Seltsame Geschichten


Frau Muttern

von Frank Klare

Am Abend des 26. November 2006 gönnten meine Frau und ich uns mal nach ewiger Zeit wieder was besonderes, wir gingen gut Essen im Restaurant.

So saßen wir dann auch alsbald im Restaurant, dass zwar nicht günstig ist, aber es soll ja auch gut schmecken und dies tut es dort, wie man auch an den viel besetzten Tischen ersieht.

Nachdem wir uns dann ein Essen ausgesucht hatten ging wieder die Türe auf. Herein kam eine sehr alte (uns unbekannte) Dame mit Krückstock. Obgleich noch einige der anderen Tische frei waren, steuerte die Dame direkt auf unseren Tisch zu. Sie fragt uns dann sogleich:

„Meine Lieben, darf ich mich zu Ihnen setzen?“

Dabei strahlte die alte Dame noch, da konnten wir schwer nein sagen, obgleich ich mit meiner Frau eigentlich diesen Abend in zweisamer Harmonie begehen wollte. Also gestatteten wir der Dame, sich zu uns zu gesellen. Sie strahlte dann noch mehr im Gesicht und sagte:

Wissen Sie nämlich, ich bin meist allein und habe heute Geburtstag!“

„Und wie alt werden Sie?“ wollten wir wissen.

Sie lachte (so laut, dass die anderen Tischgäste sich teils umdrehten) „Ja Ihr jungschen Leut, 95 Jahre“

Dann sagte sie „Es ist so nett, mit Ihnen hier zu sitzen. Ich lade Sie zum Essen ein!“

„Wir bitten Sie, dass ist doch nicht nötig“ sagten wir, als sie uns unterbrach und meinte, „es ist mein Geburtstag, also gönnen Sie mir die Freude, ich lade Sie ein.“

Schließlich  gaben wir nach und meinten aber „Wenn Sie gestatten, aber zu einem Gläschen Sekt dürfen wir Sie einladen?“ Hier willigte sie ein. Da es, wie wir nicht wussten, nur ganze Flaschen gab, nahmen wir eine. Dass war dann zwar nicht günstig, aber dafür brauchten wir ja das Essen nicht mehr zahlen.

Während unser Essen inzwischen schon serviert war und die alte Dame ein Riesengericht bestellte, wir angestoßen hatten, nimmt plötzlich die Dame die Flasche und trinkt direkt aus der Flasche und ruft laut „auf meinen Geburtstag“, dabei rutscht ihr auch noch ein lauter Rülpser raus. Meiner Frau und mir war das allmählich schon peinlich, da die anderen Gäste sich bereits tuschelnd dauernd umdrehten. Aber es wurde noch schlimmer. Ihr Riesengericht hat sie nahezu im Affentempo gefressen, laut schmatzend und das eine oder andere fiel auf dem Tisch und Fußboden. Man könnte meinen, die Dame hätte zuvor wochenlang gehungert.

Kaum hatte sie alles weggeputzt, meinte sie.

„Werden Sie erst mal so alt wie ich!“, weiter „Die Zeit mit Ihnen hier war so schön, dass ich gar nicht bemerkte, wie die Zeit verging. Ich muss dringend nun nach Hause, weil ich noch Besuch erwarte“.

Meine Frau und ich waren natürlich froh, dass sie endlich gehen wollte, es war ja wirklich eine missliche Lage für uns, in die wir hier gerieten. Dieses Benehmen hätten wir der Dame gar nicht zugetraut, da sie äußerlich einen recht gepflegt-eleganten Eindruck machte.

„Bitte seien Sie nicht traurig, dass ich gehen muss“ meinte sie noch und „die Rechnung bezahle ich gleich am Tresen, dann brauchen wir nicht auf dem Ober warten, ich habe es eilig.“ Das kam uns nur gelegen, denn wenn der Ober den Tisch sieht...

Wir waren erstaunt, nachdem die Dame kurz am Tresen stand, wie schnell sie trotz Krückstock auf einmal mit ihren 95 Jahren wetzen konnte. Wir machten es dann der Dame nach und gingen gleichsam zum Tresen, um den Sekt zu bezahlen und außerdem wollten wir einen zusätzlichen  Zehner Trinkgeld geben, wegen den verschmutzten Tisch.

„Und die Essen?“ fragt uns der Ober.

„Dass hat doch eben schon die Dame bezahlt“ sagten wir. Wir sahen sie ja auch am Tresen stehen.

„Da liegt aber ein Missverständnis vor“ meinte er „Ihre Frau Mutter sagte nur, meine Kinder zahlen nachher und auf Wiedersehen“. „Unsere Frau Mutter?“....

Es half alles nichts, nun mussten wir also auch noch die Essen bezahlen, in was sind wir hier nur hineingeraten? Doch dachten wir dann, die Dame ist ja auch gerade erst kurz raus. So weit kann sie doch mit ihrer Krücke sicher noch nicht sein, wir wollten sie zumindest zur Rede stellen. Nachdem wir dass Restaurant verließen und schauten – tatsächlich! – wir konnten sie noch sehen! Wir also hinterher. Bevor wir sie dann zur Rede stellen wollten fing sie an:

„Es tut mir ja so schrecklich leid! Wissen Sie, ich habe bloß eine kleine Rente und wollte am Geburtstag wenigstens eine Freude haben. Aber ich bezahle alles, warten Sie, ich gebe Ihnen das Geld gleich“ und sie fing an, in ihrer Handtasche zu kramen. Einerseits tat uns die Dame schon fast leid, aber anderseits war es eine Unverschämtheit, was sie machte, so also meinten wir, dass Geld durchaus anzunehmen.

„Ach jetzt habe ich auch mein Portmonee in der Wohnung liegen lassen! – Ich wohne aber gleich in der nächsten Strasse, wenn Sie die Zeit haben, mit mir mitzukommen?“

Wir gingen dann die paar Meter mit ihr, obgleich es derweilen schon so spät war, dass wir auch eigentlich heim wollten. Vor Ihrer Haustür angekommen, fährt die Dame uns plötzlich an:

„Sie warten aber unten! Zu oft war im Fernsehen die Rede, keine fremden Leute in die Wohnung zu lassen!“ Dass haben wir uns so jedoch auch nicht gefallen lassen, denn wer hat wen reingelegt? Wir meinten dann, wir lassen uns aber kein 2. mal verladen, worauf die Dame uns dann angeboten hat, bis sie wieder zurück sei, ihre Handtasche als „Sicherheit“ behalten zu können, hier willigten wir dann ein und sie meinte, in höchstens 5 Minuten mit dem Geld wieder unten zu sein.

So standen also meine Frau und ich vor dem Haus. Es war inzwischen sehr kalt draußen und ein eisiger Wind tat sein übriges. Die 5 Minuten waren nun um, aber die Dame noch nicht zurück.

Nach 10 Minuten standen wir noch immer vor der Türe, inzwischen setzte noch heftiger Regen ein.

Als sie nach 15 Minuten noch immer nicht zurück war, mussten wir erneut überlegen, was wir jetzt machen. Doch bei ihr klingeln? Jetzt haben wir dummerweise gar nicht darauf geachtet oder gefragt, wie sie heißt. Aber wir hatten ja noch ihre Handtasche, vielleicht ist hier ja der Ausweis drin?

Plötzlich direkt vor uns ein starkes Autogebremse! 2 Männer springen aus dem Auto direkt auf uns zu:

„Halt! Polizei!“

Unmittelbar danach folgen noch 2 weitere Funkwagen mit „tatü-tata“, der erstere wie wir dann bemerkten eine Zivilstreife. Die Beamten wollten uns verhaften, da wir der Dame die Handtasche geraubt hätten, so der Vorwurf. Und die Polizei glaubte uns kein Wort. „Dass können Sie Ihrer Urgrossmutter erzählen, aber nicht uns!“

Dann ging auch die Haustür auf und die Dame fuchtelte mit ihrer Krücke:

„Dass sind die Verbrecher!!!“

Die Polizei dann: „So, nun geben Sie erst mal die Handtasche her“ und dann die Polizei zur alten Dame „Schauen wir erst einmal rein, ob noch alles vorhanden ist.“

Als dann die Polizei die Tasche öffnete, kam der allergrößte Hammer! Unfassbar, was sich darin befunden hat... Ein großer Knochen eines Bären!!!!!

Ich beende jedoch an dieser Stelle zunächst die Berichterstattung mit der Frage: Um was für einen Bären-Knochen handelt es sich, der hier gefunden wurde????? Mit etwas „Spürsinn“ und „detektivischer Logik“ ist diese Frage durchaus zu beantworten. Um was für einen großen Bären-Knochen handelt es sich also???

Sollten Sie das Rätsel nicht knacken können, so schicken Sie uns ein Mail und wir sind Ihnen etwas behilflich ....




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