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Geistheilung
Die
Geistige Heilung
als religiöse Einwirkung
zwischen dem göttlichen Bereich und den Menschen
von
Prof. Dr. Werner Schiebeler
Was ist Geistige
Heilung
Von
alters her gibt es bei Naturvölkern und Kulturvölkern Heilkundige,
die bei Mensch und Tier Krankheiten auf eine Art und Weise
behandeln, die von unserer Schulmedizin und auch der bei uns gebräuchlichen
Naturheilkunde sehr weit entfernt ist. Sie bedienen sich dabei
paranormaler Heilmethoden. Man spricht auch von der sogenannten
Geistigen Heilung. Bei ihr treten Vorgänge zutage, wie sie bei
anderen paranormalen Geschehnissen ebenfalls beobachtet werden können.
Man ordnet diese Vorgänge heutzutage der Wissenschaft der
Parapsychologie zu.
Im
folgenden soll unter der Geistigen Heilung (oder paranormalen
Heilung) eine Heilung von Körperschäden oder Krankheiten
verstanden werden, bei der keine der üblichen Heilmethoden
angewendet wird, die nicht nach bekannter medizinischer Erfahrung
verläuft, und die auch nicht nur durch Suggestion oder
Autosuggestion erklärbar ist. Statt dessen tritt bei einer solchen
Heilung der Geist eines menschlichen Heilers oder einer
nichtirdischen Persönlichkeit, meist verbunden mit dem innigen
Wunsch des Kranken, aktiv in Tätigkeit und bewirkt bei
erfolgreichen Fällen oft in kurzer Zeit eine vollständige oder
teilweise Heilung der Krankheit. Wie diese Einwirkung physikalisch
stattfindet, ist unbekannt, ebenso ob weitere Faktoren von Bedeutung
und Wichtigkeit sind. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint es
jedoch von Vorteil zu sein, aber auch nicht unbedingt erforderlich,
wenn der Kranke der Geistigen Heilung aufgeschlossen gegenübersteht,
wenn er sie für möglich hält, wenn er selbst mitarbeitet, wenn er
also durch Autosuggestion (wie man das nennt) ein zusätzliches
Heilungsgeschehen in Gang setzt. Grundsätzlich ist das aber nicht
erforderlich. Die Geistige Heilung gelingt auch bei Säuglingen,
Tieren und Menschen, die überhaupt nicht wissen, daß sie dieser
Behandlungsmethode unterworfen werden.
Die Geistige
Heilung in der Religion
Die
Geistige Heilung ist überwiegend im religiösen Bereich
angesiedelt, also dort, wo man das Hereinwirken außerirdischer oder
göttlicher Kräfte annimmt oder zumindest für möglich hält. Bei
antiken Völkern oder heutigen Naturvölkern befasst sich der
Priester oft auch mit der Krankenbehandlung auf naturheilkundliche
und paranormale Weise.
Besonders
bedeutungsvoll sind die herausragenden Heilungstaten von Jesus
Christus. Sie erfolgten ja u.a., um als sogenannte Wunder den göttlichen
Auftrag Christi nachzuweisen. Auffallend ist bei den Berichten über
diese Krankenheilungen, wie schnell sie erfolgten und mit welch
geringem äußeren Aufwand sie hervorgerufen wurden. Es genügte das
Auflegen oder die Berührung mit den Händen oder auch nur ein
Befehlswort. Ein Abschnitt aus dem Neuen Testament kann dies
verdeutlichen (Matt. 9,18):
"Während
Jesus noch so zu ihnen redete, trat ein Vorsteher (der Synagoge)
herzu, warf sich vor ihm nieder und sagte: 'Meine Tochter ist
soeben gestorben; aber komm und lege ihr deine Hand auf, dann
wird sie wieder zum Leben erwachen.' Da stand Jesus auf und folgte
ihm samt seinen Jüngern.
Als
Jesus dann in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenbläser und
das Getümmel der Volksmenge sah, sagte er: 'Entfernt euch! Das Mädchen
ist nicht tot, sondern schläft nur.' Da verlachten sie ihn. Als man
aber die Volksmenge aus dem Hause entfernt hatte, ging er (zu der
Toten) hinein und fasste sie bei der Hand; da erwachte das Mädchen.
Die Kunde hiervon verbreitete sich in der ganzen dortigen Gegend.
Als
Jesus hierauf von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die laut
riefen: 'Sohn Davids, erbarme dich unser!' Als er dann in das Haus
gekommen war, traten die Blinden zu ihm heran, und Jesus fragte sie:
'Glaubt ihr, daß ich (euch) dies zu tun vermag?' Sie antworteten
ihm: 'Ja, Herr!' Da rührte er ihre Augen an und sagte: 'Nach eurem
Glauben geschehe euch!' Da taten sich ihre Augen auf; Jesus aber gab
ihnen die strenge Weisung: 'Hütet euch! Niemand darf etwas davon
erfahren!' Sobald sie aber hinausgegangen waren, verbreiteten sie
die Kunde von ihm in jener ganzen Gegend.
Während
diese hinausgingen, brachte man schon wieder einen stummen
Besessenen zu ihm, und als der böse Geist ausgetrieben war, konnte
der Stumme reden. Da geriet die Volksmenge in Staunen und sagte:
'Noch niemals hat man etwas Derartiges in Israel gesehen!' Die
Pharisäer aber erklärten; 'Im Bunde mit dem Obersten der bösen
Geister treibt er die Geister aus.'
So
durchwanderte Jesus alle Städte und Dörfer, indem er in ihren
Synagogen lehrte, die Heilsbotschaft vom Reiche (Gottes) verkündigte
und alle Krankheiten und alle Gebrechen heilte." Auch seine Jünger
rüstete Christus mit der Fähigkeit zur Krankenheilung aus. Es heißt
(Matt. 10,1): "Er rief dann seine zwölf Jünger herbei und
verlieh ihnen Macht über die unreinen Geister, so daß sie diese
auszutreiben und alle Krankheiten und jedes Gebrechen zu heilen
vermochten."
Die Geistige
Heilung im Urchristentum
Im
Urchristentum wurde die Krankenbehandlung noch als religiöse Betätigung
ausgeübt. So heißt es im Brief des Jakobus 5,14: "Ist jemand
unter euch krank, so lasse er die Ältesten der Gemeinde zu sich
kommen; diese sollen dann über ihm beten, nachdem sie ihn im Namen
des Herrn mit Öl gesalbt haben. Alsdann wird das gläubige Gebet
den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden
begangen hat, wird ihm Vergebung zuteil werden."
Die
katholische Kirche hat diese Anweisung zum Sakrament der letzten Ölung
umgewandelt, zu der ein Lexikon der katholischen Religion sagt:
"In der letzten Ölung wird der dem Tode nahe Christ dazu
geweiht, daß er in der freiwilligen Darbringung seines Lebens das häufig
in der Eucharistie vollzogene Mitopfer mit Christus im eigenen Tod
endgültig wahr mache. Wird in diesem Sakrament unter Umständen
auch leibliche Gesundung bewirkt, so hat auch dann Gott das Opfer
angenommen, in dem ja das Leben der Entscheidung Gottes überantwortet
worden ist." Erst in neuer Zeit hat die katholische Kirche aus
diesem geistlichen Beistand für Sterbende durch Umbenennung in
Krankensalbung auch eine Hilfe für nicht Sterbende gemacht.
Sind
in der katholischen Kirche noch Reste einer Geistigen Heilung
vorhanden, so haben alle evangelischen und reformierten Kirchen nur
in Sonderfällen derartiges aufzuweisen. Dagegen ist die Geistige
Heilung in einigen christlichen Sekten und anderen christlichen
Randgemeinschaften sehr stark vertreten, z.B. bei der Christlichen
Wissenschaft und bei allen christlichen spiritistischen oder
spiritualistischen Gemeinschaften, die es auf der ganzen Welt gibt.
Sehr stark sind sie in Brasilien und in England vertreten. Allein
London hat über 50 spiritualistische Gemeinden. Sie alle führen
Heilungsgottesdienste durch, bei denen Heiler unter Anrufung Gottes
göttliche Heilkräfte, meist unter Auflegung der Hände, in ihre
kranken Gemeindemitglieder hineinleiten.
Die Geistige
Heilung an Wunderstätten
An
sogenannten Wunderstätten, z.B. in Lourdes in Südfrankreich,
treten im katholisch-christlichen Bereich ebenfalls außergewöhnliche
Heilungen auf, ohne daß hier ein bestimmter menschlicher Heiler
anwesend oder erkennbar ist (1). Man schreibt die auftretenden
Heilungen der Einwirkung der Jungfrau Maria zu, also der irdischen
Mutter Christi, die ja für uns eine jenseitige Wesenheit ist.
Der
Anteil der körperlich Geheilten unter den vielen Heilungssuchenden
in Lourdes ist zwar gering, aber doch nicht zu vernachlässigen. In
großem Maße fühlen sich Heilungssuchende jedoch seelisch getröstet
und aufgerichtet. Interessant ist aber dabei, daß unter den
Heilungen ganz bestimmte Krankheiten ausgespart bleiben wie
Zuckerkrankheit, schwere Nierenleiden und Krankheiten des
Blutsystems. Dagegen gibt es gut untersuchte Fälle, bei denen größere
Knochen- oder Gewebsstücke innerhalb von Sekunden ersetzt wurden
und große Wunden sich schlossen.
Ein
besonders eindrucksvoller Fall ereignete sich 1875 gar nicht in
Lourdes selbst, sondern bei der Marien-Grotte von Oostacker in
Belgien, die eine Nachbildung der Grotte in Lourdes ist (3; 5). Dort
wurde ein belgischer Holzarbeiter Peter de Rudder geheilt, dem acht Jahre zuvor am 16. Februar 1867
ein fallender Baumstamm den linken Unterschenkel unterhalb des Knies
gebrochen hatte, und zwar Schienen- und Wadenbein. Es hatte einen
offenen Bruch gegeben, der in der folgenden Zeit nicht verheilte,
sondern vereiterte. Man konnte das Bein unterhalb der Bruchstelle um
180 Grad drehen und die Knochenenden seitlich herausstehen lassen.
Ein drei cm langes, brandig gewordenes Knochenstück mußte durch
Prof. Thiriart aus Brüssel herausoperiert werden. Eine Amputation
lehnte der Holzarbeiter aber ab. Er konnte nur mühsam an Krücken
gehen, zumal er auch noch einen eiternden Abszeß auf dem Fußrücken
bekommen hatte.
Eines
Tages hörte Peter de Rudder
von seltsamen Heilungen bei einer Lourdes Grotte in Oostacker. Am 7.
April 1875 ließ er sich in seinem kranken Zustand zu der
Mariengrotte in Ostacker bringen, setzte sich dort auf eine Bank und
bat um Hilfe und Heilung. Plötzlich fühlte er sich, so berichtete
er später, durch eine innere Unruhe angetrieben, aufzustehen und
ohne Krücken zur Grotte zu gehen. Und das konnte er tatsächlich.

Bild
1: Peter de Rudder nach seiner Heilung 1875 ohne offene Wunden.
Entnommen (3)
Sein
Bein war geheilt, und zwar vollständig. Die Wunde hatte sich
geschlossen, und das Bein war nicht verkürzt und wieder belastbar.
Der jetzt Geheilte konnte sofort nach Belieben gehen und nahm bald
darauf seine schwere Arbeit als Holzarbeiter wieder auf. Er starb
erst 1898. 14 Monate nach seinem Tod exhumierte man seine Leiche und
obduzierte die beiden Unterschenkel. Von den Schienen- und
Wadenbeinen des geheilten und des unverletzten Beines fertigte man
genaue Nachbildungen an, die seitdem in Lourdes hinter Glas
ausgestellt sind. Die hier wiedergegebenen Abbildungen zeigen, daß
die beiden gebrochenen Knochen ohne Verkürzung zusammengewachsen
sind, und zwar so, als ob der Heilungsprozeß sich über viele
Wochen hingezogen hätte, als ob die Knochen langsam nachgewachsen wären,
aber nicht schön gerade und gleichmäßig, sondern mit einer
Wucherung wie bei einem Baum. Hier geschah das jedoch nicht langsam,
sondern in Sekundenschnelle. Das ist für uns physikalisch und
medizinisch unerklärbar. Man spricht daher von einem Wunder.

Bild
2: Die Knochen Peter de
Rudders nach erfolgter Ausgrabung 1899. Entnommen (3)
Wunderheilung während
eines Traums
Noch
eindrucksvoller und unerklärbarer ist die Wiederherstellung eines
amputierten Unterschenkels. Anfang August 1637 geriet ein 18 Jahre
alter Spanier Namens Miguel
Juan Pellicer aus Calanda in Aragonien in der Nähe von Valencia
unter die Räder eines beladenen Fuhrwerks. Ein Rad fuhr über den
rechten Unterschenkel, wodurch ein offener Bruch entstand (2). Da
die Wunde eiterte und nicht heilte, mußte der Unterschenkel Ende
Oktober 1637 amputiert werden. Nach Entlassung aus dem Krankenhaus
lebte Juan Pellicer zunächst
in Saragossa und ernährte sich vom Betteln. 1640 kehrte er zu
seinen Eltern, die Bauern in Calanda waren, zurück. Auch dort
bestritt er seinen Lebensunterhalt durch Betteln. Am Abend des 29. März
1640 kehrte er nach einer Betteltour müde in sein Elternhaus zurück,
nahm gegen 22.00 Uhr seine hölzerne Beinprothese ab und legte sich
auf dem Fußboden des elterlichen Schlafzimmers zur Nachtruhe nieder
(2, S. 84). Dabei war er nur mit einem Mantel seines Vaters
zugedeckt. Als gegen 23.00 Uhr seine Mutter noch einmal zu ihrem
Sohn hinblickte, bemerkte sie, daß unter dem Mantel auf einmal zwei
Beine hervorschauten, statt zuvor nur eins. Der Vater wurde gerufen
und der Mantel völlig aufgedeckt. Dabei stellte man fest, daß tatsächlich
beide Beine wieder vollständig vorhanden waren. Nachdem der Sohn
geweckt war, gab er an, daß er geträumt habe, in der Gnadenkapelle
Unserer Lieben Frau del Pilar von Saragossa gewesen zu sein, vor
deren Tür er früher als Bettler gesessen und in der er oft um
Heilung gebetet hatte. In dieser Kapelle habe er im Traum seinen
Beinstumpf mit dem wunderbaren Öl der Marienlampe eingerieben.
Danach sei er dann von seinen Eltern geweckt worden. Das
regenerierte Bein blieb dauernd erhalten. Die perfekte Gehfähigkeit
kehrte jedoch im Gegensatz zu Peter de Rudder erst nach und nach zurück.
Das Geschehen erregte natürlich erhebliches Aufsehen. Der zuständige
Bischof Apaolaza ordnete
eine kanonische Untersuchung an, und am 27. April 1641 proklamierte
der Erzbischof von Saragossa das außerordentliche Geschehen zum
Wunder. An Medizinern untersuchte u.a. ein deutscher Arzt Namens Petrus Neurath den Fall und verfaßte eine Abhandlung unter dem
Titel: "Miraculum divae
Virginis, quae Caesaraugustae crus puero abscissum restituit anno
1640, 29 martii". Die Abhandlung wurde 1642 in Madrid
gedruckt. Da es damals noch keine photographierenden Pressereporter
gab, wurde das wunderbare Geschehen von Künstlern in 24 Gemälden
bildlich dargestellt, so, wie die Maler sich den Ablauf vorstellten,
nämlich, daß geflügelte Engel mit dem amputierten Bein aus dem
Himmel herabkamen und es dem Miguel
Juan Pellicer wieder
ansetzten. Auch König Philipp
IV. von Spanien erwies dem Wunder seine Reverenz. Er ließ Juan
Pellicer nach Madrid kommen, begutachtete im Beisein des ganzen
Hofstaates kniend das wiederangewachsene Bein und küßte es
ehrfurchtsvoll. Auch das wurde in einem prächtigen Gemälde
bildlich festgehalten.

Bild
3 : Engel fügen in der Nacht vom 29. März 1640 dem amputierten
Juan Pellicer einen neuen Unterschenkel an seinen Stumpf. Entnommen
(2)

Bild
4: Eltern von Juan
Pellicer bemerken gegen 23 Uhr in der Nacht, daß ihr Sohn wieder
zwei Beine hat. Entnommen (2)

Bild
5: König Philipp IV. von Spanien küßt ehrfurchtsvoll das wieder
angewachsene Bein von Juan Pellicer. Entnommen (2)
Der göttliche
Heilstrom
Die
Wirksamkeit der Geistigen Heilung ist eine Realität. Sie wurde in
früheren Zeiten, als es noch keine wirksame Schulmedizin gab, in
viel stärkerem Maße angewendet, als es heute der Fall ist. Aber
sie hat auch ihre Grenzen, und die sind um so enger gezogen, je
weniger ausgebildet und geeignet der Heiler ist, je weniger
Gottvertrauen er hat und je weniger er in den göttlichen Heilstrom
eingebunden ist.
Was
es mit einem solchen Heilstrom auf sich hat, habe ich mir von einem
jenseitigen Heilgeistwesen einmal erläutern lassen. Ich habe ihn
mehr als 20 Jahre lang bei seinen Heilversuchen beobachtet. In dem
medialen Kreis, dem ich rund 25 Jahren angehörte, wurde neben der
Seelsorge an Verstorbenen (6) in ganz bescheidenem Maße auch
geistige Heilung betrieben. Sie wurde, wenn erforderlich, an die
Mitglieder des Kreises und ihre Angehörigen oder andere notleidende
Personen, die in unser Blickfeld geraten waren, vermittelt. Das
geschah mit Hilfe eines Geistwesens, das sich Alberto
Petranius nannte und angab, zu irdischen Lebzeiten Italiener
gewesen zu sein, Petrugi oder so ähnlich geheißen zu haben und
Ende des 17ten Jahrhunderts gestorben zu sein. Er sei aber kein Arzt
gewesen und könne sich an sein irdisches Leben kaum noch erinnern.
Das sei für ihn bedeutungslos geworden.
Es
handelt sich hier nicht um eine berühmte Wesenheit mit
aufsehenerregenden Heilerfolgen. Außerdem betätigte sich das voll
im Beruf stehende Medium, durch das der Heilgeist wirkte, nur alle
14 Tage als Mittler für jenseitige Wesenheiten.
Die
Heilbehandlung ging so vonstatten, daß der Geist Petranius
in eines der beiden anwesenden Medien, einen Herrn mittleren Alters,
eintrat und ihn in Halbtrance versetzte. Dann ließ er sich einen
feuchten Lappen geben, wusch sich damit die Hände und trocknete sie
sich anschließend mit einem Handtuch ab. Darauf rief er in stillem
Gebet Gott um seine Hilfe an und bat darum, daß er göttliche
Heilkräfte ohne Störungen von Seiten der niederen Geisterwelt
empfangen möge und diese auch ohne Störung an den Kranken
weiterleiten dürfe. Die Bitte um Störungsfreiheit hat darin ihren
Grund, daß die jenseitigen Anhänger der gottfeindlichen Seite
oftmals mit aller Kraft Heilungsversuche und auch die
seelsorgerische Tätigkeit des Kreises zu unterbinden versuchten. In
diesem Fall spürte der Geist, daß er gestört wurde und seine
Heilkräfte nicht zu dem gewünschten Ziel gelangten. Er fühlte
sich blockiert.
Das
stille Gebet des Alberto
Petranius hörten wir anwesenden Menschen zwar nicht, aber das
in Halbtrance befindliche Medium konnte den Inhalt aufnehmen. Nach
dem stillen Gebet erfolgte ein meist laut gebetetes Vaterunser. Dann
stand der Geist in der Gestalt des Mediums auf, stellte sich hinter
den sitzenden Patienten und legte ihm die Hände auf den Kopf. Dazu
wurde von einem Kreisteilnehmer laut gebetet, daß göttliche Heilkräfte
in den Patienten einfließen mögen. Manche von ihnen spürten das
auch und konnten hinterher angeben, welcher Körperteil gerade
behandelt wurde. Sie empfanden dann ein starkes Wärmegefühl z.B.
im Bein oder Arm oder auch vorübergehende Magenschmerzen, wenn etwa
der Magen erkrankt war.
Im
Anschluß an eine Heilbehandlung am 27.8.1987 im Beisein von zwei
Medien, fünf weiteren Teilnehmern und einer Patientin gab Alberto
Petranius auf meinen Wunsch folgende Erläuterungen ab (6, S.
137): "Heute habe ich etwas für den Allgemeinzustand der
Patientin unternommen. Ich habe nicht gezielt auf den Magen oder die
Knie gestrahlt, sondern auf den ganzen Körper. Ich hoffe, daß die
Kräfte, die ich empfangen habe, auch dorthin gekommen sind. Ich
selber kann nur sagen, daß wir sehr viel weitergeben konnten, und
ich habe es durch das Medium gespürt, daß es in der Patientin sehr
warm war. Die Kräfte, die ich weitergebe, wurden diesmal nicht gestört.
Heute hatte ich das erste Mal das Empfinden eines direkten
Verschmelzens mit der Patientin. Ich fühlte mich unmittelbar in der
Patientin. Es waren keine Widerstände vorhanden. Übergangslos
konnte ich meine Kräfte weitergeben. Das war bisher noch nie in
diesem Maße der Fall. Ich wußte gar nicht, ob ich noch im Medium
oder in der Patientin war, so ungestört gingen die Kräfte
weiter."
Ich
fragte Petranius, welche Voraussetzungen aus seiner Sicht für eine
erfolgreiche Behandlung erforderlich seien. Er antwortete: "Von
meiner Seite sieht es so aus, daß ich das Medium benötige, damit
ich überhaupt in Person dieses Mediums hinter einen Patienten
treten kann. Wenn ihr Wünsche hattet (damit
ist auch die Bitte um Fernheilung gemeint), bin ich immer von
dem Medium gerufen worden, und dann hat sich das Medium auf die
kranke Person eingestellt. Ich kann alleine, ohne dieses Medium, die
Kräfte nicht weitergeben. Das ist sehr schwer zu erklären, weil
ihr noch auf der Erde lebt. Ihr werdet das erst später besser
verstehen.
Die
Kraft, die ich empfange, kommt aus allen Richtungen in Form ganz
feiner Strahlen. Sie bringen mir die Kräfte, die ich durch das
Medium weitergeben kann. Ich bin nicht fähig, diese Kräfte selbst
zu erzeugen, sondern ich kann sie nur weitergeben, weil ich dafür
geschult bin und mich darauf konzentriere. Darum bitte ich natürlich
vorher, wenn wir wissen, daß wir uns mit euch treffen und wenn ihr
Heilungswünsche habt.
Wenn
ich nun Kräfte weitergebe, empfange ich viele feine Strahlen, die
aus allen Richtungen kommen. Sie dringen bei mir ein. Ich kann sie
selber spüren und kann sie durch die Hände des Mediums
weiterleiten. Es ist mir aber nicht möglich zu sagen, aus welcher
Richtung ich sie empfange. Ich weiß nur, daß sie von guten
Geistern ausgehen, die ich aber nicht sehe. Ich kann nicht am Ende
eines Strahles ein Geistwesen oder eine Person wahrnehmen. Die
Strahlen kommen aus der Ferne, aus höheren Bereichen, und meinem
Gespür nach von weither. Man hat uns gesagt, daß sie von
Geistwesen abgesandt werden, aber wir haben sie noch nicht
gesehen."
Ich
fragte Petranius, ob er für die Aufgabe, die Strahlen zu empfangen,
besonders geschult worden sei. Er antwortete: "Bevor ich vor
Jahren zu euch kam, merkte ich, daß ich Geistwesen, die krank
waren, ab und zu helfen konnte. Ich verspürte also diese besondere
Gabe.
Ich
bin auf Erden kein Arzt oder Heiler gewesen. Ich habe mich auch im
Jenseits nicht sofort entschlossen, als Heilgeist zu wirken. Das ist
erst im Laufe der Zeit auf mich zugekommen. Da merkte ich, daß ich
bestimmte Kräfte unmittelbar weitergeben und damit anderen helfen
konnte. Ich habe das dann mehr und mehr ausgebildet und bin schließlich
eines Tages bei euch erschienen. Das hat mich damals große Überwindung
gekostet, weil ich befürchtete, daß die Menschen, wenn ich mich
bei ihnen melde, von mir Wunderdinge erwarten. Stanislaus
und Nepomuk (das sind andere helfende Geistwesen) haben mir aber sehr viel Mut
gemacht und mir gesagt, daß ich ja nicht zu irgend etwas gezwungen
werde. Entweder kommen die Kräfte an, oder sie tun es nicht. Daraus
würde mir kein Vorwurf gemacht werden.
Ich
arbeite sehr gerne mit euch zusammen und bedanke mich für euer
Vertrauen. Ich wünsche euch eine angenehme Zeit. Gott schütze und
behüte euch.
Gott
zum Gruß! Petranius.
Die Geistige
Heilung als Ergänzung der Schulmedizin
So
viel zu dem Heilstrom oder den Heil-Strahlen, die ein Geistwesen aus
höheren Bereichen empfängt und durch einen Heiler oder Medium an
einen Kranken weitergibt. Aber das ist kein Allheilmittel, das immer
wirkt. Die Schulmedizin hat ja deswegen die Geistige Heilung in so
starkem Maße verdrängt, weil sie in vielen Fällen mit viel größerer
Sicherheit Krankheiten heilen konnte. Das Zurückdrängen der großen
Seuchen wie Pest, Cholera, Typhus, Tuberkulose, Aussatz usw. ist
nicht der Geistigen Heilung zu verdanken, sondern den
Forschungsergebnissen der modernen Medizin.
Eine
Blinddarmentzündung, die früher zum Tode führte, kann heute
problemlos in jedem Krankenhaus chirurgisch erfolgreich behandelt
werden. Aber trotzdem hat auch die moderne Schulmedizin Grenzen
ihrer Wirksamkeit, z.B. bei der Multiplen Sklerose, dem Krebs und
vielen anderen chronischen Krankheiten. Hier kann durchaus der
Versuch gemacht werden, die Geistige Heilung einzusetzen, ohne daß
damit nun unbedingt ein "Wunder" garantiert ist.
Insbesondere sollte niemand eine schulmedizinische Behandlung versäumen
oder abbrechen, nur weil er meint, daß er durch Geistige Heilung
vielleicht schneller und bequemer zum Ziel kommt. Wenn sie dann
nicht hilft und kostbare Zeit verlorengegangen ist, kann u.U. auch
die Schulmedizin nichts mehr bewirken.
Als
zusätzliche Behandlungsmethode kann die Geistige Heilung aber immer
eingesetzt werden. Dabei mögen wir uns erinnern, daß der
Heilungsauftrag Christi an alle seine Gefolgsleute und Gläubigen
gerichtet ist (Matt. 10, 8): "Heilt Kranke, weckt Tote auf,
macht Aussätzige rein," denn (Joh. 14,12): "Wer an mich
glaubt, wird die Werke, die ich tue, auch vollbringen." Wie so
etwas ablaufen kann, ist in der Bibel ebenfalls beschrieben. Im
Neuen Testament im Brief des Jakobus Kap. 5, Vers 14 finden wir die
Anweisung dazu: "Ist jemand unter euch krank, so lasse er die
Ältesten der Gemeinde zu sich kommen; diese sollen dann über ihm
beten, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben.
Alsdann wird das gläubige Gebet den Kranken retten, und der Herr
wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm
Vergebung zuteil werden."
Ein
anglikanischer Geistlicher John Cameron
Peddie hat sich der Heilung als religiöse Aufgabe wieder
erinnert, sie ausgeübt und ein Buch darüber geschrieben mit dem
Titel "Die vergessene
Gabe. Heilen als biblischer Auftrag heute" (4). In diesem
Buch sagt er u.a. (S. 49): "Meine Ansicht ist, daß die
heilende Kraft Gottes dreierlei tut: Sie versetzt erstens den
Patienten in die Lage, mehr Nutzen aus der Behandlung des Arztes zu
ziehen, als dies sonst geschehen würde; sie hilft zweitens, die natürliche
Heilkraft des Körpers in Bewegung zu setzen; und drittens versorgt
die göttliche Kraft ihn mit allem, was er benötigt. Wie Jesus
sagte: 'Bei Gott sind alle Dinge möglich' (Matt. 19, 26)."
Wenn
Sie also krank sind und über die normale medizinische Behandlung
hinaus für sich etwas Weiteres tun wollen, so gehen Sie mit dem
Buch von Peddie zu Ihrem Gemeindepfarrer und bitten Sie ihn, nach
der Anweisung von Jakobus 5, Vers 14 mit Ihnen zu verfahren. Ob der
Pfarrer das auch macht, ist allerdings eine andere Frage.
Wahrscheinlich glaubt er gar nicht an die Wirksamkeit oder er möchte
auch dem Arzt nicht in das Handwerk pfuschen.
Wie bringt man
einen Pfarrer zum Heilungsgebet
Ein
Erlebnis dieser Art hatte eine Dame (Jahrgang 1929), die mir dies am
9.5.2003 brieflich schilderte:
„Sie
wissen ja, daß ich 32 Jahre lang (vom
22. bis 54. Lebensjahr) an Migräne litt, die immer ärger
wurde, daß ich mir oft nicht mehr zu helfen wußte. Alle Ärzte,
die ich aufsuchte, konnten mir nicht helfen, obwohl sie das
ernsthaft versuchten.
Da
las ich einmal die Stelle in der Bibel, in der Jakobus sagt,
(Jakobus 5,14.) wenn man krank sei, soll man die Ältesten bitten
und beten usw. Das ließ mich nicht mehr los, zumal mich zuvor auch
mehrere Male das Bibelwort: ‘Ich bin der Herr dein Arzt’,
besonders beschäftigt oder angesprochen hatte.
So
beschloß ich, als unser Pfarrer einmal einen Besuch bei uns machte,
ihn darauf anzusprechen. Er war über meine Frage oder Bitte etwas
verunsichert, sagte aber dann, er wolle sich einmal im Dorf bei den
sogenannten kirchlichen Ältesten darüber kundig machen und mir
wieder Bescheid sagen. Ich wartete gespannt, aber es kam keine
Antwort, bis heute nicht. Er hatte mich wahrscheinlich schlicht und
einfach vergessen. Das war für mich schon enttäuschend, und ein
paar Jahre war mir der Mut deshalb vergangen.
Doch
meine Kopfschmerzen wurden immer schlimmer. So hatte ich dann einmal
Gelegenheit, einen berühmten und in kirchlichen Kreisen sehr geschätzten
Kanzelredner über mein Anliegen zu fragen. Es war aber nicht Pastor
Lubahn, damit da kein Irrtum entsteht, den er nicht verdient hätte
- Und jener besagte Pfarrer sagte mir schnell und für mich etwas
herzlos, Paulus habe auch einen Pfahl im Fleisch gehabt, den müsse
man eben tragen, und ich war abgefertigt.
Diese
kalte Dusche reichte mir wieder für ein paar Jahre, und meine Migräne
war fast nicht mehr zum Aushalten. Da kam einmal ein alter aber
entschieden gläubiger Pfarrer zu einer Bibelwoche ins Dorf und der
predigte mit großem Ernst von Gottes Heiligkeit, aber auch mit
einem so warmen und lebendigen Herzen von Jesus und dessen Erlösergnade
und Erbarmen.
Darum
dachte ich nun zum drittenmal, den fragst du auch noch, denn der ist
anders. Er steht wie der Herr Jesus selbst auf der Kanzel, obwohl er
an Gestalt ganz unscheinbar war. Und dieser Pfarrer war ganz lieb,
freundlich und barmherzig und sagte sofort, ja, der Herr Jesus kann,
wenn es Sein Willle ist, eingreifen, und dann betete er ganz einfach
und legte mir die Hände auf den Kopf und sagte, daß der Herr Jesus
die Not bei mir sähe und daß wir IHN um Seiner Gnade und
Barmherzigkeit willen bitten wollten, mich anzurühren und mich zu
heilen, aber wir wollten auch diese Bitte vertrauend in Seine
Entscheidung legen und IHM dafür danken, daß wir zu IHM kommen dürften.
Einfacher ging es nicht mehr, aber herzlicher auch nicht, das spürte
ich, doch es geschah körperlich nichts Besonderes an mir. Nur
innerlich war ich durch diese Liebe, die ich empfand, irgendwie heil
geworden, und ich dachte, wenn mir Gott das Kopfweh nicht wegnimmt,
dann gibt ER mir sicher Kraft zum Tragen. So war es auch, im Herzen
war so ein Friede und eine Hoffnung, die mich getrost machte.
Dann,
wieder kurze Zeit danach, sagte mein Hausarzt, daß er es nicht mehr
verantworten könne, mir die starken Migränemittel aufzuschreiben
wegen der Leber, ich solle in eine Psychosomatische Klinik, denn
vielleicht hätte die Migräne auch eine seelische Ursache, die man
suchen sollte. Dort fand man aber in dieser Richtung gar nichts,
aber man stellte fest, daß die Mittel, die mir der Arzt
aufgeschrieben hatte, durch die Rückstände, die sie hinterließen,
dazu angetan waren, immer wieder den neuen Anfall
vorzuprogrammieren. Man setzte sie ab, und die Anfälle hörten auf,
und nach etlichen Wochen war ich migränefrei bis heute. Ab und zu
habe ich schon noch mal Kopfschmerzen, doch die sind normal wie bei
andern auch, wenn man sich mal übernimmt oder erkältet, und da genügt
ein Aspirin.
Also
ich möchte damit bezeugen, der Herr Jesus hat mich zuerst am Geist
wirklich geheilt mit Seinem Geist und mich dann zum Arzt geschickt,
damit der mich auch noch von den falschen Tabletten befreite, ich
will damit sagen, Gott braucht Seine Wunderwege, wenn keine anderen
Hilfen mehr da sind und wenn ER helfen will. Aber ER braucht auch
Seine Menschen, denen er die verschiedenen Gaben zuteilte, damit wir
nicht wundersüchtig werden und der eine für den anderen da ist.“
Wie kann man sich
selbst helfen
Wenn
man nun keinen Pfarrer findet, der einem hilft, kann die Bitte um
Heilung an Gott auch der Ehegatte, die Eltern oder ein Freund
vornehmen. Als unterstützende Behandlung neben normaler Anwendung
der Medizin oder Naturheilkunde werden Handauflegen auf den Kopf
oder den erkrankten Körperteil und Gebet um göttliche Heilkräfte
oft ungeahnte Wirkung erbringen. Wichtig ist aber bei der
Gebetsbehandlung, daß der Erkrankte nicht nur äußerlich sein
Leben ändert, indem er krankmachende Lebensumstände vermeidet und
Heilmittel zu sich nimmt, sondern auch innerlich sein Leben ändert.
Er muß innere Fehlhaltungen abbauen, Haß und Neid verbannen und
sein Leben auf Gott ausrichten. Er muß das Gebet des Heilers durch
sein eigenes Bitten und durch seine innere Umstellung und das
Vertrauen auf Gott unterstützen, allerdings immer eingedenk dessen:
"Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe."
Wenn
jemand nun nicht so recht weiß, was er unter Handauflegen für
einen Kranken denn beten solle, folgt für ihn hier ein
Gebetsvorschlag:
Gottes
Kraft fließe in dich ein
als Liebe, die deine Seele erwärmt,
als Freude, die dein Herz erfüllt,
als Gesundheit,
die deinen Körper heilt.
Gottes
Licht fließe in dich ein,
erhelle deine Seele,
erfülle dein Gemüt,
schenke dir Zuversicht
und Vertrauen.
Gottes
Schutz möge dich umgeben
und dich bewahren vor allen Einflüssen des Bösen.
Gott gebe dir die Kraft, dein Leben zu ändern
und schenke dir Geduld, dein Schicksal zu tragen.
Gott
stehe dir bei
in aller Not und Traurigkeit
und helfe dir,
alles Schwere zu erdulden.
Doch möge alles so geschehen, wie es Gott für richtig hält.
Dieses
Gebet kann man auch täglich für sich selber sprechen und statt dich
immer mich sagen. Doch wer
meint, er könne gegen Geld oder ein oberflächliches Gebet ohne
jede sonstige eigene Leistung bei einem Heiler seine Gesundheit zurückkaufen,
wird oft sehr enttäuscht werden. Neuzeitliches Anspruchsdenken
findet in der Natur häufig keine Erfüllung. Außerdem möge man
bedenken, daß eine Krankheit einem Menschen auch als Schicksal
auferlegt sein kann, durch das er innerlich reifen soll. In diesem
Fall werden Heilungsbemühungen nur sehr begrenzten Erfolg haben und
höchstens Linderung verschaffen können.
Die Suche nach
einem gottesfürchtigen Heiler
Wer
einen Heiler aufsuchen will, sei es hier in Europa, sei es auf den
Philippinen oder in Brasilien, sollte immer versuchen, sich vorher
über dessen sittliche und moralische Eigenschaften Klarheit zu
verschaffen. Schon beim Besuch eines normalen Arztes ist es
angebracht, sich zuvor über seinen Ruf, seine Behandlungsmethoden,
Erfolge und Mißerfolge zu vergewissern. Dies gilt in noch stärkerem
Maße für jeden Geistigen Heiler.
Hier
geht es nämlich keineswegs nach dem Motto: Wenn es schon nichts nützt,
so kann es doch wenigstens nichts schaden. So, wie jedes chemische
Medikament seine unangenehmen Nebenwirkungen haben kann, ist u.U.
auch bei der Geistigen Heilweise langfristig gesehen mit schädlichen
Nachwirkungen zu rechnen. Es ist nämlich nicht gleichgültig, woher
ein Heiler seine Heilkräfte bezieht. Auch die gottfeindliche, die dämonische
Welt hat ihre Priester und Heiler und kann ihre Anhänger gesund
machen. Doch hüte man sich, aus diesem Bereich seine Hilfe zu
beziehen. Dafür muß unter Umständen später ein Preis bezahlt
werden, der dem betroffenen Menschen sehr unangenehm wird. Im günstigsten
Fall kann er in vorübergehenden psychischen Störungen und
Umsessenheitssymptomen bestehen. Im ungünstigen Fall gehen die
Folgen weit über den Tod hinaus. Man meide auch Heiler, die sich
nicht genügend Zeit für die Kranken nehmen, die Massenabfertigung
betreiben. Zu Heilern, die hohe Honorare verlangen (50 Euro und
mehr), sollte man ebenfalls nicht gehen.
Dr.
Wiesendanger berichtet in einer Arbeit über die Schattenseiten
geistiger Heiler (9; 10)) eine Reihe von Fällen, bei denen sich
Patienten mit ihrem Heiler wegen geldlicher und anderer Unregelmäßigkeiten
überworfen hatten. Als Folge davon wurden sie, so hatten sie
jedenfalls das Empfinden, von dem Heiler schwarzmagisch angegriffen.
Sie bekamen Angstzustände und langdauernde, schmerzhafte
Beschwerden, für die sich keine medizinische Ursache finden ließ.
Daher
versuche man, sich bei einem Heiler Klarheit darüber zu
verschaffen, wen er als seinen Herrn ansieht: Gott und Christus oder
irgendeinen Dämon, wie es bei den Umbanda-Spiritisten Brasiliens
der Fall ist. Ebenso meide man pseudochristliche
Sektengemeinschaften, die jede Krankheit als dämonisch verursacht
ansehen, den Gebrauch aller Medikamente untersagen, und unter viel
Halleluja-Gerufe den Teufel auszutreiben versuchen. Wenn ein Heiler
großsprecherisch daherredet, geheimnisvolle oder unverständliche
Sprüche murmelt oder gar das "Sechste und Siebte Buch Mosis" benutzt, sollte man ihn auf
jeden Fall meiden. Auch von den herumreisenden Schamanen, den
neuzeitlichen Hexen, den vielen Magiern und selbsternannten
"Parapsychologen", die alle so viel Werbung betreiben,
halte man sich fern.
Denn
was hülfe es dem Kranken, wenn er seine Gesundheit wiedergewönne
und nähme doch Schaden an seiner Seele
Literaturangaben:
1) Le Bec, R., u.
Leuret, F.: "Die großen Heilungen von Lourdes im ärztlichen
Urteil", Credo Verlag, Wiesbaden 1953
2) Deroo,
André: "L'homme a la jambe coupée", Libraire Arthème
Fayard, Paris 1960
3) Gerloff, Hans: “Die Heilungen von Lourdes im Lichte der
Parapsychologie“, Verlag Welt und Wissen, Büdingen-Gettenbach
1959
4) Peddie, J. Cameron: "Die vergessene Gabe", Verlag
E. Franz, Metzingen, 2. Aufl. 1980
5) Rinser, Luise: “In Lourdes geheilt“, Welt am Sonntag Nr.
13 vom 30. März 1958, S. 8
6) Schiebeler, Werner: "Nachtodliche Schicksale.
Gegenseitige Hilfe zwischen Diesseits und Jenseits", WerSch
Verlag, Ravensburg, 4. Aufl. 1999
7) Schiebeler, Werner: “Die Geistige Heilung durch Verbindung
mit der jenseitigen Welt“, WerSch Verlag, Ravensburg, 3. Aufl.
2003
8) Schiebeler, Werner: "Paranormale Heilmethoden auf den
Philip-pinen", Inst. f. d. Wissenschaftlichen Film, Göttingen
1974 und WerSch Verlag, Ravensburg, 3. Aufl. 2000
9) Wiesendanger, Harald: “Das große Buch vom geistigen
Heilen. Möglichkeiten, Grenzen, Gefahren“, Scherz Verlag, 2.
Aufl. München 1995
10)
Wiesendanger, Harald: “Schattenseiten. - Können Geistheiler auch
krank machen? Hilfesuchende fürchten schwarze Magie“, Der Heiler
im Wassermannzeitalter, Nr. 9/1999, S. 31-40
Mit
freundlicher Genehmigung aus dem Buch
Das
Geheimnisvolle in unserer Welt
Wersch
Verlag 2005, ISBN 3-928867-10-5
220 Seiten, Zahlr. Abbildungen, 11,40 Euro
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