Phänomene


Rätselhafte Erlebnisse

Leserzusendung von H.M. und O.R.

Vorbemerkung der Redaktion: Nachfolgend geschilderte Begebenheiten wurden uns mit Bitte um Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die uns bekannten Berichterstatter möchten gerne anonym bleiben, daher im Beitrag „H.M.“ und „O.R.“ genannt.

Nachstehenden Briefwechsel, welcher nun auch bei mir schon eine Reihe von Jahren lagerte, hatte mein Brieffreund O.R. im Dezember 1994 mit dem Landratsamt Calw geführt. Doch nun sollen diese Briefe, die völlig der Wahrheit entsprechen, der Öffentlichkeit übergeben werden, um zu zeigen, daß parapsychologische Erlebnisse, wie sie oft aus England berichtet werden, auch bei uns geschehen. Außer Name und Adresse des Berichteten wurde nichts weggelassen.  H.M.

Es folgt ein Schreiben an das Landratsamt Calw von O.R. vom 9. Dezember 1994:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich wende mich in einer äußerst seltsamen Angelegenheit an Sie, in der (leisen) Hoffnung, daß Sie zu der Sache vielleicht etwas sagen können.

Vor etwa 24 Jahren, nämlich Anfang November 1970, hatte ich dienstlich im Schwarzwald und in der Pforzheimer Gegend zu tun. In einem kleinen Markt – ich kann mich leider nicht mehr an den Namen dieses Ortes erinnern, und es bietet sich auch keine Möglichkeit mehr, in alten Reiseberichten nachzuschauen, da diese nach der Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren vernichtet werden – hatte ich ein Lebensmittelgeschäft steuerberaterisch zu betreuen. Dieser in Frage kommende Ort liegt meines Erachtens ca. 20 bis 25 km südlich oder südöstlich von Pforzheim. Beim Verabschieden von der Kundin fragte ich diese, wie ich am schnellsten nach Pforzheim gelangen könne. Sie riet mir zu einer Abkürzung. Nachdem ich die mir gezeigte Richtung eingeschlagen hatte, kam ich bald zu einer ziemlich langen von Waldungen umgebenen Serpentine, die dann nach ca. 12 km in eine nach Pforzheim führende Bundesstraße einmündete, was ich aber nicht wusste. Etwa 300 m vor dieser Einmündung erblickte ich links davon ein altes Schloss mit unbefestigtem Hof und ohne Einfriedung. Das Schloss war voll beleuchtet, denn es war schon dunkel geworden. Insgesamt mögen es 50 bis 60 Fenster gewesen sein, die beleuchtet waren. Ich hielt inne, parkte etwa 40 m vor dem Schlosseingang das Auto und ging in das geöffnete Schloss. Sowohl im Erdgeschoss als auch in der ersten und zweiten Etage klopfte ich an mehreren Türen an, aber es meldete sich niemand. Hierauf betrat ich in allen Etagen einige Zimmer, die erstaunlicherweise mit mittelalterlichen Möbeln ausgestattet waren. Auch die Beleuchtungskörper entsprachen denen versunkener Zeiten. Da sich also niemand meldete und ich auch niemand sah, rief ich auf allen drei Fluren kräftig „Hallo“, aber ohne Resonanz. Die Sache erschien mir unheimlich, und ich zog es daher vor, ziemlich fluchtartig dieses Schloss zu verlassen. Aber mein Abenteuer sollte noch nicht beendet sein.

Als ich in das Auto eingestiegen war und gerade den Anlasser betätigt hatte, stand urplötzlich eine etwa 25-jährige, wunderschöne, schwarzhaarige Frau vor dem Autofenster und bat gestikulierend um Einlass ins Auto. Ich vernahm keine Stimme von ihr. Diese Frau kann unmöglich aus dem Schloss gekommen sein, denn ich hatte den Schlosseingang wegen des mysteriösen Erlebnisses immer noch im Visier. Auch konnte sie unmöglich von einer der beiden Straßenrichtungen gekommen sein, denn diese ließ ich ebenfalls nicht aus den Augen. Als ich unverständlicherweise auf ihr Verlangen nicht reagierte, war sie zu meiner größten Verwunderung wie der Blitz meinen Augen entschwunden. Sie konnte nicht weggegangen oder weggelaufen sein, ohne daß ich dies in wenigen Sekunden nicht gesehen hätte. Mir ist heute völlig klar, daß ich vielleicht den größten Fehler meines Lebens beging, indem ich sie nicht ins Auto ließ; denn heute bin ich mir sicher, daß ich Zeuge eines parapsychologischen Erlebnisses gewesen wäre. Diese sich kurzfristig materialisierte Frau hätte sich im Auto vor meinen Augen entmaterialisiert, daran hege ich keinen Zweifel.

Dieses mysteriöse Erlebnis unterbreitete ich meinem Gesinnungsfreund, der mich in meiner Absicht bestärkte, mich an die Stadtverwaltung Pforzheim zu wenden, was ich dann auch tat. Dieses verwies mich an das Landratsamt Enskreis (Pforzheim), das mich an Sie verwies.

Bemerken möchte ich, daß vor einigen Jahren der Bayrische Rundfunk in einer Sendung über phänomenale Materialisationen von Schlössern mich zu diesem Nachforschen anregte.

In Großbritannien sind derartige Phänomene nicht unbekannt, daß Schlösser aus vergangenen Zeiten ebensoschnell wieder versinken wie sie auftauchen.

Gibt es in Ihrem Landkreis Schlösser, auf die meine Schilderung paßt?

Ich sehe Ihrer Antwort mit großem Interesse entgegen. Für Ihre Bemühungen im voraus besten Dank!

Mit verbindlichen Grüßen, O.R.“

Dazu erhielt O.R. folgendes Antwortschreiben vom Landratsamt Calw vom 19. Dezember 1994:

„Sehr geehrter Herr O.R.,

nach Ihrer Beschreibung im Brief vom 9.12.94 kann es sich um kein Schloss im Kreis Calw handeln, da ein solches wie beschrieben weder so besteht noch in der Überlieferung nach bestanden hat bzw. haben dürfte.

Wenn Sie sehr lange durch den Wald gefahren sind, kann es sich übrigens nur um den von Pforzheim südöstlich sich erstreckenden Forst „Hagenschieß“ gehandelt haben (im Enzkreis gelegen, von wo Sie ja schon Antwort haben). Anderswo passt die Streckenführung – ohne Dorfberührung – nicht.

Ein reales Schloss jedenfalls kann nicht identifiziert werden.

Leider kann ich Ihnen keine andere Hoffnung machen und verbleibe mit freundlichen Grüßen, der Kreisarchivar“

Dazu folgende Anmerkungen der Redaktion:

Zunächst danken wir den Verfassern für diesen Beitrag. Selbstredend wirft das geschilderte Erlebnis Fragen auf. Was mag geschehen sein? Da das Erlebnis nunmehr über 30 Jahre zurückliegt, würden sich direkte Recherchen vor Ort äußerst schwierig gestalten. Was bliebe also an möglichen Hypothesen, um den Sachverhalt zu enträtseln? Eine plötzlich eintretende Bewusstseinsveränderung, in dessen Folge halluzinogene Eindrücke als Realität erlebt wurden? Wenn wir davon ausgehen, daß O.R. in diesem „Zustand“ noch mit seinem Fahrzeug unterwegs war, wäre dies bedenklich, gleichsam damit aber auch unwahrscheinlich.

Nun wird in einschlägiger Literatur ja gelegentlich von mysteriösen Orten berichtet, in denen sich sogenannte „Dimensionstore“ befinden sollen, oftmals sollen sich diese Tore interessanterweise in Waldgebieten befinden. Über derartige Vorkommnisse wurde auch schon aus Deutschland berichtet. Doch was ist von derartigen Berichten zu halten? Bisher ist es uns noch nicht gelungen, derartige Standorte persönlich ausfindig zu machen, was natürlich nicht automatisch besagt, daß es sie nicht gibt. Denkbar wäre auch, daß O.R. eine andere Bewußtseinsebene „betrat“, ähnlich wie es etwa bei Astralaustritten oder auch bei Kundalini-Erlebnissen (siehe Bericht „Weiter?“ von Rosemarie Müller) der Fall sein kann. 

Wäre das Erlebnis erst vor kürzerer Zeit eingetreten, käme ggf. noch eine Sinnesmanipulation durch Einwirkung sog. Elektrischer Längstwellenfrequenzen (kurz ELF) in Frage, wie sie für militärische Zwecke zum Einsatz kommen können, entsprechende Standpunkte sind im Umkreis von Pforzheim vorhanden, doch war m.E. vor über 30 Jahren entsprechende Technik noch nicht hinreichend entwickelt.

Bleibt also doch nur das „Dimensionstor“? Da es auch in der Vergangenheit in der Gegend solch ein Schloss nicht gegeben haben soll, was die Möglichkeit einer „Zeitreise“ wenig zulässt, bleiben zwei (vage) Theorien übrig. Einerseits wäre an die „Vielweltentheorie“ zu denken oder „Parallelwelten“ nach „Schrödingers Katze“ (siehe Phänomen Zeit von Roland M. Horn). Fand sich O.R. (warum auch immer) plötzlich in einer Parallelrealität wieder?

Andererseits (die noch vagere Theorie), wurde O.R. samt seinem Fahrzeug in eine andere Gegend teleportiert? Zumindest naturwissenschaftlich ist diese Variante völlig undenkbar, da man (zumindest offiziell) technisch nicht in der Lage ist, größere Gegenstände und schon gar nicht Menschen zu teleportieren, dennoch existiert ja die Legende um das „Philadelphia-Experiment“.

Nun, werte Leser, wie Sie sehen, drehe auch ich mich hier im Kreise. Deshalb interessiert uns speziell zu dieser Begebenheit Ihre Meinung. Gibt es möglicherweise unter unseren Lesern Menschen, die derartige Erfahrungen ebenfalls machten oder im Umfeld davon hörten? Wir sind sehr gespannt auf Ihre Post und hoffen somit auf eine angeregte Diskussion, die uns dann hoffentlich weiterbringen kann.

F.K. 

 

 

 

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