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Spiritualität Hier
ist der Beginn ... von Werner Schultz Als ich wach wurde, hörte ich fremde Stimmen, die von weit her kamen. Es waren Männerstimmen, die sehr aufgeregt klangen. Dann fasste mich jemand an und stellte eine Frage, die ich nicht verstand. Was war das alles um mich herum? Wo war ich und wieso war alles so dunkel? Ich schloß die Augen und versuchte zu denken. Dann sah ich auf meine linke Hand, die immer noch das Lenkrad hielt. Der Daumen war merkwürdig verdreht und ich wunderte mich darüber, dass ich ihn nicht bewegen konnte. Ein Mann fragte mich nach meinem Namen. Ich nannte ihn ihm. Ich saß in meinem Auto. Das konnte ich registrieren und langsam, ganz langsam kam die Erinnerung.... Am 26.3.1999 war unsere Welt noch völlig in Ordnung. Janina war aus Frankfurt gekommen und das erste Mal in ihrem Leben ganz allein mit dem ICE gefahren. Meine Frau hatte sich schon Tage vorher auf diesen Besuch vorbereitet, so wie sie das immer tat, wenn sich Besuch ansagte, Es sollte ein schönes Osterfest werden und wir wollten unserer Enkelin ein paar schöne Tage machen. Und die begannen eigentlich schon am gleichen Abend in unserem gemütlichen Zuhause, einem kleinen Haus im hohen Norden Deutschlands, 30 Kilometer vor der dänischen Grenze, welches wir 1995 nach einem arbeitsreichen Leben erwerben konnten. Ein richtig schöner Alterswohnsitz, in guter Luft und schöner Natur. Alles zu ebener Erde, mit Vorbedacht nach langem Suchen ausgewählt, denn wir mussten wohl damit rechnen, dass meine Frau, früher oder später, einen Rollstuhl benötigen würde. 50 Jahre Diabetes hatten ihre Spuren hinterlassen. Die unvermeidbaren und so gefürchteten Spätschäden an den Augen, den kleinen Gefäßen und Nerven, machten den Tagesablauf immer beschwerlicher. Unser Leben war schon recht eingeschränkt. Wir lebten mit der Krankheit und mit der Uhr. 5 Insulininjektionen pro Tag, die erste um 7 Uhr, die letzte nachts um 2 Uhr. Darüber hinaus manchmal schwere nächtliche Unterzuckerungen. Aber wir waren trotzdem glücklich. Glücklich, uns zu haben, glücklich zwei gesunde Kinder und vier wohlgeratene Enkelkinder zu haben. Allergrößte Sorge bereitete meiner Frau der Gedanke, was passieren würde, wenn sie eines Tages nicht mehr die Energie aufbringen könne, um mit mir die täglichen, kräftezehrenden Spaziergänge zu unternehmen, die notwendig waren, um den Kreislauf wenigstens einigermaßen anzuregen. Wir machten uns ernsthafte Sorgen. Der Besuch von Janina war deshalb eine willkommene Abwechslung. Meine Frau hatte eine ganze Liste zusammengestellt, was wir alles gemeinsam unternehmen wollten und welche Attraktionen besucht werden sollten. Aber am 27.3. wollte Janina zunächst einmal ihre neuen Roller Skater ausprobieren. Ich schlug vor, dass wir damit in die Köge fahren sollten. Die Köge, das ist ein in vielen Jahren dem Meer abgerungenes Land, immer wieder neu eingedeicht und jetzt ein bedeutsames, fruchtbares Land an der Westküste von Schleswig Holstein. Schöne breite, wenig befahrene Straßen führen zu den wenigen Gehöften und Deichen, und eben dorthin wollten, damit das Kind, abseits vom Straßenverkehr, sicher die neuen Rollschuhe ausprobieren konnte. Nach dem Mittagessen ging es gleich los. Natürlich musste auch der Hund, eine mit 15 Jahren schon recht betagte Pudelhündin, mit. Wie vorausgesehen war wenig Verkehr im Koog. So kannten und liebten wir dieses Land. Alles weit überschaubar und bei nur mäßigem Wind das beste, was man seinem Körper antun konnte. Jetzt nur noch eine Hauptstraße überqueren, dann waren wir schon am Ziel. Marlies und ich wollten wie gewohnt laufen. Janina sollte mit den Skatern vorweg laufen. Ich hielt kurz, schaute links, schaute rechts und setzte dann zur Überquerung an. Das ist nun die letzte Erinnerung, die ich an diesen Ausflug habe. Als ich wie aus einem langen Schlaf erwachte, bemühten sich Sanitäter und Feuerwehrmänner um meine Bergung Ich hörte, wie man sich beriet, ob ich mit dem Hubschrauber, der inzwischen eingetroffen war, oder mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus transportiert werden sollte. Man entschied sich für den Helikopter. Das wahre Geschehen wurde mir dann erst Tage später auf der Intensivstation der Flensburger Diakonissenanstalt durch den Krankenhausgeistlichen übermittelt. Meine Frau hatte den Unfall nicht überlebt. Ein von rechts kommender PKW war ungebremst in uns hineingefahren. Ich hatte das Fahrzeug nicht gesehen. Den Fahrer trifft nicht die geringste Schuld. Unsere Enkelin konnte dem Fahrzeug völlig unverletzt entsteigen und Hilfe herbeiholen. Auch dem Hund ist nichts geschehen. Ich selbst befand mich mit einem Beckenbruch, mehreren Knochenbrüchen, Prellungen und Quetschungen noch lange in stationärer Behandlung. Nach 7 Wochen konnte ich das Krankenhaus mit Gehhilfen verlassen, um an der Beisetzung meiner Frau dabei zu sein. Können Sie sich vorstellen, wie einem Mann zumute ist, der schuldhaft einen derartigen Unfall verursacht hat? Wir waren 38 Jahre glücklich verheiratet, und jetzt dieses Ende ohne Abschied. Ich war dem Wahnsinn nahe. Wie konnte mir so etwas überhaupt passieren? Ich war ein besonnener, umsichtiger Fahrer, der seit 30 Jahren völlig unfallfrei fuhr. Meine Frau war eine immer laut mitfahrende Beifahrerin. Sie sagte die Ampelfarben an, schilderte wer vor mir fuhr, gab Empfehlungen ab, ob ich überholen sollte oder nicht Aber dieses Mal sagte sie nichts. Und ich hatte auch nichts gesehen. Während meines Krankenhausaufenthaltes grübelte ich darüber nach, ob die zu überquerende Straße vielleicht eine Kurve machte, die ich nicht hatte einsehen können. Ich ließ mich deshalb von meiner Tochter an die Unfallstelle fahren, um noch einmal alles in Augenschein zu nehmen. Aber es war und bleibt völlig unverständlich, daß ich das von rechts herannahende Fahrzeug nicht gesehen habe. Es handelt sich um eine schnurgerade Hauptstraße, die sowohl von links als auch von rechts ungehindert einsehbar ist. In meiner Verzweiflung suchte ich Hilfe in einem Bibelgesprächskreis. Ich glaubte Gott etwas schuldig zu sein. Ausgerechnet dort begegnete ich einer Frau, die mir wundersame Dinge von Engeln, von Geistführern und von der geistigen Welt im allgemeinen erzählte. Sie machte mich mit Menschen bekannt, die mir diese ungeheure Last der Schuld tragen halfen, indem sie mir klar machten, wann Schuld nur wirklich Schuld ist. Ich lernte gute englische Medien kennen, denen ich mit allergrößter Skepsis und Misstrauen begegnete, bis eines dieser Medien mir vorschlug, den Kontakt mit der geistigen Welt doch einmal selbst zu versuchen. Ja, wie sollte das wohl möglich sein? Ich, der mit beiden Beinen so fest auf den Füßen stand, der nur glaubte, was man sehen und anfassen konnte. Aber dann ging alles doch sehr schnell. Ich bekam Kontakt zu einer Dame in Hamburg, die Tonbandeinspielungen machte und die auf diese Weise mit ihrem verstorbenen Ehemann wie am Telefon korrespondierte. Wenn ich es nicht selbst gehört hätte, würde ich es nicht geglaubt haben. An seinem Geburtstag gratulierte sie ihrem Mann mit den Worten: "Guten Morgen, liebes Geburtstagskind", und als Antwort kam: "Ja, hier kannst nicht mehr gratulieren, weil wir ja hier sind". Oder sie fragte ihren Mann: "Was soll ich bloß mit dem vielen Holz im Garten machen?" Die Antwort kam sofort: "Nimm das für die Stallwand". Es war einfach fantastisch, was ich da hörte. Das wollte ich auch können. Ich erzählte ihr meine Geschichte und bat darum, ob sie, zusammen mit mir, einmal eine Einspielung machen möchte. Ich wollte meine Frau um Verzeihung bitten und überhaupt ein Lebenszeichen von ihr erhalten. Was dann geschah war für mich das größte Wunder, und ich hüte diese Einspielung wie meinen Augapfel. Meine Frau meldete sich sofort und sagte, sehr schnell gesprochen: "Nun ist es passiert - es ist schön hier", und dann, sehr deutlich: "Hier ist der Beginn. Draußen ist die Wahrheit unter Keim." Mit dieser Aussage konnte ich zunächst nichts anfangen, bis es mir dann wie Schuppen von den Augen fiel. Natürlich, wir, die wir noch auf diesem Planeten Aufgaben zu erledigen haben, sind draußen. Sie ist schon wieder dort, wo alles begonnen hat und alles erneut beginnt. Und draußen, das hat wohl jeder schon erfahren, ist die Wahrheit verborgen wie eine Blüte unter einem Keimblatt. Eine wunderbare Aussage, die auch genau zu ihr passte, denn sie hasste nichts mehr als die Unwahrheit. Nun bin ich bereits schon lange ein überzeugter Tonbandstimmenforscher, habe vieles ausprobiert und auch sehr schöne Botschaften erhalten. Meine Frau hält sich, wie das auch ihre Art im Leben war, leider immer etwas im Hintergrund, aber ich weiß, daß sie an meinem Leben teilnimmt. Trotzdem quälte mich immer wieder die Frage, wie es möglich sein konnte, daß weder ich noch meine Frau in dieser deutlichen Situation das von rechts kommende Fahrzeug gesehen hatten. So machte ich eine Einspielung mit genau dieser Frage. Ich fügte hinzu: "Die einzige Erklärung, die ich habe, ist, daß ihr, liebe Freunde, mitgewirkt habt, damit meine Marlies sanft und ohne weitere Qualen in die geistige Welt gehen konnte". Und die Antwort lautete schlicht und ergreifend: " Wir war´n es !" Und ich glaube fest daran, daß es so und nicht anders gewesen ist. Die Gnade, die meiner Frau damit erwiesen wurde, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Ich selbst bin inzwischen wieder vollständig genesen. Meine Enkelin Janina macht im nächsten Jahr Abitur und hat das schlimme Erlebnis gut verarbeitet. Die Erfahrungen, die ich mit dem Tonbandstimmenphänomen gemacht habe, bedeuten für mich das größte Geschenk meines Lebens. Sie haben mein Leben, meine Denkweise und mein Handeln nur positiv beeinflußt. Es hat mir neuen Lebensmut gegeben.
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