Seltsame Geschichten


Ein turbulenter tierischer Besuch

von Frank Klare

Wie wir festgestellt haben, gibt es noch immer zahlreiche sonst spirituell offene Menschen, die meinen, dass Tiere kein richtiges Bewusstsein und keine Seele hätten. Doch nicht nur vom Phänomen der Tonbandstimmen ist uns bekannt geworden, dass sich auch unsere geliebten tierischen Mitbewohner „von der anderen Seite“ bei uns melden. Gleichzeitig erlebten meine Frau und ich wiederholt nachtodliche Begegnungen mit einer unserer Katzen.

Abbildung: links Katze Bärchen, rechts Kater Charlie

Um sie, diese Katze handelt auch diese Folge der Seltsamen Geschichten. Bärchen heißt sie aufgrund ihrer stattlichen Erscheinungsform und ihrem rotem Fell. Seit 1986 lebte sie bei uns, bis sie im stolzem Alter von etwa 18 Jahren 2002 uns in den Armen meiner Frau und im Beisein unserer anderen Katzen verlassen musste.

Doch dauerte es nicht lange, bis wir danach erste „Lebenszeichen“ von Bärchen vernehmen konnten. So lagen eines Nachts meine Frau und ich im Bett und unsere Katzen befinden sich nachts in der Küche und haben dort ihre Ruheplätze. In unserem Schlafzimmer jedoch befindet sich ein großer Katzenkletterbaum, damit die Katzen auch tagsüber hier sich ausreichend austoben können. Als wir wie gesagt also im Bett lagen, hörten wir beide, wie eine Katze den Kratzbaum hochklettert. Wir wussten, dass es unsere Bärchen war, welche manchmal zu „Lebzeiten“ auch bei uns im Schlafzimmer nächtigen durfte.

Einige Male darauf konnten wir ihr ganz spezifisches Miauen hören, meistens war es meine Frau, die sie hören konnte, da sie wohl auch medialer veranlagt ist, als ich. Weder die anderen Katzen noch wir haben mit diesen liebevollen Begegnungen ein Problem. Wir freuen uns, wenn sie an uns scheinbar denkt und sich so bemerkbar macht. Heute nach etwa 2 Jahren, wo sie tot ist, wurden diese Besuche zwar seltener aber vereinzelt finden sie noch statt. Genau auf den Tag 4 Wochen nach ihrem Tod jedoch gab es einen Besuch ganz besonderer Art, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt leider nicht zu Hause. Ich befand mich an meinem Computerarbeitsplatz, als ich aus unserer Küche wiederholt Bärchen habe miauen hören, so laut, als täte sie mich rufen. Auch die anderen 3 Katzen Bambi, Paule und Charlie waren zu diesem Zeitpunkt in der Küche. Ich stand also auf und wollte zur Küche, ihren Rufen folgend. Auf dem Weg dorthin hörte ich noch, wie Katzen an einem Vorratsregal in einer Nische hochklettern und abermals ein Miauen Bärchens. Bevor ich dann die angelehnte Tür öffnen konnte, gab es ein lautes Gepolter und Getöse und das gesamte Vorratsregal hat sich mitsamt Wandverankerung gelöst und ist so unglücklich umgestürzt, das zunächst die Tür blockiert war und ich nur mit Mühe in die Küche gelangte. Ich sorgte mich natürlich, ob möglicherweise eine der Katzen dabei verletzt wurde.

Als ich nun die Regalteile samt Inhalt wie Katzenfutterdosen wegräumen konnte und ich Zutritt hatte, war eine Ruhe wie Spannung in der Küche. Bärchen konnte ich nicht mehr ausmachen. Kater Paule und Katze Bambi näherten sich gelegentlich mit buschigem Schwanz (vor Aufregung) der Nische, wo zuvor noch das Regal gestanden hat und zuckten dann aber wiederholt nach flüchtigem Um-die-Ecke-Schauen rasant zurück, als würden sie etwas wahrnehmen.

Verletzt waren sie gottseidank nicht, aber Kater Charlie war nicht aufzufinden! Ich suchte systematisch alle Ecken, Winkel und Nischen ab, in den sich eine Katze zurückziehen oder verstecken könnte, überall schaute ich nach, doch Charlie blieb verschwunden.

Da ich wusste, dass sich alle 3 Katzen in der Küche befanden, suchte ich weiter. Selbst in geschlossenen Schränken schaute ich nach, doch nichts. Während die anderen Katzen weiter sich sonderbar der Nische näherten und wieder wegzuckten, ging ich dazu über, auch alle anderen Räume unserer Wohnung akribisch nach Charlie abzusuchen. Natürlich fand ich ihn nicht. Ich wusste wie gesagt ja auch, dass er sich mit in der Küche befand. Während mein Gefühl ahnen ließ, hier ist seltsames vorgefallen, stand dem mein Verstand gegenüber, das er sich gut versteckt haben könnte vor Schreck. Doch auch nach weiteren wiederholten Rufen und Suchen blieb Charlie verschwunden und ich bekam Sorge, was ich meiner Frau sagen soll, wenn sie heim kommt.

Da ich mir rationell nicht anderes zu helfen wusste, begab ich mich zur weiteren Suche in unser Treppenhaus, auf die Strasse und den Hof unseres Wohnhauses. Natürlich fand ich auch hier Charlie nicht.

Ohne zu wissen, was ich nun noch machen könne, ich wieder hoch in die Wohnung, rein in die Küche wo etwa später aus der Nische, wo mal das Regal gestanden hat Charlie in Zeitlupentempo und ebenfalls buschigem Schwanz empor gelaufen kam. Die erste Reaktion der anderen Katzen war ein lautes Anfauchen, obgleich sonst speziell die beiden Kater Charlie und Paule ein Herz und eine Seele sind.

So bleibt mir nur diese Erklärung: Als Bärchen uns besuchte, muss sie Charlie danach mit hinüber genommen haben in „die andere Welt“, aus welcher er dann gut 30 Minuten später wieder rückkehrte, daher war er verschwunden und daher das Verhalten der anderen Katzen. Ich weiß, diese Erklärung klingt gewagt. Doch hätten Sie eine Bessere?



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