|
TW-Praxis Kollektivträume von Frank Klare Heute komme ich auf ein wohl relativ unbekanntes Experiment zu sprechen. Stellen Sie sich vor, Sie liegen im Bett und schlafen. Im Traum verabreden Sie sich mit Ihrem Partner oder Freund und unternehmen nächtliche Exkursionen. Geht denn das? Nun, zunächst es ist bekannt, es gibt verschiedene Arten von Träumen. Nehmen wir z.B. den Traum, in dem wir wissen, dass wir ja gerade träumen und quasi alles machen können, diese Traumart nennt sich in der Traumforschung „Luzides Träumen“. Das Verblüffende dabei, der Luzide Träumer ist Regisseur und Zuschauer des Traumerlebnisses gleichermaßen, er steuert selbst den Verlauf des Geschehens und schaut zugleich wie im Film zu, was passiert. Dann gibt es die sogenannten Wahrträume. Dies sind oft Träume, in denen etwa künftige Ereignisse in voraus geträumt werden oder zu der Zeit tatsächlich stattfindene Begebenheiten im Traum erlebt werden, oftmals darunter schwere Schicksalsschläge wie z.B. ein tödlicher Unfall eines Familienangehörigen. Wäre es nun denkbar, diese beiden Arten von Träumen miteinander zu verknüpfen? Dies hieße also, der Träumer träumt einen luziden Wahrtraum der Gegenwart. Wenn das eine und andere möglich ist, so müsse auch beides im Zusammenspiel funktionieren. Dies wiederum ist die Grundvoraussetzung, kollektiv zu träumen. Nur wenn der Wahrtraum tatsächlich einer ist, wäre man in der Lage, sich mit einem weiteren Träumer im Traum zu verabreden. Anderenfalls wäre der zweite Träumer Empfänger der Telepathie; einer „Traumtelepathie und wäre somit auch in der Lage „unsinnige Träume mitzuträumen“, was zwar auch nicht uninteressant aber für dieses Experiment unerwünscht ist. Die grundsätzliche Frage lautet, ob ein Kollektivtraum unter eben genannten Voraussetzungen überhaupt möglich ist? Die Idee hierzu entnahm ich keiner Literatur, vielmehr war es zunächst meine eigene Idee. Zu meiner großen Überraschung jedoch stieß ich später in einem Buch von Marina Rosenberg (Gekidnapped durch Aliens, CTT Verlag, ISBN 3-9806077-8-X) auf ein Kapitel: „Kollektivträume“! Allerdings verhält es sich bei Frau Rosenberg etwas anders. Sie erzählte zwei verschiedenen Personen von ihrem bewegenden nächtlichen Traumerlebnis, worauf die beiden Personen erstaunt feststellten, daß sie ja den selben Traum träumten! Unter anderem saßen sie alle im Traum an einem Tisch. Jeder der Träumer konnte genau angeben, auf welchem Stuhl er/sie saß, neben anderen Begebenheiten des „Traumraumes“. Den weiteren Ausführungen im Buch von Frau Rosenberg entnehme ich, daß tatsächlich ein kollektiver Traum stattgefunden hatte, eine Täuschung etwa durch Erzählen des Traumes nicht in Betracht kommt. Nur, dieser Kollektivtraum war gar nicht geplant, es kam vielmehr hinterher zufällig heraus, als die beteiligten Träumer ihr Traumerlebnis erzählten. Nach Lektüre des Marina Rosenberg-Buches fühlte ich mich bestärkt, nun erstrecht zu versuchen, kollektiv zu träumen. Als „Traumpartner“ entschied ich mich für meinen IGP- Kollegen Andreas Marechal. Seit einigen Wochen bemühen wir uns so allnächtlich, uns vor einem Berliner S-Bahnhof zu treffen, wo sich unter anderem zum Zeitvergleich eine große Uhr befindet. Sollte das „Treffen“ klappen, so haben wir vor, mit der S-Bahn loszufahren, Ziel unbekannt, jeder würde in Folge sein Traumerlebnis niederschreiben, um hinterher die Begebenheiten unabhängig vergleichen zu können. Bisher ist uns das Experiment jedoch noch nicht geglückt, so denken wir also allnächtlich vor dem Einschlafen weiterhin an unsere „Verabredung“ vor der Uhr. Grundvoraussetzung ist zudem natürlich auch ein gutes Traumgedächnis, wofür sich ein „Traumtagebuch“ bestens empfiehlt. TW-Leser/innen, welchen der Kollektivtraum bereits geglückt ist oder gelingen sollte, mögen uns bitte schreiben, damit wir in einer späteren TW-Ausgabe darüber berichten können. Bis dahin träumen Sie gut!
|
TW-Praxis zurück zum Gesamtverzeichnis |
|
|
|
|