PSI


Das militärische Interesse
 für Parapsychologie

von Dr. Helmut Lammer

In den letzten Jahren kamen durch die Deklassifikation einiger parapsychologischer Fernwahrnehmungs-Projekte Informationen über paranormale Projekte der amerikanischen Geheimdienste und Militärs ans Tageslicht. Einige der bis in die MKULTRA-Zeiten zurückreichenden für das Militär oder CIA arbeitenden Medien gingen an die Öffentlichkeit und schrieben sogar Bücher, in denen sie ihre PSI-Einsätze schilderten. Der Großteil der Dokumente, die diese Projekte beschreiben, wird aber noch immer unter Verschluß gehalten.

Neben wirklich geheimen Aufträgen scheint eine Verbindung mit dem MKULTRA-Mind-Control-Projekt einer der Gründe dieser Geheimhaltung zu sein. Es kommen nämlich immer mehr angebliche MKULTRA-Opfer an die Öffentlichkeit, die behaupten, daß sie für parapsychologische Forschungen an renommierten Universitäten und parapsychologischen Laboratorien von Militär und Geheimdienste mißbraucht wurden.

Oftmals hängen psychotronische und parapsychologische militärische Forschungen mit Mind Control-Experimenten zusammen. Daß nicht nur amerikanische Geheimdienste an auf Traumata basierenden Erzeugungen künstlicher multipler Persönlichkeiten interessiert sind, beweist der Fall des Deutschen Mind Control-Opfers Dr. Gresch. Dr. Gresch wurde 1951 als Sohn eines kanadischen Soldaten in Deutschland geboren, aber zur Adoption freigegeben.

Seit 1976 leidet Dr. Gresch an traumatischen Rückblenden von seiner durch Gedächtnisverlust durchzogenen rätselhaften Vergangenheit. Erst seit einigen Jahren und seit er Psychologie studierte, kann er sich ein einigermaßen genaues Bild dieser Ereignisse machen. Seine Erlebnisse begannen in der Kindheit und setzten sich bis vor einigen Jahren fort. Dr. Gresch wurde als Kind in einem Waisenheim 1951 von einem Arzt, der anscheinend mit dem deutschen Geheimdienst gemeinsame Sache machte, auf paranormale Fähigkeiten getestet und für Verhaltenskontroll-Experimente mißbraucht, so daß er mit der Zeit multiple Persönlichkeiten entwickelte.

Weitere Bewußtseinsfragmente entsprechen den von amerikanischen und kanadischen Mind Control-Opfern beschriebenen Rückblenden von geheimen Einsätzen und Handlungen, an die sich die Kernpersönlichkeit nur sehr schwer erinnern kann. Dr. Gresch weiß nicht, für welche Behörden oder für welches Land er diese Einsätze ausführte. Interessanterweise dringen Erinnerungen an seine Bewußtseinsoberfläche, in denen seine Ausbildner behaupten, daß man seine paranormalen Fähigkeiten insbesonders Remote Viewing schulen möchte.

Er schließt nicht aus, daß er von der CIA, dem israelischen Geheimdienst Mossad, für den Bundesnachrichtendienst (BND) oder den Verfassungsschutz (VS) ausgebildet und für Remote Viewing-Aufträge eingesetzt wurde.

Während der siebziger Jahre sollte er in deutsche Terrororganisationen infiltriert werden, damit seine Auftraggeber über deren Aktivitäten auf dem Laufenden gehalten werden.

Auf Grund der in der Sowjetunion durchgeführten PSI-Studien weiß man, daß Folter PSI-Phänomene zu stimulieren vermögen. Ebenso sollen paranormale Erscheinungen im Zusammenhang mit multiplen Persönlichkeiten häufiger auftreten als bei nicht gespaltenen Personen. Es liegt also nahe, daß man mit dem Verfahren der auf Traumata basierenden Mind Control-Methoden einen Zusammenhang zwischen PSI-Phänomenen untersuchte oder paranormale Fähigkeiten zu stimulieren bzw. fördern suchte.

Der Leningrader Forscher Leutin führte Experimente durch, bei denen die EEG-Muster von menschlichen Versuchskaninchen registriert wurden, während eine andere Person in einem entfernten Raum an den verschiedensten Körperteilen elektrisch stimuliert wurde. Die Stimulation erfolgte durch unterschiedlich intensive Stromstöße. Leutin fand eine direkte Korrelation zwischen den EEG-Mustern der Empfangsperson und der gefolterten Sendeperson.

Diese unethischen Versuche dienten dazu, die Möglichkeit eines anomalen Informationstransfers in der Nähe und oberhalb der Schmerzschwelle eines Mediums zu untersuchen. Da die Sowjetunion zur Zeit des Kalten Krieges ein totalitäres Regime war, mußte man keine Untersuchungsausschüsse bezüglich Menschenrechtsverletzungen fürchten. Die sowjetischen Forscher wurden deshalb nicht gehindert, sehr starke physiologische Reize an der Versuchsperson anzuwenden, um möglichst starke anomale Reaktionen zu erhalten.

Dr. Gresch vertritt heute die Meinung, daß die Geheimdienste kurz nach dem Zweiten Weltkrieg damit begannen, in Waisenhäusern, Schulen und Universitäten nach potentiellen PSI begabten Kindern zu suchen, um ihre Fähigkeiten auszubilden und für militärisch-geheimdienstliche Zwecke einzusetzen. Er vermutet, daß sein Fall für eine enge Kooperation zwischen deutscher, amerikanischer und eventuell auch israelischer Instanz spricht.

Die an Dr. Gresch durchgeführten Mind Control-PSI-Experimente wurden sowohl in Deutschland als auch in Wüsten-Camps durchgeführt. In den Wüsten-Camps behaupteten seine Täter, daß er sich in Israel befand, obwohl er es nicht beweisen kann. Sein Fall scheint jedenfalls nahezulegen, daß solche Versuche und Experimente nicht nur auf die Großmächte beschränkt waren, sondern auch in Deutschland durchgeführt wurden bzw. werden.

Blanche Chavoustie von der amerikanischen Organisation Advocacy Committee for Human Experimentation Survivors of Mind Control (ACHES-MC) hat viele Hinweise gesammelt, daß sie seit sie 1956 im College eintrat, unwissend Opfer ähnlicher PSI-Experimente wurde. Blanche Chavoustie wurde bei den parapsychologischen Laboratorien an der Prinston Universität, in Pen State, am Maimondes Center, der Syracuse Universität und anderen Forschungseinrichtungen für Mind Control/PSI Experimente mißbraucht.

Ende der sechziger Jahre nahm sie als Studentin an der Syracuse Universität an telepathischen Fernbeeinflussungs-Experimenten teil, wobei ihr eine unbekannte Flüssigkeit mit einer Spritze verabreicht wurde. 1971 wurde sie bezüglich solcher parapsychologischer Studien in einem Traumforschungslabor in mit Flüssigkeiten gefüllte Isolierungstanks gesperrt und unter Drogen gesetzt. Während dieses Experimentes wurden ihre Gehirnfunktionen untersucht und EEG-Studien durchgeführt.

Ende 1977 arbeitete Blanche Chavoustie in einem hypnotherapeutischen Center, wobei sie vom Direktor mehrmals unter Hypnose gesetzt wurde. Aktuelle Nachforschungen ergaben, daß dieser Direktor als Hypnoseberater für die CIA arbeitete und schriftlich niederlegte, daß er etwa sechs Monate braucht, um einen politischen Killer mit Hilfe von Hypnose zu programmieren.

Die an ihr durchgeführten parapsychologischen Experimente beinhalteten  sämtliche Telepathieanwendungsbereiche, die für militärisch-geheimdienstliche Zwecke geeignet sind.

1. telepathische Fernbeeinflussung

2. telepathische Manipulation von Träumen

3. telepathisches Aushorchen einer anderen Person

Die zuvor erwähnten Isolierungstanks spielten für diese Experimente eine große Rolle, da man unter völliger Isolierung aller Umwelteinflüsse meditative Fähigkeiten schulen kann. Blanche Chavoustie fand 1989 heraus, daß sie unwissend für diese Experimente benützt wurde. Zu dieser Zeit erhielt sie seltsame Telefonanrufe und Botschaften auf ihrem Anrufbeantworter. Sie wußte nicht, wer ihr die Botschaften hinterließ und was sie bedeuteten. Bald nach diesen Anrufen bemerkte sie, daß fremde Personen ein Interesse an ihr zeigten, da man sie überwachte.

Nach einigen Monaten intensiver Belästigung wurde sie von einem Mitarbeiter des Cornell Medical Center mit einem Privatwagen ins Spital entführt und ohne Grund mit Medikamenten vollgepumpt. Mittlerweile glaubt sie zu wissen, daß die Ärzte sie als geisteskrank bezeichneten, um sie im Spital behalten zu können. Blanche Chavoustie bestätigt, daß sie während des Kidnappings ausrastete, da sie dachte, daß ihr Entführer einem Kult angehörte. Dieser Umstand spielte ihren Entführern natürlich in die Hände.

Nach 21 Tagen unfreiwilligen Spitalaufenthaltes kam sie wieder frei und strengte daraufhin einen bis zum heutigen Tag andauernden Prozeß gegen das Cornell Medical Center an. In der Zwischenzeit erhielt sie etwa 120 Seiten ihrer medizinischen Papiere. Interessanterweise stellte sich heraus, daß der Hauptgrund ihrer Entführung eine gynäkologische Untersuchung war. Sie besitzt aber keine Erinnerung, daß man diese Untersuchung an ihr durchführte. Ihr ist auch kein Grund für dieses Vorhaben bekannt.

Auf der Suche nach dem Sinn dieser Aktionen und Belästigungen stieß sie auf viele seltsame Ereignisse in ihrer Vergangenheit, für die sie erst jetzt Erklärungen findet. Mit der Hilfe von Therapeuten und Freunden kam sie dahinter, daß sie ein MKULTRA-Opfer zu sein scheint und die Experimente an ihr auch heute noch nicht zu Ende sind.

Sie besitzt zum Teil medizinische Gutachten, die beweisen, daß man an ihr Experimente mit Implantaten, synthetischer Telepathie, halluzinogenen Drogen und Hypnose durchführte. Ein gewünschtes Ziel bei diesen Experimenten war die sogenannte telepathische Fernbeeinflussung anderer Menschen. Wie ich in unserem Buch Schwarze Forschungen aufzeigte, scheinen diese für militärische Zwecke einsetzbaren PSI-Phänomene auch noch heute eine große Bedeutung für militärisch-geheimdienstliche Psychotronik- Forschungen zu spielen.

Literatur:

Boward, Walter, H.: Operation Mind Control, Researchers Edition, Tucson Arizona, 18. Juni, 1996.

Cavoustie, Blanche: Advocacy Committee for Human Experimentation Survivors-Mind Control: Videotaped Request for Presidential Hearing on Mind Control Experiments on Human Subjects, P.O. Box 108, Syosset, New York, 26. Mai, 1997.

Der Autor las über 300 durch das FOIA-Gesetz freigegebene CIA Mind Control-Dokumente, die sie vom Adcovacy Committee for Human Experimentation Survivors-Mind Control (ACHES-MC) erhielten.

Gresch, Hans, Ulrich: Mind Control and the Satanic Cult of National Security: Memories of a Victim, Nürnberg, Oktober, 1995.

Estabrooks, George, H. und Gross, Nancy, E.: The Future of the Human Mind, Dutton and Co., Inc., New York, 1961.

Estabrooks, George, H.: Hypnosis Comes of Age, Colgate College, Hamilton, New York, Science Digest, April 1971

Gresch, Hans, Ulrich: Persönliche Mitteilungen an den Autoren.

Lammer, Helmut und Lammer, Marion: Verdeckte Operationen: Militärische Verwicklungen in UFO-Entführungen, Herbig-Verlag, München, 1998 (auch als Taschenbuch beim Heyne Verlag).

Lockridge, Richard und Estabrooks, George, H.: Death in the Mind, Dutton E. P. and Company, Inc., New York, 1945.

Marks, John: The Search for the Manchurian Candidate: The CIA and Mind Control – The Secret History of the Behavioral Sciences, Norton and Company, 1979.

Osrander, Sheila und Schröder, Lynn: Psychic Discoveries, Marlow and Company, New York, 1997.

Reports on Government-Sponsored Remote Viewing Programs, Journal of Scientific Exploration, Vol. 10, Nr. 1, 1996.

Ross, Colin: The CIA and Military Mind Control Research: Building the Manchurian Candidate, CKLN-FM 88.1, Toronto Kanada, 16., 23., 30. März, 1997.

Ross, Colin: The CIA and Military Mind Control Research: Building the Manchurian Candidate, 18. April, 1996, held at: The 9th Annual Western Clinical Conference on Trauma and Dissociation TRAUMA and MEMORY, Clinical Implications for Treatment, April 17.-20., 1996.

Schnabel, Jim: Remote Viewers: The Secret Hinstory of America's Psychic Spies, Dell Books, Februar 1997.

Anm. der Redaktion: Auch als deutschsprachige Ausgabe erschienen als „Geheimwaffe Gehirn – Die PSI-Agenten des Pentagon“, Verlag Bettendorf, 1998

Die Redaktion dankt Dr. Lammer für diesen Beitrag. Alle Rechte beim Verfasser.

Über den Autor:

Dr. Helmut Lammer, geboren 1965, studierte Astronomie, Meteorologie und Geophysik und arbeitet in der Weltraumforschung als Atmosphärenphysiker an mehreren internationalen Forschungsprojekten. Er ist Mitglied der European Geophysical Society, der New York Academy of Sciences und der Society for Scientific Exploration. Er schrieb mit Dipl.-Ing. Oliver Sidla die Bestseller „UFO-Geheimhaltung“ und „UFO-Nahbegegnungen“ und zusammen mit seiner Frau Marion „Verdeckte Operationen“, „Schwarze Forschungen“ und „Wendepunkt 2000“ (AMUN Verlag, alle anderen Herbig Verlag)



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