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Interviews
25
Jahre CENAP – Die Wahrheit
Interview
mit Werner Walter
Werner
Walter, geboren 1957 in Mannheim, ist der Begründer und Leiter der
umstrittenen UFO-Forschungsgruppe CENAP, die nunmehr seit 25 Jahren
besteht. Umstritten deshalb, gerade in der „Pro-Szene“ gilt W.
Walter als „UFO-Skeptiker Nummer Eins“, als „Alleswegerklärer“.
Uns (der TW-Redaktion) fiel dabei auf, die meisten Kontrahenten aus
der Pro-Szene wettern über ihn, ohne sich jedoch jemals mal die Mühe
gemacht zu haben, sein Buch „UFOs - Die Wahrheit“ oder den seit
1976 erscheinenden CENAP-Report zu lesen. Doch meinen wir, dass man
sich doch mit seiner Argumentation auseinandersetzen sollte, die
nunmehr auf einem Vierteljahrhundert eigener Erfahrungen beruht,
dann nämlich fällt auf, dass W. Walter seine UFO-Recherchen ebenso
gewissenhaft durchführt, wie seine Kollegen aus der Pro-Seite. Wie
es dennoch kommt, dass W. Walter eher ernüchternde Ergebnisse präsentiert
und ob er wirklich nur bestrebt ist alles wegzuerklären – lesen
Sie dazu das folgende Interview:
Frank Klare: Beginne ich doch gleich mit der Frage, mit der Behauptung, daß
du sowieso nur alles wegerklärst, daß offenbar in deinen Augen
UFOs nicht existieren, so wird es ja immer wieder von
UFO-Pro-Forschern dargelegt. Gibt es da nicht einen gewissen
Widerspruch, nämlich, sollte es deiner Ansicht nach keine UFOs
geben, warum widmest du dich dann seit sovielen Jahren trotzdem
weiter intensiv mit Forschungen und Recherchen? Schließlich gehe
ich doch als Atheist auch nicht jeden Sonntag zur Messe in die
Kirche?
Werner Walter: Nun,
ich erkläre es hier wohl zum xten Male: Als UFO-Phänomen-Untersucher
ist es für mich eine intellektuelle Herausforderung, festzustellen,
was an den gemeldeten UFO-Beobachtungsberichten dran sein könnte.
Dies ist die Ausgangslage für mich. Alles andere ist einfach nur
Quatsch, der seltsamerweise gehegt und gepflegt wird, um sich
irgendwelche versponnenen Vorstellungen über mich zu machen.
F.K.:
Vielleicht ein paar Daten, wieviele Fälle (UFO-Sichtungen bis Entführungen)
wurden bis dato von der CENAP untersucht und wie schauen verhältnismäßig
die Ergebnisse aus, in den Kategorien
psychologische Erklärungen, Fehldeutungen und ungelöste Fälle
bzw., was es sonst noch an Schubladen gibt?
W.W.:
Bis
heute dürften es wohl mehr als 700 Fälle gewesen sein. Hauptsächlich
Beobachtungen von Lichterscheinungen in der Dunkelheit. Die meisten
als UFOs gemeldeten Phantome des Himmels sind realer Natur, eben von
den Zeugen nicht-erkannte identifizierbare Flug-Objekte, IFOs.
Meistens sind diese Erscheinungen folgendermaßen aufzuschlüsseln:
Lichteffektgeräte-Projektionen an den Wolken wie Skytracker /
Skybeamer; Miniatur-Heißluftballons; Planeten wie Venus und
Jupiter; Meteore (meistens der große Bruder der Sternschnuppe, der
Feuerball-Bolide); Flugzeuglichter; Wetterballons etc. Von allen bei
uns verzeichneten Eingängen sind noch nicht einmal 20 Fälle
„psychologisch“ zu bewerten. Problematischer sind Fälle mit
„ungenügenden Informationen“ – immerhin bei uns mehr als 40.
Dies sind Ereignisse, die die „Raum und Zeit“ soweit weg bzw.
zurückliegen, dass da keine Recherchen mehr möglich sind oder viel
zu aufwendig wären. Zwecks „ungelösten Fällen" sind wir
sogar recht großzügig – immerhin 7,6 % aller, 50 Fälle. Aber es
gibt keinen Anlass zur Annahme, dass diese damit automatisch auch
schon „best UFO“-Fälle sind. Dumm hierbei ist auch, dass es
sich um teilweise angeblich spektakuläre Sichtungen handelt, die
aber von sonst niemanden verifiziert werden können – und damit
zwei Fragen zurückbleiben: Handelt es sich vielleicht um nicht
erkannte „Schwindel-Fälle“? Oder handelt es sich um so stark
verzerrte Darstellungen, dass der eigentliche Auslöser nicht mehr
erkannt werden kann? Darauf kann ich keine Antwort geben.
F.K.:
Gibt es eigentlich hierzulande bestimmte Bundesländer, Landkreise
oder Städte, in denen UFO-Meldungen erster bis fünfter Art
auffallend häufiger auftreten, als anderswo? Falls ja, warum mag
das so sein?
W.W.:
Nein,
es gibt aber Konzentrationen von Meldungen im „Öffentlichen
Raum“ rund um jene Personen oder Gruppen, die sich nach außen hin
als Interessierte am Phänomen outen. Dies ist kein Wunder, weil
dann natürlich auch die Bevölkerung Anlass sieht, aus der Region
heraus sich zu melden.
F.K.:
Ich werfe mal den
Begriff „bedroom-visitors“ in den Raum, vorwiegend im Vorfeld
bei CE4-Fällen (Entführungen) wird immer wieder von diesem Phänomen
berichtet, dass plötzlich nachts im heimatlichen Schlafzimmer
irgendwelche (meist angsteinflößende) Phantome oder Kreaturen
auftauchen. Oft werden sie mit Kutte und Kapuze dargestellt,
gelegentlich auch als Lichterscheinungen, meistens verschwinden sie
dann in eine dunkle Ecke und sind genauso schnell wieder fort, wie
sie kamen. Nun, die Grenze zu „Geistererscheinungen“ wird hier
m.E. sehr diffus. Was hat es damit wohl auf sich? Und wieviele
UFO-Zeugen treten statistisch gleichsam als Zeuge von Spuk oder
Geistern in Erscheinung?
W.W.:
Eigentlich interessieren mich solche Erfahrungsberichte nicht mehr,
weil sie mir zu sehr ins Subjektive und Persönliche gehen und zudem
das „Geisterhafte“ daran nicht gefällt. Zudem gibt es auch
einfach nur Opportunisten, die einem die Story vom Gaul erzählen
wollen – und das gefällt mir noch weniger.
F.K.:
Eine andere Erscheinungsform sind die „Greys“, die „Kleinen
Grauen“, die am weitesten verbreitete Beschreibung der „Außerirdischen“.
Was sagen deine Recherchen hierzu, woher kommen „sie“ und was
steckt dahinter?
W.W.:
Also bei jenen Fällen, die an mich herangetragen wurden, gibt es
keinen Standard der „Alien-Kobolde“, sondern zu individuell die
Menschen sind, so individuell waren auch die „Anderen“. Einen
roten Faden gabs da auch in den Details der Erfahrungsberichte
nicht, außer dem, daß die Betroffenen sich ganz alleine gelassen fühlten
– und (weitaus wichtiger) durchweg professionelle Hilfe ablehnten,
auch wenn sie teilweise erhebliche Anstrengungen unternahmen, um
sich „helfen“ zu lassen. Aber dieses war auch nur dazu
ausgerichtet, sich eigentlich bestätigt zu fühlen und sich im
„Insiderkreis“ der UFOlogie zu orientieren. Was meines Erachtens
nach ganz falsch ist und die Probleme nur vertieft, anstelle sie zu
lösen.
F.K.:
Ziehen wir mal ein
Zwischenresümee, was bleibt an ungeklärten Fällen übrig und
welche Hypothese scheint dafür am wahrscheinlichsten zu sein, als
da wären Zeitreisende, Außerirdische, Besucher von Parallelwelten,
dem Hyperraum, geheime irdische Projekte, oder was noch?
W.W.:
Also mit den Thesen und Hypothesen habe ich es nicht mehr nach 25
Jahren UFO-Forschungsarbeit auf ehrenamtlicher Basis. Für exotische
Erklärungen sehe ich soweit keinen Spielraum, außer dem der durch
Wunschdenken, eigenem Forschungsversagen (oder gar der breiten
Weigerung in der UFOlogie Forschungen überhaupt durchzuführen) und
Stammtisch-Spekulatius aufgemacht wird.
F.K.:
Bleibe
ich noch bei geheimen irdischen Projekten. Meines Erachtens ist
zumindest ein kleiner Teil der „UFO-Entführungen“ auf ernüchternde
irdische Ursachen zurückzuführen, sogenannten „MILABs“,
(Military Abductions u.A. zum Zwecke der Gen- und
Bioimplantatforschung). Nun möchte ich hier an dieser Stelle meine
persönliche Ansicht dazu nicht vertiefen. Vielmehr interessiert
mich, ob es CENAP-Fälle gibt, in denen CE4-Zeugen derartiges
berichteten, ob Fallanalysen diesbezüglich überhaupt hinterfragt
werden und wie du generell zu dieser Thematik stehst, wo mir bis
dato noch kein Pro-UFO-Forscher (außer vielleicht dem
Weltraumforscher Dr. Helmut Lammer, ex MUFON-Österreich) begegnete,
der die MILAB-These in Betracht zieht, was meint also „die
skeptische Seite“ dazu?
W.W.:
Nein,
solche Fälle gibt’s bei uns nicht – und überhaupt halte ich
MILABS für Unfug.
F.K.:
Wie
schaut eine typische CENAP-Recherche von der Zeugenkontaktaufnahme
bis zur fertigen Akte aus?
W.W.:
Es gibt keine „typische CENAP-Recherche“, es gibt nur Recherchen
oder eben keine, die dann nur Spekulationen „ersetzen“ wird. Im
Grunde soll die Recherche dazu dienen, a) den Zeugen zu bestätigen
und b) herauszufinden, was gesehen wurde. Dementsprechend versucht
man als Untersucher von UFO-Phänomenen natürlich mit weiteren
unabhängigen Beobachtern der selben Erscheinung in Kontakt zu
kommen und sich ein Bild zur regionalen Lage zu machen. Aber im
Mittelpunkt steht das Datenmaterial, welches vom Zeugen über die
Parameter der von ihm berichteten Sichtung geliefert wird. Anhand
derer kann man als erfahrener (!) Untersucher natürlich schon
meistens erkennen, in welche Richtung es geht. Sah jemand drei
Stunden fünf Lichtteller am bewölktem Himmel kreisen, dann braucht
man freilich nicht nach dem Startplatz für einen Blimp zu suchen
oder die Radarüberwachung der Luftwaffe kontaktieren, weil
erfahrungsgemäß solche Erscheinungen von Discos outdoor an den
Himmel projiziert werden. Da muß man einfach nur nach der Disco
suchen und nochmals sich die Wetterverhältnisse bestätigen lassen.
Wie die Einzelfallrecherchen aussehen, kann man in fast jedem CENAP
REPORT nachlesen – seit nunmehr schier 25 Jahren.
F.K.:
Ist dabei die CENAP
bestrebt, mit anderen Forschungsgruppen Daten und Informationen
auszutauschen?
W.W.:
Selbstverständlich sind wir nicht nur bestrebt, sondern tun
dies effektiv seit Anfang an. Aber es gibt welche, so sei MUFON-CES
genannt, die sich da vorn vorneherein aus Standesdünkel verweigern.
So können die auch nichts von uns lernen und deren Fallkataloge
sind hinten und vorne von IFOs verseucht, die die feinen
Akademiker-Herrschaften nicht erkannten.
F.K.:
Dazu möchte ich aber meinen, die „perfekte UFO-Gruppe“ gibt es
sicherlich nicht, jede derartige Organisation wird mehr oder weniger
Fehler in ihren Statistiken aufweisen, denn würden wir wirklich über
UFOs alles wissen, gäbe es die Organisationen gar nicht. Nächste
Frage, 1996 erschienen ja die Ergebnisse deiner UFO-Recherchen in
Form deines Buches „UFOs – Die
Wahrheit“. Erstaunlicherweise wettern viele
Pro-UFO-Forscher und Interessierte über den Inhalt, obgleich sie
das Buch nie gelesen haben. Ähnliches gilt auch für den
CENAP-Report. Wie erklärst du dir diese Begebenheit? Und vielleicht
dazu auch gleich einige Eckpunkte aus dem Buch.
W.W.:
Naja,
es waren ein paar Ergebnisse zu ein paar Recherchen zu ein paar Fällen.
Warum die UFO-Freunde des Fantastischen gegen das 1996er-Buch oder
gegen den CR wettern, ist ganz einfach. Einige wichtige Promoter des
UFO-Aberglaubens haben denen das „eingeflüstert“ und sie
posaunen es dumm-dreist nach. Mit gesundem Menschenverstand und
Logik hat das nichts zu tun, sondern dies findet auf einer
emotionalen Ebene statt, wie überhaupt viel vom
„Willen-zum-Glauben“ und nicht von Nachforschung in dem Sektor
abhängt. Warum dies so ist, erfährt man in meinem aktuellen Buch
„UFOs: Die unmögliche Wahrheit?“ aus dem Alibri-Verlag.
F.K.:
Nun
hattest du ja innerhalb unserer vorausgegangenen Korrespondenzen
dargelegt, was du von unserem Blatt, der TW hältst – nämlich gar
nichts. Was müßte sich aus deiner Sicht inhaltlich ändern? Gibt
es überhaupt Literatur zur Thematik Geister & Paraphänomene,
der du nicht ablehnend gegenüberstehst?
W.W.:
Das
was die Freiburger Parapsychologen machen und was das Forum
Parawissenschaften leistet, kann ich oftmals noch irgendwie
akzeptieren oder teilweise gar unterstützen, aber was da im
Amateur-Teil geleistet wird, ist einfach mit Forschung nicht zu
besetzen, sondern eben nur Parapsychologie-Fandom, solange man nicht
mit den professionellen Parapsychologen wie in Freiburg oder Forum
Parawissenschaften effektiv zusammenarbeitet – und sie werden es
wohl kaum einsehen, mit einem Meinungsblättchen wie TW
zusammenzuarbeiten. Sorry, dies sagen zu müssen.
F.K.:
Für
Deine Ansicht brauchst du dich nicht zu entschuldigen, aber du
sollst wissen, dass
wir mit Freiburg und Forum Parawissenschaften bereits seit einiger
Zeit in konstruktiver Verbindung stehen. Unsererseits sind wir für
nähere Zusammenarbeit offen, was daraus wird, wird die Zeit zeigen.
Letzte Frage, Glaubst du eigentlich an Gott?
W.W.:
Nein, aber ich bin amüsierter Agnostiker.
F.K.:
Nun, so hoffe ich (trotzdem), dass
dieses Gespräch mit dir ein Schritt in die richtige Richtung war,
um letztlich vielleicht gar Vorurteilen beiderseits ein wenig
entgegenzusteuern. Vielen Dank für das Gespräch, was ich natürlich
nicht beende, ohne dir im Namen der TW-Redaktion für ein
Vierteljahrhundert UFO-Forschungsarbeit zu gratulieren und zu
danken, mögen die kommenden 25 Jahre CENAP-Forschung mit dazu
beitragen, einem noch Näherzukommen,
was in unser aller Interesse liegt, ob Pro-Forscher oder Skeptiker
– der Wahrheit.
W.W.:
Tja, will ich mal hoffen. Ob ich noch 25 Jahre Bock habe, mich
mit UFOs zu beschäftigen, ist wieder eine andere Frage. Es kann ja
jederzeit passieren, dass das Thema für mich entgültig unten durch
ist und mich nur noch anödet und keinen Spaß mehr macht. Ansonsten
bezweifle ich stark, daß die Mehrheit der UFO-Fandom-Begeisterten
überhaupt an der Wahrheit interessiert ist. Die wollen lieber nur
„Akte X“ in ihrem Alltag wahr werden lassen.
Anhang
Kontakt: CENAP, Werner Walter,
Eisenacher Weg 16, D-68309 Mannheim
CENAP-Kern-URL
im Internet: http://www.alien.de/cenap
UFO-Nachrichtenticker: http://www.alien.de/cenap/cenapnews.
UFO-Hotline:
0621-701370
Herausgeber des
Print-Mediums CENAP Report
aus Transwelten, Ausgabe 4/2001
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