Seltsame Geschichten


Die Steinkolosse der Bretagne 
und eine „Vision“

von Walter-Jörg Langbein

Generationen von Archäologen haben sich an Tausenden tonnenschweren Steinriesen der Bretagne schon die Zähne ausgebissen. Wer hat die Kolosse vor Jahrtausenden in großer Zahl wie zusammengetragen? Zu welchem Zweck? Marianne L., 29, Stenotypistin aus Mittelfranken wandte sich nach Lektüre meines Buches „Parapsychologische Phänomene“ an mich. Sie behauptet:

„In einer Vision sah ich die Lösung für das Geheimnis der steinernen Riesen! Bei meinem Urlaub in der Bretagne besuchte ich um Mitternacht einen der Riesensteine. Ich schmiegte mich mit dem ganzen Körper an ihn, streichelte seine raue Oberfläche mit den Händen. Plötzlich durchfuhr mich etwas wie ein greller Blitz. Alles drehte sich um mich. Mir war, als flöge ich durch einen wild sausenden Wirbel. Plötzlich war es taghell. Um mich herum arbeiteten unzählige Menschen. Es müssen Tausende gewesen sein. Unzählige Arbeiter hoben Tausende tiefe Löcher aus. Dann sah ich gewaltige Steine etwa einen Meter über dem Erdboden dahinschweben. Neben jedem der Kolosse schritt gemächlich ein Mensch, summte leise eine seltsame Melodie. Dadurch wurden die Menhire schwerelos. Sie drifteten zielsicher gelenkt an ihre Bestimmungsorte, setzten sich sanft in die mit primitiven Werkzeugen ausgehobenen Gruben.“

Marianne schrieb mir weiter: „Meine Vision war so unheimlich realistisch. Ich stand förmlich zwischen den Arbeitern. Ich hörte ihre Stimmen, ihre rhythmischen Lieder. Ich wandte mich an einen der Männer. „Was tut ihr hier?“ dachte ich und verstand sogleich seine Antwort: „Durch magische Gesänge können wir die Schwerkraft aufheben und problemlos tonnenschwere Steine fliegen lassen. Das haben uns die Priester beigebracht. Die Botschaft der Steine ist kompliziert. Wer ihre Sprache versteht, kann die Gesetze der Schwerkraft aufheben!“

Mariannes „Vision“ dauerte, wie sie mir auf meine Rückfrage versicherte „vermutlich Sekunden, vielleicht auch wenige Minuten“. Ich frage mich: Hat sie sich alles nur eingebildet? Fakt ist: Die Erkenntnisse fortschrittlicher Wissenschaftler decken sich mit der „Vision“. Demnach könnten uralte Steine tatsächlich das Wissen unserer Vorfahren „gespeichert“ haben. Immer mehr Experten halten es für möglich, dass Weise vor Jahrtausenden die Schwerkraft überlisten konnten. Und Mathematiker erkennen: die Steinriesen der Bretagne sind nach einem komplizierten mathematischen System aufgebaut. Es könnte sich dabei um eine geheime Sprache handeln. Werden wir sie je verstehen?

Eine Frage, die vielleicht noch wichtiger ist: Wollen wir sie denn verstehen? Sind wir bereit, auch Vermutungen und Überlegungen nachzugehen, die zunächst im Widerspruch zu herkömmlichen, traditionellen Gedanken stehen? Und: Welche Wege zur Erkenntnisgewinnung wollen wir einschlagen? Wagen wir uns auch auf unkonventionelle Pfade? Ist Esoterik im Zeitalter von Internet und Gentechnik überhaupt akzeptabel?



  Seltsame Geschichten

zurück zum
Gesamtverzeichnis