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Interview mit Prof. Dr. Werner Schiebeler

Werner Schiebeler, Diplomphysiker, Prof. Dr. rer. nat., geboren 1923 in Bremen, veröffentlichte seit 1960 zahlreiche Bücher und Broschüren (siehe Anhang), sowie neben diversen Zeitschriftenbeiträgen auch zwei Filme. Schließlich ergänzt W. Schiebeler sein Wirken mit regelmäßigen Vorträgen und Vorlesungen parapsychologischen Inhalts. Seine Arbeiten finden bei vielen grenzwissenschaftlich zugewandten Personen große Beachtung und Zuspruch, womit ich mich freue, ihn heute zum Interview begrüssen zu können.

Frank Klare: Was gab Ihnen den Anstoss, sich mittlerweile über 40 Jahre lang intensiv mit der Parapsychologie auseinanderzusetzen? Wie fing alles an, hatten Sie gar ein Schlüssel­erlebnis, das dann später Ihr Wirken auf diesem Gebiet bekräftigte?

Werner Schiebeler: Das Schlüsselerlebnis bestand darin, daß ich 1941 als Soldat in Rußland durch Kameraden erstmals von der Existenz paranormaler Vorgänge erfuhr und dadurch so beeindruckt war, daß ich beschloß, mich nach dem Krieg in starkem Maße der Beobachtung und Erforschung solcher Naturvorgänge zu widmen. Diese sind eng mit dem Phänomen des menschlichen Lebens verknüpft und gehen über den Bereich der bisher bekannten Naturgesetze hinaus. Alle paranormalen Vorgänge wie Telekinese, Materialisation, außersinnliche Wahrnehmung, Geistige Heilung usw. enden in bekannten physikalischen Auswirkungen wie Veränderungen an toter oder lebender Materie, Erzeugung von elektromagnetischen Erscheinungen oder Reizung von Nervenzellen. Dadurch sind sie für uns Men­schen sinnlich erfaßbar. Damit ist der Naturwissenschaftler aufgerufen, die Vorgänge zu dokumen­tieren und ihre Ursachen zu erforschen. Um hierfür eine gute Grundlage zu haben, studierte ich dann Physik.

F.K.: Ein Großteil Ihrer Arbeiten befasst sich mit medialen Jenseitsverbindungen, so etwa auch „Seelsorge an Verstorbenen„ in den vorangegangenen TW-Ausgaben. Was weckte speziell auf diesem Gebiet Ihr Interesse?

W.S.: Ein großes Teilgebiet der Parapsychologie betrifft das Fortleben nach dem Tode. Die parapsychologische Forschung der letzten 150 Jahre hat eine Fülle von Indizien- und Erfahrungsbeweise dafür erbracht, daß das menschliche Leben mit dem irdischen Tod nicht beendet ist. Die Redensart “Von den Toten ist noch keiner zurückgekommen“, ist völlig falsch. Es gibt sehr genaue Berichte über nachtodliches Leben, das weitgehend vom Ablauf des irdischen Lebens abhängt. Und in der Zeit von 1850 bis 1950 sind Verstorbene bei Materialisationsmedien zehntausende von Malen für eine gewisse Zeit in voller leiblicher Gestalt erschienen und haben Zeugnis von ihrem Fortleben gegeben.

Die Aufgabe eines Parapsychologen und damit auch von mir besteht u.a. darin, die Allgemeinheit mit diesem Beweismaterial bekanntzumachen. Für den Menschen ist es wichtig, schon jetzt zu wissen, was ihn bei und nach seinem Tod möglicherweise erwartet. Allerdings schieben die meisten Menschen den Gedanken an ihr Lebensende weit von sich und halten alle Berichte über ein Jenseits für reine Märchen.

F.K.: Sie waren ja bei vielen medialen Sitzungen selbst zugegen. Erinnern Sie sich noch an das interessanteste Erlebnis?

W.S.: Das interessanteste Erlebnis erfolgte gar nicht bei einer medialen Sitzung, sondern bei der Unter­suchung eines Spukgeschehens, das über Jahrhunderte hinweg bestand (Das Wilde Heer im Oden­wald). Ein ortskundiger Führer brachte mich im August 1984 zu einer alten Burgruine, von welcher der Spuk jeweils seinen Ausgang nahm und fiel dort erstmals in seinem Leben in Halbtrance. Durch seinen Mund sprach dann ein Geistwesen zu mir, das angab, auf dieser Burg zur Zeit der Zerstörung 1399 gelebt zu haben. Es berichtete lehrreiche Einzelheiten über die damaligen Ereignisse. Ausführlich habe ich alles in meinen Buch “Nachtodliche Schicksale“ beschrieben.

F.K.: Eine m.E. berechtigte Frage ist, woher die anwesenden Medien ihre wiedergegebenen Informationen erhalten. Leider ist auch hinreichend bekannt, daß viele selbsternannte Medien nicht seriös arbeiten, zumeist steckt das finanzielle Interesse an den Klienten dahinter. Wieder andere Medien empfangen die Botschaften aus dem eigenen Unterbewußtsein, nicht selten fantastischen Inhalts. Welche Maßstäbe setzen Sie hier an, wie können wir „wahre„ Eingebungen von eben genannten Begebenheiten trennen?

W.S.: Über dieses Problem habe ich eine extra Broschüre geschrieben “Die Zuverlässigkeit medialer Durchgaben und die Prüfung der Geister“. Es ist ein sehr schwerwiegendes Problem, weil man sowohl von den Medien als auch von den Geistern getäuscht werden kann. Eine gewisse Sicherheit bekommt man dann, wenn zwei oder drei Medien gleichzeitig arbeiten und sich die Aussagen gegenseitig stützen und man die Geistwesen feierlich schwören läßt. Einzelheiten sind in meinem Buch “Nachtodliche Schicksale“ nachzulesen. An Medien, die gegen Bezahlung arbeiten, sollte man sich sowieso nicht wenden. Wenn aber doch, muß man auf jeden Fall auch Fangfragen stellen.

F.K.: Ein anderer Aspekt, über den ich mich gerne mit Ihnen unterhalten möchte, betrifft den christlichen Glauben. Aus Ihren Arbeiten wird ersichtlich, daß Jenseitskontakte Ihrer Überzeugung nach vom christlichen Glauben untrennbar sind, warum?

W.S.: Ernstzunehmende mediale Jenseitsverbindungen zeigen uns, daß es ein nachtodliches Leben in un­terschiedlichen Bereichen gibt, in dunklen, grauen Sphären, in Bereichen des Widersachers Gottes und in göttlichen Bereichen, in denen die Gestalt Jesu Christi eine wesentliche Rolle spielt. Wer sich für diese Zusammenhänge wirklich interessiert, sollte unbedingt das Buch des Pfarrers Johannes Greber (1874-1944) “Der Verkehr mit der Geisterwelt, seine Gesetze und sein Zweck“ (Verlag Oskar Bareuther, Blumenstr. 67, 73033 Göppingen, Tel. 07161/979644) lesen. Alle wirklich bedeutenden Medien der letzten 200 Jahre waren tiefreligiöse, christlich geprägte Menschen. Allerdings weichen die Erkenntnisse, die durch sie aus ernsthaften Jenseitsverbindungen gewonnen wurden, von den unterschiedlichen christlichen Bekenntnissen der heutigen Zeit oft erheblich ab. Es kann keine Kirche oder Sekte sagen, daß nur sie allein den Schlüssel zum Himmelreich besitzt.

F.K.: Ich möchte die Möglichkeit vorschlagen, daß die christlich-mediale Verknüpfung ihren Ursprung im religiösem Glauben hat, d.h., ein Christ etwa wird sich aufgrund seines Glaubens möglicherweise eher mit Paraphänomenen auseinandersetzen, als jemand, der die Existenz Gottes leugnet.

W.S.: Dazu möchte ich den Prof. für Dogmen- und Kirchengeschichte an der Universität Zürich Fritz Blanke (1900-1967) zitieren. Er schreibt in einer Arbeit : „Parapsychologie und Christentum“, Neue Wissen­schaft 1954, H. 4, S.97-99, unter anderem:

„Unsere theologische Parole gegenüber den parapsychologischen Dingen lautet also nicht einfach in globo: Hände weg! Diese Mahnung gilt gegenüber der Magie. Sie, die sich Gottes selber bemächtigen will, ist für die Seele eine Gefahr. Aber es wäre unwahr und ungerecht, wollten wir die Beschäftigung mit der Parapsychologie allgemein als seelengefährlich hinstellen. Es gibt Menschen, die, versunken im Materialismus und Rationalismus, dem Okkulten begegneten, und daraufhin an ihrer bisherigen Weltanschauung zu zweifeln begannen. Und dieser Zweifel endete damit, daß sie wieder zu Religion und Christentum zurückfanden.

Gewiß, es gibt auch immer wieder Personen, die im Parapsychologischen stecken bleiben und es geradezu als Ersatzreligion gebrauchen. Aber das muß nicht sein. Es gibt, wie gesagt, andere Menschen, die auf dem Umwege über die Parapsychologie und ihre Geheimnisse zum ersten Mal wieder auf die Welt Gottes aufmerksam wurden. Ich weiß von solchen, die, angeregt durch die Parapsychologie, wieder zum Neuen Testament griffen, und denen vieles an den biblischen Schriften wieder glaubwürdig wurde. Von mir selbst muß ich bekennen, daß mir durch die Kenntnis der parapsychologischen Tatsachen wieder ein neuer Zugang zur biblischen Wirklichkeit der Engel und Dämonen eröffnet wurde. Ich bin heute weniger als jemals bereit, die Auffassung der Bibel, daß es Gewalten und Mächte zwischen Himmel und Erde gibt, als mythologischen Ballast über Bord zu werfen. Nicht, als ob die Parapsychologie den Glauben ersetzte, aber die Ergebnisse parapsychologischer Forschung schaffen für den Glauben Raum, und darum ist die junge Wissenschaft der Parapsychologie, richtig verstanden, eine hilfreiche Brücke zum Vollzuge christ­licher Existenz. Wenn wir Theologen den Menschen der Gegenwart wirklich dienen wollen, so haben wir alle Veranlassung, das parapsychologische Forschen ernst zu nehmen und es gewissenhaft zu verarbeiten."

F.K.: Vielleicht sollte man versuchen, den Begriff „Gott„ näher zu definieren?

W.S.: Wir sehen Gott als den Schöpfer und Ursprung aller Dinge an. Wir können ihn aber nicht beweisen. Seine Existenz geht über unser Fassungsvermögen hinaus. Gelegentlich wird die Auffassung vertre­ten, daß Gottes Vorhandensein schon allein aus dem Bestehen unserer Erde und dem Leben darauf hervorgeht. Das alles muß doch einen Schöpfer haben; das kann nicht von allein entstanden sein! Aber wenn wir lediglich nach der Ursache fragen, wie wir Menschen das nur tun können, müssen wir sofort weiterfragen: Wer hat denn Gott erschaffen? Gibt es noch einen Übergott? Und wer hat den erschaffen? Auf diese Weise kommen wir nicht weiter. Für die Lösung dieser Frage ist unser Verstand offenbar nicht ausgerüstet. Ein Regenwurm versteht auch nichts von höherer Mathematik. Vielleicht ist unsere Erkenntnisfähigkeit zu den hier angeschnittenen Fragen vergleichbar derjenigen des Regenwurms zur Mathematik.

Wir können Gott nicht unmittelbar betrachten, auch nicht im Fernsehen, und haben auch kein Photo von ihm. Es geht uns etwa wie den Bewohnern des russischen Reiches im vorletzten Jahrhundert. Ein Bauer im fernen Osten bekam den Zaren nie zu Gesicht. Er kannte auch kein Bild von ihm. Er hatte nur unmittelbare Verbindung zu seinen Boten und Unterboten, den Beamten und Offizieren. Die berichteten den Bauern vom Zaren, verkündeten seine Befehle und zogen Steuern für ihn ein. Nur hohe Beamte und Offiziere kannten den Zaren persönlich von Angesicht zu Angesicht. Die anderen mußten seine Existenz hinnehmen, an sie glauben und die Befehle ausführen. Wenn sie es nicht taten, kamen sie ins Gefängnis oder in die Verbannung. Für die Juden zur Zeit Christi galt gleiches vom Kaiser in Rom. An dessen Existenz mußten sie auch glauben.

So geht es uns heute in bezug auf Gott. Wir hören von ihm nur über die Propheten, über seinen Sohn Jesus Christus und durch gelegentliche Botschaften aus der jenseitigen Welt. Wir sind gehalten, diese Botschaften und die Befehle auf Echtheit und Glaubwürdigkeit zu prüfen und können sie annehmen oder verwerfen. Bei letzterem müssen wir aber auch gewärtig sein, die Folgen dafür zu tragen, so, wie sie der aufbegehrende Bauer in Rußland auch tragen mußte.

F.K.: In der Bibel heißt es „ich bin dein Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.„ Bei den jenseitigen Verbindungen aber geraten wir mit diesem Gebot m.E. doch in leichte Schwierigkeiten, aufgrund der vielen verschiedenen Religionen, die es auf der Erde gibt. Stellvertretend sei vom Islam Allah genannt, der von sich ebenso beansprucht der wahre einzige Gott zu sein. Fällt diese "Logik" nicht völlig in sich zusammen, wenn wir uns in die andere Seite – ins Jenseits – versetzen? Sicher wird es „drüben„ keine Staatsgrenzen mit jeweils eigenen Göttern geben.

W.S.: Im Jenseits hängen die verstorbenen Menschen zunächst meist noch ihren irdischen Religionsformen an und geben diese Anschauungen oft an ihre irdischen Zuhörer medial weiter.  Erst im Verlauf einer längeren jenseitigen Entwicklung erkennen sie dann die übergeordneten Zusammenhänge und daß die irdischen Religionen und Konfessionen viele menschliche Zutaten enthalten und nur die Grund­züge richtig sind.

F.K.: Eine weitere kontroverse Frage wäre, ob der Mensch wirklich die Krone Gottes Schöpfung ist. Jesus Christus als Sohn Gottes spricht dafür, das vernichtende egoistische Verhalten vieler Menschen, die immer mehr unsere Erde zerstören, lässt aber doch Zweifel aufkommen. Sind wir Menschen wirklich die spirituell am höchsten entwickelten Wesen oder ist es doch mehr der Stolz, der beim Menschen besonders ausgeprägt scheint?

W.S.: So, wie sich die Menschen auf dieser Erde benehmen, sind sie wohl nicht mehr die Krone der Schöp­fung. Aber sie haben einen langen Weg und tiefen Fall hinter sich (Engelsturz) und müssen sich auf einem beschwerlichen Besserungsweg bemühen, wieder zur Krone zu werden.

F.K.: Komme ich nun noch einmal auf Jenseitsverbindungen zu sprechen. Bisher sprachen wir über mediale Verbindungen. Ich darf an dieser Stelle schon mal darauf hinweisen, daß ab kommender TW Ihre Arbeit „Verfahren zur Verbindung mit der jenseitigen Welt„ erscheint, die u.A. auch den Bereich der ITK behandelt. Wie sind bezüglich Tonbandstimmen und Trans­videos Ihre bisherigen Erfahrungen, speziell gegenüber den rein medialen Verbindungen?

W.S.: Ich habe auf diesem Gebiet mangels notwendiger Medialität keine eigenen Versuche unternommen, bin aber bei überzeugenden Versuchen anderer (Hans Otto König) anwesend gewesen.

F.K.: Ist die ITK im gewissen Grade nicht zuverlässiger als mediale Durchgaben? Denn: Mediale Durchgaben aus dem Munde oder der Hand eines Mediums können wir glauben oder nicht, auf jeden Fall erhalten wir so die Botschaften aus zweiter Hand – dem Medium. Anders bei der ITK: Hier können wir mit eigenen Ohren hören, mit eigenen Augen sehen, was meinen Sie?

W.S.: Bislang ist die Zuverlässigkeit noch nicht besser, weil die Durchgaben nicht für jedermann sofort verständlich sind und meist erst gedeutet werden müssen. Sie sind bislang auch zu kurz. Ein längeres Wechselgespräch ist noch nicht möglich. Auch sind jenseitige Täuschungen in gleicher Weise wie bei Medien möglich.

F.K.: Nun, diese Fragen hängen sicherlich letztlich auch mit davon ab, wie man herangeht, aus spiritueller oder aus eher wissenschaftlicher Position heraus. Anmerken möchte ich hier, daß ich oder die IGP sich eher zweiter Kategorie zugehörig fühlt, was aber selbstredend die andere Kategorie nicht ausklammert. So kam es nicht selten vor, daß uns bei der Beant­wortung von Fragen verschiedene Quellen behilflich waren, so etwa visionäre Bilder, Remote Viewing, Pendeln und TBS gleichsam, weitere Details würden jetzt zu weit gehen. Wenn man die verschiedenen Ergebnisse dann zusammenfasst, gegenüberstellt und auswertet, darf oft über viele übereinstimmende Begebenheiten gestaunt werden, was ja letztlich der spirituellen wie auch wissenschaftlichen Methodik gerecht wird. (?)

W.S.: Das stimmt.

F.K.: Welche parapsychologischen Themenbereiche haben Sie sonst in den derweilen über 40 Jahren behandelt? Vielleicht ein paar Eckpunkte und die interessantesten Momente dies­bezüglich?

W.S.: Paranormale Vorschau, Platzexperimente, Telekinese, Transfiguration, Geistige Heilung, Besessen­heit und Exorzismus. Letzteres betrifft mich mehrmals jedes Jahr. Das heißt es kommen Menschen zu mir, die leichtfertig spiritistische Versuche gemacht haben (Tischrücken, Glasrücken, Pendeln, Tonbandstimmen-Versuche) und jetzt die Geister, die sie gerufen haben, nicht mehr loswerden. Sie leiden schrecklich unter den Stimmen und Eingaben, die sie tags und nachts hören, und landen dann schließlich in der Psychiatrie, wo ihnen auch nicht wirklich geholfen wird. Wenn diese Menschen noch fähig sind, religiös mitzuarbeiten und sich von ihren meist auch noch vorhandenen Lastern (Rauchen, Alkohol, Drogen) freizumachen, kann oft eine Befreiung erfolgen. Dafür habe ich eine kleine Schrift “Hilfe für bedrängte Menschen“ verfaßt, die Anleitung zur Erlangung von Hilfe gibt.

F,K.: Sie haben ja auch zwei Filme veröffentlicht, was gibt es dazu zu erzählen?

W.S.: Die Filme behandeln paranormale Heilmethoden auf den Philippinen. Ich habe auf drei mehrwöchi­gen Reisen philippinische christliche Heiler bei ihren quasichirurgischen, blutigen Eingriffen in den Körper ihrer Patienten gefilmt und die entfernten Gewebeteile später in Deutschland gerichts­medizinisch untersuchen lassen.

F.K.: Zum Abschluß der Blick in die Zukunft. Woran arbeiten Sie derzeit? Ein neues Buch?

W.S.: Ich halte noch in beschränktem Maße Vorträge, schreibe Zeitschriftenaufsätze und versende meine Bücher.

F.K.: Wenn Sie nun Ihrerseits nichts mehr auf dem Herzen haben (?), möchte ich mich dankend für das interessante Gespräch verabschieden.

W.S. Ich habe noch einen Ratschlag und eine Warnung: Machen Sie wichtige Lebensentscheidungen nie von Aussagen okkulter Lebensberater, Kartenleger, Hellseher oder Astrologen abhängig. Diese betreiben in jedem Wochenblatt und jeder Tageszeitung ihre Werbung. Es gibt wenige ernsthafte Vertreter darunter, aber dazu ein Heer von Scharlatanen und Betrügern. Die Entscheidungen seines Lebens muß jeder Mensch selbst treffen; er sollte sie nie aus mögli­cherweise sehr dunklen und gefährlichen Quellen speisen. Als Beispiel nehme ich eine Anzeige, die ich mehrfach in dem hiesigen Wochenblatt gelesen habe: “FERNBEHANDLUNG! Schweizer Dipl. Parapsychologe hilft erfolgreich bei gesundheitlichen Problemen, Übergewicht und Partnerzusammenführung, auch ohne Wissen der beteiligten Personen. Tel.: *** “.

Dazu ist zu sagen, daß es den offiziellen oder halboffiziellen Titel „Dipl. Parapsychologe“ nicht gibt. Und die Behandlung auch ohne Wissen der beteiligten Personen ist entweder reiner Schwindel, oder wäre bei der Partnerzusammenführung, wenn sie wirklich möglich sein sollte, eine schwarzmagische Ausübung. Die Folgen können dann für die Beteiligten sehr unangenehm und quälend sein. Eine einsetzende Umsessenheit kann bis zum Lebensende andauern.

Das Interview mit Prof. Dr. Werner Schiebeler erschien in Transwelten, Ausgabe 3/2002

Anmerkung: Am 12. Januar 2006 verstarb 82-jährig Prof. Dr. Werner Schiebeler.

Er zählt auch nach seinem Tode zu den bedeutendsten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Parapsychologie. Nicht nur in Kreisen der IGP-Leserschaft zählte er zu den beliebtesten Autoren, welcher es verstand, in seinen Arbeiten die schulwissenschaftliche Seite mit den spirituellen Seiten der Parathematiken wunderbar in Einklang zu bringen.

Literatur:

Schiebeler, Werner: "Der Tod, die Brücke zu neuem Leben", WerSch Verlag, 260 Seiten, 21 Abb., 3. Aufl. Ravensburg 1999

Schiebeler, Werner: "Zeugnis für die jenseitige Welt", Verlag "Die Silberschnur", 330 Seiten, 103 Abb., Melsbach/Neuwied 1989

Schiebeler, Werner: "Leben nach dem irdischen Tod. Die Erfahrungen von Verstorbenen", Verlag "Die Silberschnur", 185 Seiten, 3 Abb., Güllesheim, 3. Aufl. 2000

Schiebeler, Werner: "Besessenheit und Exorzismus, Wahn oder Wirklichkeit?", WerSch Verlag, 128 Seiten, Ravensburg 1985

Schiebeler, Werner: "Paranormale Heilmethoden auf den Philippinen", (Begleitveröffentlichung zu zwei 16mm Farbtonfilmen (je 45 Min) des Inst. f. d. Wissenschaftlichen Film, Göttingen 1974) WerSch Verlag, 84 Seiten, 40 Abb., Ravensburg 1986

Schiebeler, Werner: "Nachtodliche Schicksale - Gegenseitige Hilfe zwischen Diesseits und Jenseits", 332 Seiten, 18 Abb., Wersch Verlag, Ravens­burg 1999

Schiebeler, Werner: “Der Mensch und seine Bindung an Gott - Parapsychologie und Religion“ 364 Seiten, 4 Abb., WerSch Verlag, 4. Aufl. 1999

Schiebeler, Werner: “Der Einfluß der Trauer auf Verstorbene“, 56 Seiten, WerSch Verlag, 5. Aufl. 1998

Schiebeler, Werner: “Engel als Boten Gottes und Helfer der Menschen“, 52 Seiten, 2. Aufl., WerSch Verlag, Ravensburg 1997

Schiebeler, Werner: “Die Zuverlässigkeit medialer Durchgaben und die Prüfung der Geister“, 60 Seiten, WerSch Verlag, Ravensburg 2001

Schiebeler, Werner: “Verfahren zur Verbindung mit der jenseitigen Welt“, 40 Seiten, 12 Abb., WerSch Verlag, Ravensburg 1989

Schiebeler, Werner: “An den Grenzen der Physik - Die Parapsychologie als Mittlerin zwischen Naturwissenschaft und Religion“, 60 Seiten, WerSch Verlag, Ravensburg 1982

Schiebeler, Werner: “Das Fortleben nach dem Tode und irdische Wiedergeburt - Eine Darstellung des Für und Wider“, 42 Seiten, WerSch Verlag, Ravensburg 1989

Schiebeler, Werner: “Die Geistige Heilung durch Verbindung mit der jenseitigen Welt“ 47 Seiten, WerSch Verlag, Ravensburg 1987

Schiebeler, Werner: “Johannes Greber, sein Leben und sein Werk“, 184 Seiten, 38 Abb., Verlag Martin Weber, Schutterwald 1998


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