimlich-gefährlich, spontan und provozierbar, personen- und ortsgebunden; ein breites Spektrum, das sich von subjektiven Halluzinationen bis zu objektiven physikalischen Phänomenen erstreckt; Geschehnisse, die sich sinnlos oder sinnvoll darstellen, einem albernen Schabernack gleichen, eine primitive Intelligenz vermuten lassen, eng mit medialen Phänomenen verbunden sind und damit teilweise über die irdische Sphäre in ein Geisterreich hineinzureichen scheinen, in ein Reich der Toten, womit sie an letzte Menschheitsfragen rühren. ERKLÄRUNGSVERSUCHE Beweis – Information – Erklärung Der Laie stellt sich unter einem „Beweis“ im allgemeinen etwas recht Nebulöses vor. Hier genügt es, festzustellen, daß mathematische Beweise innerhalb eines Systems logischer Regeln möglich sind, daß sich aber die Grundlagen solcher Systeme als unbewiesen und unbeweisbar herausgestellt haben. Wesentlich schlechter steht es mit dem juristischen Beweis, der definitionsgemäß darin besteht, ein hohes Gericht von der Richtigkeit einer Behauptung zu überzeugen, wobei die Zulassung der Beweismittel und ihre Bewertung in das Ermessen der Richter gestellt sind, was ersichtlich mit Logik wenig zu tun hat. VARELA hat betont, daß es im Grunde gar keine Beweise gibt sondern nur Argumente, die von einem Menschen vorgetragen und von einem oder mehreren anderen angenommen oder abgelehnt werden. Am besten wird man dieser Problematik gerecht, indem man sich erinnert, daß „beweisen“ von „weisen“ abgeleitet ist und ebenso wie das lateinische „demonstrare“ ganz schlicht „zeigen“ bedeutet. Damit wird sofort verständlich, daß man einem Blinden nichts beweisen kann und auch nicht jemandem, der aus irgendwelchen Gründen seine Augen verschließt. Der sinnentleerte, technisch definierte Begriff „Information“ braucht uns hier nicht zu interessieren. Nachdem Norbert WIENER erklärt hat: „Information ist Information, weder Materie noch Energie“, und WATZLAWICK seine herausfordernden Thesen über die „Wirklichkeit“ in mehreren Büchern veröffentlichte, kann man sich guten Gewissens nur auf die Tatsache zurückziehen, daß Signale jeglicher Art bestenfalls ein Informationspotential enthalten, das erst im Empfänger zu „Information“ werden kann. Man kann also Information weder kaufen noch verkaufen, denn sie ist wesentlich das aktiv vom Empfänger geformte Endergebnis der komplexen Wechselwirkung von außen an ihn herangetragener Signale und innerer anpassungsfähiger Strukturen. Der russische Wissenschaftler NALIMOW hat von personeneigenen semantischen Filtern gesprochen, die im materiellen Bereich durch dynamische neuronale Netzwerke repräsentiert sein mögen und mittels gerichteter Aufmerksamkeit innerhalb gewisser Bereiche abstimmbar sind. Diese Filter oder Raster gleichen Netzen unterschiedlicher Maschenweite, durch die, wie in der Fischerei, eine Menge kleiner Fische schlüpft, die nicht gefangen, sprich wahrgenommen, werden können. Relativ einfach steht es mit dem Begriff „Erklärung“. Zu den ersten, die erkannten, daß man eigentlich überhaupt nichts erklären kann, gehörten die Physiker. Sie beschränken sich daher auf die Suche nach reproduzierbaren Verknüpfungen oder Korrelationen ausgewählter Ereignisse, die sie im Rahmen umfassender, mathematisch formulierter Theorien modellhaft beschreiben. „Erklären“ wird auf diese Weise etwa gleichbedeutend mit „widerspruchsfrei in einen größeren Zusammenhang einordnen.“ Etymologie Die Wörter „Spuk“ und „spuken“ sind etymologisch ungeklärter Herkunft und scheinen mit „leuchten“ und „Hexe“ zusammenzuhängen. Seit dem 17. Jh. bedeuten sie „Gespenst“, „Gespenstererscheinung“, „gespenstisches Treiben“ und als „Geist umgehen“, lauter Deutungen, die sich allen akademischen Erklärungen zum Trotz im Volk erhalten haben. Diese, später als spiritistisch bezeichnete Ansicht wurde auch von den alten Okkultisten und Kirchenangehörigen vertreten: Ihnen galten „Geister“ als Verursacher von Spuk, etwa die „armen Seelen“ verstorbener Menschen oder er erschien ihnen als Ergebnis dämonischer, teuflisch-satanischer Umtriebe, wie sie auch zur Erklärung von Besessenheit angenommen werden. Animismus – Spiritismus 1889 führte der Mediziner und Philosoph DESSOIR zur Beschreibung der Phänomene, „die sich weder der Psychologie des Normalen noch der Psychopathologie zuordnen lassen“, den Terminus Parapsychologie ein. Der russische Spiritist AKSAKOW benutzte ein Jahr später den Begriff Animismus zur Kennzeichnung „unbewußter psychischer Paraphänomene außerhalb des Körpers von Medien“. Da sich der solcherart definierte Animismus dem damaligen und bis heute offiziell gängigen materialistisch-mechanistischen Wissenschaftsbegriff unschwer einordnen ließ, verdrängte er die spiritistische, transzendenzoffene Annahme, und die transzendenzverschlossene Hypothese, nach der alle außergewöhnlichen Erscheinungen ausschließlich von lebenden Menschen erzeugt sein sollen, wurde vorherrschend. Es scheint, daß neuerdings der Spiritismus aller Schattierungen im Rahmen der viel zitierten okkulten oder esoterischen Welle wieder an Boden gewinnt. Tatsächlich kann in dem nichtendenwollenden Streit Spiritismus – Animismus keine Seite den „Beweis“ oder „Gegenbeweis“ für ihre Behauptungen antreten, da die Ereignisse sich immer mittels beider Hypothesen, wenn auch mit unterschiedlichem Aufwand, beschreiben lassen. Angesichts dieser Patt-Situation ist es angemessener, auf die Diskussion zu verzichten und die allgemeinen (nach RESCH) paranormologischen Phänomene – hier den Spuk – möglichst pragmatisch zu studieren und umfassendere Theorien zu erarbeiten. Dieser interdisziplinären Aufgabe haben sich hauptsächlich die Vertreter dreier Fachrichtungen angenommen: Psychologen, Parapsychologen, und Physiker. Die Psychologen sehen Zusammenhänge mit bestimmten Persönlichkeitsstrukturen; die Parapsychologen verstehen Spuk wesentlich als psychokinetisches Phänomen; die Physiker erkennen ihn als Sonderfall von Anomalien in den regelmäßigen materiell-energetischen Abläufen in Raum und Zeit. Personengebundener und ortsgebundener Spuk Menschen oder Gruppen mit bestimmten psychischen Merkmalen in bestimmten Lebensphasen und/oder sozialen Situationen sind für die Auslösung oder Erzeugung von Spukphänomenen prädestiniert. Dazu gehören neben einem hohen Prozentsatz pubertierender Jugendlicher auch ältere lablile Menschen in gestörten Familien oder beruflichen Umfeldern. Da der Spuk nur in ihrem unmittelbaren Umfeld auftritt, und sie ihn gelegentlich mitnehmen oder von ihm verfolgt werden, wenn sie ihren Aufenthaltsort wechseln, bezeichnet man sie als Fokuspersonen und spricht von personengebundenen Spukerscheinungen. Schon während der heute als vorwissenschaftlich geltenden Untersuchungen der Okkultisten war aufgefallen, daß Spuk über lange Zeiten an bestimmten Orten auftreten kann. Aus diesen Beobachtungen resultierte die Bezeichnung ortsgebundener Spuk. Die Lokalitäten sind häufig solche, an denen sich zuvor (vermutliche) oder historisch nachweisbare dramatische Ereignisse (etwa Unglücksfälle, Morde, Selbstmorde, Folterungen und Vergewaltigungen) ereignet haben (sollen). Vorstellbar ist die Kombination einander verstärkender Komponenten, wobei gestreßte Personen eine Art starker emotionaler ortsgebundener „Aufladung“ aktivieren. Über die Aufklärung der Vorgeschichte eines Spukortes hinaus, dessen negativen Einflüssen die Betroffenen – eventuell abgesehen von erfolgreichen medialen Eingriffen – nur durch einen Ortswechsel entgehen können, richten sich die psychohygienischen Bemühungen der (Para-)Psychologen naturgemäß auf die Fokusperson(en) und ihr soziales Umfeld. In der Hoffnung, mit der Lösung der menschlichen Probleme den Spuk zum Verschwinden zu bringen, versucht man an Hand des Lebenslaufs die zugrundeliegenden, weitgehend unbewußten Strukturen und ihre Entstehung, sowie relevante familiäre und berufliche Gegebenheiten, zu erfassen. Physik Als psychophysikalische Wechselwirkung fällt der Spuk in jenen Kompetenzbereich der Physik, der sich mit dem allgemeineren paranormologischen Komplex der Psychokinese überschneidet. Im folgenden werden drei theoretische Ansätze, die zur Einordnung derartiger Phänomene in umfassendere Konzepte – und damit zu ihrer „Erklärung“ – geeignet sind, in kurzer Form dargestellt. Ein systemtheoretischer Ansatz Die Einordnung der Psychokinese in die gemeinhin gelehrten klassischen Kategorien erweist sich als unmöglich. Nicht verwunderlich also, daß sich bisher nur wenige Physiker an das Problem der außergewöhnlichen Wechselwirkung oder der Korrelation innerer psychischer und äußerer physikalischer Ereignisse herangewagt haben. Der Freiburger Physiker und Psychologe Walter VON LUCADOU hat – teilweise gemeinsam mit seinem Kollegen Klaus KORNWACHS – unter Benutzung des von Ernst v. WEIZSÄCKER eingeführten Begriffs der pragmatischen Information als Änderung der Komplexität eines Systems ein Modell aufgestellt, dessen Grundlage die Verknüpfung der drei jeweils komplementären Begriffspaare „Struktur – Verhalten“, „Autonomie – Zuverlässigkeit“ und „Einmaligkeit – Bestätigung“ ist. Danach entziehen sich komplexe Systeme dem Versuch ihrer vollständigen Erfassung in eigenartiger Weise, indem die schärfere Bestimmung der einen Größe automatisch die erreichbare Genauigkeit der Festlegung der anderen verringert. So sind z.B. autonome Systeme wenig zuverlässig. Erfahrungsgemäß spielen diese Zusammenhänge bei der Beobachtung von Spuk eine unliebsame Rolle. Der neugierige Forscher versucht verständlicherweise, die Funktion oder das Verhalten des Gesamtsystems möglichst exakt zu erfassen, aber er behindert oder verhindert damit dessen spontane Aktionen oder Reaktionen. Während er genau hinschaut, geschieht nichts; statt dessen ereignen sich die Phänomene vorwiegend in unbeobachteten Momenten und/oder in dunklen Ecken. Es kann demgemäß auch durchaus als Schabernack eines boshaft-intelligenten Spaßvogels erscheinen, daß die zur Dokumentation eingesetzten Geräte aus unerfindlichen Gründen just dann ihren Dienst versagen, wenn ein Ereignis in ihrem Erfassungsbereich eintritt. Der Beobachter wird auf diese Weise kalt gestellt und erhält wegen der Erstmaligkeit der nicht-reproduzierbaren Phänomene kaum jemals die erwünschte Information zu ihrer Bestätigung und Absicherung. Der hohe zeitliche Aufwand und der geringe zu erhoffende Informationsgewinn verringert die Neigung vieler Wissenschaftler, sich ernsthaft mit Spuk zu beschäftigen. Bewußtseinsphysik Während ihrer langjährigen Untersuchungen der schwachen Psychokinese (vgl. dazu auch den Beitrag von Franz MOSER in TransKommunikation, Vol.II/No.1, 1992, S.17/20) hat die Gruppe um den inzwischen emeritierten Dekan der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der Universität Princeton, Robert JAHN, unter der Leiterin des Engineering Anomalies Research Laboratory, Brenda DUNNE, ein interessantes theoretisches Modell zur Beschreibung der raumzeitübergreifenden psychophysischen Wechselwirkungen erarbeitet. Zur Beschreibung der informatorischen Kopplungen zwischen getrennten Bewußtseinen, sowie zwischen Bewußtseinen und materiell-energetischen Systemen führten sie einige erweiterte quantentheoretische Begriffe ein, von den sich der Tunneleffekt relativ leicht veranschaulichen lässt. Dieses zunächst rein physikalische Modell verdeutlicht, wie atomare Teilchen, die in einem energetischen Trichter gefangen sind, dessen Wand sie mangels ausreichender Energie nicht übersteigen können, dadurch entkommen, daß sie ohne Energieaufwand gewissermaßen durch einen Tunnel flüchten, Gefangenen vergleichbar, die unter den Mauern hindurch einen Entwässerungskanal benutzen. In der Quantenphysik werden solche Vorgänge mit Wahrscheinlichkeitswellen beschrieben, die sich außerhalb des Trichters mit anderen überlagern können und auf diese Weise Systeme mit neuen Eigenschaften erzeugen. Ein einfaches Beispiel ist die Verbindung von Atomen zu Molekülen durch gemeinsame Elektronen. In ihrer Erweiterung dieses physikalischen Modells auf die psychophysischen Wechselwirkungen haben JAHN und Mitarbeiter informationstragende Bewußtseinswellen eingeführt, die die Raumzeit ohne Energieaufwand „durchtunneln“ und sowohl die telepathische Kommunikation zwischen verschiedenen Bewußtseinen als auch die psychokinetische Beeinflussung der Materie vermitteln. Voraussetzung der Verwirklichung solcher Resonanzkopplungen ist eine hinreichende Ähnlichkeit der beteiligten Strukturen, die durch unbewußte oder bewußt-gezielte Anpassung und Harmonisierung der komplexen Bewußtseins- und Materiewellensysteme erreicht werden kann, entfernt vergleichbar der Einstellung eines Radioempfängers auf einen gewünschten Sender oder der Wahl eines Fernsehkanals. Prinzipiell steht also dem Bewußtsein nicht nur die passive Anpassung an ein materielles System offen sondern auch die Möglichkeit, dieses aktiv zu verändern und dadurch seinen eigenen Formen anzupassen. Nach JAHN ist das menschliche Bewußtsein während des irdischen Lebens vorwiegend auf den materiellen Körper zentriert und in seiner Wirkungsweise auf die Steuerung und Benutzung der organischen Funktionen beschränkt. Über diese Psychosomatik hinaus besitzt es aber auch die noch wenig ausgebildete, relativ schwache Fähigkeit unvermittelter Eingriffe in die Umwelt. Außerdem bezieht die Princeton-Gruppe die mögliche Existenz freier Bewußtseinswellen, also bewußter körperloser Strukturen, in ihre Überlegungen ein und wagt damit einen vorsichtigen Schritt in eine unbekannte Transzendenz. Sie kann also in ihrem Modell über die animistisch erscheinenden Formen des Spukgeschehens hinaus auch die eher spiritualistisch deutbaren Phänomene als spezielle Wechselwirkungen von Psyche und Physis, oder Bewußtsein und Materie-Energie, beschreiben. Allgemeine Feldtheorie Mehrere Psysiker haben darauf hingewiesen, daß eine rein physikalische allgemeine Feldtheorie, deren Entwicklung seit Jahrzehnten angestrebt wird, unvollständig bleiben müsse, wenn sie sich auf die Große Vereinheitlichung der vier bisher bekannten Wechselwirkungen beschränkt und die zweifellos existierenden Bewußtseinsphänomene ausschließt. Einer der wenigen Theoretiker, der unter diesem Aspekt eine umfassende Theorie konzipiert und entwickelt hat, ist Burkhard HEIM (vgl. das Interview in TransKommunikation Vol.II/No.2, 1993, S.28/31). Ursprünglich auf einer 6-dimensionalen Weltstruktur basierend, wurde die Theorie während der letzten Jahre durch HEIMs Mitarbeiter, den Wiener Diplom-Ingenieur Walter DRÖSCHER, auf 12 Dimensionen erweitert. Die Veröffentlichung der Ergebnisse in mathematischer Form unter dem Titel „Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite“ wird derzeit vorbereitet. HEIM hatte bereits in seiner 1980 erschienenen Schrift „Postmortale Zustände?“ im Rahmen der 6-dimensionalen Theorie eine verbale Darstellung der Verknüpfungen von Psyche und Physis gegeben, in der er unter anderem auf die Unterscheidbarkeit sogenannter animistischer und spiritistischer Phänomene hinwies. Diese Meinung vertrat übrigens auch BENDER, der sich in einem Gespräch mit dem Verfasser außerstande erklärte, das Auftreten außergewöhnlicher Erscheinungen dem persönlichen Unterbewußtsein, dem kollektiven Unbewußten oder eventuellen transzendenten Quellen eindeutig zuzuordnen. Am Rande sei erwähnt, daß HEIMs Vorstellungen mit denen des Quantenphysikers David BOHM verwandt sind, der das Geschehen unserer expliziten (ausgefalteten) Welt als ganzheitliche Ausformung einer unterliegenden impliziten (eingefalteten) Welt der Informationen oder des Geistes beschrieben hat. Engere Beziehungen sind auch zu Rupert SHELDRAKEs Hypothese der morphischen Felder erkennbar, die das raumzeitliche Geschehen von jenseits der Raumzeit steuern. Für uns ist es wichtig, die Verwirklichung und Steuerung der raumzeitlichen Prozesse als letztes Glied einer Abbildungskette zu verstehen. Diese Kette beginnt in den zeitlosen Strukturen der 12. bis 9. Dimension. Sie setzt sich über einen nicht-energetischen Informationsraum der 8. und 7. Dimension fort in einen energetischen Strukturraum der 6. und 5. Dimension und erreicht schließlich über die Zeit als 4. Dimension den dreidimensionalen Raum. Auf diese Weise erscheint die Strukturierung unserer raumzeitlichen, materiell-energetischen Ereignisse durch nicht-energetische Wahrscheinlichkeitsfelder letztlich als dynamische Projektion stufenweise reduzierter Transmuster „höherer“ Bereiche. Im Normalfall folgt alles Geschehen den „Naturgesetzen“, die die Stabilität unserer äußeren Erfahrungswelt garantieren. Dabei spielt die durch unsere Sprachen vorgegebene semantische Programmierung, die wir unseren Kindern angedeihen lassen, eine wesentliche Rolle. Am Ende ergeht es uns wie den Katzen: Wenn man sie früh genug ausschließlich mit horizontalen Strukturen konfrontiert, werden sie unfähig, vertikale Formen wahrzunehmen. Die angeblichen Naturgesetze gelten aber nicht absolut, da sie letztlich in den mental manipulierbaren Wahrscheinlichkeitsfeldern verankert sind. In Sonderfällen treten z.B. extrem unwahrscheinliche Spukphänomene auf, die in etwas anderer Sicht als Wirkung von „Aktivitätsströmen“ beschrieben werden können, die aus den normalen psychosomatischen Bindungen abkoppeln und als umweltverändernde „Kräfte“ oder „Energien“ wirksam werden. Es geht also durchaus mit rechten Dingen zu. Auch wenn die Ursachen im einzelnen nicht in erwünschter Deutlichkeit erkennbar sind, bleibt Spuk ein natürlicher Vorgang. Zur Einordnung erscheint die HEIMsche Feldtheorie speziell wegen zweier Aussagen geeignet. Zum einen schließt sie eine wie immer geartete Transzendenz als „nicht-materielle Seite der Physis“ nicht von vorn herein aus. Zweitens zeigt sie, daß die Steuerung des Geschehens durch die Wahrscheinlichkeitsfelder grundsätzlich nicht-energetisch erfolgt. Die energetische Beschreibung muß also durch eine informatorische überbaut werden, und es ist in Spukfällen selbst dann unangemessen, von psychokinetischen Kräften oder Energien zu reden, wenn Bewegungen von Gegenständen auftreten, zu deren normaler Bewirkung physikalisch definierbare Kräfte oder Energien erforderlich wären. Es ist vielmehr angezeigt, sich über die Grundlagen der Definition physikalischer Kräfte und Energien Klarheit zu verschaffen. Dabei stellt sich heraus, daß grundsätzlich nur relative Lageänderungen von „Objekten“ beobachtbar sind, und daß der anthropomorphe Kraftbegriff als vorgestellte Ursache von Bewegungen eingeführt wurde. Physikalisch definierte Energie – angeblich das A und O unseres Daseins – war ursprünglich nichts als ein mathematischer Hilfsbegriff in gewissen Berechnungen. Spukphänomene können als Ergebisse von Umsteuerungen der bekannten, immer im ausreichendem Maße vorhandenen physikalischen Energieformen oder auch als makroskopische Quanteneffekte beschrieben werden. Die gelegentlich beobachtete Abkühlung der Umgebung oder der bewegten Objekte und auch ihre erhöhten Temperaturen deuten in diese Richtung. Es ist bemerkenswert, daß sich die Gültigkeit des physikalischen Energieerhaltungssatzes bei Spukphänomenen – insbesondere bei (De)-Materialisationsvorgängen! – nicht bestätigen lässt, und daß auch der Impulserhaltungssatz nicht zutrifft, wenn z.B. die von einer spukauslösenden Fokusperson „bewirkte“ Verlagerung eines massiven schweren Gegenstandes ohne mechanische Rückwirkung auf eben diese Person erfolgt. Die Einführung einer hypothetischen undefinierbaren „psychischen Energie“ erscheint nicht als befriedigende Lösung dieser Probleme. Informationelles Geschehen Letztlich handelt es sich immer und bei allem um informationelles Geschehen. Ein uns träge und materiell erscheinender „Gegenstand“ ist eine ausgewählte, hinsichtlich Form und Lage relativ stabile Bewußtseinsstruktur, die wir aufgrund einer speziellen Interpretation unserer normalen Erfahrungen als solche empfinden, und zu dessen Bewegung „Kraft“ und „Energie“ erforderlich sind. Wenn sich ein „Objekt“ im Gegensatz zu unseren Erwartungen „von allein“ an einen anderen Ort bewegt oder bewegt hat, nehmen wir im Grunde nur eine neue Bewußtseinsform wahr, die sich von einer früheren Form unterscheidet, derer wir uns noch erinnern – nicht mehr und nicht weniger. Die vergebliche Suche nach undefinierbaren Kräften und Energien, die Einführung unmeßbarer Begriffe, oder noch schlimmer: Die Durchführung von „Messungen“ mit Hilfe geradezu abenteuerlicher Gebilde dürfte die simple Folge einer unzureichenden Betrachtungsweise sein, die sich der Begrenztheit unreflektiert benutzter gängiger Begriffe nicht bewußt ist. Verursacher Vordergründig kann ein breites Spektrum möglicher Verursacher genannt werden. Bei genauerer Betrachtung präsentiert sich uns hier aber ein viel allgemeineres Problem. Erfahrungsgemäß leben wir im Wachbewußtsein dank unserer Erinnerungsfähigkeit wesentlich linear zeitgebunden. Entsprechend der Verzögerung zwischen unseren mentalen Absichten und ihrer Verwirklichung in der Umwelt konstruieren wir Ursache-Wirkungs-Verknüpfungen und übertragen sie in anthropomorpher Weise als Kausalketten auf alles Geschehen. Nun führt aber eine fortgesetzte Folge von Fragen nach den Ursachen bis zum angeblichen Urknall und hört selbst dort nicht auf. Schon die scherzhafte Frage, ob die Henne oder das Ei zuerst da waren, weist auf ein unlösbares Dilemma, das auch von der Evolutionstheorie nicht aus der Welt geschafft wird. In Kreisprozessen und komplexen Systemen ist es unmöglich, Ursache und Wirkung zu unterscheiden bzw. eindeutig festzulegen, da jeder herausgegriffene Abschnitt gleichzeitig die Wirkung des vorhergehenden und die Ursache des folgenden ist; in komplexen Systemen ist eine Vielfalt von Faktoren so unübersichtlich verwoben, daß kein Ereignis auf eine eindeutige Ursache zurückgeführt werden kann. Einer der Chaosforscher beschreibt z.B., wie sich zu bestimmten Zeiten eine Menschenmenge zu einem Bahnhof hin bewegt, der in moderner Sicht als Attraktor erscheint und im normalen chaotischen Gewühl der Großstadt vorübergehend eine gewisse Ordnung erzeugt. Nimmt man an, daß er den Menschenstrom durch eine „Anziehungskraft“ verursacht, so liefern auch die präzisesten Messungen keine vernünftige Antwort. Die für den einzelnen Menschen und die Feierabendheimkehrer oder Sonntagsausflügler geltenden persönlichen Motive bleiben völlig verborgen. Sucht man nach psychologischen Gründen, so verirrt man sich im Dschungel menschlicher Vorstellungs- und Verhaltensweisen, oder man endet bei einer letzten unbekannten Ur-Sache oder bei einem ebenso unbekannten ersten Verursacher. Wenn also eine Fokusperson vom Spuk verfolgt wird oder ihn auf sich zieht, kann sie formal als Attraktor beschrieben werden, aber ebenso wenig wie im Falle des Bahnhofs ist das eine zureichende Aussage. BENDER hat den personengebundenen Spuk als Hilfeschrei einer frustrierten Person bezeichnet, die in ihrem psychosozialen Umfeld, in der Gruppendynamik der Familienmitglieder und anderer Personen, ihre innere Chaosstruktur unbewußt in die Außenwelt projiziert oder externalisiert und sie zum Spiegel der verborgenen Innenwelt gestaltet. Wenn es sich um pubertierende Jugendliche handelt, so mögen somatische hormonelle Veränderungen mitbeteiligt sein. Zum personengebundenen Spuk liegt ein Transtext vor, den der englische Lehrer Ken WEBSTER 1984 über Computer von einer mit 2109 als Jahreszahl firmierenden Gruppe unbekannter Wesenheiten empfangen hat. WEBSTER hatte wegen massiver Spukerscheinungen in seinem Cottage um Auskunft gebeten. Die Antwort, von wem auch immer, lautete: „Die Kraft ist gewöhnlich eine extrem üble Wesenheit, die sich auf stark feindliche Gefühle stützt und deren Kommunikation wenig sinnvoll ist. Sie scheint mit der Angst der Person zu spielen und verabscheut mangelnde Aufmerksamkeit. Früher glaubte man, es handele sich um den Ruf einer oder mehrerer Personen nach Beachtung. – Diese Entitäten haben kein eigentliches Bewußtsein. Es ist die Energie, die zu einem Charakter geformt wird. Es liegt nahe, daß die Betroffenen nach mehreren kleinen Poltergeistfällen automatisch annehmen, es handele sich um die Tätigkeit eines Geistes, den sich die meisten in menschenähnlicher Form vorstellen. Es wird also durch die Menschen ein Bild geschaffen, das – seltsam genug – die im Spiel befindlichen Kräfte beeinflußt. Der Kern scheint auch hier eine enge Verbindung der (Spuk)Wesenheiten mit der lebenden Person zu sein. Manchmal wird angenommen, die Untersuchung der betroffenen Personen sei ebenso aufschlußreich wie die Phänomene selbst.“ Der stereotype Ablauf des Geschehens an Spukorten erweckt den Eindruck, daß es sich um unpersönliche „eingefrorene“ Informationsstrukturen oder bewußte Persönlichkeitsreste handelt, die nach längst vergangenen Untaten von medial befähigten Personen aktiviert werden. Manifestieren sich darüberhinaus außergewöhnliche Signale als Botschaften oder Gestalten von Verstorbenen, die unerledigte Angelegenheiten zu klären suchen, so können ihre eventuell auf medialem Wege deutlicher erkennbaren Bestrebungen als Spukursache gelten. Neuerdings wird, nicht ohne begründete physikalische Hinweise, ein holistisch-ganzheitlich strukturiertes Modell des Kosmos vorgeschlagen, in dem alles Geschehen zeitlos verknüpft ist. Nach zweiwertiger Logik sind aber Zeitlosigkeit und Kausalität auf der gleichen Ebene unvereinbar. Dieses Dilemma verhindert ebenso wie die Komplexität des Gesamtsystems eine befriedigende theoretische oder praktische Definition etwaiger Spukverursacher. DESSOIR meinte 1931 „den Gedanken wagen zu dürfen, daß es sinnvolle Beziehungen zwischen gleichzeitigen, aber aus verschiedenen Ursachen entsprungenen Ereignissen gibt, die auf ein verborgenes Gefüge der Weltordnung weisen. Eine solche geheime Zusammengehörigkeit hätte es mit der Bedeutung der Vorgänge zu tun, keinefalls mit ihrem mechanischen oder psychologischen Entstehen.“, C. G. JUNG und W. PAULI haben 1952 diese Vorstellung als „Synchronizität“ erläutert. Sie beschrieben damit das annähernd gleichzeitige, sinnvoll interpretierbare Zusammentreffen von Ereignissen, deren gemeinsame Verursachung nicht erkennbar ist. Zum Sinn der Spukerscheinungen DESSOIRs Vermutung verweist auf den Sinn der Spukerscheinungen. Im psychologischen Rahmen kann die Frage mit der „Notruf-Situation“ beantwortet werden, in der der Druck unbewußter Strebungen oder bewußt als ausweglos empfundener Situationen hinter blockierten Sicherheitsventilen unerträgliche Werte annimmt. Die Entlastung über den Spuk ist dann durchaus sinnvoll, obwohl jede der unkoordinierten Einzelaktionen, für sich genommen, sinnlos erscheinen mag. Dieses Szenario würde auch die Manifestationsversuche Verstorbener zutreffend beschreiben, die nicht mehr unmittelbar auf die Materie einwirken können. Sie wären gezwungen, sich der psychokinetischen Fähigkeiten telepathisch erreichbarer lebender Menschen zu bedienen, um die Aufmerksamkeit auf sich und ihre Absichten zu lenken. Innerhalb eines solchen Systems wären die Anteile der beiden Agenten nicht leicht separierbar. Spuk kann aber einen erheblich weiterführenden Sinn beinhalten. Über die inneren psychosomatischen Verknüpfungen hinaus, die – obwohl ebenfalls unverstanden – langsam anerkannt werden, existieren augenscheinlich reale körperferne psychophysikalische Wechselwirkungen. Trotz ihrer Spontanität und schwierigen Bestätigung vor Ort stützen die massiven Spukphänomene die nur laboratormäßig statistisch erfaßbare schwache Psychokinese. Sie sollten jene Physiker, die die Paraphänomene leugnen und von einem englischen Kollegen öffentlich als „zweitklassische Wissenschaftler“ bezeichnet wurden, veranlassen, die Unvollständigkeit ihrer reduktionistischen Weltanschauung wahrzunehmen. Etliche Nobelpreisträger haben das längst getan, aber es hat sich an unseren Universitäten noch nicht herumgesprochen. BENDER bezeichnete die Spukphänomene als Königsweg zu einem umfassenden Verständnis des Menschen und seiner Stellung in der Natur und der Natur selbst. Unter diesem Aspekt läßt sich das häufige spukhafte Öffnen von Fenstern und Türen als Symbol für eine geistige Öffnung zu noch weitgehend unerforschten Realitäten deuten, wie sie z.B. von GROF und anderen ernst genommen und erforscht werden. Spuk weist also in zweifacher Hinsicht über Grenzen hinaus: Innerhalb kollektiver holistischer Bewußtseinsstrukturen können wir Entwicklungsmöglichkeiten in uns angelegter, noch unbewußter Fähigkeiten erkennen: Wir leben tatsächlich in mental manipulierbaren Wahrscheinlichkeitsfeldern, in denen, wie gezeigt, unsere Ängste und Erwartungshaltungen die materiell-energetischen Abläufe modifizieren. In dieser Hinsicht ist Spuk den gleichermaßen „offiziell“ abgelehnten magischen Praktiken einschließlich mancher alternativer Heilmethoden verwandt, mit denen ähnliche Effekte über den Raum hinweg bewußt provoziert werden. Spuk zeigt aber auch klare Beziehungen zu den medialen Phänomenen, indem er unter anderem auf die Existenz eines Jenseits der Verstorbenen hinweist, auf eine Transzendenz, die uns noch weitgehend verschlossen ist. Die vorübergehende chaotische Phase einer Fokusperson kann gelegentlich in das ruhigere Fahrwasser geordneter Medialität oder heilerischer Fähigkeiten übergehen. Von den spukähnlichen UFO-Erscheinungen und den Kornkreisbildungen weiß man nicht, ob sie Projektionen aus der irdischen Zukunft, aus „Parallelwelten“ oder etwas völlig anderes sind; Projektionen jedenfalls, die uns in Richtung einer kosmischen Bewußtseinserweiterung manipulieren könnten. Hier ginge es um die Wahrnehmung anderer Welten und Daseinsformen, die fremden Bewußtseinszuständen entsprechen. Schließlich läßt sich die instrumentelle Transkommunikation als eine Art intelligenten Spuks verstehen, in der die psychophysikalischen Wechselwirkungen auf der physikalischen Seite als Anomalien der gewohnten Funktionen elektronischer Geräte erscheinen, und deren psychischer Hintergrund zumindest auf das Unbewußte des Experimentators und/oder auf transzendentale Partner/Quellen weist. Am Ende würden wir uns als schöpferische Teile eines uneingeschränkten Weltalls verstehen dürfen, in dem wir gelernt hätten, Zeitlosigkeit und Kausalität zu vereinbaren und keine Angst vor dem Spuk haben müßten, sondern ihn als mahnenden Hinweis auf unsere derzeitige Begrenztheit und Unwissenheit begrüßen könnten. Es wäre aber auch möglich, unsere irdische Existenz insgesamt als Spukgeschehen zu interpretieren. Eine solche Welt-Anschauung mag ungewohnt sein, aber wir kommen nach Lage der Dinge vielleicht nicht um sie herum. „Leben“ erschiene dann als kontinuierlicher Kommunikationsprozess anpassungsfähiger, lernwilliger, hinreichend ähnlicher Strukturen, die weder extrem verschieden, noch vollkommen identisch sein dürfen. Bei extremer Verschiedenheit gibt es praktisch keine Chance für Verständigung, bei Gleichheit haben die ursprünglich getrennten Systeme aufgehört als solche zu existieren. Literatur 1919
Grabinski: Spuk Weitere Literaturangaben finden sich in den beiden letztgenannten Arbeiten, die im IMAGO-MUNDI-Tagungsband „Aspekte der Paranormologie“ enthalten sind (1992, Resch-Verlag, Innsbruck). Eine Sammlung von Spukfällen wurde 1978 unter den Titeln „Die Hexe von Endor“ und „Spuk im Grabgewölbe“ auf der Grundlage zweier Werke aus den 20er Jahren bei dtv herausgegeben. Sie umfasst den Zeitraum 1200 vor Chr. bis zum 1. Weltkrieg. Anmerkung der Redaktion: Wir danken Prof. Dr. Senkowski für die Zurverfügungstellung des Beitrages, der aus einem 1993 in Wien gehaltenen Vortrag stammt. Alle Rechte beim Verfasser. In der kommenden TW lesen Sie von Prof. Dr. Senkowski als Fortsetzung dieses Beitrages: „Der Spukfall in Neuwied-Oberbieber“. Hinweis in eigener Sache: Die TW-Redaktion sucht sämtliche o.g. Literatur, ggf. auch Fotokopien dessen, Angebote an (030) 626 69 66
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