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Sonstige Autorenbeiträge Armins Erinnerungenvon Eva Radtke Vor ein paar Tagen zeigte ich meinem kleinen Bruder Armin ein etwas älteres Foto unserer Familie. Er war gerade zweieinhalb Jahre alt und konnte schon recht gut sprechen. Auf dem Foto erkannte er alle, doch dann fragte er mich, wo er, Armin sei. Das fand ich sehr süß, doch wußte ich nicht genau, was ich ihm sagen sollte, wie ich ihm erklären könnte, daß er damals noch nicht da war. Zu meinem großem Erstaunen hatten wir dann eine lange und ausführliche Unterhaltung: „Weißt du, da warst du noch im Himmel.“ „Ja, da wa ich geflogen und dann bin ich durch ein Loch gefallen“, meinte er mit großen Augen. „Durch ein Loch bist du gefallen?“ „Ja, durch ein Loch. Eine Luftballon war da. Dis is kaputt gegangen. Und bin ich runter fallen.“ Ich habe ihn gefragt, ob er Angst hatte. Da ich bei seiner Geburt dabei war, wusste ich, daß sein Herz ganz schnell geschlagen hatte und er wahrscheinlich tierische Angst hatte. Zuerst meinte er zwar nein, aber dann hat er weiter erzählt. „Wo isn Mama? Da bin ich fallen und da warn Monster (lach)“. „Monster? Wo waren Monster?“ „Nein, ich hatte Angst, Monster. Mama wa weg.“ „Und was ist dann passiert, Armin?“ „Dann waren da liebe Menschen.“ „Ja Armin, dann bist du zu uns gekommen und wir haben dich ganz doll lieb.“ Armin möchte seine Mama heute noch am liebsten festhalten, und wenn sie einmal weggeht, tröstet er sich, indem er ein Bild von ihr vom Regal holt und immer wieder sagt: „Mama kommt gleich wieder.“ Helga Azizi, die uns freundlicherweise den Bericht ihrer Enkeltochter zur Verfügung stellte, meint dazu: Eva, heute 17 Jahre alt, ist die älteste von sechs Geschwistern, Armin ist der Jüngste. Wie alle seine Geschwister war er erwünscht und wurde liebevoll empfangen. Armin wurde zu Hause geboren, der Vater und alle Geschwister waren bei seiner Geburt dabei. Eva ging der Hebamme zur Hand. Hat Armin vor seiner Inkarnation erlebt, daß er einmal verlassen wurde, so daß er Angst hat, das noch einmal durchmachen zu müssen? Es weist einiges darauf hin. Und was sind das für Monster, die ihn so erschreckt haben? Vielleicht erzählt er uns das noch einmal. Aber Kinder haben viel Phantasie, man kann sie nicht einfach fragen, es muß sich aus der Situation ergeben, sonst könnten sie ihre Erzählungen erfinden. Dazu die Redaktion: Interessanterweise gibt es innerhalb der Redaktion recht verschiedene Hypothesen zum Bericht, zunächst Frank Klare: Ich persönlich würde ihn wie folgt interpretieren: Ich vermute, Armin konnte sich an seine eigene Geburt erinnern! „Ja, da wa ich geflogen und dann bin ich durch ein Loch gefallen“, fängt seine Beschreibung an. Mit geflogen (Problem mit kindlicher Ausdrucksweise) könnte er gemeint haben, seinen Aufenthalt im Mutterleib oder aber auch, daß er diesen verlassen mußte bzw. aus dem Selben „geflogen“ ist. Mit dem „durch ein Loch gefallen“ könnte er seine Geburt selbst gemeint haben. Interessant wäre noch zu erfahren, ob er sich noch an ein helles Licht am Ende des „Loches“ erinnern kann? Was er dann als kaputt gegangenen Luftballon beschreibt, damit könnte er den Zustand der Gebärmutter bzw. das Platzen der Fruchtblase unmittelbar vor der Geburt gemeint haben (?). Weiter geht es mit „Wo isn Mama? Da bin ich fallen und da warn Monster. Nein, ich hatte Angst, Monster. Mama wa weg.“: Dies war m.E. sein Erleben, als er merkte, nun den schützenden Mutterleib verlassen zu müssen (wo isn Mama?). Auch die „Monster“ wären demnach erklärbar: Neben dem Wissen, nun aus der „schützenden Mama zu fliegen“ (ohne Wissen, was als nächstes geschieht) wird er Stöhnen und Schreie vernommen haben – die Geburtswehen der Mutter. Wenn man sich hier in die Lage des Kleinen versetzt, ist die Angst und Sorge berechtigt. Schließlich „waren da liebe Menschen“ – Armin war geboren. So würde ich die Beschreibung deuten, verbunden allerdings mit einem kleinem Fragezeichen: Wie oft kommt es eigentlich vor (kommt es normalerweise überhaupt vor?), daß sich Kleinkinder noch an ihre Geburt erinnern können? Frau Azizis Fragen dazu sind dennoch berechtigt, ist doch bekannt, daß sich vor allem Kleinkinder bis 4 Jahre besser an Inkarnationen erinnern können als ältere. Mit zunehmendem Alter verschwinden die Erinnerungen immer mehr im Unterbewußtsein, die man ja dann mit Hypnosesitzungen pflegt, wieder ins Bewußtsein zu rufen. Selbstredend ist es nicht immer leicht, kindliche Phantasie (- die Vorstufe zur späteren Kreativität -) von wahren Erinnerungen zu trennen, oft können wir als Kinder dies ja selbst nicht auseinanderhalten, umso schwerer wird es dann für die „Erwachsenen Zuhörer“. Andreas
Marechal hingegen meint: Im Kindesalter entwickelt man ja reichlich
Fantasie, aber zu dem Bericht und der Erzählung zu Armins
Erinnerungen fällt mir nur eines auf: Gibt es da nicht Zusammenhänge
zwischen Nahtoderfahrungen und einem Weiterleben nach dem Tod? Denn,
was der Junge da von sich erzählt, erinnert mich sehr stark an
einen Sprung vom vorigen Leben ins nächste hinein. Vielleicht ist
es auch nur eine Erinnerung an irgendwas, das tief im Unterbewußtsein
existiert. Ich muß auch dazu sagen, gerade im Kindesalter ist man
sehr sensibel seiner Außenwelt gegenüber. Jeder kennt doch den
Spruch „wer hat Angst vor dem schwarzen Mann?“ Aber ich denke
mal, daß es Erinnerungen an einem früheren Leben sind, die man im
Laufe der Jahre vergessen oder verdrängen tut. Oder doch bloß ein
traumatisches Kindheitserlebnis? Man kann sich darüber selbst sein
eigenes Bild machen, auf jeden Fall ein sehr interessanter Bericht
zum Nachdenken, daß es Dinge gibt im Leben, die wir uns nicht
richtig erklären können. Liebe Leserinnen und Leser, was meinen
Sie?
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