TW-Praxis


Über die Tücken der Tonbandstimmen
Ein kritischer erster Erfahrungsbericht

von Frank Klare 

Erste eigene Erfahrungen auf dem Gebiet der Tonbandstimmenforschung veranlassten mich zur Verfassung dieses Artikels. Doch zunächst eine andere merkwürdige Begebenheit, von der ich bereits in einer anderen Quelle berichtet habe: Immer wieder können wir unsere Gäste ins Staunen versetzen, wenn sie uns in unsere Küche begleiten, um selbst zu sehen und zu hören, was ich behaupte: Aus einem gewöhnlichen Topfdeckel erklingt deutlich Radiomusik, wenn ich diesen auf eine Herdplatte lege. Dieser Effekt funktioniert auch ohne Strom und mit Gabeln oder Löffeln!

Auch wenn nun vielleicht einige an Hexerei oder dergleichen denken, trifft vielmehr zu, daß sich unsere Wohnung in Nähe eines Sendemastes befindet. So „schlägt“ der Sender auf vielfältigem Wege bei uns ein, so sind ferner zwei Fernsehsender von den gleichen Störfrequenzen betroffen, obwohl wir Kabelanschluss haben. Auch besaß ich mal eine alte Heimorgel, aus deren Lautsprechern Musik ertönte, obgleich ich gar nicht darauf spielte.

Wiederum besitzen wir eine komplette Musiksynthesizeranlage mit Mischpult und Verstärkern, drei Videorecorder, DAT, CD- R und eine Hifi- Anlage. Mit all diesen Geräten hatten wir noch nie Einstreuungsprobleme, worüber wir auch froh sind. Dennoch die anstehend ersten Versuche mit der Transkommunikationsmethode „Tonbandstimmen“ veranlassten Andreas und mich, uns je einen speziellen Kassettenrecorder anzuschaffen, mit variabler Geschwindigkeit und einer „CUE“- Funktion. 

Beim Abhören unserer ersten Einspielung dann die Überraschung: Laut ertönte der selbe Radiosender wie auch aus dem Topfdeckel! Das interessante daran ist, bei der Aufnahme war nichts von einem Radiosender zu hören. Also veränderten wir in Folge solange systematisch die Einspielmethode (mit/ohne ext. Mikrofon, Kopfhörern etc. etc.), bis die Einstreuung weit- gehendst verschwand. Dennoch bei zunächst „sauberen“ Langzeittests zeigten sich bei genauem Abhören hier und da noch immer ein einzelner Wortfetzen, der eindeutig aus dem Radio stammt. So nehmen wir an, wenn der Wind gerade mal günstig drehte, manifestierten sich immer noch Frequenzspitzen auf dem Band. Und genau hier liegt wohl das Problem! Es wird umso schwerer, Radioresteinstreuungen von „echten Parastimmen“ zu unterscheiden. Zwar erlebten wir auch Signale, die wir nicht für Radiofetzen hielten, wenn wir z. B. auf eine Frage sofort eine passende Antwort erhielten, auch Morsezeichen tauchten auf. Doch die Frage ist, wieweit das Zufall war, oder wieweit wir gar die Wortfetzen falsch interpretierten aufgrund unserer Erwartungshaltung. So könnte etwa das Wort „warum?“ in Wahrheit eine Frequenzspitze, z. B.„krumm“ gewesen sein. Es liegt nun mal in der Psyche des Menschen, zu sortieren und unklares klar zu machen, je nach jeweiliger Situation.

Einige Tonbandstimmenforscher haben sicherlich dieses Problem ebenfalls frühzeitig erkannt. Nicht umsonst finden die Einspielungen zumeist in Kellerräumen statt, denn dort sind die Einstreuungen noch am geringsten. Trotzdem meinen wir, auch der „professionelle“ Forscher hat immer wieder aufs Neue abzuwägen, welche Art von Stimmen er gerade hört. Sicherlich liegt somit auch der geübteste Forscher vereinzelt mit seiner Deutung daneben.

Es stellt sich sogar die Frage, ob Friedrich Jürgenson seinerzeit der Täuschung auch aufgesessen war, als er in der Natur nur das Singen der Vögel aufnehmen wollte, dann aber beim Abhören „jenseitige Parastimmen“ vernahm. Beruht möglicherweise das gesamte Tonbandphänomen auf diesem Irrtum? Lassen Sie mich dazu nur sagen, meine eigene Erfahrung hat mich schon vor ersten persönlichen Versuchen gelehrt, daß es die echten Parastimmen wirklich gibt! Diese Erfahrung können Sie in einem späteren Teil meines Fortsetzungsromans „Dietrichs Rache“ nachlesen. Mehr zu dem Thema demnächst auch in der TW- Praxis- Reihe.



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