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PSI
Das
Ansehen der Parapsychologie in der deutschen Öffentlichkeit
und die Gegner alles
Paranormalen
von
Prof. Dr. rer. nat. Werner Schiebeler
Prof.
Bender als Vertreter der deutschen Parapsychologie
In
der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, also die Zeit, die ich als
Erwachsener bewußt miterlebte, wurde der Begriff
“Parapsychologie“ in der breiten Öffentlichkeit gleichgesetzt
mit dem Namen von Prof. Hans
Bender (1907 - 1991). Wer Parapsychologie
sagte, meinte Bender und
umgekehrt. Er war es, der in Deutschland versuchte, der
Parapsychologie akademisches Ansehen zu verleihen. Und so kam es, daß
in der Öffentlichkeit die Meinung vorherrschte, daß er in
Deutschland den einzigen Universitätslehrstuhl für Parapsychologie
innehabe, was in dieser Form aber gar nicht stimmte. Wer war dieser Hans
Bender? Er hatte in Bonn Psychologie studiert und dort mit einer
Doktorarbeit mit dem Titel “Psychische Automatismen“ promoviert.
Er war am Psychologischen Institut der Universität Bonn eine Reihe
von Jahren Assistent und befaßte sich dort zehn Jahre mit Grenzphänomenen
der Psychologie und paranormalen Erscheinungen. Weiterhin studierte
er Medizin und machte im Sommer 1939 in Freiburg das Medizinische
Staatsexamen. Er gab später an, in dieser Zeit auch eine
Dissertation mit dem Titel “Die Arbeitskurve unter Pervitin“
angefertigt zu haben und bei seinem Doktorvater Prof. Beringer
die mündliche Doktorprüfung abgelegt zu haben. Leider konnte er
das aber später nicht nachweisen, was ihm beträchtlichen Ärger
einbrachte.
Nach
der Eroberung Frankreichs wurde in Straßburg eine Reichsuniversität
gegründet und dort ein Extraordinariat für Psychologie und
klinische Psychologie eingerichtet. Mit ihm wurde Bender
betraut. Im Sommersemester 1942 hielt er seine erste Vorlesung und
sollte fakultätsverbindende Psychologie lehren. Nebenher betrieb er
aber in starkem Maße parapsychologische Studien.
Prof. Benders
Wirken in Freiburg
Bei
Kriegsende wurde die Reichsuniversität Straßburg natürlich aufgelöst,
und Bender siedelte nach einer kurzen Haft in einem amerikanischen
Internierungslager mit seiner Familie (er hatte inzwischen Frau und
Kinder) in seine Heimatstadt Freiburg i/Brsg. über. 1946 bekam er
an der Universität Freiburg innerhalb der Psychologischen Fakultät
einen Lehrauftrag für Psychologie. Das gab ihm die Gelegenheit zu
ausgiebigen parapsychologischen Untersuchungen. Seine
Hauptarbeitsgebiete waren von da an bis zu seinem Tod die
Untersuchung von Wünschelruten-Phänomenen, von Träumen, von
Heilern, der Astrologie, der Präkognition, der Psychokinese und
ganz besonders des Spuks. Letztere Untersuchungen waren in starkem
Maße für seine Bekanntheit in der Öffentlichkeit maßgebend. Er
war für Freund und Feind der Spuk-Professor.

Wofür
Bender sich überhaupt nicht interessierte, waren die physikalischen
Phänomene des Mediumismus, die Materialisationserscheinungen und
das Fortleben nach dem Tod. Für ihn waren, zumindest nach außen
hin, alle paranormalen Erscheinungen Ausflüsse der menschlichen
Psyche und kamen aus dem Steigrohr des Unterbewusstseins. Diese
Auffassung bezeichnet man als animistisch im Gegensatz zur spiritistischen
Auffassung, daß manche Erscheinungen durch Einwirkung von
Verstorbenen zustande kommen. Im persönlichen Gespräch sagte mir
Prof. Bender einmal: „Ich stimme mit Ihnen überein, daß die
physikalischen Phänomene besonders wichtig sind, aber man muß es
doch nicht gleich wie dieser Dr. Gerloff
machen und zu Einer Nielsen
fahren, um dort mit seiner eigenen Großmutter zu frühstücken."
Auf diese Weise hat er Einer
Nielsen (1894 - 1965), der das bedeutendste europäische
Materialisatonsmedium des 20ten Jahrhunderts war, in Kopenhagen nie
besucht. Dr. Gerloff hat
dagegen Nielsen vielmals
geprüft und untersucht und Bücher darüber geschrieben.

Besondere
Energie verwandte Bender für
die Errichtung und den Bau eines eigenen Instituts. Dafür sammelte
er Geld, kaufte in Freiburg an der Eichhalde ein Grundstück und
brachte es fertig, daß dieses Institut, das er “Institut für
Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene“ nannte, 1950
eingeweiht werden konnte. Dieses Institut, dem Bender vorstand, war aber nicht der Universität angegliedert,
sondern rein privat.
1954
erhielt Bender an der Freiburger Universität als Extraordinarius einen
Lehrauftrag für “Psychologie und Grenzgebiete der Psychologie.“
Dieses Extraordinariat wurde 1966 in einen ordentlichen Lehrstuhl
umgewandelt, dem Bender bis zu seiner Emeritierung 1975 vorstand.
Danach war er nur noch Direktor des privaten Instituts für
Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene an der Eichhalde.
Ich
selbst nahm mit Prof. Bender
erstmals im März 1954 Verbindung auf, indem ich bei ihm anfragte,
ob von ihm eine Institutszeitschrift herausgegeben werde. Das war
aber damals noch nicht der Fall. Seitdem ist eine lockere Verbindung
zu ihm nicht abgerissen. Ich bereitete 1961 Versuche zur
psychokinetischen Beeinflussung von Zufallsprozessen vor. Damit ist
die geistige, gedankliche Einwirkung auf Vorgänge des Zufalls
gemeint. Ein sogenannter Zufallsgenerator ist zum Beispiel der
bekannte sechsflächige Spielwürfel mit den Zahlen 1 bis 6.
Versuche zur Beeinflussung eines solchen Würfelvorganges hatte
seinerzeit in den U.S.A. der damals sehr bekannte Biologe und
Parapsychologe Prof. Joseph B.
Rhine (1895 - 1980) mit zahlreichen Versuchspersonen erfolgreich
vorgenommen. Es wurde dabei versucht, durch rein gedankliche
Anstrengung z. B. die Zahl fünf bevorzugt zu erwürfeln, d.h. über
die Wahrscheinlichkeit von 1/6 hinaus. Das gelang bei einzelnen
Versuchspersonen tatsächlich. Dadurch wurde Rhine
in einschlägigen Kreisen sehr berühmt.
Ich
entwickelte in den 50er Jahren beruflich für Fernschreibverschlüsselungszwecke
einen elektronischen Würfel, der unter Benutzung des radioaktiven
Zerfalls von Cäsium Zufallszahlen von 0 bis 31 erzeugte. Da dieses
Gerät für militärische Zwecke hergestellt und in der NATO eingeführt
wurde, baute ich für private Zwecke einen kleineren elektronischen
Würfel, der nicht mit Radioaktivität arbeitete und nur die Zahlen
0 und 1 zufallsmäßig erzeugen konnte. Er verwendete einen nicht
sehr frequenzkonstanten Multivibrator, dessen Schwingungszahl
intervallmäßig auf Geradzahligkeit oder Ungradzahligkeit abgefragt
wurde. Mit diesem kleinen Gerät stellte ich mit medialen und
nichtmedialen Personen Versuche an, ob sie die zufallsmäßige
Zahlenverteilung gedanklich beeinflussen konnten. Von diesen
Versuchen unterrichtete ich Prof. Bender,
da er an seinem Institut ähnliche Versuche vorhatte und sich
deshalb für meine Versuchsanordnung interessierte.

Abbildung:
Prof. Rhine bei der Überwachung eines Psychokinese-Versuches zur
Beeinflussung eines rollenden Spielwürfels. Der Würfel wird über
eine schiefe Ebene herabrollen gelassen, wobei er über zwei
Hindernisse rollen muß. Die Versuchsperson muß dabei versuchen,
durch geistige Anstrengung den Rollvorgang zu beeinflussen, damit
eine vorgegebene Augenzahl bevorzugt erwürfelt wird.
Meine
Versuche blieben leider erfolglos, da ich weder geeignete noch genügend
Versuchspersonen gewinnen konnte und auch gar nicht die Zeit hatte,
riesige Reihenversuche durchzuführen. Ob sie im Benderschen
Institut Erfolg hatten, entzieht sich meiner Kenntnis. Sie scheinen
aber in den U.S.A. Erfolg gehabt zu haben.
Die Gegner alles
Paranormalen
Da
Bender in der Öffentlichkeit so überaus bekannt war, schossen sich
die Gegner alles Paranormalen hauptsächlich auf ihn ein. Dabei
durchleuchteten sie auch seine Vergangenheit, ob sich darin nicht
Schwachpunkte finden ließen. Und sie wurden fündig. Sie fanden nämlich
seine medizinische Doktorarbeit nicht. Darüber veröffentlichte die
Zeitschrift Stern in
Ausgabe 10/1977 folgenden Artikel:
Der Doktor aus dem
Jenseits?
Der
Freiburger Spuk-Professor Hans Bender muß sich mit einem neuen Rätsel
herumschlagen: Wo kommt einer seiner zwei Doktor-Titel her?
In
diesem längeren Bericht wird genüßlich dargelegt, daß sich bei Bender
keine medizinische Dissertation oder Doktor-Urkunde nachweisen läßt.
Der Bericht endet:
„Daß
Bender überall auch als Doktor der Medizin geführt wird und es womöglich
gar nicht ist, beweist jedenfalls: Das Paranormale existiert
wirklich! Die Anhänger des Übersinnlichen werden sich die Hände
reiben, denn Spuk, Hexerei und Wunder sind eben keine Hirngespinste
aus dunklen Zeiten der Menschheit, sondern Tatsachen. Hier endlich
gelingt es, das Unfaßbare zu fassen, auch wenn Zweifler vorlaut
behaupten: Es ist nicht zu fassen.“
Das
war für Bender natürlich außerordentlich peinlich und für mich auch
weitgehend unverständlich. Wenn er wirklich promoviert haben
sollte, dann hätte er doch seine Promotionsurkunde sorgfältig
aufheben und dafür sorgen müssen, daß die Doktor-Arbeit auch
pflichtgemäß an alle deutschen Universitäten verteilt oder in
Zeitschriften veröffentlicht wurde. Auch sein Doktorvater hätte
dafür zu sorgen gehabt. Schließlich hat er nicht in Königsberg
promoviert, wo bei Kriegsende alles verloren gegangen ist, sondern
in Freiburg, wo alles erhalten blieb.
Nun
war Bender von Natur aus ausgesprochen unzuverlässig. Versprechungen
hielt er nicht ein, bei Verabredungen kam er entweder zu spät oder
überhaupt nicht. Ich habe das selbst bei ihm erlebt. Sein Biograph
und zeitweiliger Mitarbeiter Elmar
Gruber berichtet, daß Bender
auch zu seinen Vorlesungen in der Universität notorisch zu spät
erschien. Aber auch mit den Promotionsunterlagen derart schlampig
umzugehen, ist doch ein starkes Stück, wenn es sie denn gegeben
haben sollte.
Fazit:
Er konnte seine medizinische Promotion nicht nachweisen, und die
Staatsanwaltschaft begann, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen
unberechtigter Titelführung einzuleiten. In dieser Notlage fand
sich ein ihm wohlwollender Professor, bei dem er eine eilends
verfertigte neue Dissertation einreichen und im Schnellverfahren die
Doktorprüfung ablegen konnte. Damit war er nun wirklich ein Doktor
der Medizin.
Benders
Gegner und die Gegner alles Paranormalen kamen aus den Reihen der
Justiz, der Polizei, der Medizin und der evangelischen Theologie.
Obwohl Bender überhaupt
nichts von Geistern oder dem Fortleben nach dem Tode sagte, also
ganz erdgebunden blieb, sahen sie in seinen Forschungen einen
Angriff auf ihr atheistisches und materialistisches Weltbild, wenn
sie das auch sicherlich öffentlich weit von sich weisen würden.
Sie agierten gegen ihn mit einem Fanatismus, wie er sonst nur bei
extremen Sekten vorkommt. Sie unterstellten ihm, daß er wieder ins
finstere Mittelalter zurückführen wolle und Hexenverbrennungen und
der Inquisition den Weg bereite.
Einer
von Benders Hauptgegner war ein Dr. jur. Wolf Wimmer. Er war erst Staatsanwalt und danach Vorsitzender
Richter am Landgericht in Mannheim. Das war er noch 1993. Ob er
jetzt noch im Amt ist und noch lebt, weiß ich nicht. Seine Stoßrichtung
geht recht gut aus einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt, Heft
10/1974 hervor. Die Arbeit hat den Titel “Eine andere
Wirklichkeit? - Vom Unfug der Parapsychologie“. Im Vorspann heißt
es dort: „Zusammen mit einem unter-stützenden Brief des weltberühmten
Gerichtsmediziners Otto Prokop,
der stets gegen okkulte ‘Vernebelungen’ in der Wissenschaft
eingetreten ist, wendet sich dieser Aufsatz gegen die Gefahren eines
neuen Hexen- und Zauberglaubens. In den Vereinigten Staaten ist
diese Entwicklung eines religiös gefärbten neuen Okkultismus
vieler Spielarten bereits viel weiter gediehen, und es steht zu befürchten,
daß Europa ‘nachziehen’ wird. Dafür gibt es viele Anzeichen.
Als besonders gefährlich erscheinen nicht einmal die mit dem
Okkulten stets verbundenen Betrügereien großen Maßstabes an den
Gläubigen, die für dumm verkauft werden. Vielmehr steckt die
Gefahr in dem Wissenschaftsanspruch der Parapsychologie, der auf
moderne Weise einen alten zeitweise mörderischen Wahn
rechtfertigt.“
In
diesem Aufsatz wird alles Paranormale einschließlich Akupunktur für
Trick und Schwindel erklärt und gipfelt in der Feststellung (Seite
738): „Schon einmal hat ein als getarnter Zauberglaube
Millionen in den Tod getrieben. Ähnlich psychische Epidemien können
sich jederzeit wiederholen. An den Verbrechen der Hexenverfolgungen,
dieser Warnungstafel der Geschichte, erkennen wir, daß auch in der
Wissenschaft nichts folgenlos bleibt, und sei es auch der größte
Blödsinn, wie es die Abbildung zeigt. Vernunft wird da wirklich
Unsinn und Plage. Alle Einsichtigen haben deshalb die ernste
Verpflichtung, durch Aufklärung und Warnung für eine Immunisierung
zu sorgen. Die gegenwärtige kulturelle Regression ist ohnehin
haarsträubend genug. Ein wiederaufflackernder Zauberwahn wäre das
letzte, was dieses gequälte Jahrhundert noch zu ertragen verlangte.
- Und wenn wir
manche Produkte der Psi-Forschung ansehen, sind wir freilich eher
geneigt, Schurkerei anzunehmen als Torheit oder einfache Geistesstörung,
was viel näher liegt.“
Ebenfalls
im Jahre 1974 veröffentlichte dieser Dr. Wimmer
in der Zeitung METALL (der Gewerkschaft Metall)
eine Artikelserie, die sich über sieben Folgen (Ausgaben 4/74 bis
10/74) erstreckte, unter dem Titel “Parapsychologie - Zauberei und
Massenwahn“. Darin gibt es die Zwischenschlagzeilen: Aberglaube -
auch bei Professoren. Wer Wahngeschichten nachdruckt, macht sich
mitschuldig, Der Schreibtischtäter heizt den Hexenkessel, Hört
nicht auf Scheingelehrte, Kampf den Dunkelmännern, Steuergelder für
Hirngespinste?, Bücher von Geisteskranken, Irrsinn ist ansteckend,
Seelenreisen zum Hexensabbat, Graf Dracula vor den Toren?, Fliegen
wieder Hexen umher?, Einträgliche Volksverdummung, Bücher-schreibende
Massenmörder: „Wir wissen nun, daß Parapsychologie nichts
Neues ist, sondern nur jenen gelehrten Zauberwahn fortsetzt, wie er
uns bereits in der Hexen- und Dämonenlehre der sogenannten
Scholastiker, der Okkultforschung des Mittelalters entgegentritt. -
Die Folgen sind bekannt: Massenwahn führte zum Massenmord.
Millionen unschuldiger Frauen, Kinder und Greise starben eines
grauenvollen Todes“. Millionen glauben an Wahnvorstellungen:
„Aber warum sich um solche Kinkerlitzchen kümmern? Wir haben doch
Besseres zu tun, denken die meisten. Das Stehen im Abseits kann
jedoch gefährlich werden. Wie wichtig diese Dinge sind, erkennen
wir sofort, wenn wir hören, daß der genannte Professor Bender zur
Zeit als prominentester Parapsychologe Deutschlands gilt. Auf seine
‘Forschungen’ und ‘wissenschaftlichen Beweise’ vor allem
berufen sich die Okkultisten, die heute wieder an ‘Hellsehen’,
‘Gedankenübertragung’, ‘Prophezeiungen’, ‘Spuk’,
‘Zauberei’ und ähnliche mittelalterliche Wahnvorstellungen
glauben. Und das sind Millionen.“
In
zahlreichen weiteren Zeitungen und Zeitschriften hat Dr. Wimmer
gleichartige Artikel veröffentlicht. 1976 gab er zusammen mit dem
Ostberliner (DDR) Gerichtsmediziner Prof. Dr. med. Otto
Prokop sogar ein Buch heraus mit dem Titel “Der moderne
Okkultismus - Parapsychologie und Paramedizin - Magie und
Wissenschaft im 20. Jahr-hundert“. Der Inhalt des Buches ist in
gleicher Weise abgefaßt wie die schon erwähnten Artikel von Wimmer.
Die Parapsychologie wird als Afterwissenschaft und als Bastard
von Aberglauben
und Pseudowissenschaft bezeichnet. Gleich im Vorwort heißt es u.a.: „Das
vorliegende Buch ist ein Protest und eine Anklage, gerichtet gegen
die Tätigkeit der Parapsychologen und Paramediziner,
die mit
Unterstützung einer bestimmten Presse nunmehr jahrelang
ungestraft die Öffentlichkeit gründlichst fehlinformiert haben. -
Fairneß hat aus Gründen der Psychohygiene ihre Grenzen.“

Ein
weiterer fanatischer Gegner von Prof. Bender
und der Parapsychologie war und ist der ehemals leitende
Kriminaldirektor von Bremen Dr. Herbert
Schäfer. Er hat den Begriff “Okkulttäter“ erfunden und
u.a. ein Buch geschrieben “Der kriminelle Aberglaube in der
Gegenwart“. In diesem Buch komme auch ich zweimal vor, allerdings
ohne Namensnennung. Außerdem war Schäfer
Herausgeber einer Taschenbuchreihe für den Kriminalisten mit dem
Titel: “Grundlagen der Kriminalistik“. Er hatte sich
vorgenommen, Prof. Bender
den wissenschaftlichen Todesstoß zu versetzen. Er nannte ihn einen
“Psytiot“ (= Psychopath und Idiot). Zu Kollegen äußerte er
(gemäß einem Zeitungsbericht): „Mir ist jedes Mittel recht, wenn
ich den zu Fall bringe.“
Und
dazu ergab sich ihm folgende Gelegenheit: 1965 ereignete sich in
Bremen-Vahr in der Geschw.-Schollstraße in dem Feinkost- und
Porzellangeschäft des Ehepaars Surowitz ein aufsehenerregender Spukfall. In dem Geschäft war
damals ein 14 Jahre alter Lehrling namens Heiner
Scholz beschäftigt. Von einem bestimmten Zeitpunkt an erfolgten
in dem Geschäft zerstörerische Vorgänge. Ohne ersichtlichen Grund
fielen Einmachgläser aus den Regalen, sprang eine wertvolle
Kaffeekanne über anderes Porzellan hinweg und flog Geschirr durch
die Luft. Der Lieferwagen-Fahrer Manfred
Janssen erlebte z. B. wie beim Abstellen von Ware im Keller vor
seinen Augen Geschirr aus den Regalen klirrend herausfiel und
aufeinandergesetzte Kästen mit gefüllten Flaschen nach vorne ihm
entgegen kippten. Er hatte noch Glück, von ihnen nicht verletzt zu
werden. Alle diese sich über Wochen erstreckenden Vorfälle
ereigneten sich nur, wenn der Lehrling Heiner
Scholz im Geschäft anwesend war und in der Nähe stand. Immer sah
man aber genau, daß seine Hand dabei nicht im Spiel war. Polizei
und Feuerwehr wurden zur Untersuchung der Vorgänge hinzugezogen.
Auch
in ihrer Gegenwart geschahen solche Vorgänge, jedoch konnten sie
keine Ursache dafür ausfindig machen. Die Vorfälle hörten erst
auf, als der Lehrling seine Arbeitsstelle verließ, einige Zeit in
psychiatrische Behandlung kam und dann von Prof. Bender in seinem Freiburger Institut genauer untersucht wurde. Dort
flog zwar kein Geschirr mehr durch die Gegend, weil es das dort
nicht gab, aber es erfolgten andere beeindruckende paranormale Vorgänge.
13 Jahre später nun versuchte Dr. Schäfer
Prof. Bender seinen
Todesstoß zu versetzen. Zuerst verlangte er im Frühjahr 1978 von
dem Ladenbesitzer Surowitz eine schriftliche Verzichtserklärung für die Schäden,
die ihm durch den Spukfall seinerzeit entstanden waren. Surowitz sagte, daß er keine Forderungen an Heiner Scholz habe. Schäfer
bestand aber auf einer schriftlichen Verzichtserklärung. Danach ließ
er seine Bombe platzen. Heiner
Scholz erklärte auf einmal, daß er alle Vorgänge seinerzeit
selbst hervorgebracht habe und gab dazu detaillierte Schilderungen
ab. Insbesondere auch, wie er den einfältigen Prof. Bender
getäuscht habe.
Das
alles wurde in allen Zeitungen Deutschlands veröffentlicht und im
Fernsehen genauestens dargestellt. Für jeden halbwegs Einsichtigen
war aber sofort klar, daß dieses “Geständnis“ frei erfunden
war, weil diese Vorgänge, wie sie der Heiner Scholz beschrieb, so gar nicht stattgefunden haben konnten.
Frau Herta Hansen, die Ehefrau eines Bremer Arztes, machte sich die Mühe, alle
damaligen Zeugen eingehend zu befragen: Das Ehepaar Surowitz, den Lieferwagen-Fahrer Janssen, die Beamten von Polizei und Feuerwehr und die Mutter von Heiner
Scholz Frau Ilse Kislath. Alle sagten, daß die Behauptungen von Heiner
Scholz frei erfunden seien.
Prof.
Bender hat dann in den Tageszeitungen und in Fachzeitschriften
entsprechende Gegendarstellungen veröffentlicht. Ob das aber die
Berichte von Dr. Schäfer
neutralisieren konnte, vermag ich nicht zu entscheiden. Dr. Schäfer
hat aber auch in einem anderen Fall, der 1974 bei einer Uri-Geller-Fernsehsendung großes Aufsehen erregte, vier Jahre später
versucht, Beteiligte durch Einschüchterung zu einem Geständnis zu
bewegen, daß sie die Vorgänge selbst hervorgerufen hätten. In
diesem Fall kam er aber nicht zum Ziel. Die Beteiligten weigerten
sich, ein “Geständnis“ abzulegen.
Dr.
Schäfer ist 1986 in den Ruhestand getreten und seit dieser Zeit als
Rechtsanwalt in Bremen tätig. 1994 hat er ein weiteres Buch
geschrieben mit dem Titel “Poltergeister und Professoren“. Auch
in diesem Buch erklärt er alle Spukerscheinungen auf seine Weise, nämlich
als Schabernack von Jugendlichen. In bezug auf Prof. Bender
spricht er von der traurigen Ballade eines bedauernswerten Mannes
von der Eichhalde in Freiburg, des primus inter paras.
Nun
ist es unbestritten, daß es in der Esoterik-Szene ein Heer von
Scharlatanen und Schwindlern gibt. Darunter auch solche, die sich
den schmückenden Titel “Parapsychologe“ zulegen. Aber das
benutzen die fanatischen Gegner, um alles Paranormale insgesamt zu
verteufeln und als kriminellen Aberglauben oder bewußte Täuschung
hinzustellen. Die ernsthaften parapsychologischen Forscher aber
bezeichnen sie dabei entweder als Irre oder als Schwindler. Prof. Bender
dagegen beschrieb seine Haltung wie folgt: „Was not tut, ist eine
positive Kritik des Aberglaubens als Grundlage einer wirkungsvollen
Aufklärung und Verhütung von Schäden, eine Bereitschaft
vorurteilsfrei die nicht sanktionierten Randphänomene unserer
Erfahrungen zu untersuchen, Gesichertes zuzugeben und phantastischen
Vorstellungen und Erwartungen entgegenzutreten“ (geäußert gegenüber
Frau Herta Hansen
aus Bremen).
Der
nächste heftige Gegner alles Paranormalen ist eine Frau, die
Professorin Dr. med. Irmgard Oepen, geb. 25.2.1929. Sie habilitierte sich an der
Universität Marburg für das Fach Rechtsmedizinische
Serologie und Rechtsmedizinische Anthropologie. 1974 wurde sie für
dieses Fach an dem Institut für Rechtsmedizin zur Professorin
ernannt (Planstelle H2). Ihr Hauptarbeitsgebiet waren
Vaterschaftsgutachten. Daneben, also privat, war sie die Präsidentin
der GWUP, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von
Parawissenschaften e.V. Diese Gesellschaft gibt eine Zeitschrift Der
Skeptiker heraus, in der alles Paranormale ad absurdum geführt
wird, also alles zu Trick und Schwindel erklärt wird. Frau Oepen
selbst wendet sich in Vorträgen und Veröffentlichungen aggressiv
und haßerfüllt vor allem gegen alle Heilverfahren außerhalb der
Schulmedizin, also gegen Neuraltherapie, Homöopathie,
Irisdiagnostik, Geistheilen und alle sonstigen alternativen
Heilmethoden, sowie gegen Erdstrahlen und Wünschelruten-Gehen. Da
sie in ihren öffentlichen Vorträgen Ärzte dieser Richtungen
feindselig und herabsetzend angreift, wehren diese sich entsprechend
und lassen ihrerseits an Frau Prof. Oepen
kein gutes Haar.
Im
November 1985 hielt Prof. Oepen
vor dem Ärztlichen Verein Hamburg im Rahmen der
“Wissenschaftlichen Abende“ einen Vortrag über “Außenseitermethoden
in der medizinischen Diagnostik und Therapie“. Ein ärztlicher Zuhörer
und Berichterstatter dieses Abends schrieb in einer längeren
Abhandlung u.a.: „Der Ton der Ausführungen war nicht sachlich
- sich auseinandersetzend mit der Materie - , wie an sich bei
wissenschaftlichen Ausführungen einer habilitierten
Hochschullehrerin zu erwarten wäre, sondern voreingenommen,
aggressiv, herabsetzend, untermischt mit Verachtung und Häme. Über
weite Strecken blieb unklar, ob sich der Zorn der Vor-tragenden mehr
gegen Heilpraktiker, von denen sie häufig sprach, richtete, oder
gegen Ärzte, die sich erlauben, auch Methoden jenseits der
offiziellen Schulmedizin ihr Interesse zuzuwenden.“
Ausgehend
von diesen Äußerungen richtete nun ein Hamburger Arzt Dr. med. Hahn-Godfroy
heftige Anschuldigungen gegen Frau Prof. Oepen,
welche ihrerseits dagegen vor Gericht durch zwei Instanzen klagte.
Letztenendes hat aber das Oberlandesgericht Hamburg in einem Urteil
vom 18.12 1986 die nachstehenden Tatsachenbehauptungen als
erweislich wahr erachtet: „Frau Prof. Dr. Oepen
sei nur papierärztlich tätig, sei eine praxisfremde Theoretikerin,
verfüge nur über angelesenes Wissen und könne nur Papierwissen
vortragen.“
Und
als Werturteil sei erlaubt: „Frau Prof. Dr. Oepen
sei inkompetent, verbreite einen täuschenden Eindruck von
Wissenschaftlichkeit oder juristischer Fundiertheit. Ihre Ausführungen
in ihren Arbeiten und Vorträgen seien unausgewogen in der
Darstellung, aggressiv, unfair und unkollegial, sie stelle ein
‘Kuckucksei im Nest der Rechtsmedizin’ dar. - Ihre Arbeiten
seien nicht Gegenstand der Rechtsmedizin in Marburg, sondern ihr
Privathobby. Es sei eine Peinlichkeit für die Hochschulmedizin,
sich von Frau Oepen vertreten lassen zu müssen, peinlich auch für das Institut für
Rechtsmedizin der Universität Marburg und die Bundesärztekammer,
persönlicher Umgang und Gespräche mit Frau Oepen
seien sehr zu bedenken.“
Ich
selbst kam mit ihr am 26. März 1993 bei einer Fernsehsendung über Geistheilung
im Sender Südwest 3 (Nachtcafé)
in Berührung. Sie griff mich an und ich wehrte mich, indem ich ihr
das zitierte Urteil des Oberlandesgerichts vorhielt. Es kam zu einem
heftigen Schlagabtausch, der dem Moderator Wieland
Bakes gar nicht paßte. Er beendete ihn schließlich mit den
Worten: „Und die Spielregeln hier bestimme ich.“ Diese Szene hat
er hinterher, wie zu erwarten, aus der Aufnahme herausgeschnitten,
so daß sie nicht zur Aussendung kam. Ich habe sie aber mit einem
kleinen Tonbandgerät aufgenommen und später bei zwei Vorträgen
meinen Zuhörern als Beispiel dafür vorgespielt, wie
Fernsehmoderatoren ihre Sendungen manipulieren.
Ein
weiterer Gegner alles Paranormalen war der Wissenschaftsjournalist,
Neurologe und Psychiater Prof. Dr. med. Hoimar
von Ditfurth (gest. 1989). Er war der Moderator des
ZDF-Wissenschaftsmagazins “Querschnitt“. Diese Sendung gab ihm
die Möglichkeit, gegen alles, was er als Aberglauben erachtete, zu
Felde zu ziehen. Dazu zählte er u.a. die Astrologie, die Phänomene
von Uri Geller und die
Geistheilung, besonders die auf den Philippinen. Im Oktober 1982
brachte er einen Film mit dem Titel “Das Geschäft mit dem
Wunder“ zur Ausstrahlung. Darin versuchte er die philippinischen
Heiler durchweg als Betrüger hinzustellen. Ich war dadurch
mitbetroffen, daß er zwei Szenen aus meinem Film “Paranormale
Heilmethoden auf den Philippinen“ raubkopiert und in seinen Film
eingebaut hatte. Alle Einzelheiten habe ich in meiner Broschüre
“Paranormale Heilmethoden auf den Philippinen“ dargestellt und können
dort nachgelesen werden. Ich habe seinerzeit Strafanzeige gegen Ditfurth
wegen Urheberrechtsverletzung gestellt, bin damit aber nicht
durchgedrungen, sondern wurde nur auf den Weg der Privatklage
verwiesen.
Als
letzter der Gegner soll hier der Beauftragte für Sekten- und
Weltanschauungsfragen der Bayerischen Landeskirche der Pfarrer Friedrich-Wilhelm
Haack (1935 - 1991) vorgestellt werden. Er war derjenige, der
dafür auslösend war, daß der Rektor der Fachhochschule Ravensburg
zeitweise meine hochschulöffentliche Vorlesung
über Parapsychologie zu unterbinden versuchte. Sein
Haupt-Arbeitsgebiet war der Kampf gegen Sekten, insbesondere gegen
die Scientology Church. Mit dieser setzte er sich auch gerichtlich
auseinander und sie sich ebenfalls mit ihm. Sie beschimpften sich
gegenseitig.
Er
schrieb eine Reihe von Büchern, u.a. “Hexenwahn und Aberglaube in
der Bundesrepublik“ und “Rendevous mit dem Jenseits“. In
diesem Buch berichtet er relativ sachlich über die verschiedenen
spiritistischen Gruppierungen. Er sagt z.B. auf S. 155: „Wenn wir
erwarten, vom Gesprächspartner in unserem Glauben und in dessen
Bezeugung ernstgenommen zu werden, müssen wir dieselbe Haltung
bieten. Mit Beschimpften kann man nicht reden, eine christliche
Gesprächsempfehlung müßte in jedem Fall (für Christen) lauten:
‘Hören, beten, denken, reden’. Sie kann nicht in vorschnellen
Verdammungsurteilen gefunden werden.“ Das klingt doch recht
sachlich. Aber insgesamt war seine Einstellung spiritistischen Phänomenen
gegenüber völlig ablehnend. Sein Urteil war: sie lassen sich alle
rational erklären, und Botschaften aus dem Jenseits werden nur
durch die Medien produziert und laufen auf Schwindel und Einbildung
hinaus. Durch sein bulliges Auftreten war er aber auch in der
eigenen Kirche nicht ganz unumstritten.
Der Angriff der
Baden-Württembergischen Polizei gegen die Parapsychologie
Ein
ganz besonders heftiger Angriff gegen die Parapsychologie und
Parapsychologen wurde im April 1981 durch die Polizei-Zeitung
Baden-Württemberg geführt. In dieser Zeitung, die für
Polizeibeamte herausgegeben wird, erschien in Nr. 4/1981 “Die neue
dpz-Serie: Grenzwissenschaften - Ermittlungen hinter Nebelvorhängen“.
In
ihrer neuen Serie wird die dpz versuchen, über jene
‘Grenzwissenschaften’, über die ‘Welt des Übersinnlichen’
zu berichten, die angesehenen Buchverlagen inzwischen zu
Kassenschlagern verholfen haben und oft etwas leichtfertig als
‘nicht-relevanter Quatsch’ abgetan werden. - In dieser ersten
Abhandlung wird zunächst Stellung gegen die Geistige Heilung
bezogen...
Aber
dann heißt es, wobei abwechselnd Dr. Wimmer
und Dr. Schäfer zitiert
werden : „Hier die Affinität einer Ulrike Meinhof zum
Okkultismus. Oder die Tatsache, daß Gudrun Ensslin und später auch
mehrere Mitglieder der Gruppen, die in Berlin den Kammergerichtspräsidenten
von Drenckmann erschossen und den Politiker Peter Lorenz entführten,
interessierte Käufer okkultistischer Literatur in einem
Westberliner Buchgeschäft für Geisteswissenschaften waren. - Dort
der Massenselbstmord der amerikanischen ‘Volkstempel-Sekte’ in
Guayana auf Anweisung des Sektenführers Jim Jones, dem mehr als 900
Menschen in den Tod folgten. - Hier die in Varietés auftretenden
Hypnosekünstler. Dort der Fall der 23jährigen Pädagogikstudentin
Anneliese Michel aus
Klingenberg, die
- nur noch
gut 60
Pfund schwer -
am 1. Juli 1976 starb, nachdem an der Teufelsgläubigen noch das
‘Rituale Romanum’ (Exorzismus) vollzogen worden war. Die
permanent volksverdummende Öffentlichkeitsarbeit der
Parapsychologen, z.B. jener Hohepriester einer technifizierten neuen
Theologie, hat während der letzten 25 Jahre den verhängnisvollen
Einfluß solcher scheinbarer Seelenprothesen bewiesen.“

Zwei
Monate später kam in Nr. 6/1981 der zweite Teil dieser Serie zum
Abdruck unter der Überschrift: “Seher - Heiler - Hexer: Okkulttäter
und ihre Opfer:“ Wieder wurde über die Parapsychologie unsachlich
hergezogen: „Die Parapsychologie erweckt und nährt den
Afterglauben bei den Opfern, dies wiederum nährt die Okkulttäter,
die ihrerseits den Aberwitz weiter verbreiten und festigen.“ -
„So liefert die Parapsychologie den Okkultbetrügern mit den Täuschungstatsachen
auch die okkulten Ausreden gleich mit.“ „Der ehemalige
Staatsanwalt Dr. Wimmer bezweifelt, ob der okkultistische
Augiasstall jemals vom Mist wird gereinigt werden könne. Und er
warnt dringend vor der Parapsychologie. Dabei scheint ihm wichtig,
festzustellen, daß die Freiheit der Wissenschaft keineswegs beeinträchtigt
werden darf. Es soll jeder forschen und lehren können, was er für
richtig hält. Nur wenn, wie bei der Parapsychologie, die
anerkannten Kriterien der Wissenschaftlichkeit entfallen, dann können
sich auch diese Vertreter nicht darauf berufen, sie seien
Wissenschaftler. Ihnen legt er nahe, den Lehrstuhl mit der
Sektenprediger-Kanzel zu tauschen, mit anderen Worten: die
Wissenschaftsfreiheit mit der Glaubensfreiheit. Dort hat jeder die
Freiheit, auch Blödsinn zu glauben oder zu reden.“
Ein
Polizeibeamter, der Hörer meiner Vorlesungen war, machte mir diese
Zeitungsberichte zugänglich. Gleich nach der ersten Ausgabe wandte
ich mich mit folgendem Brief an die Redaktion der Polizeizeitung:
An
die Redaktion der Polizei-Zeitung Baden-Württemberg
Sehr
geehrte Herren!
In
Nr. 4/1981 der Polizei-Zeitung von Baden-Württemberg haben Sie eine
Artikelserie eines anonymen Verfassers unter dem Titel
“Parapsychologie - krimineller Spuk oder Wissenschaft?“
begonnen. In dem ersten erschienenen Artikel wird zwar nichts
Sachliches über die Wissenschaft der Parapsychologie ausgesagt, dafür
versuchen Sie aber durch Beispiele, die mit der Parapsychologie überhaupt
nichts zu tun haben, wie der Massenselbstmord in Guayana, diese
Wissenschaft in den Bereich des Abartigen zu stellen. Durch die völlig
unbewiesenen Behauptung, daß Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin eine
Affinität zum “Okkultismus“ gehabt hätten, was für Sie ja
wohl so viel wie Parapsychologie bedeutet, versuchen Sie außerdem
noch eine Verbindung zwischen Parapsychologie und Terrorismus nahe
zu legen.
Hierzu
kann ich nur erwidern: Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht
mit Steinen werfen. Was würden Sie wohl sagen, wenn ich eine
Artikelserie über die Polizei
veröffentlichen würde unter dem Titel “Die Polizei, Dein
Freund und Helfer oder eine kriminelle Gangsterbande?“, und wenn
ich in dieser Serie ausschließlich Berichte verwenden würde, die
Sie den beiliegenden Fotokopien entnehmen können? (Diese Fotokopien
waren Zeitungsausschnitte über Berichte von Banküberfällen,
Diebstählen und Morden von Polizeibeamten) Und diese Berichte sind
ja wahr, während Ihre Geschichte mit der Ulrike Meinhof unwahr ist.
Würden Sie eine solche negative Artikelserie von mir über dir
Polizei als gerecht und der Tätigkeit der Polizei als angemessen
ansehen?
Ich
halte es für gut, wenn Sie in der
Polizeizeitung über die Aufgabe und die Bedeutung der
Parapsychologie informieren. Aber das sollte durch einen Fachmann
geschehen und nicht durch einen anonymen Laien, der bar jeder
Sachkenntnis ist.
Wenn
Sie sich als Polizei der Wahrheit und dem Recht verpflichtet fühlen,
fordere ich Sie auf, den beigefügten und von mir verfaßten Aufsatz
“PSI ist keine Wahnidee“ als Gegendarstellung zu Ihrer
angefangenen Artikelserie in Ihrer Zeitung abzudrucken oder
zumindest diesen Brief als Leserzuschrift samt einer Seite der
Fotokopien mit den Zeitungsausschnitten zu veröffentlichen. Ich
verweise hierbei auf das Recht zur Gegendarstellung.
Mit
freundlichen Gruß! W.
Schiebeler, Ravensburg, 14.5.1981
Am
selben Tag, dem 14. Mai 1981, richtete ich ein ähnlich gestaltetes
Schreiben auch an den Innenminister des Landes Baden-Württemberg
Prof. Dr. Roman Herzog,
der später Bundespräsident geworden ist. Auf beide Schreiben
erhielt ich am 22. Juni 1981 vom Innenministerium Baden-Württemberg,
Abt. III – Landespolizeipräsidium ein Antwortschreiben, das auf
meine Briefe Bezug nahm: „Sie setzen sich darin kritisch mit dem
Beginn der Serie über Grenzwissenschaften auseinander, die vor
allem den Bezug der Kriminologie zu Okkultismus und zur
Parapsychologie behandeln soll. Darüber wurde jedoch weder
unsachlich oder gar falsch informiert, noch sollte die
Parapsychologie in die von Ihnen genannte Richtung gerückt
werden.“ Eine Veröffentlichung meines Aufsatzes “PSI ist keine
Wahnidee“ wurde abgelehnt.
In
weiteren Schreiben vom 13.7.1981 und 6.12.1981 an das
Landespolizeipräsidium und den Innenminister habe ich mich gegen
die verharmlosende Auslegung des Artikelinhalts der Polizeizeitung
gewandt und darauf hingewiesen, daß man doch von der permanent
volksverdummenden Öffentlichkeitsarbeit der Parapsychologen und dem
verhängnisvolle Einfluß solch scheinbarer Seelenprothesen
geschrieben und behauptet habe: „Die Parapsychologie erweckt und nährt
den Afterglauben bei den Opfern, die ihrerseits den Aberwitz weiter
verbreiten und festigen (Poliz. Ztlg. 6/81, S. 3). Man habe den
Parapsychologen sogar geraten, „den Lehrstuhl mit der
Sektenpredigerkanzel zu tauschen“. Wenn das keine Verleumdungen
und Beleidigungen seien, wisse ich nicht, was man sonst darunter
verstehen könne.
In
den Antwortschreiben auf meine Briefe wurde weiterhin behauptet, es
sei alles korrekt formuliert worden, eine Beleidigung liege nicht
vor und zu einer Rücknahme oder Entschuldigung bestehe keine
Veranlassung. Eine Gegendarstellung von mir wurde abgelehnt. Nur
eine Auswirkung hatten meine Briefe: Nach der zweiten Nummer der
Serie wurde sie abgebrochen. Es erschien kein weiterer Bericht mehr.
Dadurch,
daß die Gegner der Parapsychologie die öffentliche Meinung
beherrschen, ist sicher gestellt, daß über das Paranormale
offiziell nicht nachgedacht oder geforscht wird. Wenn ein Politiker
oder angesehener Forscher es wirklich ernsthaft wagen sollte, sich für
öffentlich geförderte Forschung auf dem Gebiet der Parapsychologie
einzusetzen, würde er von den zahlreichen Gegnern sofort
publizistisch öffentlich hingerichtet werden. Die Wortwahl, die
dabei verwendet wird, hat unser ehemaliger Bundespräsident und
seinerzeitiger Innenminister von Baden-Württemberg Roman
Herzog, der ja auch Jurist ist, damals 1981 für angemessen und
nicht beleidigend angesehen. Daher wird kaum ein bedeutender
Forscher sich der Gefahr aussetzen wollen, gesellschaftlichen und
wissenschaftlichen Selbstmord zu begehen.
Meinungsfreiheit in
Deutschland?
Zum
Schluß dieses Abschnitts soll noch die Frage behandelt werden, wie
es in Deutschland mit der Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit
bestellt ist. In der Parapsychologie werden nicht nur
Erfahrungsbeweise für das persönliche Fortleben nach dem irdischen
Tod gesucht und gefunden, sondern es wird auch die Frage behandelt,
ob Menschen nicht auch mehrmals hier auf dieser Erde ein Leben
verbringen müssen. Es geht also darum, ob so etwas wie eine
Reinkarnation, eine irdische Wiedergeburt, gibt. Forscher, wie z.B.
der amerikanische Psychiater Prof. Jan Stevenson, haben Fälle
untersucht und dokumentiert, bei denen kleine Kinder, nachdem sie zu
sprechen begonnen haben, behaupteten, schon einmal auf Erden vor gar
nicht langer Zeit gelebt zu haben.
Dabei
vermochten sie, den früheren Wohnort, ihre damaligen Eltern und
andere Verwandte und die Art ihres Todes genau zu schildern. Prof. Stevenson
ist diesen Angaben nachgegangen und konnte feststellen, daß sie den
Tatsachen entsprachen. Die mitgenommenen Kinder erkannten sogar ihre
früheren Eltern wieder. So etwas wird als Indiz für eine irdische
Wiedergeburt angesehen. In einigen Religionen wie Hinduismus und
Buddhismus nimmt die Wiedergeburtslehre eine zentrale Stellung ein.
Auch im Christentum wurde die Reinkarnationslehre von dem
Kirchenvater Origenes (185
- 254) vertreten. Sie wurde erst 543 von dem römischen Kaiser Justinian
durch ein Edikt verboten. Einzelheiten habe ich in meiner Schrift
“Das Fortleben nach dem Tode und irdische Wiedergeburt“
dargestellt.
Auch
heute wird die Wiedergeburtslehre von allen
christlich-spiritualistisch eingestellten Menschen vertreten, also
z.B. von allen Greber- und Kardec-Anhängern. Von letzteren gibt es
in Südamerika viele Millionen. Die Wiedergeburtslehre ist der
Gegensatz zur Lehre der ewigen Verdammnis der Großkirchen. Diese
haben damit keine befriedigende Antwort auf die Frage des Leides in
dieser Welt. - Die Bedeutung der Wiedergeburtslehre schildert der
bedeutende belgische Dichter und Philosoph Maurice
Maeterlinck (1862 - 1949, Nobelpreis für Literatur 1911)
folgendermaßen:
"Nie
gab es einen Glauben, der schöner, gerechter, reiner, moralischer,
fruchtbarer, tröstlicher und wahrscheinlicher ist, als der an die
Wiederverkörperung. Er allein gibt mit seiner Lehre von der allmählichen
Sühne und Läuterung allen körperlichen und geistigen
Ungleichheiten, allem sozialem Unrecht, allen empörerischen
Ungerechtigkeiten des Schicksals einen Sinn."
Die
Folgerungen der Wiedergeburtslehre bestehen darin, daß der Verlauf
des jetzigen irdischen Lebens der Menschen, also Leid, Erfolg usw.,
weitgehend von der Schuld oder den guten Taten des vorhergehenden
Lebens bedingt wird. Man bezeichnet das mit dem Begriff Karma.
Nun
gibt es einen Schriftsteller Tom
Hockemeyer, der seine Romane unter dem Künstlernamen Trutz
Hardo schreibt. Ich kenne ihn seit fünfzehn Jahren persönlich.
Er ist ein ausgesprochen liebenswürdiger, hilfsbereiter und
friedfertiger Mensch. Er ist ein überzeugter Anhänger der
Wiedergeburtslehre und veranstaltet sog. Rückführungsseminare. Bei
diesen werden die Teilnehmer durch verbale Suggestionen in einen
Zustand versetzt, in dem sie innere Erlebnisse haben, die aus einem
früheren Erdenleben zu kommen scheinen. Herr Hockemeyer hat neben anderen Werken 1996 einen Roman veröffentlicht,
dem er den Titel gab: “Jedem das Seine“. Der Titel ist der
Wahlspruch (Suum Quique) des seinerzeitigen preußischen Schwarzen Adler-Ordens,
der höchsten Auszeichnung Preußens. In diesem Roman wird die
Wiedergeburtsfrage von den in dem Roman auftretenden Personen
eingehend erörtert mit dem Ergebnis, daß begangene Schuld in einem
früheren Leben zu einem schlimmen Schicksal im jetzigen Leben führen
kann. Und dies sei z.B. auch den Juden im Dritten Reich in
Deutschland widerfahren, als sie in Massen in den
Konzentrationslagern umgebracht wurden. Diese Folgerung ergibt sich
ganz natürlich aus dem Karmagesetz, wie es in dieser Form von
mindestens einer Milliarde Menschen auf dieser Erde als religiöses
Glaubensgut für wahr gehalten wird.
Nun
ist es erstaunlich, daß es auch im Judentum religiöse Richtungen
gibt, die von einer irdischen Wiedergeburt ausgehen und damit das
Karmagesetz bejahen. In diesem Sinn verkündete am 5.8.2000 der
angesehene jüdische Oberrabbiner Ovadia
Yussef (abgedruckt in der Zeitschrift Ha’ arez vom 7.8.2000):
„Die sechs Millionen Juden, alle jene armen Leute, die sich in der
Hand all jener Bösen, den Nazis, befanden - geschah das alles
sinnlos? Nein. Sie waren Reinkarnationen früherer Seelen, die sündigten
und andere zum Sündigen veranlaßten und eine ganze Reihe von
verbotenen Dingen taten, jene armen Leute, welche alle Torturen, Mühsale
und Tode erleben mußten, unter denen sie im Holocaust getötet
wurden. Sie alle waren reinkarnierte Seelen. Dieses Leben ist nicht
das erste, in welchem ihre Seele erschienen ist. Sie sind gekommen,
um für ihre Sünden zu büßen. Wir müssen an diese Dinge glauben.
Wer daran nicht glaubt, ist ein Ungläubiger.“ Die Zeitschrift
Ha’ arez fügte noch hinzu: Mit dieser Rede habe der einflußreichste
Rabbiner des heutigen Israels die Reinkarnation von einem Thema der
Kabbalisten zu einem Bestandteil der jüdischen Glaubenslehre
verwandelt. Diese Verlautbarung wurde in gekürzter Form auch in der
deutschen Presse abgedruckt, und kein Mensch hat sich hier (im
Gegensatz zu Israel) öffentlich darüber aufgeregt. Ganz anders
dagegen erging es Herrn Hockemeyer.
Am 26.3.1997 drangen, während Herr Hockemeyer
auf einer Auslandsreise war, drei Polizeibeamte in seine Berliner
Wohnung ein, durchsuchten diese und beschlagnahmten eine Reihe von
Unterlagen. Gleichzeitig eröffnete das Amtsgericht Koblenz gegen
ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung und Beleidigung.
Schon
vorher, am 27.11.1996, hatte die Grünen-Politikerin Jutta
Dithfurt, die Tochter des Prof. Hoimar
von Dithfurt, zusammen mit etwa 150 Teilnehmern in Darmstadt vor
einer Esoterik-Buchhandlung eine Demonstration gegen Hockemeyer und sein Buch durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit
wurden auch Franz Alt, C.
G. Jung und der Dalai Lama gleich mit angeprangert. Eine Woche später
wurde auf Hockemeyer während
einer Gruppenrückführung durch ein ebenerdiges, geschlossenes
Fenster sogar geschossen. Am 2.4.1998 kam es vor dem Amtsgericht
Neuwied zur Verhandlung wegen Volksverhetzung, Beleidigung und
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Der Staatsanwalt
beantragte ein Jahr Gefängnis und 5000,-- DM Geldstrafe. Das Urteil
wurde am 4.5.1998 gesprochen und lautete 4000,-- DM Geldstrafe und
Verbot des Buches Jedem das
Seine. Hockemeyer ging
in Berufung. Fünf Tage vor dem Prozeß in der zweiten Instanz wurde
seine Auto in Berlin in Brand gesteckt und erlitt Totalschaden.
Am
23. Mai 2000 fand der erste Verhandlungstag vor dem Landgericht in
Koblenz statt. Herr Hockemeyer trug dabei u.a. vor: „Wenn ich in meinem Roman Jedem
das Seine auf neue Ergebnisse der Wissenschaft zurückgreife, so
darf das nicht als Beleidigung aufgefaßt werden, denn mir geht es
auf keinen Fall darum, jemanden zu beleidigen. Aber es geht darum,
erweitertes neues Verständnis für unser Sein auf Erden
darzustellen, also dem Sinn unseres Daseins auf Erden neue
Richtungen und Erklärungsmöglichkeiten zu geben, wie sie sich aus
den neuesten Reinkarnationsforschungen abzeichnen.“
Von
solchen Einlassungen hat sich das Gericht in keiner Weise
beeinflussen lassen. Das Urteil am 30.5.2000 lautete wiederum:
4500,-- DM Geldstrafe und Verbot des Buches. Die Urteilsbegründung
enthielt u.a.: „Der Angeklagte kann sich nicht auf die Freiheit
der Lehre und des Glaubens, Gewissens und Bekenntnisses berufen,
Nach der grundgesetzlichen Wertordnung treten diese Freiheiten zurück
hinter die Ehre und Menschenwürde anderer, die es zu achten
gilt.“
Jetzt
wissen wir es also: Das Karmagesetz,
wenn es denn wirklich besteht, kann auf der ganzen Welt für
jedermann gelten. Nur in Deutschland (aber nicht einmal in Israel)
ist es in Bezug auf Juden durch Gerichtsbeschluß außer Kraft
gesetzt. In Deutschland kann man jede Gotteslästerung aussprechen
und verkünden, daß Soldaten Mörder sind. Das alles ist durch die
Freiheit der Meinungsäußerung legitimiert. Aber wenn etwas gesagt
wird, was Juden als unangenehm empfinden könnten, steht man wegen
Volksverhetzung hier in Deutschland sehr schnell vor Gericht.
Bei
der Wiedergeburtslehre und dem Karmagesetz handelt es sich um ein
religiöses Weltbild. Vor vierhundert Jahren gab es schon einmal
Gerichtsprozesse, die damals ein astronomisches Weltbild betrafen,
was aus der Welt geschafft werden sollte. Es handelte sich
seinerzeit um die Entdeckungen des Frauenburger Domherrn und
Astronomen Nikolaus Kopernikus.(1473
- 1543). Dieser hatte das altertümliche geozentrische Weltbild
durch das heliozentrische Weltbild ersetzt, d.h. er hatte erkannt,
daß die Sonne der Mittelpunkt des Planetensystems ist und nicht die
Erde. Das stand im Widerspruch zu dem, was die katholische Kirche
als wahr ansah.
Nun
setzte sich 1613 der sehr berühmte italienische Physiker und
Astronom Galileo Galilei
(1564 - 1642) in einer Schrift über die Sonnenflecken für diese
Lehre ein. Das trug ihm 1615/16 ein Verfahren vor dem
Inquisitionsgericht in Rom ein. Dabei wurde durch Urteil die
Kopernikanische Lehre insgesamt verboten und Galilei
verboten, diese zu lehren oder zu verteidigen. Galilei
hielt sich aber nicht daran, sondern veröffentlichte 1632 einen
Roman, d.h. eine fiktive Erzählung, die er Dialoghi
(Dialoge) nannte. In dieser diskutieren zwei Personen, ein Einfältiger
und ein Gebildeter, über das kopernikanische Weltbild. Der Einfältige
verteidigt das geozentrische Weltbild der Kirche, der Gebildete das
heliozentrische Weltbild des Kopernikus.
Sehr schnell kam Galilei
1632 wieder vor das Inquisitionsgericht und wurde zu Gefängnis von
unbestimmter Dauer verurteilt. Außerdem
mußte er am 22. Juni 1633 in einer feierlichen Sitzung des
Heiligen Offiziums auf den Knien liegend der Kopernikanischen Lehre
abschwören mit den Worten: „Ich schwöre ab, verwünsche und
verfluche mit redlichem Herzen und nicht erheucheltem Glauben alle
diese Irrtümer und Ketzereien, sowie überhaupt jeden anderen
Irrtum und jede Meinung, welche der Heiligen katholischen und römisch-apostolischen
Kirche entgegen sind; auch schwöre ich, in Zukunft weder mündlich
noch schriftlich etwas zu sagen oder zu behaupten, was ähnlichen
Verdacht der Ketzerei gegen mich begründen könnte; und sollte ich
einen Ketzer oder der Ketzerei Verdächtigen kennen, so werde ich
ihn dem Heiligen Offizium oder dem Inquisitor oder meinem Diözesanbischof
anzeigen.“
Heutzutage
braucht man in vergleichbaren Fällen zwar nicht mehr auf den Knien
liegend einen Schwur abzulegen, aber ins Gefängnis kann man immer
noch kommen, oder zumindest eine saftige Geldstrafe einstecken. Und
ein Verbot wird wie bei Galilei auch ausgesprochen.
Mit
freundlicher Genehmigung aus dem Buch

Werner
Schiebeler - Das Geheimnisvolle in unserer Welt
Wersch
Verlag 2005, ISBN 3-928867-10-5
220 Seiten, Zahlr. Abbildungen, 11,40 Euro
Bezug:
Im Handel oder beim
Wersch
Verlag, Martin Weber
Fabrikstraße 1
D-77746 Schutterwald
Anmerkung
der Redaktion: Lesen Sie zum Background der Thematik auch den
Bericht Notlösung
Laienforschung in unserer Rubrik Sonstige
Autorenbeiträge.
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