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Seltsame Geschichten Rockmusik aus dem Unterkiefer von Sascha Trautmann Heute möchte ich den Beitrag „Klassische Musik aus dem Topfdeckel" aus der Reihe „Seltsame Geschichten" ansprechen. (Anmerkung der Redaktion: Es wurde darin über aus Topfdeckel ertönende Radiomusik berichtet, was jedoch physikalisch begründbar, wenn auch äußerst beeindruckend ist). Es handelt sich tatsächlich hierbei um ein physikalisches Phänomen. Mein mittlerer, bereits 1998 im Alter von 36 Jahren verstorbener Bruder war vom Beruf Energieanlagenelektroniker, aber schon als Kind brachte er erstaunliche physikalische Experimente fertig. Dazu gehörte auch ein primitiver Radio-Detektor, über den man ohne künstliche Energiequelle die am stärksten einfallenden Radiosender im jeweiligen Standort des Detektors empfangen konnte. Ich kann mich noch etwas daran erinnern, das er Kupferleitungen benutzte. Sie wurden zum Einen mit dem Metallgestell des Bettes und zum Anderen aus dem Dachfenster heraus mit der Dachrinne verbunden. Zum Abhören benutze er einen Mono-Kopfhörer und er konnte das erste Programm des Saarländischen Rundfunks empfangen, wohlbemerkt nur einen Sender und eine Lautstärke (wie auch in o.g. Topfdeckel-Geschichte). Wie genau so etwas funktioniert, muss man wohl einen Physiker oder Amateurfunker fragen. Einige Jahre später wurde ich wieder daran erinnert. Ich war 19 Jahre alt und gerade auf dem Heimweg, kommend vom Zahnarzt, der mir eine neue Amalgamfüllung gemacht hatte. Ich stieg an unserer Wohnsiedlung aus dem Bus und hatte ungefähr noch 400 Meter Fußweg bis nach Hause. Ich nahm einen Pfad direkt am Zaun des nahe liegenden Kraftwerks zur Abkürzung, als plötzlich der Refrain „Everybody wants to rule the world" von „Tears for Fears" aus meinem rechten Unterkiefer ertönte! Ziemlich perplex blieb ich stehen und überlegte, ob der Arzt vielleicht das falsche Medikament zur Betäubung gespritzt hätte (?). Als dann der Verkehrsfunk von Dieter Exter verlesen wurde, konnte ich statt musikalischer Engelschöre unseren Heimatsender SR1 identifizieren und mir fiel der technische Versuch meines Bruders wieder ein. Am Tag darauf ging ich wieder zu jener Stelle, aber mein „neues Radio" funktionierte nicht mehr. Ich vermute, dass es möglich war, weil die Plombe noch frisch (ca. 15 Minuten) gewesen ist. Ein weiterer Faktor dürfte das starke elektromagnetische Feld der Hochspannungsleitungen und der direkt hinter dem Zaun liegenden Trafo-Station gewesen sein.
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